{"id":420463,"date":"2025-09-13T21:17:20","date_gmt":"2025-09-13T21:17:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/420463\/"},"modified":"2025-09-13T21:17:20","modified_gmt":"2025-09-13T21:17:20","slug":"literatur-uns-geht-die-sonne-nicht-unter-neues-buch-von-surminski-kultur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/420463\/","title":{"rendered":"Literatur &#8211; \u201eUns geht die Sonne nicht unter\u201c &#8211; Neues Buch von Surminski &#8211; Kultur"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"teaserText\" data-schema-org-speakable=\"true\">Der Verlust der Eltern und der Heimat in Ostpreu\u00dfen lassen Arno Surminski nicht los. Die Fragen nach Schuld und Tod ziehen sich auch durch die neuen Erz\u00e4hlungen des in Hamburg lebenden Autors.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\"><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Hamburg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hamburg<\/a> (dpa\/lno) &#8211; Der in Ostpreu\u00dfen geborene Schriftsteller Arno Surminski hat einen neuen Band mit 25 Erz\u00e4hlungen vorgelegt. In der Titelgeschichte \u201eUns geht die Sonne nicht unter\u201c geht es um einen Lokomotivf\u00fchrer, der in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs durch <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Deutschland\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutschland<\/a> f\u00e4hrt.\u00a0<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Am 20. April begegnet ihm ein Zug mit Hitlerjungen, an dem Hakenkreuze und der Liedvers \u201eUns geht die Sonne nicht unter\u201c zu sehen sind. Knapp zwei Wochen sp\u00e4ter besetzt die Rote Armee Berlin. Der Lokf\u00fchrer geh\u00f6rt zu den M\u00e4nnern, die aus einem Luftschutzbunker gef\u00fchrt und von russischen Soldaten erschossen werden sollen. Doch er wird verschont, weil ein Offizier pl\u00f6tzlich ruft: \u201eNicht schie\u00dfen! Den brauchen wir noch.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Es ist das Lebensthema des in Hamburg lebenden Autors: Die Gewalt tritt v\u00f6llig unvermittelt in das Leben der Menschen ein. Sie wollen sich retten, doch das Schicksal ist unberechenbar. Der Tod trifft Schuldige und Unschuldige.<\/p>\n<p>Traumatische Reise<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Surminskis (91) ist durch sein Buch \u201eJokehnen oder Wie lange f\u00e4hrt man von Ostpreu\u00dfen nach Deutschland?\u201c bekanntgeworden, das im Jahr 1974 erschien. Er schildert darin die Vertreibung aus seiner ostpreu\u00dfischen Heimat. Als elfj\u00e4hriger Waisenjunge muss er im Dezember 1945 zusammen mit anderen verbliebenen Deutschen seinen Geburtsort J\u00e4glack (heute: Jeg\u0142awki) zu Fu\u00df verlassen und in einem G\u00fcterzug von Rastenburg (heute: K\u0119trzyn) nach Frankfurt (Oder) fahren.\u00a0<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Die traumatische Reise hat Surminski immer wieder aufgegriffen, auch in seinem neuen Buch taucht sie als komprimierte Erz\u00e4hlung wieder auf. \u201eVater &#8211; Mutter &#8211; Kind\u201c hei\u00dft die Geschichte. Der Autor beschreibt darin erneut den Verlust der Eltern. Sie werden von russischen Soldaten abgeholt und kehren nie mehr zur\u00fcck.\u00a0<\/p>\n<p>Unmoralisches Geld<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Nur ein Teil der Geschichten im neuen Band dreht sich um Krieg und Vertreibung. In der Erz\u00e4hlung \u201eReise durch ein besonderes Land\u201c portr\u00e4tiert Surminski seine zweite Heimat Schleswig-Holstein. Nach der Vertreibung aus Ostpreu\u00dfen hatte er als Elfj\u00e4hriger Aufnahme bei einer Familie in Trittau, \u00f6stlich von Hamburg, gefunden. Eine andere Geschichte mit dem Titel \u201eVom Ende einer Karriere\u201c spielt im benachbarten Mecklenburg. Sie handelt von einem DDR-Z\u00f6llner, der wegen eines zuf\u00e4lligen Zusammentreffens mit Verwandten aus dem Westen seine Position in Rostock verliert.\u00a0<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">In \u201eSchmutziges Geld\u201c setzt sich Surminski mit einem Diktum aus Brechts \u201eDreigroschenoper\u201c auseinander. Eine junge Theaterbesucherin reagiert mit Begeisterung auf den Satz: \u201eWas ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gr\u00fcndung einer Bank?\u201c Sie w\u00fcnscht sich vom Vater ein Theaterabonnement. Doch der winkt ab. Er h\u00e4tte nur etwas an Dividenden aus Aktien \u00fcber, \u201eschmutziges Geld\u201c, das die Theatermenschen nicht haben wollten.<\/p>\n<p>Irrt\u00fcmliche Todesmeldung<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Was passiert, wenn Medien f\u00e4lschlicherweise den Tod eines bekannten Schriftstellers melden, stellt sich der 91-J\u00e4hrige in der Erz\u00e4hlung \u201eTod in den Kasseler Bergen\u201c vor. Beim H\u00f6ren der Nachrufe wird der fiktive Autor Walter Ro\u00dfbach in einen beinahe t\u00f6dlichen Verkehrsunfall verwickelt. Als er aus dem Koma erwacht, sitzt sein Verleger am Krankenbett und berichtet, wie gut sich sein neues Buch verkauft.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">\u00a9 dpa-infocom, dpa:250913-930-32756\/1<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Verlust der Eltern und der Heimat in Ostpreu\u00dfen lassen Arno Surminski nicht los. 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