{"id":421515,"date":"2025-09-14T07:24:21","date_gmt":"2025-09-14T07:24:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/421515\/"},"modified":"2025-09-14T07:24:21","modified_gmt":"2025-09-14T07:24:21","slug":"ex-kremlchef-wird-60-jahre-alt-wie-dmitri-medwedew-zu-putins-wadenbeisser-wurde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/421515\/","title":{"rendered":"Ex-Kremlchef wird 60 Jahre alt: Wie Dmitri Medwedew zu Putins Wadenbei\u00dfer wurde"},"content":{"rendered":"<p>                    Ex-Kremlchef wird 60 Jahre alt<br \/>\n                Wie Dmitri Medwedew zu Putins Wadenbei\u00dfer wurde<\/p>\n<p>\t\t\t\t              14.09.2025, 08:25 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>Einst war Dmitri Medwedew ein Hoffnungstr\u00e4ger Russlands. Mit seinem Amtsantritt als Pr\u00e4sident im Jahr 2008 verbinden viele Russen die Hoffnung auf Fortschritt und Reformen im Land. Inzwischen ist der fr\u00fchere Kremlchef einer der gr\u00f6\u00dften Scharfmacher in Moskau und droht gerne mit der Atomkeule. <\/strong><\/p>\n<p>Dmitri Medwedew ist Moskaus Mann f\u00fcrs Grobe: Mit w\u00fcsten Ausf\u00e4llen gegen den Westen, Verschw\u00f6rungstheorien, Atomdrohungen oder auch mal einem verbalen Schlagabtausch mit US-Pr\u00e4sident Donald Trump sorgt er immer wieder f\u00fcr Schlagzeilen. Jetzt wird der derzeitige Vizechef des russischen Sicherheitsrates 60 Jahre alt.<\/p>\n<p>Vor ein paar Tagen kn\u00f6pfte sich Medwedew Finnland vor. Der n\u00f6rdliche Nachbar Russlands mit seinen 5,6 Millionen Einwohnern bereite einen Angriff auf die Atommacht vor, <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Ex-Kremlchef-Medwedew-sieht-Russland-nicht-mehr-an-Friedensvertrag-mit-Finnland-gebunden-article26018749.html\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_self\">behauptete der Ex-Kremlchef<\/a>. In dem Fall werde Russland Finnland vernichten, drohte er &#8211; und forderte schon einmal umgerechnet 220 Milliarden Euro an Reparationszahlungen. Dies sei der Schaden, den die Finnen angerichtet h\u00e4tten, als sie an der Seite Hitler-Deutschlands 1941 die Sowjetunion \u00fcberfielen, schrieb er. Dass Sowjetdiktator Josef Stalin nur knapp zwei Jahre zuvor Finnland im Winterkrieg angreifen lie\u00df und sich Teile des Nachbarlands aneignete, verurteilte Medwedew dabei nicht.<\/p>\n<p>Kaum ein Politiker in Russland hat solch eine Wandlung hinter sich wie Medwedew. Um sie zu verstehen, ist es n\u00f6tig, sich den Werdegang des geb\u00fcrtigen Petersburgers vor Augen zu f\u00fchren. Der studierte Jurist hat seine Karriere einem Mann zu verdanken: Wladimir Putin. Dieser holte den Dozenten der Uni St. Petersburg in den 1990er Jahren als juristischen Berater in die Stadtverwaltung der Newa-Metropole. Sp\u00e4ter nahm er ihn mit nach Moskau und schlie\u00dflich sogar in den Kreml.<\/p>\n<p>Pr\u00e4sident von Putins Gnaden<\/p>\n<p>Medwedew beeindruckte den 13 Jahre \u00e4lteren nicht nur durch seinen Flei\u00df und seine Dienstbeflissenheit. Der aus einer Professorenfamilie stammende hatte eine weitere Charaktereigenschaft, die ihn von anderen M\u00e4nnern in Putins Umfeld von Ex-Geheimdienstlern unterschied: Ihm fehlten H\u00e4rte und Durchsetzungsverm\u00f6gen. Er hatte auch kein Charisma als Anf\u00fchrer.<\/p>\n<p>Ein Makel, der ihn in Putins Augen wertvoll machte, denn der Kremlchef war zwar 2008 bereit, seinen Posten als Pr\u00e4sident abzugeben, nicht aber seine Macht. Und so entschied sich Putin gegen seinen langj\u00e4hrigen Vertrauten aus Geheimdiensttagen, Sergej Iwanow, und f\u00fcr Medwedew in der Frage, wer seine zeitweise Nachfolge antreten sollte.<\/p>\n<p>Medwedew war mit seiner Vorliebe f\u00fcr westliche Musik und technische Spielereien der Inbegriff des liberalen B\u00fcrokraten. Doch dies d\u00fcrfte eher taktischen Erw\u00e4gungen und der damaligen politischen Mode entsprochen haben als tiefen \u00dcberzeugungen. Denn grunds\u00e4tzlich unterschied sich die Politik des Platzhalters nicht von der Putins. Schicksalsergeben lie\u00df er sich wieder ins zweite Glied versetzen, als dieser zur\u00fcckwollte.<\/p>\n<p>Und genauso leicht wie er 1991 sein Parteibuch als Kommunist aufgab, lie\u00df er sp\u00e4ter in seinen politischen \u00c4mtern auch seine liberalen Ansichten fallen, als er von der demokratischen Opposition wegen Korruption kritisiert wurde. Wurde er schon im Kreml als Tandem-Partner Putins zunehmend bel\u00e4chelt, war seine sp\u00e4tere Amtszeit als Regierungschef von zahlreichen Pannen und Krisen \u00fcberschattet, die sein Image weiter sch\u00e4digten. Als S\u00fcndenbock einer jahrelangen Stagnation wurde er schlie\u00dflich auch hier abgel\u00f6st.<\/p>\n<p>Neu erfunden f\u00fcr das politische \u00dcberleben<\/p>\n<p>Doch Medwedew glaubt weiter an seine Chance auf eine R\u00fcckkehr in den Kreml. Da liberal inzwischen in Russland als Schimpfwort gilt, hat er sich politisch als Hardliner neu erfunden. Kritisierte er als Pr\u00e4sident noch Stalin wegen dessen Verbrechen gegen das eigene Volk oder den Mord an polnischen Offizieren in Katyn 1940, so lobt er nun dessen F\u00fchrungsstil. Bei einem Bildungsforum im April sprach er von einem &#8222;Beispiel f\u00fcr H\u00e4rte&#8220;, ohne die Russland nicht \u00fcberlebt h\u00e4tte. Dabei trug er passend eine Jacke, die stark an das Outfit des Generalissimus erinnerte.<\/p>\n<p>Oft scheint es ein Spiel mit verteilten Rollen: Neben den Ausf\u00e4llen Medwedews wirkt Putin gem\u00e4\u00dfigt und vern\u00fcnftig. Ernst genommen wird er in seiner neuen Rolle von den wenigsten. Doch abschreiben sollte man ihn nicht: Medwedew ist hartn\u00e4ckig &#8211; und mit 60 Jahren in der Riege Putins fast noch ein Jungspund.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ex-Kremlchef wird 60 Jahre alt Wie Dmitri Medwedew zu Putins Wadenbei\u00dfer wurde 14.09.2025, 08:25 Uhr Artikel anh\u00f6ren Diese&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":421516,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4013],"tags":[331,332,661,309,646,13,5020,929,14,15,16,4043,4044,850,307,12,317,306],"class_list":{"0":"post-421515","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-russland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-angriff-auf-die-ukraine","11":"tag-dmitri-medwedew","12":"tag-finnland","13":"tag-headlines","14":"tag-kreml","15":"tag-kriege-und-konflikte","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-politik","19":"tag-russia","20":"tag-russian-federation","21":"tag-russische-foederation","22":"tag-russland","23":"tag-schlagzeilen","24":"tag-ukraine","25":"tag-wladimir-putin"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115201459223409364","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/421515","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=421515"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/421515\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/421516"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=421515"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=421515"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=421515"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}