{"id":421673,"date":"2025-09-14T08:52:30","date_gmt":"2025-09-14T08:52:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/421673\/"},"modified":"2025-09-14T08:52:30","modified_gmt":"2025-09-14T08:52:30","slug":"lebensmittelhandel-was-die-eu-gegen-den-oesterreich-aufschlag-tun-kann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/421673\/","title":{"rendered":"Lebensmittelhandel: Was die EU gegen den \u00d6sterreich-Aufschlag tun kann"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"generated\">Ein Glas Nutella, 750 Gramm, kostet bei Rewe in Deutschland 4,99 Euro \u2013 bei der \u00d6sterreich-Tochter Billa steht das gleiche Glas um 6,29 Euro im Regal, man zahlt also um 25 Prozent mehr daf\u00fcr. Dabei sind Hersteller, Verpackungsgr\u00f6\u00dfe und Inhaltsstoffe ident. Die heimische Politik spricht von einem \u00d6sterreich-Aufschlag, der unz\u00e4hlige Produkte, insbesondere Lebensmittel betrifft.<\/p>\n<p class=\"generated\">Hier d\u00fcrften mehrere Faktoren eine Rolle spielen: \u00d6sterreichs Lebensmittelhandel hat dichtere und damit teurere Filialnetze. Der deutsche Markt ist gr\u00f6\u00dfer und l\u00e4sst sich damit wohl nicht so hohe Herstellerpreise gefallen. \u00d6sterreichische Kund:innen sind eher bereit, mehr Geld f\u00fcr Qualit\u00e4t auszugeben. Und zu all dem kommt ein System, in dem gro\u00dfe Hersteller den Lebensmittelhandel in manchen EU-L\u00e4ndern teurer als in anderen beliefern und gleichzeitig einen Import aus billigeren Regionen unterbinden. Aufgrund dieser territorialen Lieferbeschr\u00e4nkungen k\u00f6nnen also die Mutterkonzerne Rewe, Aldi und Lidl in Deutschland nicht ihre T\u00f6chter Billa, Hofer und Lidl in \u00d6sterreich von ihren g\u00fcnstigeren Einkaufspreisen profitieren lassen.<a href=\"#_msocom_2\" class=\"generated\"> <\/a>Der heimischen Handel st\u00f6hnt, Nutella-Hersteller Ferrero will sich auf Nachfrage der WZ dazu nicht \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<p>Vor allem kleine EU-L\u00e4nder sind betroffen<\/p>\n<p class=\"generated\">Unter solchen Preisaufschl\u00e4gen und Lieferbeschr\u00e4nkungen leiden auch Belgien, Griechenland oder Bulgarien. Betroffen sind also vor allem kleinere EU-Staaten. Der EU ist die Problematik bewusst: So zeigte EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen in ihrer Rede zur Lage der Union vor dem EU-Parlament am 10. September durchaus Bewusstsein f\u00fcr die Belastung durch steigende Lebenshaltungskosten. Allerdings will die EU-Kommission erst bis Ende 2026 konkrete Ma\u00dfnahmen gegen solche Lieferbeschr\u00e4nkungen, die Preise in die H\u00f6he treiben, vorschlagen \u2013 als Teil der EU-Binnenmarktstrategie.<\/p>\n<p class=\"generated\">Genau dieser EU-Binnenmarkt \u2013 also der gemeinsame europ\u00e4ische Wirtschaftraum, in dem alle EU-Konsument:innen gleichbehandelt werden \u2013 wird n\u00e4mlich durch solche Preisaufschl\u00e4ge hintertrieben. Ein Mittel dagegen g\u00e4be es schon jetzt: das bestehende EU-Wettbewerbsrecht. Die EU-Kommission hat auch bereits einige Bu\u00dfgelder in der H\u00f6he von mehreren hundert Millionen Euro gegen marktbeherrschende Konzerne wie den Lebensmittelmulti Mondel\u00e8z oder den weltgr\u00f6\u00dften Brauriesen AB InBev verh\u00e4ngt, weil diese den grenz\u00fcberschreitenden Handel mit ihren Produkten eingeschr\u00e4nkt hatten. Allerdings sind solche Verfahren langwierig, m\u00fchsam und ein Rechtsmittel, das eben nur im Nachhinein eingesetzt werden kann.<\/p>\n<p>Verbot soll Preisaufschl\u00e4ge im Vorfeld verhindern<\/p>\n<p class=\"generated\">\u00d6sterreichs Bundesregierung fordert deshalb ein generelles Verbot von Lieferbeschr\u00e4nkungen, um Preisaufschl\u00e4ge im Vorhinein zu unterbinden. Das k\u00f6nnte die EU-Kommission vorschlagen, beschlie\u00dfen m\u00fcssten es dann das EU-Parlament und die 27 EU-Mitgliedstaaten im Rat. Nur: W\u00fcrden jene EU-L\u00e4nder, in denen die Hersteller mit den h\u00f6chsten Preisaufschl\u00e4gen ihren Sitz haben, es gegen deren Interessen durchsetzen? Schlie\u00dflich profitieren sie von den Steuern auf die h\u00f6heren Gewinne.<\/p>\n<p class=\"generated\">Welche EU-Themen bewegen dich? Welche Fragen zur EU treiben dich um? <a href=\"https:\/\/www.wienerzeitung.at\/a\/mailto:feedback@wienerzeitung.at\" target=\"_blank\" class=\"generated\" rel=\"nofollow noopener\">Schreib uns! <\/a>Wir suchen f\u00fcr dich die Antworten darauf.<\/p>\n<p class=\"generated\">Dir hat dieser Beitrag besonders gut gefallen, dir ist ein Fehler aufgefallen oder du hast Hinweise f\u00fcr uns &#8211; sag uns deine Meinung unter <a href=\"https:\/\/www.wienerzeitung.at\/a\/mailto:feedback@wienerzeitung.at\" target=\"_self\" class=\"generated\" data-subject=\"true\" rel=\"nofollow noopener\">feedback@wienerzeitung.at<\/a>. Willst du uns helfen, unser gesamtes Produkt besser zu machen? <a href=\"http:\/\/www.wienerzeitung.at\/s\/wz-feedback?mtm_campaign=Feedback%20-%20Aktion&amp;mtm_kwd=WEB&amp;mtm_source=Artikel\" target=\"_blank\" class=\"generated\" rel=\"nofollow noopener\">Dann melde dich hier an<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein Glas Nutella, 750 Gramm, kostet bei Rewe in Deutschland 4,99 Euro \u2013 bei der \u00d6sterreich-Tochter Billa steht&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":421674,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,548,663,158,3934,3935,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-421673","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europaeische-union","13":"tag-europe","14":"tag-european-union","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115201805340065902","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/421673","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=421673"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/421673\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/421674"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=421673"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=421673"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=421673"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}