{"id":421677,"date":"2025-09-14T08:54:13","date_gmt":"2025-09-14T08:54:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/421677\/"},"modified":"2025-09-14T08:54:13","modified_gmt":"2025-09-14T08:54:13","slug":"niedrigwasser-in-den-meisten-fluessen-deutschland-zwischen-extremen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/421677\/","title":{"rendered":"Niedrigwasser in den meisten Fl\u00fcssen \u2013 Deutschland zwischen Extremen"},"content":{"rendered":"<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Deutschland hat mit Blick auf Regenf\u00e4lle und Wasserversorgung bislang ein sehr wechselhaftes Jahr erlebt. Ausgepr\u00e4gte Trockenphasen wechselten sich mit mancherorts heftigen Niederschl\u00e4gen ab. Wie die Lage beim Grundwasser und an den Fl\u00fcssen zu Beginn des Herbstes aussieht &#8211; und was das Ganze mit dem Klimawandel zu tun hat.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Zu Beginn des Jahres gab es nach Angaben der Bundesanstalt f\u00fcr Gew\u00e4sserkunde (BfG) einen extrem trockenen Februar. Auch im M\u00e4rz und April regnete es demnach deutlich weniger als normal. Ende Juni &#8211; und damit recht fr\u00fch im Jahr &#8211; f\u00fchrten die Fl\u00fcsse in Deutschland verbreitet Niedrigwasser. Erst der Juli zeigte sich recht nass mit viel Regen, vor allem im Norden und Nordosten sowie am Alpenrand.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Vor allem in den Mittelgebirgsregionen ist die Bodenfeuchte niedrig, Hydrobiologe Dietrich Borchardt vom Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Umweltforschung (UFZ) in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/magdeburg\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Magdeburg<\/a> spricht von ausgepr\u00e4gter Trockenheit. Betroffen sind etwa Teile von Franken, Th\u00fcringen, <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/sachsen\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sachsen<\/a>, Sachsen-Anhalt, aber auch von Brandenburg.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Rund 40 Prozent aller Grundwassermessstellen weisen laut Borchardt derzeit niedrige bis sehr niedrige Werte auf, etwa 60 Prozent zeigen normale Werte. Hohe bis sehr hohe Werte gebe es nur an ganz wenigen Messstellen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Besonders betroffen von Trockenheit sei aktuell das rheinisch-westf\u00e4lische Tiefland. Im Westen Deutschlands wiesen rund 70 Prozent der Grundwassermessst\u00e4nde niedrige bis sehr niedrige Werte auf. In Nordbayern, dem s\u00fcdlichen Th\u00fcringen und Sachsen sei dies bei rund 50 Prozent aller Messstellen der Fall.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">An 80 bis 90 Prozent aller Flusspegel in Deutschland herrscht zurzeit Niedrigwasser. Etwa an der Elbe falle dieses extrem aus, sagt der Hydrobiologe Borchardt. Der historische Tiefstand des Pegels in Magdeburg betrage 45 Zentimeter, Ende August lag der Pegelstand nur einen Zentimeter dar\u00fcber. Aufgrund geringer Wassertiefe wurde der Schiffsverkehr an der Elbe l\u00e4ngere Zeit eingestellt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">An der laut Borchardt bedeutendsten Wasserstra\u00dfe Deutschlands, dem Rhein, konnten im Fr\u00fchjahr Schiffe nicht mehr voll beladen werden. \u201eEin wirtschaftlicher Schiffstransport war zeitweise nicht mehr m\u00f6glich, gewisse Engp\u00e4sse in Lieferketten die Folge.\u201c Zudem seien kleinere B\u00e4che und Flussl\u00e4ufe ausgetrocknet.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Kommt zu der Trockenheit noch eine Hitzewelle, wie wir sie in diesem Sommer erlebt haben, heizten sich Fl\u00fcsse stark auf, sagt Borchardt. Die Gew\u00e4sser w\u00fcrden w\u00e4rmer, als es darin enthaltene Lebewesen aushalten k\u00f6nnten. Fischsterben sei mancherorts die Folge. Auch wachsen vermehrt <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/blaualgen\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Blaualgen<\/a>, die das Gew\u00e4sser und die darin lebenden Organismen durch Giftstoffe sch\u00e4digen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Sehr niedrige Wasserst\u00e4nde k\u00f6nnten zudem den Zugang zu Aue- und Nebengew\u00e4ssern einschr\u00e4nken, erl\u00e4utert die Bundesanstalt f\u00fcr Gew\u00e4sserkunde (BfG). Lebewesen verlieren so Lebens- und R\u00fcckzugsr\u00e4ume. Bestimmte Arten, die in Auen laichen, h\u00e4tten Schwierigkeiten, sich fortzupflanzen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eDer Wasserhaushalt in Deutschland verh\u00e4lt sich aufgrund des Klimawandels anders, als wir das aus den Jahrhunderten davor gewohnt waren\u201c, sagt Borchardt. \u201eWir haben pl\u00f6tzlich monatelange Trockenzeiten, oft gepaart mit Hitzewellen.\u201c Gegen\u00fcber der vorindustriellen Zeit habe sich Deutschland bereits um zwei Grad erw\u00e4rmt, so der Hydrobiologe.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Auch BfG-Forscher sehen einen Zusammenhang zwischen der Trockenheit mit hohen Temperaturen zuletzt und einer damit einhergehenden h\u00f6heren Verdunstung innerhalb der Atmosph\u00e4re. Zusammen mit Niederschlagsarmut f\u00fchre dieser Verdunstungseffekt zu einer besonders ausgepr\u00e4gten Trockenheit.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Modelle f\u00fcr Klima und Wasserhaushalt prognostizieren laut dem BfG f\u00fcr die zweite H\u00e4lfte des 21. Jahrhunderts, dass Niedrigwasser und Trockenheit im Sommer in weiten Teilen Deutschlands l\u00e4nger und st\u00e4rker ausfallen d\u00fcrften.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Laut Borchardt hat die Erw\u00e4rmung aber noch eine andere Folge: Eine w\u00e4rmere Atmosph\u00e4re kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen, daher k\u00f6nne es intensiver regnen und mehr Starkregenereignisse geben. Diese w\u00fcrden nicht nur h\u00e4ufiger auftreten, sondern auch intensiver ausfallen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Bauliche Faktoren wie Fl\u00e4chenversiegelung k\u00f6nnen laut der Bundesanstalt f\u00fcr Gew\u00e4sserkunde einen erheblichen Einfluss darauf haben, wie oft es zu Niedrigwasser kommt und wie heftig dieses ausf\u00e4llt. Denn versiegelte Fl\u00e4chen wie Stra\u00dfen, Geb\u00e4ude oder Parkpl\u00e4tze unterbrechen die nat\u00fcrliche Versickerung. Wasser flie\u00dft dann schnell oberfl\u00e4chlich ab, wird \u00fcber die Kanalisation in B\u00e4che und Fl\u00fcsse geleitet und steht damit dem Grundwasserhaushalt nicht mehr zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Auch die Beschaffenheit der B\u00f6den und ihre Aufnahmef\u00e4higkeit spielen demnach eine gro\u00dfe Rolle. Sandige, lockere B\u00f6den h\u00e4tten ein gr\u00f6\u00dferes Aufnahme- und Speicherpotenzial als tonige oder stark verdichtete B\u00f6den. Eine gro\u00dffl\u00e4chige Bodenverdichtung durch die Landwirtschaft wirke sich ebenfalls nachteilig aus, erkl\u00e4rt die Bundesanstalt. Zudem k\u00f6nne die Begradigung und Eindeichung von Fl\u00fcssen Niedrigwasserprobleme versch\u00e4rfen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Wie die Niederschl\u00e4ge in den kommenden Monaten ausfallen werden, lasse sich bislang nicht sagen, erkl\u00e4rt Borchardt. Was den am st\u00e4rksten von Trockenheit betroffenen Regionen besonders helfen w\u00fcrde, sei eine langanhaltende Regenperiode. Etwa ein November, in dem es durchgehend gleichm\u00e4\u00dfig regne.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Aus Sicht von Forscher Borchardt m\u00fcssen wir uns in Deutschland nicht nur mit dem Problem der Wassermengen auseinandersetzen &#8211; auch die Wasserqualit\u00e4t sollte st\u00e4rker in den Blick geraten. Rund 60 Prozent des Wassers zur Trinkwassergewinnung stamme hierzulande aus Grundwasser. \u201eDoch rund 33 Prozent der Grundwasserk\u00f6rper sind so stark mit N\u00e4hrstoffen, Nitrat und Pestiziden belastet, dass wir sie nicht ohne Weiteres zur Trinkwassergewinnung nutzen k\u00f6nnen, ohne dass wir es aufwendig aufbereiten m\u00fcssen\u201c, sagt Borchardt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Auch bei Talsperren \u2013 die zweitwichtigste Trinkwasserquelle in Deutschland \u2013 sehe man teilweise zur\u00fcckgehende Wassermengen und Probleme mit hohen N\u00e4hrstoffeintr\u00e4gen und Blaualgen. \u201eAuch hier wird die Wasserqualit\u00e4t tendenziell zu einem Problem.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Deutschland hat mit Blick auf Regenf\u00e4lle und Wasserversorgung bislang ein sehr wechselhaftes Jahr erlebt. 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