{"id":42197,"date":"2025-04-18T16:56:08","date_gmt":"2025-04-18T16:56:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/42197\/"},"modified":"2025-04-18T16:56:08","modified_gmt":"2025-04-18T16:56:08","slug":"neue-sichere-herkunftsstaaten-geringer-anteil-der-asylbewerber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/42197\/","title":{"rendered":"Neue sichere Herkunftsstaaten: Geringer Anteil der Asylbewerber"},"content":{"rendered":"<p>Mit einer <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/deutschland-welt\/eu-veroeffentlicht-liste-mit-sieben-sicheren-herkunftslaendern,UiWx0YT\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EU-weiten Liste sicherer Herkunftsl\u00e4nder<\/a> will die Europ\u00e4ische Kommission Asylverfahren beschleunigen \u2013 und so f\u00fcr Entlastung sorgen. &#8222;Viele Mitgliedstaaten sind mit einem erheblichen R\u00fcckstau bei den Asylantr\u00e4gen konfrontiert, so dass alles, was wir jetzt tun k\u00f6nnen, um schnellere Asylentscheidungen zu unterst\u00fctzen, von entscheidender Bedeutung ist&#8220;, sagte der EU-Kommissar f\u00fcr Inneres und Migration, Magnus Brunner. <\/p>\n<p>Was sind sichere Herkunftsl\u00e4nder? Wie unterscheidet sich die EU-Liste von der deutschen? Wie viele Asylbewerber w\u00e4ren in Bayern betroffen? Die wichtigsten Fragen und Antworten.<\/p>\n<p>Was sind sichere Herkunftsl\u00e4nder?<\/p>\n<p>Nach Angaben des Bundesamts f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge (BAMF) sind sichere Herkunftsstaaten nach deutschem Recht L\u00e4nder, bei denen angesichts der politischen Lage davon ausgegangen werden kann, dass keine staatliche Verfolgung droht. Zudem k\u00f6nnen diese Staaten demnach grunds\u00e4tzlich vor nichtstaatlicher Verfolgung sch\u00fctzen. <\/p>\n<p>Auch Menschen aus diesen L\u00e4ndern <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/deutschland-welt\/warum-die-asylantraege-in-deutschland-sinken-gruende,UhgGcpF\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">k\u00f6nnen Asyl beantragen<\/a>. Bei einer Anh\u00f6rung k\u00f6nnen sie versuchen, eine drohende Verfolgung zu belegen. Im Fall einer Ablehnung gelten verk\u00fcrzte Fristen, wodurch sich die Verfahren beschleunigen. <\/p>\n<p>Als sichere Herkunftsstaaten sind in Deutschland alle EU-Mitglieder eingestuft sowie zehn weitere Staaten: Albanien, Bosnien und Herzegowina, Ghana, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, Senegal und Serbien, Ende 2023 kamen die Republik Moldau und Georgien dazu. <\/p>\n<p>Welche Staaten sollen auf die EU-Liste?<\/p>\n<p>Die EU-Liste soll die nationalen Listen sicherer Herkunftsstaaten erg\u00e4nzen. Die Europ\u00e4ische Kommission schl\u00e4gt sieben L\u00e4nder vor: Kosovo, Bangladesch, Kolumbien, \u00c4gypten, Indien, Marokko und Tunesien. Mit dem Kosovo gilt einer dieser Staaten in Deutschland jetzt schon als sicheres Herkunftsland.<\/p>\n<p>Laut EU-Kommissar Brunner ist auch bei beschleunigten Verfahren stets zu gew\u00e4hrleisten, &#8222;dass jeder Asylantrag weiterhin individuell gepr\u00fcft wird und der Kontrolle der nationalen Gerichte unterliegt&#8220;. Der Vorschlag der EU-Kommission muss noch vom Europ\u00e4ischen Parlament und dem Europ\u00e4ischen Rat beschlossen werden.<\/p>\n<p>Welche Pl\u00e4ne hat die k\u00fcnftige schwarz-roten Koalition?<\/p>\n<p>Der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD sieht zur &#8222;Begrenzung der Migration&#8220; unter anderem eine Erweiterung der deutschen Liste der sicheren Herkunftsstaaten vor: &#8222;Wir beginnen mit der Einstufung von Algerien, Indien, Marokko und Tunesien.&#8220; <\/p>\n<p>Au\u00dfer Algerien sind diese L\u00e4nder auch auf der geplanten EU-Liste zu finden. Sollte die neue Bundesregierung ihr Vorhaben z\u00fcgig umsetzen, k\u00e4men aus deutscher Sicht durch die EU noch drei sichere Herkunftsstaaten hinzu: Bangladesch, Kolumbien, \u00c4gypten.<\/p>\n<p>Wie viele Asylbewerber in Bayern kommen aus diesen L\u00e4ndern?<\/p>\n<p>Gemessen an der Gesamtzahl der Asylbewerber machen Menschen, die aus den voraussichtlichen neuen sicheren Herkunftsstaaten stammen, in Bayern einen geringen Teil aus. Ein Gro\u00dfteil kommt aus anderen L\u00e4ndern, wie das Bundesamt f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge dem BR mitteilte. Insgesamt stellten im ersten Quartal dieses Jahres im Freistaat 6.093 Menschen einen Asylantrag. Fast jeder Vierte (23,9 Prozent) kam aus Syrien, knapp 17 Prozent aus Afghanistan, 11,5 Prozent aus der T\u00fcrkei. <\/p>\n<p>Unter den zehn ersten L\u00e4ndern ist von den zuk\u00fcnftig sicheren Herkunftsstaaten lediglich Kolumbien zu finden &#8211; mit 187 Asylantr\u00e4gen. Aus Marokko kamen 63 Asylbewerber, aus Tunesien 45, aus Indien zwei, aus Bangladesch einer, aus \u00c4gypten keiner. Insgesamt stammten von Januar bis M\u00e4rz in Bayern weniger als f\u00fcnf Prozent der Antragsteller aus einem der sechs Staaten, die durch die EU-Liste neu zu sicheren Herkunftsl\u00e4ndern werden sollen. <\/p>\n<p>Wie hoch ist der Anteil an allen Schutzsuchenden?<\/p>\n<p>Eine andere Datengrundlage bietet das Ausl\u00e4nderzentralregister: Dort sind alle in Bayern lebenden Schutzsuchenden erfasst. Zu diesen z\u00e4hlen auch die gefl\u00fcchteten Ukrainer, die Ende 2023 die mit gro\u00dfem Abstand die gr\u00f6\u00dfte Gruppe ausmachten: Mehr als jeder Dritte Schutzsuchende (35,2 Prozent) stammte aus der Ukraine. Dahinter folgten Menschen aus Syrien (17 Prozent) und Afghanistan (11,2 Prozent). <\/p>\n<p>Der Anteil der Schutzsuchenden aus den sechs L\u00e4ndern, die EU-weit wahrscheinlich als sichere Herkunftsstaaten hinzukommen, war in Bayern gering: Jeweils 0,2 Prozent aller Schutzsuchenden stammten aus Marokko und Tunesien, 0,1 Prozent aus \u00c4gypten, 0,0 Prozent aus Indien und Bangladesch. Insgesamt lebten 1.855 Schutzsuchende aus diesen L\u00e4ndern im Freistaat. Hinzu kamen 605 Menschen (0,2 Prozent) aus Algerien, das nach dem Willen von Schwarz-Rot ebenfalls als sicherer Herkunftsstaat eingestuft werden soll.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit einer EU-weiten Liste sicherer Herkunftsl\u00e4nder will die Europ\u00e4ische Kommission Asylverfahren beschleunigen \u2013 und so f\u00fcr Entlastung sorgen.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":42198,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1837],"tags":[533,772,3364,29,5249,30,3761,382,4156,5524,3783,2339,4157,9465,7727,21538,3757],"class_list":{"0":"post-42197","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nuernberg","8":"tag-asyl","9":"tag-bayern","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-fluechtlinge","13":"tag-germany","14":"tag-landespolitik","15":"tag-migration","16":"tag-mittelfranken","17":"tag-niederbayern","18":"tag-nuernberg","19":"tag-oberbayern","20":"tag-oberfranken","21":"tag-oberpfalz","22":"tag-schwaben","23":"tag-sichere-herkunftsstaaten","24":"tag-unterfranken"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114360023962974558","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/42197","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=42197"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/42197\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/42198"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=42197"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=42197"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=42197"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}