{"id":422111,"date":"2025-09-14T12:55:13","date_gmt":"2025-09-14T12:55:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/422111\/"},"modified":"2025-09-14T12:55:13","modified_gmt":"2025-09-14T12:55:13","slug":"ocean-race-europe-wie-phoenix-aus-der-asche-erst-comeback-dann-finalkrimi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/422111\/","title":{"rendered":"Ocean Race Europe: Wie Ph\u00f6nix aus der Asche \u2013\u00a0erst Comeback, dann Finalkrimi"},"content":{"rendered":"<p class=\"\">\u200bEs kann sehr fordernd und erm\u00fcdend sein, im Mittelmeer zu segeln. Aktuell sind die Bedingungen etwas besser, aber die ersten Tage waren sie einfach schrecklich. Die Etappe hatte mit sehr leichten Winden in Genua begonnen. Ich finde es schwierig, in so leichten Winden zu starten, weil ich das Gef\u00fchl habe, dass ich nach einem Aufenthalt an Land wieder durchger\u00fcttelt werden muss. Ich muss wie mit einem ordentlichen Hallo aufgeweckt werden. Ich bevorzuge, wenn es windig und lebendig ist, wenn du direkt reinkommst in so ein Rennen und mit einem guten Wachrhythmus durchstarten kannst.<\/p>\n<p class=\"\">In leichten Winden wirst du leichter eingelullt, hast ein bisschen weniger Energie. Ui-jui-jui, waren die Winde leicht beim Auftakt. Dann kam diese zweite Nacht. Wir segelten entlang der franz\u00f6sischen K\u00fcste und waren dicht unter Land. Wir haben den Wind von Land bekommen. Die anderen waren einen Tick mehr offshore und haben die einsetzende Seebrise zuerst erwischt. Sie konnten abheben, w\u00e4hrend es f\u00fcr uns zu lange gedauert hat, bis sich der Wind durchgesetzt hat.<\/p>\n<p class=\"\">Sie segelten los und pl\u00f6tzlich bist du nicht mehr im selben Rennen, weil sie da drau\u00dfen total andere Bedingungen haben. Wir sind in unserem eigenen Wetter steckengeblieben. Das war der erste Grund, warum sie sich absetzen konnten. Ich glaube, es war in der dritten Nacht, als wir dann diese massiven Gewitterwolken bekamen. Die haben sich zwischen den vor uns liegenden Booten und uns breitgemacht: Die Flotte war im S\u00fcden, wir im Norden und die Wolken dazwischen.<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich zwei Welten im Ocean Race Europe<\/p>\n<p class=\"\">Dabei hatten wir wirklich entgegengesetzte Windrichtungen. Sie hatten Wind aus dem Norden und mehr Druck von den Wolken. Sie segelten noch im Downwind nach Osten und wir hatten Wind aus dem S\u00fcden, segelten in sehr leichten Winden am Wind. Es war super frustrierend zu sehen, wie sie abd\u00fcsten. Und gleichzeitig zu wissen, dass wir nicht an diesen Wolken vorbeikommen!<\/p>\n<p class=\"\">\u200bDie N\u00e4chte drei und vier waren dann echt hart. Wolken, Blitz und Donner waren einfach \u00fcberall. Manchmal schlugen die Blitze auch im Wasser ein, aber meistens sah man sie in den Wolken. Ich fand es ziemlich be\u00e4ngstigend. Tats\u00e4chlich fand ich es be\u00e4ngstigender als noch in der Zeit, bevor ich ein Baby hatte. Ich war noch aufmerksamer und wollte nicht in der N\u00e4he vom Mast schlafen. Ich denke ohnehin, dass das kl\u00fcger ist.<\/p>\n<p class=\"\">Ich habe bemerkt, dass ich etwas vorsichtiger geworden bin. Es waren einfach keine sch\u00f6nen Bedingungen. Das Boot h\u00e4mmerte im Downwind in die bucklige See. Wir segelten triple-headed  und ziemlich schnell. Dabei sind wir einige Male in den Wind geschossen. Es war nicht ideal. Ein bisschen funky Bedingungen.<\/p>\n<p>Schwerer R\u00fcckschlag f\u00fcr Team Holcim-PRB<\/p>\n<p class=\"\">Dabei roch es auch nicht so toll im Boot. Sorry, dass ich das einmal anmerke. Und jetzt sind die Bedingungen auch besser. Aber es ist so hei\u00df unter Deck. Konstant um die 40 Grad. Das kann schon auch mal extrem unangenehm riechen.<\/p>\n<p class=\"\">Am Mittwochmorgen hatten wir drei Tage nach dem Etappenstart dann mehr als 150 Seemeilen R\u00fcckstand zur Spitze. Das war super entt\u00e4uschend, aber so kann das Leben auf See sein. Das passiert. Ich war schon ein bisschen down, habe mich ge\u00e4rgert, weil ich wei\u00df, dass wir ein sehr gutes Boot haben. Wir haben ein gutes Projekt und gute Segler und Seglerinnen. Warum also liegen wir hinten? Warum sind wir in dieser Lage? Wir geh\u00f6ren nicht in diese Lage! Die Position reflektiert nicht das Projekt, nicht das Boot.<\/p>\n<p class=\"\">Ich war wirklich nicht gl\u00fccklich und habe mir das Hirn zermartert, was wir falsch gemacht haben. Wo haben wir das verloren? Was h\u00e4tten wir anders tun k\u00f6nnen, um uns nicht in dieser Position wiederzufinden. Ich habe mir \u00fcber das Endergebnis Gedanken gemacht: Was werden die Leute denken? Was wird der Sponsor denken? Ich habe den Druck gesp\u00fcrt. Am Ende lastet der Erfolgsdruck f\u00fcr das Projekt auf meinen Schultern. Das alles ging mir durch den Kopf, als wir hinten lagen.<\/p>\n<p>Motivationsk\u00fcnste im Ocean Race Europe gefragt<\/p>\n<p class=\"\">Ich habe versucht, das nicht der Crew zu zeigen. Ich habe versucht, positiv zu bleiben. Ich habe den Druck gesp\u00fcrt, aber zu keinem Zeitpunkt wirklich gedacht, dass das Rennen vorbei war. Ich wusste ja, dass da noch das K\u00fcstenrennen in Montenegro kommt. Und dass es eine lange Etappe ist, auf der alles passieren kann. Ich dachte: Wenn wir binnen zwei Tagen 150 Seemeilen zur\u00fcckfallen k\u00f6nnen, dann k\u00f6nnen wir auch drei Tage sp\u00e4ter aufgeholt und die anderen wieder \u00fcberholt haben. Ich habe den Glauben daran behalten, dass es m\u00f6glich ist, dass wir es schaffen k\u00f6nnen. Das Gef\u00fchl hat mich die gesamte Zeit begleitet.<\/p>\n<p class=\"\">Dabei habe ich versucht, mich auf unsere eigene Leistung zu konzentrieren. Weil du ja sowieso nicht den gleichen Wind hast wie die anderen. Ich habe aufgeh\u00f6rt, zu sehr auf die anderen zu schauen. Nat\u00fcrlich hast du weiter ein Auge auf sie. Du schaust, wo sie sind und welche Moves sie machen. Aber haupts\u00e4chlich habe ich mich auf unser Boot, unsere eigenen Leistungsdaten konzentriert. Wir haben viel Zeit investiert, um diese Leistung zu optimieren. Du versuchst also, mit dem vorhandenen Wind so gut in die richtige Richtung zu segeln wie du kannst.<\/p>\n<p class=\"\">\u200bDann geht es in so einer Situation auch darum, die Crew zu motivieren, sich noch mehr umeinander zu k\u00fcmmern. Manche Menschen k\u00f6nnen in Situationen wie solchen etwas m\u00fcrrisch werden. Also teilst du etwas mehr Essen aus und k\u00fcmmerst dich noch mehr umeinander. Ich denke aber, dass unsere gesamte Crew die Situation wirklich gut gemeistert hat. Alle sind fokussiert und professionell geblieben. Wir sind einfach weiter schnell gesegelt. Gegen uns selbst.<\/p>\n<p>Wenn alle im gleichen Flautenflecken parken<\/p>\n<p class=\"\">Wir wussten, dass es noch eine lange Etappe ist. Da waren noch viele Tage \u00fcbrig. Und das Mittelmeer ist sehr unberechenbar. Zu einem Punkt haben wir dann in den Prognosen zwei riesige Leichtwindflecken gesehen. Den ersten auf der Westseite von Sizilien. Da war eine \u00dcbergangszone, ein leichter Bereich. Und am Nachmittag des n\u00e4chsten Tages war da an der S\u00fcdostecke von Sizilien noch so ein riesiger Leichtwindflecken, eine weitere \u00dcbergangszone.<\/p>\n<p class=\"\">Als wir das gesehen haben, waren wir ziemlich gl\u00fccklich. Denn pl\u00f6tzlich waren wir es, die weiter unterhalb von Sizilien mit 27 Knoten vor dem Wind segelten. Wir konnten beobachten, wie die Flotte \u00fcber mehrere Stunden total steckengeblieb. Wir dagegen konnten entscheiden, wo wir halsen und wo wir uns positionieren: mehr im Norden, mehr im S\u00fcden.<\/p>\n<p class=\"\">Wir entschieden uns, einfach direkt zum n\u00e4chsten Wegpunkt zu segeln. Dann fanden wir uns mit \u201eMalizia\u201c in Lee und \u201eBiotherm\u201c in Luv von uns wieder. Und pl\u00f6tzlich waren wir wieder im Rennen! Es war verr\u00fcckt, so verr\u00fcckt! Wir waren so gl\u00fccklich, sie zu sehen. Sie parkten dann im gleichen Leichtwindgebiet wie wir.<\/p>\n<p>\u201cHolcim-PRB\u201d entfesselt: ab 13 Knoten schneller und h\u00f6her<\/p>\n<p class=\"\">Danach kam eine sehr interessante Nacht, als die Flotte im Norden nach mehr Wind suchte. Wir entschieden, direkt zum Wegpunkt zu segeln \u2013 ohne Wende nach Norden. Wir haben dort ein bisschen verloren. \u201eBiotherm\u201c hat auf uns gewonnen hat. Als sie nach Norden wendeten, waren sie sechs Seemeilen hinter uns. Als sie nach Norden vordrangen, waren sie sechs Seemeilen vor uns. Als sie den Wegpunkt erreichten, hatten sie 15 Seemeilen Vorsprung.<\/p>\n<p class=\"\">In der Nacht zum Samstag konnten wir dann wieder etwas aufholen. Einfach \u00fcber die bessere Geschwindigkeit. Wenn Windgeschwindigkeiten ab 13 Knoten herrschen, dann sind wir schnell, sehr schnell. Dann k\u00f6nnen wir Dinge tun, die die anderen nicht tun k\u00f6nnen. Wir segeln dann einen Knoten schneller und h\u00f6her. Das hat Spa\u00df gemacht!<\/p>\n<p class=\"\">Genauso Spa\u00df macht mir die Zusammenarbeit mit Carolijn Brouwer. Wir verstehen uns sehr gut. Sie ist sehr lustig! Wir k\u00f6nnen beide gut stramm geradeausarbeiten. Aber dann gibt es auch unsere kleinen Gespr\u00e4che. Wir k\u00f6nnen lustige Stimmen oder Akzente imitieren. Wir lachen uns manchmal den Arsch ab. Wir sind beide nicht sehr sch\u00fcchtern. Dann versucht die eine, die andere zu \u00fcbertrumpfen.<\/p>\n<p>Ocean Race Europe: die letzte Woche l\u00e4uft<\/p>\n<p class=\"\">Wenn ich also einen lustigen Witz erz\u00e4hle, kommt von ihr noch einer obendrauf. Manchmal versuchen wir auch, uns gegenseitig zu schockieren mit dem, was wir sagen. Das machen wir auf Holl\u00e4ndisch und es ist ziemlich witzig. Ich glaube, es ist gut, dass die anderen in der Crew das nicht verstehen k\u00f6nnen, weil es nicht immer charmant ist, was wir sagen. Aber wir lachen viel und sehen auch die heitere Seite der Dinge. Es ist wirklich sch\u00f6n, einen solchen Kumpel an Bord zu haben.<\/p>\n<p class=\"\">Nachdem wir unseren Kurs nach Norden und die Adria hoch er\u00f6ffnet hatten, waren \u201eMalizia\u201c, \u201ePaprec\u201c und \u201eMapei\u201c zun\u00e4chst noch vor uns. Wir waren vier Seemeilen hinter ihnen, konnten sie aber ziemlich leicht \u00fcberholen. Es war so gut, wieder in den gleichen Bedingungen zu segeln. An der Position sind wir an diesem Sonntagmorgen \u2013 einen Tag vor dem Finale in Boka Bay \u2013 immer noch. Die Spitze ist nun eng zusammenger\u00fcckt.<\/p>\n<p class=\"\">Ich muss sagen, dass das Rennen einen hohen k\u00f6rperlichen Zoll verlangt. Es ist f\u00fcr alle eine sehr fordernde Etappe. Es gibt null Zeit f\u00fcr Regeneration. An Land hast du in den Etappenh\u00e4fen gerade eben genug Zeit, vern\u00fcnftig zu essen und einen Teil des verlorenen Schlafes nachzuholen. Nicht alles. Es gibt nicht wirklich Zeit zur Regeneration der Muskeln und des K\u00f6rpers. Es ist hart, aber es ist auch \u00fcberschaubar. Es ist noch eine Woche \u00fcbrig von diesem Rennen. Das schaffen wir!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.theoceanrace.com\" class=\"\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\">Hier geht es zu den Zwischenst\u00e4nden im Ocean Race Europe nach vier von f\u00fcnf Etappen.<\/a><\/p>\n<p>XL-Fight voraus im Europa-Rennen<\/p>\n<p class=\"\">\u200bWir hatten im 9 Uhr keine vier Seemeilen R\u00fcckstand mehr auf die f\u00fchrende \u201cBiotherm\u201d. Team Malizia und Team Parpec Ark\u00e9a konnten wir hinter uns sehen. Mapei war vorher schon zur\u00fcckgefallen. Dieses Rennen wird definitiv mit einem XL-Fight enden! Das wussten wir vorher. Die Crew macht das gut.<\/p>\n<p>Team Holcim-PRB im Vorw\u00e4rtsgang. Der Samstag-Clip gibt gute Einblicke ins Bordleben der Crew um Skipperin Rosalin Kuiper:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u200bEs kann sehr fordernd und erm\u00fcdend sein, im Mittelmeer zu segeln. 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