{"id":422493,"date":"2025-09-14T16:32:17","date_gmt":"2025-09-14T16:32:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/422493\/"},"modified":"2025-09-14T16:32:17","modified_gmt":"2025-09-14T16:32:17","slug":"regierung-fuehrt-offenbar-gespraeche-mit-taliban-ueber-abschiebungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/422493\/","title":{"rendered":"Regierung f\u00fchrt offenbar Gespr\u00e4che mit Taliban \u00fcber Abschiebungen"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 14.09.2025 15:43 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Die Bundesregierung will mehr Menschen nach Afghanistan abschieben. Daf\u00fcr f\u00fchrt sie laut Bild-Zeitung nun direkte Gespr\u00e4che mit den islamistischen Taliban. Die Internationale Organisation f\u00fcr Migration sieht jedoch hohe H\u00fcrden f\u00fcr R\u00fcckkehrer.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Direkte Verhandlungen mit den militant-islamistischen Taliban &#8211; das galt lange als Tabu. Nun hat sich die Bundesregierung nach <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/bild-exklusiv-deutschland-kurz-vor-abschiebe-deal-mit-afghanistan-68c676197ecf6b1bfe3e4581\" title=\"Bild zu Abschiebungen nach Afghanistan\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Informationen der Bild-Zeitung<\/a> zu Gespr\u00e4chen \u00fcber weitere Abschiebungen nach Afghanistan entschlossen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Anfang des Monats h\u00e4tten sich deutsche Vertreter des Ministeriums mit den Taliban in Katar getroffen, um einen regul\u00e4ren Abschiebe-Mechanismus zu etablieren. Derzeit werde eine Entsendung deutscher Vertreter in Afghanistans Hauptstadt Kabul organisiert, um die Gespr\u00e4che vor Ort fortzusetzen. Vertreter Katars seien dabei als Vermittler t\u00e4tig. Die islamistischen Taliban bem\u00fchen sich um internationale Anerkennung und nutzen daf\u00fcr auch gezielt Verhandlungen \u00fcber R\u00fcckf\u00fchrungen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Bundesregierung unterh\u00e4lt keine diplomatischen Beziehungen zu den Taliban, die seit August 2021 wieder in Afghanistan an der Macht und wegen ihrer Missachtung von Menschen- und vor allem Frauenrechten international isoliert sind.<\/p>\n<p>    Mehr Abschiebungen per Linienflug geplant<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Minister Alexander Dobrindt erkl\u00e4rte, die Bundesregierung wolle &#8222;regul\u00e4re und regelm\u00e4\u00dfige R\u00fcckf\u00fchrungen nach Afghanistan erm\u00f6glichen&#8220;. Dazu gebe es Gespr\u00e4che &#8222;auf technischer Ebene mit afghanischen Vertretern&#8220;, sagte der CSU-Politiker.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ziel der Gespr\u00e4che ist laut Bild, Abschiebungen von Deutschland nach Afghanistan zu vereinfachen. Die Bundesregierung stehe kurz davor, diese Abschiebungen massiv auszuweiten, hei\u00dft es in dem Bericht weiter. Sie sollen demnach deutlich leichter, regelm\u00e4\u00dfiger und in gr\u00f6\u00dferem Ma\u00dfstab ablaufen als bisher. Die Abschiebungen sollten nicht mehr nur mit Charter-Flugzeugen durchgef\u00fchrt werden, sondern auch per Linienflug. Mit der Hilfe von Katar wurden zuletzt zwei Sammelabschiebungen organisiert.<\/p>\n<p>    IOM hat Unterst\u00fctzung f\u00fcr freiwillige Ausreise ausgesetzt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Lage f\u00fcr R\u00fcckkehrer ist nicht einfach. Die Internationale Organisation f\u00fcr Migration (IOM) sieht die R\u00fcckf\u00fchrungen deshalb kritisch. Viele der zwangsweise zur\u00fcckgef\u00fchrten Menschen t\u00e4ten sich mit dem Neuanfang in der alten Heimat extrem schwer, sagt die Leiterin der IOM-Operation in Afghanistan, Mihyung Park. Nicht umsonst stehe Afghanistan aktuell auf der Liste der Staaten, f\u00fcr die IOM ihre Unterst\u00fctzung f\u00fcr freiwillige R\u00fcckkehr vor\u00fcbergehend ausgesetzt beziehungsweise eingeschr\u00e4nkt hat.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Park lobt die Unterst\u00fctzung Deutschlands und der Europ\u00e4ischen Union f\u00fcr die Vereinten Nationen, die R\u00fcckkehrer nach Afghanistan an den verschiedenen Grenz\u00fcberg\u00e4ngen in sogenannten Empfangszentren mit dem N\u00f6tigsten versorgen. Dazu geh\u00f6re etwa Bargeld, um zumindest die Weiterreise bis zum Zielort innerhalb Afghanistans zu finanzieren. Auch Nichtregierungsorganisationen sind dort aktiv.<\/p>\n<p>    F\u00fcr viele eine R\u00fcckkehr ohne Perspektive<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Ankommen sei jedoch schwierig. &#8222;Einige dieser Menschen haben noch nie dort gelebt.&#8220; Andere h\u00e4tten, um ihre Flucht oder Auswanderung zu finanzieren, H\u00e4user und Land verkauft, teilweise auch Schulden aufgenommen und st\u00fcnden deshalb nun vor dem Nichts. Frauen werde zudem der Zugang zum Arbeitsmarkt und zu h\u00f6heren Bildungsabschl\u00fcssen systematisch verwehrt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Hinzu kommen Menschen, die wegen ihrer T\u00e4tigkeit vor dem Machtwechsel in Kabul f\u00fchrende Positionen im Regierungsapparat hatten, beziehungsweise aufgrund ihrer Arbeit als Journalistinnen oder Menschenrechtler Verfolgung durch die islamistischen Taliban bef\u00fcrchten.<\/p>\n<p>    Pakistan schiebt ab &#8211; darunter Menschen mit deutscher Aufnahmezusage<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nicht nur aus Deutschland werden Menschen nach Afghanistan abgeschoben, die meisten R\u00fcckf\u00fchrungen von Afghaninnen und Afghanen gab es seit Anfang 2023 aus dem Iran und Pakistan, das zuletzt mehr als 200 Menschen ins Nachbarland abschob, die eine Aufnahmezusage f\u00fcr Deutschland hatten. Bei ihnen handelt es sich um ehemalige Ortskr\u00e4fte oder Personen, die als besonders gef\u00e4hrdet gelten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Da die deutsche Botschaft in Kabul seit dem Fall Afghanistans an die Taliban im August 2021 geschlossen ist, durchlaufen sie in Pakistans Hauptstadt Islamabad ein Pr\u00fcfverfahren. Mehr als 200 von ihnen waren im August von den pakistanischen Beh\u00f6rden festgenommen und zur afghanischen Grenze gebracht worden. Zudem gab es Hinweise auf weitere Festnahmen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Eine Sprecherin des Ausw\u00e4rtigen Amts sagte: &#8222;Es besteht ein Konsens mit der pakistanischen Regierung, die Aufnahmeverfahren bis zum Jahresende geordnet abzuschlie\u00dfen.&#8220; Anfang des Monats kamen 47 Afghaninnen und Afghanen mit einer Aufnahmezusage per Linienflug \u00fcber Istanbul nach Deutschland. Sie hatten zuvor auf Erteilung eines Visums geklagt.<\/p>\n<p>    Auch die T\u00fcrkei schiebt Afghanen ab<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch aus der T\u00fcrkei gibt es regelm\u00e4\u00dfig Charterfl\u00fcge mit Afghanen an Bord. Diese Menschen, die in der Regel ohne g\u00fcltige Aufenthaltspapiere aufgegriffen und dann in geschlossenen Zentren untergebracht werden, reisen zwar nach Darstellung der t\u00fcrkischen Beh\u00f6rden freiwillig aus. Nichtregierungsorganisation wie der European Council on Refugees and Exiles (ECRE) beurteilen den Prozess allerdings anders.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der ECRE berichtet, im vergangenen Jahr seien in der T\u00fcrkei 65.815 Afghanen als irregul\u00e4re Migranten festgenommen worden. In diesem Jahr waren es demnach bis zum 8. Mai 16.268 Staatsb\u00fcrger Afghanistans.<br \/>Viele der Afghanen, die in t\u00fcrkischen St\u00e4dten leben, arbeiten dort mit dem Ziel, gen\u00fcgend Geld f\u00fcr eine Weiterreise nach Europa mit einem Schmuggler zu verdienen.<\/p>\n<p>    IOM rechnet dieses Jahr mit etwa drei Millionen R\u00fcckkehrern<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Chefin von IOM-Afghanistan berichtet, in diesem Jahr h\u00e4tten Pakistan und der Iran insgesamt etwa zwei Millionen Menschen nach Afghanistan zur\u00fcckgef\u00fchrt. F\u00fcr das Gesamtjahr rechne man mit etwa drei Millionen R\u00fcckkehrern.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Sehr schwierig sei es im Juli gewesen, als das Ende einer von den iranischen Beh\u00f6rden verf\u00fcgten Ausreisefrist f\u00fcr Afghanen ohne Aufenthaltstitel mit den Angriffen Israels auf den Iran zusammenfiel. Im Juli seien t\u00e4glich zwischen 30.000 und 40.000 Menschen \u00fcber die Grenze gekommen &#8211; &#8222;das kann nicht bew\u00e4ltigt werden&#8220;, sagt Park. Aktuell k\u00e4men weniger als 10.000 pro Tag.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 14.09.2025 15:43 Uhr Die Bundesregierung will mehr Menschen nach Afghanistan abschieben. 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