{"id":422597,"date":"2025-09-14T17:32:19","date_gmt":"2025-09-14T17:32:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/422597\/"},"modified":"2025-09-14T17:32:19","modified_gmt":"2025-09-14T17:32:19","slug":"staedtepartnerschaften-wir-bringen-menschen-zusammen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/422597\/","title":{"rendered":"St\u00e4dtepartnerschaften: \u201eWir bringen Menschen zusammen\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Keine deutsche Stadt pflegt so viele internationale Partnerschaften wie K\u00f6ln. Im September 2025 kommt eine weitere mit dem ukrainischen Dnipro hinzu. \u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Von Indianapolis bis Wolgograd (Stalingrad), von Turku bis Tunis, von Istanbul bis Peking, von Rio de Janeiro bis Kyoto \u2013 \u00a0keine andere deutsche Stadt unterh\u00e4lt ein \u00e4hnlich umfangreiches Netzwerk wie K\u00f6ln, die Metropole am Rhein mit etwa einer Million Einwohnern. \u201eK\u00f6ln pflegt 23 Partnerschaften mit St\u00e4dten in aller Welt\u201c, berichtet Ludger Giesberts, Vorstandschef der Cologne Alliance, der Dachgesellschaft der K\u00f6lner St\u00e4dtepartnerschaften.<\/p>\n<p>Seit 1952 betreibt K\u00f6ln internationale St\u00e4dtepartnerschaften mit eigenen Vereinen, die von B\u00fcrgern der Stadt gegr\u00fcndet und weiterentwickelt wurden. Auf kommunaler Ebene sollen sie zur V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung beitragen und gegenseitiges Interesse, Verst\u00e4ndnis und Toleranz f\u00f6rdern. Um diese Initiativen enger miteinander zu vernetzen, wurde vor elf Jahren die Cologne Alliance gegr\u00fcndet, deren diesj\u00e4hrige Vollversammlung vor wenigen Tagen im Rheinpark-Caf\u00e9 am K\u00f6lner Tanzbrunnen stattfand. <\/p>\n<p>Etwa 90 Personen waren gekommen, darunter auch Ludger Giesberts. F\u00fcr den K\u00f6lner Juristen und Partner einer gro\u00dfen Anwaltskanzlei ist das Thema fast schon eine Art Familientradition. Denn es war mit Johannes Giesberts sein Gro\u00dfonkel, ein langj\u00e4hriger Beigeordneter der Stadt K\u00f6ln, der sich Anfang der 60er-Jahre f\u00fcr die Gr\u00fcndung eines Sch\u00fcleraustausches zwischen K\u00f6ln und Tel Aviv eingesetzt hatte, einen der Ersten in Deutschland \u00fcberhaupt.  \u201eZuvor hatte es hier in K\u00f6ln Hakenkreuz-Schmierereien gegeben\u201c, blickt Giesberts zur\u00fcck. Der Vertrag wurde sogar geschlossen, bevor es 1965 zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und Israel kam. Mittlerweile gibt es auch eine Partnerschaft mit Bethlehem, das im pal\u00e4stinensisch verwalteten Westjordanland  nahe Jerusalem liegt.\u00a0<\/p>\n<p>Heringsfest und \u201eKoningsdag\u201c <\/p>\n<p>Einer der aktivsten Vereine ist der deutsch-niederl\u00e4ndische, der eine St\u00e4dtepartnerschaft mit Rotterdam pflegt, mit 180 Mitgliedern. Vorsitzende ist die Niederl\u00e4nderin Charlotte van den Brand. \u00a0\u201eWir veranstalten einmal im Jahr in K\u00f6ln ein Heringsfest\u201c, erz\u00e4hlt die Atelierleiterin. Auch zum \u201eKoningsdag\u201c, dem Geburtstag des niederl\u00e4ndischen Monarchen Willem-Alexander, sind Charlotte van den Brand und ihre Mitglieder sehr aktiv, viele besuchen dann auch den Empfang der niederl\u00e4ndischen Honorarkonsulin in K\u00f6ln. \u201eUns verbindet der Rhein\u201c, sagt die Niederl\u00e4nderin, die seit 2011 in NRW lebt. \u00a0Sehr engagiert ist man auch in der Partnerschaft K\u00f6ln-Turin mit 40 Mitgliedern, wie die Vorsitzende Daniela Teske berichtet. Diese St\u00e4dtepartnerschaft wurde 1958 im Rahmen der sogenannten Ringpartnerschaft mit anderen europ\u00e4ischen St\u00e4dten gegr\u00fcndet. Turin sei damals auch deswegen ausgew\u00e4hlt worden, weil dort wie in K\u00f6ln Autos gebaut wurden und weiterhin werden, n\u00e4mlich Fiat und Ford, so Daniela Teske.<\/p>\n<p>Neustes Projekt ist eine Partnerschaft mit dem ukrainischen Dnipro, das derzeit nur knapp 100 Kilometer vom s\u00fcdlichen Frontabschnitt entfernt liegt, wie Julia Chenusha berichtet, eine in K\u00f6ln lebende Deutsch-Ukrainerin. \u00a0 \u201eWir bringen Menschen zusammen\u201c, sagt die junge Frau. Gegr\u00fcndet werden soll der Verein noch im Laufe des Monats September. \u00a0\u00a0<\/p>\n<p>B\u00fcrgermeister Ralf Heinen berichtet, dass es am 7. September einen Ehrenamtstag \u201eK\u00f6lnEngagiert\u201c gab, auf der alle St\u00e4dtepartnerschaften ebenfalls vertreten waren.   Heinen selbst ist in der Partnerschaft mit Tunis (Tunesien), Klausenburg\/Cluj-Napoca (Rum\u00e4nien) und Esch-sur-Alzette (Luxemburg) engagiert. 2015 war er erstmals mit Ex-OB J\u00fcrgen Roters in der tunesischen Hauptstadt, was ihn nachhaltig beeindruckt habe und der Startschuss f\u00fcr sein ehrenamtliches Engagement gewesen sei, so Heinen gegen\u00fcber WELT AM SONNTAG.<\/p>\n<p>Auch J\u00fcrgen Roters (K\u00f6lner Oberb\u00fcrgermeister von 2009 bis 2015) berichtet, dass es vor Jahren den Wunsch nach einer Dachorganisation gegeben habe, \u201enach einem verbindenden Band\u201c. Dass die Cologne Alliance ein Erfolg geworden sei, habe sich beim gro\u00dfen Treffen im Park-Caf\u00e9 innerhalb des K\u00f6lner Tanzbrunnens, einem st\u00e4dtischen Park in Deutz, gleich am Rhein, wieder gezeigt. Es sei aber nicht immer so einfach, in den jeweiligen St\u00e4dten die entsprechende Aufmerksamkeit zu bekommen, so Roters. Und nennt als Beispiel die Partnerstadt Rio de Janeiro in Brasilien, die weltweit mehr als 130 weitere Partnerschaften unterh\u00e4lt.  <\/p>\n<p>Sichtbarkeit soll erh\u00f6ht werden <\/p>\n<p>Ein Ziel der Cologne Alliance war es Giesberts zufolge auch, insgesamt die Sichtbarkeit der St\u00e4dtepartnerschaften zu erh\u00f6hen. So gab es im April auch auf Giesberts Initiative einen \u201eWalk of Friends\u201c in dem Verbindungsgang zwischen Terminal 1 und 2 am Flughafen K\u00f6ln\/Bonn, mit bunten Bannern aller 23 Partnerst\u00e4dte. Dort gibt es seit 2023 eine Wand, auf der mithilfe von Sponsoren, etwa dem K\u00f6lner Chemieunternehmen Alpha Calcit, alle K\u00f6lner Partnerst\u00e4dte aufgef\u00fchrt sind und somit f\u00fcr die Reisenden sichtbar werden sollen.\u00a0<\/p>\n<p>Denn ein Problem ist, dass die Partnerst\u00e4dte im Stadtbild bislang kaum bis gar nicht vorkommen. W\u00e4hrend andere St\u00e4dte ihre Partnerst\u00e4dte auf Schildern an Einfallstra\u00dfen auff\u00fchren, gibt es so etwas in K\u00f6ln bislang nicht. \u00a0Um hier f\u00fcr mehr Sichtbarkeit zu sorgen, gibt es nun eine Idee: an den Kaimauern nahe dem Schokoladen-Museum sollen demn\u00e4chst Schriftz\u00fcge aller St\u00e4dtepartner angebracht werden, wie Giesberts berichtet.\u00a0<\/p>\n<p>Bei der Stadt K\u00f6ln betreut Frederik Schorn, Leiter des B\u00fcros Europa und Internationales, die verschiedenen Partnerschaften. Er berichtet, dass die Stadt die Partnerschaftsvereine mit einem Verwaltungskostenzuschuss von j\u00e4hrlich 2000 Euro unterst\u00fctze. \u201eFerner gibt es einen st\u00e4dtischen F\u00f6rdertopf von insgesamt 180.000 Euro, auf den sich die Vereine mit eigenen Projekten bewerben k\u00f6nnen.\u201c Auch die Verwaltung selbst pflege regelm\u00e4\u00dfige Austausche, um von den Partnern zu lernen. So gebe es einen regen Austausch der Ordnungs\u00e4mter in K\u00f6ln und Istanbul oder zwischen den Stadtentw\u00e4sserungsbetrieben und dem Pendant in Dnipro. <\/p>\n<p>\u00a0\u201eWir tun im Grunde alles, damit diese Partnerschaften leben \u2013 begehen gemeinsam Jubil\u00e4en, kn\u00fcpfen Kontakte zwischen K\u00f6lner Institutionen und denen in Partnerst\u00e4dten und organisieren Reisen.\u201c  So f\u00e4hrt die scheidende Oberb\u00fcrgermeisterin Henriette Reker in diesem Jahr  noch nach Thessaloniki in Griechenland.  Frau Reker habe auch die Familie des inhaftierten Istanbuler Oberb\u00fcrgermeisters Ekrem Imamoglu in Istanbul besucht. \u201eWir unterst\u00fctzen die Menschen in Bethlehem und Tel Aviv, auch indem wir \u00fcber eigene Spendengelder der Besch\u00e4ftigten der Stadt K\u00f6ln verf\u00fcgen\u201c, so der Leiter des B\u00fcros Europa und Internationales, das gleich beim OB angesiedelt ist. Wichtig sei aber, so Schorn, dass es um Freundschaften zwischen Menschen gehe: \u201eUnd die Vereine sind die eigentlichen Herren \u00fcber die Partnerschaften.\u201c  \u00a0<\/p>\n<p>Zur\u00fcck in den K\u00f6lner Tanzbrunnen:  Zum Abschluss des Treffens im  Rheinpark-Caf\u00e9 singt der \u201eKlangbr\u00fccke\u201c-Chor der Cologne Alliance einige Lieder in verschiedenen Sprachen. Ganz zum Schluss wird dann das Lied \u201eUnsere Stammbaum\u201c der K\u00f6lsch-Band \u201eDe Bl\u00e4ck F\u00f6\u00f6s\u201c intoniert. Die Idee dazu soll einer Legende nach um das Jahr 2000 in Israel an einer Hotelbar entstanden sein.  In dem Hit,  in dem sich die K\u00f6lner Gruppe f\u00fcr Toleranz und  gegen Fremdenfeindlichkeit positioniert, feiern \u201eDe Bl\u00e4ck F\u00f6\u00f6s\u201c  die Vielfalt der Kulturen und die gemeinsame Identit\u00e4t der Menschen am Rhein. Und sp\u00e4testens jetzt singen im Caf\u00e9 alle mit.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Keine deutsche Stadt pflegt so viele internationale Partnerschaften wie K\u00f6ln. 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