{"id":423512,"date":"2025-09-15T02:03:14","date_gmt":"2025-09-15T02:03:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/423512\/"},"modified":"2025-09-15T02:03:14","modified_gmt":"2025-09-15T02:03:14","slug":"wie-die-ukrainische-marine-im-schwarzen-meer-nach-minen-sucht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/423512\/","title":{"rendered":"Wie die ukrainische Marine im Schwarzen Meer nach Minen sucht"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>Reportage<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 14.09.2025 15:20 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Das Schwarze Meer ist eine wichtige Handelsroute f\u00fcr die Ukraine &#8211; und geh\u00f6rt gleichzeitig zu den vermintesten Gew\u00e4ssern der Welt. Ukrainische Spezialeinheiten sind im Einsatz, um den Seeweg sicherer zu machen. <\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Schwarze Meer: Kriegsschauplatz, Minenfeld und der Arbeitsplatz von Jewhen und seiner Einheit. Die f\u00fcnf M\u00e4nner sind auf einem kleinen Boot in der N\u00e4he der K\u00fcste von Odessa unterwegs. Sie geh\u00f6ren zu einer Spezialeinheit der ukrainischen Seestreitkr\u00e4fte und suchen nach gef\u00e4hrlichen Gegenst\u00e4nden im Wasser, erkl\u00e4rt Kommandeur Jewhen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Wenn nachts Kampfdrohnen fliegen, werden sie abgeschossen, sie fallen ins Meer. Dort sammelt sich alles am Boden.&#8220; Solche Kampfdrohnen, aber auch Minen, die vor Jahren gelegt wurden, tauchten aufgrund von St\u00fcrmen wieder auf und trieben im Meer, so Jewhen. Das sei gef\u00e4hrlich. &#8222;Das alles m\u00fcssen wir finden und zerst\u00f6ren.&#8220;<\/p>\n<p>    Minensuche mit deutscher Drohne<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Schwarze Meer ist eine wichtige Handelsroute f\u00fcr die Ukraine. Auf Containerschiffen f\u00e4hrt die Ukraine von hier gro\u00dfe Mengen Getreide aus. Der Korridor daf\u00fcr muss frei sein von gef\u00e4hrlichen Gegenst\u00e4nden. Die Suche nach ihnen beginnen die Marinesoldaten drau\u00dfen auf dem Meer mit ihrem &#8222;Fisch&#8220;. So nennen sie eine ungef\u00e4hr zwei Meter gro\u00dfe rot-schwarze Unterwasserdrohne.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Sie sieht aus wie ein kleines U-Boot und kommt aus deutscher Produktion. Dem &#8222;Fisch&#8220; wird die Route vorgegeben. Dann schwimmt er los und kann selbstst\u00e4ndig ein gr\u00f6\u00dferes Gebiet nach verd\u00e4chtigen Gegenst\u00e4nden absuchen. &#8222;Die Unterwasserdrohne wird so circa eine Stunde im Einsatz sein. Dann nehmen wir sie, laden die Daten herunter und speziell geschulte Leute analysieren diese Daten&#8220;, erkl\u00e4rt der Kommandeur.<\/p>\n<p>    Ungew\u00f6hnliche Funde auf dem Meeresgrund<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Sp\u00e4ter k\u00f6nnen dann andere Teams zu den Objekten fahren und sie nochmals mit weiteren Drohnen untersuchen. So k\u00f6nnen sie pr\u00fcfen, um welche Gegenst\u00e4nde es sich handelt. Falls eine Seemine gefunden wurde, wird sie schlie\u00dflich von Tauchern entsch\u00e4rft. Doch nicht nur Minen, Raketen- und Drohnenteile werden gefunden. Das Schwarze Meer ist voller ungew\u00f6hnlicher Gegenst\u00e4nde, erz\u00e4hlt ein Soldat aus Jewhens Einheit, der seinen Namen nicht nennen will.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Wir finden ganz viel Zeug, alles M\u00f6gliche. Es gibt Orte, an denen Schiffe gesunken sind. Wir haben zum Beispiel eine griechische Amphore gefunden, Teile eines griechischen Schiffes aus Holz. Eine Menge solcher Dinge. Das Meer beh\u00e4lt alles bei sich.&#8220;<\/p>\n<p>    Keine Angst vor russischen Angriffen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Oft wird Luftalarm f\u00fcr die Region ausgerufen, w\u00e4hrend die Minensucher unterwegs sind. Als besonders gef\u00e4hrlich nehmen die Soldaten das nicht wahr. Sie seien in ihrem Boot einfach ein zu kleines Ziel, erz\u00e4hlen sie. Und was ist mit den Minen im Meer? K\u00f6nnte das Boot nicht auch selbst auf eine auffahren?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Steuermann Andrij winkt ab. &#8222;Erstens sind die Minen meistens magnetisch, das hei\u00dft, sie haften an Metall. Mein Bootsrumpf ist nicht magnetisch. Dementsprechend haben wir keine Angst vor diesen Minen.&#8220; Dann gebe es Ankerminen, die in zwei Metern Tiefe l\u00e4gen. Das Boot der Soldaten habe aber nur einen Tiefgang von 0,8 Metern. &#8222;Also werde ich dieser Mine nicht nahekommen und wir fahren einfach \u00fcber sie hinweg&#8220;, so der Steuermann.<\/p>\n<p>    Minen aus dem Zweiten Weltkrieg im Meer<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Wie viele Minen es in dem Gebiet gibt, ist nicht ganz klar. Im Sommer 2024 sch\u00e4tzte die ukrainische Marine, dass sich etwa 400 im Schwarzen Meer befinden k\u00f6nnten. Au\u00dfer den Seeminen wurden viele Landminen ins Meer gesp\u00fclt, als 2023 der Kachowka-Staudamm zerst\u00f6rt wurde. Auch sie m\u00fcssen beseitigt werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte voller Arbeit f\u00fcr die Marine, glaubt Kommandeur Jewhen: &#8222;Das Schwarze Meer ist heute eines der am st\u00e4rksten verminte Gew\u00e4sser. Selbst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde wenig im Bereich der Kriegsr\u00e4umung unternommen.&#8220; Noch heute f\u00e4nden sie noch Minen aus dem Zweiten Weltkrieg. &#8222;Und das nur im ukrainisch kontrollierten Gebiet. Rund um die Krim haben die Russen alles abgeworfen, was sie so haben.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">F\u00fcr das Minenr\u00e4umen im Schwarzen Meer werde die Ukraine k\u00fcnftig weitere internationale Unterst\u00fctzung brauchen, sagt der Kommandeur. Zwar sei es mit moderner Technik schon einfacher geworden. Doch die Mengen, die im Meer liegen, k\u00f6nnten die ukrainischen Seestreitkr\u00e4fte nicht aus eigener Kraft beseitigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Reportage Stand: 14.09.2025 15:20 Uhr Das Schwarze Meer ist eine wichtige Handelsroute f\u00fcr die Ukraine &#8211; und geh\u00f6rt&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":423513,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[13,14,15,18223,12,33124,111076,10,8,9,11,317,103,104],"class_list":{"0":"post-423512","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-headlines","9":"tag-nachrichten","10":"tag-news","11":"tag-odessa","12":"tag-schlagzeilen","13":"tag-schwarzes-meer","14":"tag-seeminen","15":"tag-top-news","16":"tag-top-meldungen","17":"tag-topmeldungen","18":"tag-topnews","19":"tag-ukraine","20":"tag-welt","21":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115205859319576021","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/423512","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=423512"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/423512\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/423513"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=423512"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=423512"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=423512"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}