{"id":423682,"date":"2025-09-15T03:45:12","date_gmt":"2025-09-15T03:45:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/423682\/"},"modified":"2025-09-15T03:45:12","modified_gmt":"2025-09-15T03:45:12","slug":"berlin-kiew-staerkung-der-ostflanke-himmelsfestung-und-abfangdrohnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/423682\/","title":{"rendered":"Berlin\/Kiew | St\u00e4rkung der Ostflanke: \u00abHimmelsfestung\u00bb und Abfangdrohnen"},"content":{"rendered":"<p>Berlin\/Kiew (dpa) &#8211; Milit\u00e4rplaner der Nato pr\u00fcfen wegen der Luftraumverletzungen durch russische Milit\u00e4rdrohnen an der Ostflanke eilige Optionen f\u00fcr eine verst\u00e4rkte Luftverteidigung. Dabei wird nach Informationen der dpa auch abgewogen, wie kurzfristig weitere Lehren aus praktischen Erfahrungen der Ukraine gezogen werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Der Oberbefehlshaber der alliierten Streitkr\u00e4fte in Europa (Saceur), Alexus Grynkewich, und Generalsekret\u00e4r Mark Rutte hatten am Freitag auf einer Pressekonferenz die Operation mit dem Namen \u00abEastern Sentry\u00bb (deutsch etwa: W\u00e4chter des Ostens) ausgerufen. Ziel ist es, mit einer gemeinsamen Anstrengung zus\u00e4tzliche \u00dcberwachungs- und Flugabwehrkapazit\u00e4ten zum Einsatz zu bringen.<\/p>\n<p>Schon am Wochenende gab es weitere Vorf\u00e4lle: Nach dem Abschuss russischer Drohnen mussten in Polen sowie in Rum\u00e4nien Kampfflugzeuge wegen Drohnengefahr zu Alarmstarts aufsteigen, Luftverteidigungsstellungen wurden in h\u00f6chste Bereitschaft versetzt.\u00a0<\/p>\n<p>Die Planer pr\u00fcfen nun eine Reihe von Optionen:<\/p>\n<p>Von der Ukraine lernen mit dem \u00abSky Fortress\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Die Ukraine hat mit dem System \u00abHimmelsfestung\u00bb auf russische Angriffsdrohnen reagiert, deren Zahl immer mehr zugenommen hat. Die russischen Einwegsysteme &#8211; billig, klein, langsam und tieffliegend &#8211; werden \u00fcber ein Netzwerk aus tausenden Mikrofonen geortet und \u00fcber ihre akustische Signatur f\u00fcr den Abschuss lokalisiert.\u00a0<\/p>\n<p>In der Ukraine kommen dabei auch mobile Trupps auf Pritschenwagen zum Einsatz, die aus Maschinengewehren und Maschinenkanonen mit Nachtsichtoptiken feuern.\u00a0<\/p>\n<p>Die Nato hat das System \u00abSky Fortress\u00bb bereits 2024 getestet. In Estland sind noch Erprobungsger\u00e4te eingelagert. Denkbar sind auch andere oder zus\u00e4tzliche Sensoren, um fr\u00fchzeitig und genauer ein Lagebild \u00fcber anfliegende Drohnen zu haben.<\/p>\n<p>Start-ups: Mit Drohnen gegen Drohnen k\u00e4mpfen<\/p>\n<p>In mehreren europ\u00e4ischen Staaten gibt es junge Unternehmen, die Abfangdrohnen entwickelt haben. Zivile Technologien, die auf Risikominimierung setzen m\u00fcssen, werfen Netze auf gegnerische Drohnen ab. Technisch m\u00f6glich sind auch Waffen, die angreifende Flugk\u00f6rper durch St\u00f6rsender neutralisieren oder in der Luft zerst\u00f6ren.\u00a0<\/p>\n<p>So hat das schwedische Start-up Nordic Air Defence seine Abfangdrohne Krueger100 vorgestellt, die KI-unterst\u00fctzt und mit Infrarotsucher ausgestattet mehr als Tempo 270 km\/h im Anflug auf das Ziel erreichen soll.\u00a0<\/p>\n<p>\u00dcberlegt wird, ob es in der Nato Geldgeber f\u00fcr eilige K\u00e4ufe neuer Waffentechnologien gibt. Das B\u00fcndnis hat einen Zahlungsmechanismus f\u00fcr Sofortbedarf zur kurzfristigen Beschaffung neuer Technologien (\u00abcrisis urgent requirement\u00bb).<\/p>\n<p>Drohnenabwehr der neuen Generation:\u00a0<\/p>\n<p>Tieffliegende Bedrohungen zu bek\u00e4mpfen, war das Gesch\u00e4ft der Heeresflugabwehr, die in der Bundeswehr abgeschafft und nun wieder aufgebaut werden soll. F\u00fcr die Bundeswehr wurden daf\u00fcr zun\u00e4chst 18 Flugabwehrsysteme vom Typ Skyranger bestellt.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Das mobile Flugabwehrsystem ist auf Fahrzeugen montiert. Drohnen werden erfasst und k\u00f6nnen aus einem Bedienraum mit einer 30-Millimeter-Revolverkanone bek\u00e4mpft werden. Die Technik gibt es auch in Modulen, die abgesetzt werden k\u00f6nnen. Vertraglich vereinbart ist eine Lieferung bis 2028, zudem gibt es in der Bundeswehr ein Erprobungsmodell. Die SPD fordert, die Bestellung jetzt auszuweiten.\u00a0<\/p>\n<p>Wie geht es weiter?<\/p>\n<p>Dass Nato-Staaten russische Kamikaze-Drohnen mit Hochwertsystemen &#8211; Kampfjets und Lenkflugk\u00f6rper &#8211; bek\u00e4mpfen m\u00fcssen, zeigt, dass das B\u00fcndnis auf derartige Bedrohungen nicht optimal vorbereitet ist. Vor allem die teuren Lenkflugk\u00f6rper sind eine Mangelware, bei der milit\u00e4r\u00f6konomisch verhindert werden muss, dass Streitkr\u00e4fte sich \u00ableer schie\u00dfen\u00bb.\u00a0<\/p>\n<p>Die Planung f\u00fcr den weiteren Aufbau der Flugabwehr gegen Drohnen und auch ganze Drohnenschw\u00e4rme aus Russland l\u00e4uft im zentralen Luftwaffenhauptquartier der Nato (Aircom) im rheinland-pf\u00e4lzischen Ramstein.<\/p>\n<p>Der CDU-Au\u00dfenpolitiker Norbert R\u00f6ttgen forderte ein Beschaffungsprogramm f\u00fcr Abwehrdrohnen. Er sagte der \u00abRheinischen Post\u00bb, Deutschland sei auf dem Gebiet \u00abnahezu blank\u00bb. R\u00f6ttgen forderte: \u00abDie Bundesregierung muss hier schnellstens ein Beschaffungsprogramm auflegen.\u00bb<\/p>\n<p>Der ukrainische Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj unterstrich die Bedeutung von Drohnen bei der Verteidigung und bot der Nato Unterst\u00fctzung an. Die Ukraine sei bereit, ihre Erfahrungen zu teileninfili. \u00abWir sind bereit, alle Partner in dieser Verteidigung zu schulen\u00bb, sagte Selenskyj. \u00abAlle sehen, dass die Russen nach M\u00f6glichkeiten suchen, den Krieg auf das Gebiet Polens und der baltischen Staaten auszuweiten, die russische Armee testet auch Rum\u00e4nien.\u00bb Zwar habe die Nato effektive Abwehrwaffen, doch habe die Ukraine \u00abwesentlich kosteng\u00fcnstigere, massivere und systematischere L\u00f6sungen\u00bb entwickelt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin\/Kiew (dpa) &#8211; Milit\u00e4rplaner der Nato pr\u00fcfen wegen der Luftraumverletzungen durch russische Milit\u00e4rdrohnen an der Ostflanke eilige Optionen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":423683,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1841],"tags":[1605,3364,29,3189,30,8221,4046,812,1159,1209,3917,12024,4961],"class_list":{"0":"post-423682","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bielefeld","8":"tag-bielefeld","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-estland","12":"tag-germany","13":"tag-konflikte","14":"tag-krieg","15":"tag-litauen","16":"tag-nato","17":"tag-nordrhein-westfalen","18":"tag-polen","19":"tag-rumaenien","20":"tag-verteidigung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115206260261908537","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/423682","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=423682"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/423682\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/423683"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=423682"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=423682"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=423682"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}