{"id":423756,"date":"2025-09-15T04:31:29","date_gmt":"2025-09-15T04:31:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/423756\/"},"modified":"2025-09-15T04:31:29","modified_gmt":"2025-09-15T04:31:29","slug":"buehne-im-blick-haus-im-griff-tobias-kratzer-ueber-den-start-in-hamburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/423756\/","title":{"rendered":"B\u00fchne im Blick, Haus im Griff &#8211; Tobias Kratzer \u00fcber den Start in Hamburg"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/tobiaskratzer-100.webp\" alt=\"Der neue Intendant der Hamburgischen Staatsoper Tobias Kratzer im Portrait\" title=\"Der neue Intendant der Hamburgischen Staatsoper Tobias Kratzer im Portrait | Robert Haas\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>AUDIO: Hamburgs neuer Opernintendant startet mit Robert Schumann (55 Min)<\/p>\n<p>\n            Stand: 15.09.2025 06:00 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Tobias Kratzer er\u00f6ffnet als neuer Intendant der Hamburgischen Staatsoper die Saison mit Robert Schumanns &#8222;Das Paradies und die Peri&#8220;. Im Interview mit NDR Kultur \u00e0 la carte spricht er \u00fcber die ersten Proben, seine Lieber zur Oper und warum er nicht nerv\u00f6s ist.<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/friederike-westerhaus,westerhaus110.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Friederike Westerhaus<\/a><\/p>\n<p class=\"\">\u00dcber 370 Seiten hat das Buch zur neuen Spielzeit der Hamburgischen Staatsoper. Das Haus hat viel vor: neun Premieren, viele davon liegen abseits des Kernrepertoires. Er\u00f6ffnet wird die neue Saison am Sonnabend, 27. September, mit Robert Schumanns Oratorium &#8222;Das Paradies und die Peri&#8220;. Tobias Kratzer, Regisseur und neuer Intendant der Staatsoper, hat die Premiere zur Chefsache erkl\u00e4rt und inszeniert selbst. Tobias Kratzer, als gro\u00dfes Regie-Talent der Opern- und Theaterwelt vom Feuilleton gefeiert, ist 1980 im bayerischen Landshut geboren. Er kommt aus dem S\u00fcden und entdeckt jetzt in Hamburg den Norden. \u00dcber erste Impulse, seine Faszination f\u00fcr die Oper, aber auch \u00fcber das aktuelle Programm, seine Regiepl\u00e4ne und Ideen an der Hamburgischen Staatsoper, spricht Tobias Kratzer in <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/sendungen\/ndr_kultur_a_la_carte\" title=\"NDR Kultur \u00e0 la carte\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">NDR Kultur \u00e0 la carte<\/a> mit Friederike Westerhaus.<\/p>\n<p class=\"\"><strong>Die Spielzeit steht unmittelbar bevor. Was \u00fcberwiegt bei Ihnen gerade, eher eine Anspannung, also eine positive Art von Aufregung oder eine Freude?<\/strong><\/p>\n<p class=\"\"><strong>Tobias Kratzer: <\/strong>Ich w\u00fcrde sagen, das geht Hand in Hand. Anspannung ist es nicht, komischerweise nicht mehr als bei einer regul\u00e4ren Premiere. Ich tendiere eher dazu, vor Premieren wahnsinnig nerv\u00f6s zu werden. Ich bin niemand, der als Regisseur vor Premieren total entspannt ist. Ich frage mich immer, bin ich dem Werk gerecht geworden? Bin ich den beteiligten K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstlern gerecht geworden? Ich war nie jemand, der besonders entspannt in eine Premiere ging. Auch wenn am Ende sehr oft ein gro\u00dfer Erfolg stand. Es war nicht so, dass ich mich davor schon abgefeiert hatte.<\/p>\n<p class=\"\">Ich muss sagen, die Zusatzaufgabe, jetzt als Intendant f\u00fcr das gesamte Haus verantwortlich zu sein, gibt mir in den bisherigen Lehrphasen, in denen ich Zeit hatte, meine Anspannung zu entfalten, eine konkrete Aufgabe. Das entspannt mich auf eine gewisse Weise. So paradox es klingt, aber die Doppelaufgabe gibt mir konkrete, pragmatische Dinge, die es zu tun gibt und die ich gestalten kann. Das, was mich als Regisseur vor einer Premiere immer so nervt, weil die ganze Arbeit schon geleistet ist und nur noch die K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler auf die B\u00fchne m\u00fcssen, das ist jetzt gar nicht der Fall, weil ich als Leiter des Hauses noch eine ganze Menge zu tun habe. Das ist eine gute Besch\u00e4ftigungstherapie, um die Nervosit\u00e4t als Regisseur in Schach zu nehmen.<\/p>\n<p>    <a href=\"https:\/\/www.ardmediathek.de\/video\/Y3JpZDovL25kci5kZS9wcm9wbGFuXzE5NjM2NzczNl9nYW56ZVNlbmR1bmc\" class=\"mediatheksteaser\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/screenshot-42786.webp\" alt=\"Omer Meir Wellber &amp; Tobias Kratzer auf dem Roten Sofa\" title=\"Omer Meir Wellber &amp; Tobias Kratzer auf dem Roten Sofa | Screenshot\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>    <\/a><\/p>\n<p class=\"\"><strong>Wie erleben Sie denn jetzt die Atmosph\u00e4re am Haus in den ersten Wochen, in denen Sie da sind? Das ist eine ganz neue Aufgabe f\u00fcr Sie als Chef eines so gro\u00dfen Hauses. Vorher haben Sie als freischaffender Regisseur auch an gro\u00dfen H\u00e4usern gearbeitet, aber Sie hatten nicht den Hut f\u00fcr alle Mitarbeitenden auf.<\/strong><\/p>\n<p class=\"\"><strong>Kratzer: <\/strong>Sehr sch\u00f6n. Wir hatten jetzt auch eine Zeit, uns aneinander anzun\u00e4hern, zu gew\u00f6hnen und einander kennenzulernen. Seit zweieinhalb Jahren bin ich immer wieder im Haus. Die beiden Er\u00f6ffnungspremieren, &#8222;Das Paradies und die Peri&#8220;, und eine Kinderoper auf der kleinen B\u00fchne, der &#8222;Opera Stabile&#8220; habe ich am Ende der vergangenen Saison vorgeprobt. Sie m\u00fcssen sich das so vorstellen, das wird eigentlich fast schon zu Ende geprobt, kommt dann \u00fcber die Sommerferien ins Eisfach und jetzt holen wir es wieder raus und bringen es auf die gro\u00dfe und die kleine B\u00fchne. Da hat man sich schon kennengelernt und das ist auch ganz toll, weil man gerade als regief\u00fchrender Intendant das Haus nicht nur aus dem Intendantenzimmer kennenlernt, sondern durch alle Gewerke hindurch. Das ist die beste M\u00f6glichkeit, einen k\u00fcnstlerischen Betrieb kennenzulernen. Ich merke schon, dass da eine gro\u00dfe Erwartungsfreude von allen Seiten entgegenkommt, und ich versuche die auch umgekehrt r\u00fcckzuspiegeln.<\/p>\n<p class=\"\"><strong>Oper ist etwas, womit Sie sich jetzt seit Jahrzehnten besch\u00e4ftigen. Was packt Sie an dem Genre?<\/strong><\/p>\n<p class=\"\"><strong>Kratzer: <\/strong>Gute Frage, ich habe es mir nicht analytisch gesucht, sondern irgendwie hat mich das schon immer fasziniert, sogar schon als Kind, muss ich sagen. Es war so, dass immer, wenn ein Mensch sich singend, emotional und in einer Geschichte ge\u00e4u\u00dfert hat &#8211; als sechs-, siebenj\u00e4hriger h\u00e4tte ich das so nicht sagen k\u00f6nnen, aber man sp\u00fcrt es dann doch &#8211; dann bin ich gebannt daran gewesen. Ich habe mir schon immer ausgedacht, wie die sich jetzt auf der B\u00fchne bewegen m\u00fcssten, in welchen B\u00fchnenbildern die unterwegs sein sollten und so. Das hat mich immer unmittelbar gepackt. Wenn man jetzt ein bisschen analytischer dar\u00fcber nachdenkt, dann wundert es mich auch nicht, weil ich es nach wie vor f\u00fcr eine der wirklich gr\u00f6\u00dften Kunstformen halte, weil es einen einerseits auf eine emotionale Weise sehr direkt erreicht und quasi physiologisch ganz k\u00f6rperlich packt, es gleichzeitig aber auch ein Medium ist, das hyperkomplex ist und deswegen auch der Reflexion standh\u00e4lt. Das hei\u00dft, es hat auch eine unglaubliche Tiefenschichtung, weil so viele Elemente daran beteiligt sind. Alleine eine Partitur ist wahnsinnig komplex, weil die verhandelten Themen auf eine ganz eigene Weise angegangen werden und das ist eine \u00dcberw\u00e4ltigung, \u00fcber die man sehr lange und sehr produktiv nachdenken kann. Da gibt es ganz wenige k\u00fcnstlerische Medien, die so eine Wirkung haben, wenn es gut geht.<\/p>\n<p class=\"\"><strong>Wenn Sie sagen, das war schon als Kind so, wie die B\u00fchne aussehen k\u00f6nnte, wie diese Geschichte gef\u00fchrt sein kann, ist diese Liebe zur Oper etwas Besonderes. Was waren denn das f\u00fcr St\u00fccke, die Sie damals angezogen haben?<\/strong><\/p>\n<p class=\"\"><strong>Kratzer: <\/strong>Schon ganz klassisch, w\u00fcrde ich sagen. Die St\u00fccke, mit denen man als Kind als erstes konfrontiert wird, &#8222;Die Zauberfl\u00f6te&#8220;, &#8222;H\u00e4nsel und Gretel&#8220; vielleicht &#8222;Figaro&#8220;. Ich glaube, ich kannte den auch aus dem Film &#8222;Amadeus&#8220; von Milo\u0161 Forman. Das sind nat\u00fcrlich Themen, die man als Kind noch nicht in G\u00e4nze durchschaut. Gerade ein St\u00fcck wie &#8222;Figaro&#8220; oder &#8222;Die Zauberfl\u00f6te&#8220; haben nat\u00fcrlich ganz andere Tiefenschichten. Trotzdem sp\u00fcrt man, da wird etwas verhandelt, was von einer ungeheuren Gewichtigkeit und auch von einer ungeheuren emotionalen Tiefe ist. Ich glaube, gerade das sind auch die Dinge, die einen als Kind faszinieren. Nicht, dass ich nicht auch Cartoons geguckt h\u00e4tte, aber man sp\u00fcrt schon den Unterschied zwischen einem Disney Cartoon, der einen unterh\u00e4lt und wahnsinnig gut gemacht ist und Fragen, die man sich erst sp\u00e4ter erschlie\u00dfen kann. Ich glaube, ein Werk wie &#8222;Die Zauberfl\u00f6te&#8220;, kann man bis zuletzt nicht in G\u00e4nze erschlie\u00dfen. Da bleibt immer ein Restgeheimnis. Das ist glaube ich, was Kinder und Erwachsene gleicherma\u00dfen fasziniert und interessiert.<\/p>\n<p class=\"\">Das Gespr\u00e4ch f\u00fchrte <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/friederike-westerhaus,westerhaus110.html\" title=\"Friederike Westerhaus\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Friederike Westerhaus<\/a>. Einen Ausschnitt davon lesen Sie hier, das ganze Gespr\u00e4ch k\u00f6nnen Sie oben auf dieser Seite und in der <a href=\"https:\/\/www.ardaudiothek.de\/sendung\/ndr-kultur-la-carte\/20246234\/\" title=\"NDR Kultur \u00e0 la carte in der ARD Audiothek\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ARD Audiothek<\/a> h\u00f6ren.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/tobiaskratzer104.webp\" alt=\"Tobias Kratzer w\u00e4hrend einer Probe zur Oper &quot;Fidelio&quot;\" title=\"Tobias Kratzer w\u00e4hrend einer Probe zur Oper &quot;Fidelio&quot; | picture alliance\/dpa\/Royal Opera House | Lara Cappelli, Lara Cappelli\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Im August will der k\u00fcnftige Chef der Staatsoper auf Wohnungssuche in Hamburg gehen. Er hat aber noch mehr Pl\u00e4ne. Ein Portr\u00e4t.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/sprengelmuseum-102.webp\" alt=\"Ein Raum mit scheinbar unendlich vielen bunten Lampen an Stangen\" title=\"Ein Raum mit scheinbar unendlich vielen bunten Lampen an Stangen | Yayoi Kusama\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Museumsdirektor Reinhard Spieler spricht bei NDR Kultur \u00e0 la carte \u00fcber die Ausstellung, die Niki de Saint Phalle, Yayoi Kusama und Takashi Murakami gemeinsam zeigt.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/vascoboenisch-100.webp\" alt=\"Vasco Boenisch, neuer Intendant des Schauspiel Hannover im Portr\u00e4t\" title=\"Vasco Boenisch, neuer Intendant des Schauspiel Hannover im Portr\u00e4t | Tobias Kruse\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Mit &#8222;Pride&#8220; von Falk Richter startet Intendant Vasco Boenisch am Schauspiel Hannover in die neue Saison. Er will Vielfalt und N\u00e4he bieten.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/henrikszanto-102.webp\" alt=\"Ein Mann sitzt neben einer Frau, beide lachen. Hinter ihnen h\u00e4ngt ein Banner mit der Aufschrift: NDR Kultur.\" title=\"Schriftsteler Henrik Sz\u00e1nt\u00f3 mit Moderatorin Andrea Schwyzer. | Sandro Schwyzer \" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Henrik Sz\u00e1nt\u00f3 geht mit dem Rhythmus seiner S\u00e4tze der Geschichte auf den Grund, bricht damit Schweigen und Verdr\u00e4ngen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"AUDIO: Hamburgs neuer Opernintendant startet mit Robert Schumann (55 Min) Stand: 15.09.2025 06:00 Uhr Tobias Kratzer er\u00f6ffnet als&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":423757,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1826],"tags":[29,30,692,810,49132,97,9799,47604],"class_list":{"0":"post-423756","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hamburg","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-hamburg","11":"tag-musik","12":"tag-ndr-kultur-a-la-carte","13":"tag-oper","14":"tag-opernintendant","15":"tag-tobias-kratzer"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115206442083109130","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/423756","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=423756"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/423756\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/423757"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=423756"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=423756"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=423756"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}