{"id":424207,"date":"2025-09-15T08:54:10","date_gmt":"2025-09-15T08:54:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/424207\/"},"modified":"2025-09-15T08:54:10","modified_gmt":"2025-09-15T08:54:10","slug":"gravitationswellen-schwarzes-loch-nach-kollision-auf-180-000-km-h-beschleunigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/424207\/","title":{"rendered":"Gravitationswellen: Schwarzes Loch nach Kollision auf 180.000 km\/h beschleunigt"},"content":{"rendered":"<p>Ein internationales Forschungsteam hat zum ersten Mal Geschwindigkeit und Richtung des R\u00fccksto\u00dfes ermittelt, mit dem ein Schwarzes Loch nach der Kollision zweier Vorl\u00e4ufer aus seiner Umgebung geschleudert wurde. Das hat die Universit\u00e4t Santiago de Compostela \u00f6ffentlich gemacht, wo die Arbeit geleitet wurde. Gelungen ist das auf Basis der Gravitationswellen, die wir \u00fcberhaupt erst seit 10 Jahren vermessen k\u00f6nnen. Das 2019 mit den Detektoren Advanced LIGO und Virgo beobachtete Signal GW190412 stammt demnach von der Verschmelzung zweier Schwarzer L\u00f6cher, deren Endprodukt auf 180.000 km\/h katapultiert wurde. Das habe gereicht, um es aus seinem Kugelsternhaufen zu schleudern.<\/p>\n<p>Hilfreich f\u00fcr die klassischere Astronomie<\/p>\n<p>Gravitationswellen sind geringf\u00fcgige Verformungen des Raum-Zeit-Gef\u00fcges, vorhergesagt wurden sie von Albert Einsteins Allgemeiner Relativit\u00e4tstheorie. Der Physiker war aber davon ausgegangen, dass sie nie nachweisbar sein w\u00fcrden. Dank hochsensibler Messinstrumente ist das aber nun doch m\u00f6glich \u2013 <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Einstein-hatte-Recht-Forscher-weisen-Gravitationswellen-nach-3099654.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">am 14. September 2015<\/a> wurden mit dem Gravitationswellen-Observatorium Ligo (Laser Interferometer Gravitation Wave Observatory) in den USA erstmals Gravitationswellen nachgewiesen. <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Physik-Nobelpreis-fuer-Nachweis-von-Gravitationswellen-3849104.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schon zwei Jahre sp\u00e4ter<\/a> gab es f\u00fcr diesen experimentellen Nachweis den Physik-Nobelpreis. <a href=\"https:\/\/igfae.usc.es\/igfae\/en\/first-ever-complete-measurement-black-hole-recoil\/\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Die spanische Universit\u00e4t erkl\u00e4rt jetzt<\/a>, dass der R\u00fccksto\u00df zweier kollidierender Schwarzer L\u00f6cher zu den dramatischsten Elementen der zugrundeliegenden Ereignisse geh\u00f6rt, den habe man bislang aber nicht beobachten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die jetzt eingesetzte Methode hat die Gruppe um den Physiker Juan Calderon-Bustillo demnach schon 2018 entwickelt. Sie beruht darauf, dass Gravitationswellen aus unterschiedlichen Richtungen unterschiedlich aussehen. Vor allem bei Kollisionen zweier besonders ungleicher Objekte k\u00f6nnte man deshalb den R\u00fccksto\u00df ermitteln, war sich die Gruppe sicher. Genau das wurde dann Mitte April 2019 beobachtet, <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Gravitationswellen-Kollision-zweier-ungleicher-Schwarzer-Loecher-analysiert-4706572.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die Gravitationswellen stammten vom Zusammensto\u00df zweier Schwarzer L\u00f6cher mit sehr unterschiedlicher Masse<\/a>. Eines hatte etwa die achtfache Masse unserer Sonne, das andere kam auf die 30-fache Sonnenmasse. In akribischer Darstellung habe man eine dreidimensionale Darstellung des Ereignisses ermitteln k\u00f6nnen. <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41550-025-02632-5\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Vorgestellt wird das im Fachmagazin Nature Astronomy<\/a>.<\/p>\n<p>Wenn man den R\u00fccksto\u00df und dessen Richtung k\u00fcnftig schneller ermitteln kann, k\u00f6nne das dabei helfen, auch andere Signale solcher Ereignisse zu finden, erkl\u00e4rt das Forschungsteam noch. Denn wenn ein so entstandenes Schwarzes Loch mit hoher Geschwindigkeit durch eine vergleichsweise dichte Umgebung wie einen Galaxienkern rast, k\u00f6nne es zu Signalblitzen kommen. Ob man die von der Erde aus nachweisen kann, h\u00e4nge aber von der Richtung ab, in die das Schwarze Loch rast. Wenn man die kennt, k\u00f6nne man also echte Signale solch eines Ereignisses von zuf\u00e4lligen unterscheiden, die aus der gleichen Gegend am Nachthimmel kommen. Die Gravitationswellenastronomie wird damit also potenziell noch leistungsf\u00e4higer.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:mho@heise.de\" title=\"Martin Holland\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">mho<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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