{"id":424273,"date":"2025-09-15T09:30:22","date_gmt":"2025-09-15T09:30:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/424273\/"},"modified":"2025-09-15T09:30:22","modified_gmt":"2025-09-15T09:30:22","slug":"hildegardis-verein-schafft-durch-frauenforum-begegnung-und-austausch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/424273\/","title":{"rendered":"Hildegardis-Verein schafft durch FrauenForum Begegnung und Austausch"},"content":{"rendered":"<p>Einen Ort der Begegnung schaffen und Raum geben f\u00fcr den Diskurs \u00fcber aktuelle gesellschaftliche, politische und kirchliche Themen: Dieses Ziel verfolgt der Hildegardis-Verein mit dem alle zwei Jahre stattfindenden FrauenForum.\u00a0<\/p>\n<p>Am 12. und 13. September war es wieder soweit und mehr als 60 Frauen trafen sich am Freitagabend im Katholisch-Sozialen Institut in Siegburg. F\u00fcr mich war es das zweite Forum, an dem ich teilnahm.\u00a0<\/p>\n<p>Ich hatte bereits beim letzten Mal viele spannende Frauen aus Kirche und Gesellschaft kennengelernt und freute mich auf ein Wiedersehen und auf neue Begegnungen. Besonders das Motto des diesj\u00e4hrigen Forums sprach mich an. &#8222;Wo Mut w\u00e4chst und tr\u00e4gt \u2013 Christinsein in der Welt von heute.&#8220; Welche Aspekte von Mut werden diskutiert und was bedeutet Christinsein konkret in der heutigen Zeit? Ich war gespannt darauf, welche Antworten mir das Forum geben w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Mut als Wegweiser<\/p>\n<p>Die Veranstaltung begann mit der Begr\u00fc\u00dfung durch die Vorsitzende Charlotte Kreuter-Kirchhof. Sie betonte, dass seit der Gr\u00fcndung des Hildegardis-Vereins im Mai 1907 Bildung und Gleichberechtigung von Frauen eines der Hauptanliegen des Vereins gewesen seien. Mit der Vergabe von zinslosen Darlehen an Studentinnen ebnet der Verein bis heute vielen jungen Frauen den Weg in eine berufliche Unabh\u00e4ngigkeit.<\/p>\n<p>Die erste Keynote hielt die Bundestagsabgeordnete Elisabeth Winkelmeier-Becker aus dem Rhein-Sieg-Kreis. Sie sprach \u00fcber ihre Begeisterung f\u00fcr Politik und \u00fcber die Gestaltungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr politisches Handeln. Au\u00dferdem pl\u00e4dierte sie daf\u00fcr, seine Talente einzusetzen und aus allen Aufgaben das Beste zu machen. &#8222;Es ist wichtig, dass Frauen weiterhin an \u00f6ffentlichen und gesellschaftlichen Entscheidungen mitwirken&#8220;, betonte die CDU-Politikerin.<\/p>\n<p>Den zweiten Impuls des Abends hielt ich. Dabei stand f\u00fcr mich die zentrale Frage im Vordergrund, wo ich in meinem Leben schon mutig gewesen war. Dazu geh\u00f6rt unter anderem, dass ich als einziges blindes Kind in Grundschule- und Gymnasium fr\u00fch lernte, selbst f\u00fcr mich einzustehen und f\u00fcr mein Ziel, das Abitur am Gymnasium in meinem Wohnort zu k\u00e4mpfen.\u00a0<\/p>\n<p>Zum Mutigsein geh\u00f6ren auch meine Auslandsaufenthalte in Paris und Pisa w\u00e4hrend des Studiums. Auch hier lernte ich, in fremder Umgebung zurechtzukommen und begegnete vielen spannenden Menschen in beiden L\u00e4ndern. Die Freundlichkeit der Menschen in Frankreich und Italien hatte es mir erleichtert, dort Fu\u00df zu fassen.\u00a0<\/p>\n<p>Ich berichtete auch von meinem Berufsweg in den Journalismus. Es war Anfangs nicht leicht f\u00fcr mich, da ich mir erst ein Netzwerk aufbauen musste. Es gibt in Deutschland nicht viele blinde Journalisten und Journalistinnen. Hinzu kamen die au\u00dfergew\u00f6hnlichen Bedingungen w\u00e4hrend der Corona-Pandemie, die mich in meiner Ausbildung vor neue Herausforderungen stellten.\u00a0<\/p>\n<p>Mittlerweile habe ich meinen Platz im Journalismus gefunden und bin der \u00dcberzeugung, dass Mut und Hartn\u00e4ckigkeit sich auszahlen. Auch sprach ich \u00fcber mein Verst\u00e4ndnis von Christinsein in der heutigen Welt. Mir pers\u00f6nlich tut mein Glaube gut und ich tausche mich gern mit anderen dar\u00fcber aus. Gemeinsam in der Bibel lesen und \u00fcber die Texte diskutieren bereitet mir Freude.<\/p>\n<p>Viel Raum f\u00fcr Begegnung\u00a0<\/p>\n<p>Der Netzwerkabend beim FrauenForum stand ganz im Zeichen des Themas Mut. In Kleingruppen diskutierten wir die Frage, was Mut f\u00fcr uns bedeutet und in welchen Situationen wir schon mutig waren. Dabei kam heraus, dass Mut oft mit Vertrauen in die eigenen F\u00e4higkeiten einhergeht, aber auch ein Sprung ins Ungewisse sein kann, bei dem wir unsere Angst \u00fcberwinden m\u00fcssen.\u00a0<\/p>\n<p>Ziel des Workshops war es, das jede Gruppe ein Wort findet, das f\u00fcr sie Mut symbolisiert und dies kreativ und bildlich f\u00fcr die anderen Teilnehmerinnen darstellt. In meiner Gruppe fiel die Wahl sehr schnell auf das Wort Weite, da Mut auch Offenheit f\u00fcr Neues bedeuten kann.<\/p>\n<p>Im Anschluss an die Gruppenarbeit gab es ausreichend Zeit zum Netzwerken unter den Teilnehmerinnen. Dabei konnte ich viele neue Kontakte kn\u00fcpfen.<\/p>\n<p>Vom Pilgern und anderen Aufbr\u00fcchen<\/p>\n<p>Auch der zweite Tag des FrauenForums stand im Zeichen von Begegnungen, Mut und christlichem Glauben. Beim Workshop von Stephanie Feder zum Thema Pilgern tauschten wir uns dar\u00fcber aus, was Pilgern f\u00fcr jede von uns bedeutet. Pilgern ist nicht nur eine Art Aufbruch, sondern auch eine spirituelle Reise zu Gott und sich selbst.\u00a0<\/p>\n<p>W\u00e4hrend beim Wandern eher das Erleben in der Natur im Vordergrund steht, ist es beim Pilgern die Spiritualit\u00e4t. Anhand eines Impulstextes des Priesters und Autors Andreas Knapp arbeiteten wir heraus, dass wir als Christen auf eine gewisse Art heimatlos sind. So wie Jesus als Wanderprediger unterwegs war, so sind auch wir als Christinnen und Christen in der heutigen Zeit auf dem Weg.\u00a0<\/p>\n<p>Eine Achtsamkeits\u00fcbung f\u00fchrte uns zu einer kleinen Pilgererfahrung nach Drau\u00dfen. Hier sollten wir darauf achten, was wir in unserer unmittelbaren Umgebung schmecken, riechen und h\u00f6ren. Ich stand im Rosengarten vor dem Haus und eine Teilnehmerin beschrieb mir die Farben der verschiedenen Rosen.\u00a0<\/p>\n<p>Ich roch Lavendel und Rosmarin und h\u00f6rte die Kirchenglocken im Hintergrund l\u00e4uten. In dieser \u00dcbung konnten wir innehalten und erfuhren wie es beim Pilgern ist, wenn man nur im Hier und Jetzt ist und alle anderen Gedanken ausblenden kann.<\/p>\n<p>Eine mutige Christin<\/p>\n<p>Besonders beeindruckte mich der Lebensweg von Berta Lungstras, die uns Juliane Rams in einem weiteren Workshop des Forums vorstellte. Berta Lungstras wurde 1836 in Wahlscheid geboren und zog 1858 nach Bonn. Dort engagierte sich die evangelische Christin unter anderem in Zusammenarbeit mit den Diakonissinnen in der Krankenpflege.\u00a0<\/p>\n<p>Eine Begegnung mit einer jungen Frau lie\u00df den Wunsch in ihr entstehen, sich zuk\u00fcnftig f\u00fcr Frauen einzusetzen, die unehelich schwanger geworden waren. Diese Frauen waren von der damaligen Gesellschaft ausgesto\u00dfen. Oft trieb sie die Armut in die Prostitution. Berta Lungstras\u2018 Vorhaben stie\u00df auf heftige Wiederst\u00e4nde von Seiten ihrer eigenen Familie sowie der Kirche.\u00a0<\/p>\n<p>Sie aber war der \u00dcberzeugung, dass Gott ihr dabei helfen w\u00fcrde, f\u00fcr diese Frauen bessere Lebensbedingungen zu schaffen. Aller Wiederst\u00e4nde zum Trotz gr\u00fcndete sie 1873 das erste sogenannte Versorgungshaus f\u00fcr gefallene M\u00e4dchen, wo die jungen Frauen nach der Entbindung ein Obdach fanden.\u00a0<\/p>\n<p>Das war insofern eine Revolution, da die Frauen 12 Tage nach der Entbindung die regul\u00e4ren Kliniken verlassen mussten und es bis dato keine Aufnahmezentren gab, in denen Mutter und Kind gemeinsam eine Unterkunft fanden. In diesen Versorgungsh\u00e4usern von Berta Lungstras konnten die Frauen bleiben, bis sie eine Anstellung gefunden hatten und auf eigenen F\u00fc\u00dfen stehen konnten. Heute ist nach Berta Lungstras eine Stra\u00dfe in Bonn benannt.<\/p>\n<p>Der inneren Berufung folgen<\/p>\n<p>Den Teilnehmerinnen des Frauenforums standen noch weitere Workshops zur Auswahl. Dazu geh\u00f6rte unter anderem ein Workshop zum Umgang mit diskriminierenden Aussagen oder ein Workshop zum Thema Klimaschutz.\u00a0<\/p>\n<p>Das Abschlusspodium wurde von der Franziskanerin Sr. Dr. Katharina Ganz und der Referentin f\u00fcr Engagementf\u00f6rderung beim Di\u00f6zesan-Caritasverband f\u00fcr das Erzbistum K\u00f6ln, Bianca Pohlmann, gestaltet. Dabei stand vor allem die Frage im Vordergrund, welche Prozesse die Kirche von heute pr\u00e4gen.\u00a0<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6rt unter anderem der Synodale Weg als Reformprozess. Die Podiumsg\u00e4ste sprachen sich f\u00fcr eine aktive Teilnahme von Frauen in der Kirche aus sowie f\u00fcr die Unterst\u00fctzung der ehrenamtlich T\u00e4tigen, denn nur diese machten die Kirche lebendig.<\/p>\n<p>Neue Perspektiven\u00a0<\/p>\n<p>Mir pers\u00f6nlich hat das diesj\u00e4hrige FrauenForum des Hildegardis-Vereins viele neue Perspektiven er\u00f6ffnet und Einblicke in die Themen Mut und Christin sein gegeben. Christinnen wie Berta Lungstras waren mir bisher unbekannt gewesen. Auch heute gehen engagierte Frauen mit mutigem Beispiel voran.\u00a0<\/p>\n<p>&#8222;Frauen gehen mutig ihren Weg, folgen der inneren Berufung und setzen sich f\u00fcr andere ein. Das hat mir Mut gemacht&#8220;, sagte mir Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Birgit Mock in einem Gespr\u00e4ch zum Abschluss der Veranstaltung. Diese neuen Impulse nimmt nun jede der Teilnehmerinnen auf ihren eigenen Weg mit.\u00a0<\/p>\n<p>    <a href=\"https:\/\/www.domradio.de\/glossar\/hildegardis-verein\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>      Hildegardis-Verein<\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Der Hildegardis-Verein e.V. ist der \u00e4lteste Verein zur F\u00f6rderung von Frauenstudien in Deutschland und blickt auf eine mehr als hundertj\u00e4hrige Geschichte zur\u00fcck. Er wurde im Jahr 1907 von Maria Schmitz und weiteren engagierten Katholikinnen gegr\u00fcndet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Einen Ort der Begegnung schaffen und Raum geben f\u00fcr den Diskurs \u00fcber aktuelle gesellschaftliche, politische und kirchliche Themen:&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":424274,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1842],"tags":[1741,3364,29,30,1209],"class_list":{"0":"post-424273","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bonn","8":"tag-bonn","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-nordrhein-westfalen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115207617005398473","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/424273","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=424273"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/424273\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/424274"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=424273"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=424273"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=424273"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}