{"id":424812,"date":"2025-09-15T14:27:11","date_gmt":"2025-09-15T14:27:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/424812\/"},"modified":"2025-09-15T14:27:11","modified_gmt":"2025-09-15T14:27:11","slug":"arbeitslos-mit-masternote-12-in-psychologie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/424812\/","title":{"rendered":"Arbeitslos mit Masternote 1,2 in Psychologie"},"content":{"rendered":"<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Kiel. \u201eIch habe immer alles daf\u00fcr getan, meinen Traum zu verwirklichen\u201c, sagt Leah Harding. Sie war strebsam und flei\u00dfig und damit eine der Schnellsten und Besten. In Kronshagen bei Kiel machte sie ihr Abitur mit der Note 1,5 und begann in Hamburg, Psychologie zu studieren. <\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Schon ab der achten Klasse habe sie gewusst, dass sie als Therapeutin Menschen helfen will. Vor zwei Jahren schloss die heute 27-J\u00e4hrige ihr f\u00fcnfj\u00e4hriges Studium mit dem Master of Science in klinischer Psychologie und Psychotherapie ab. Note: 1,2. Anschlie\u00dfend bestand sie erfolgreich die staatliche Approbationspr\u00fcfung. <\/p>\n<p>Die Absolventen sind arbeitslos, Ausbildungsinstituten droht das Aus, Therapiepl\u00e4tze fallen weg<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Beste Voraussetzungen also, um im Beruf durchzustarten. Doch es folgte die gro\u00dfe Ern\u00fcchterung: Es gibt quasi keine Jobs f\u00fcr ihren Uni-Abschluss. Erst arbeitete sie als Psychologin in der Diagnostik und Beratung. Aber es fehlte die Perspektive. Heute ist sie arbeitslos, bewirbt sich und h\u00e4ngt in der Warteschleife. Kein Einzelfall. Wie Leah Harding geht es nahezu allen Absolventinnen und Absolventen ihres Fachs in ganz Deutschland. <\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Denn: \u201eDieser Abschluss wurde nur daf\u00fcr geschaffen, dass man in die Weiterbildung geht\u201c, erkl\u00e4rt sie. Hintergrund ist eine bundesweite Reform der Psychotherapeuten-Ausbildung aus dem Jahr 2020. Die Ausbildung wurde umstrukturiert, mit einem neuen Studiengang und eben dieser anschlie\u00dfenden Weiterbildung. Allerdings hat die Bundespolitik deren Finanzierung bis heute nicht geregelt. Folge: Die Absolventen haben keinerlei Berufsaussichten, die Ausbildungsinstitute drohen zu schlie\u00dfen, und trotz gro\u00dfer Versorgungsl\u00fccken fallen Therapiepl\u00e4tze weg. <\/p>\n<p>J\u00e4hrlich Tausende Absolventen auf der Suche nach einer Weiterbildung als Psychotherapeut<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Als Leah Harding ihr Studium in Hamburg begann, war die Reform noch kein Thema. Doch nach ihrem Bachelor stand sie vor der Wahl, ob sie nach dem alten System weitermachen oder ins neue wechseln m\u00f6chte. Bei dem alten System h\u00e4tte sie nach dem Studium f\u00fcr die jahrelange Fortbildung 20.000 bis 30.000 Euro bezahlen und f\u00fcr ein Praktikantengehalt arbeiten m\u00fcssen. Die Reform sollte diesen Missstand beheben: In der neuen Weiterbildung sollen die Teilnehmer wie bei der Facharztausbildung angemessen verdienen. <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Doch es fehlen die Mittel. Nur wenige Institute bieten Weiterbildungspl\u00e4tze an. Nach Sch\u00e4tzungen der Bundespsychotherapeutenkammer sind es insgesamt weniger als 100 Pl\u00e4tze bundesweit. Auf einen solchen Platz hofft Leah Harding \u2013 und mit ihr viele andere, denn der alte Ausbildungsweg l\u00e4uft aus:<b> <\/b>2024 schlossen bundesweit 400 Absolventen den neuen Studiengang ab. 2025 rechnet die Kammer mit weiteren 1000 Studienabg\u00e4ngern und ab dem Jahr 2026 j\u00e4hrlich mit 2500 Absolventen \u2013 alle auf der Suche nach einer Weiterbildungsstelle.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">\u201eDas ist es, was mich so stresst\u201c, sagt Leah Harding. \u201eEs werden von Semester zu Semester mehr Bewerber. Und selbst wenn alle Weiterbildungsinstitute Pl\u00e4tze anbieten, w\u00fcrde es nie f\u00fcr alle reichen.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Leah Harding, Magister in Psychologie, sucht einen Job. Obwohl Therapeuten dringend gesucht werden, fehlt f\u00fcr Uniabsolventen mit Master in Psychologie und Psychotherapie die Berufsperspektive.\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/GRGCOQG2Z5HHFMDGOG3L6WO6TM.jpg\" \/><\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Zwar sind alle Absolventen approbiert. \u201eAber uns fehlt noch die Fachkunde \u2013 beispielsweise in Verhaltenstherapie oder Psychoanalyse oder tiefenpsychologischer Therapie. Daher d\u00fcrfen wir nicht als Therapeuten arbeiten, au\u00dfer in der Weiterbildung.\u201c Erst anschlie\u00dfend sei es den Therapeuten erlaubt, Patienten zu behandeln, in Praxen, Kliniken und Ambulanzen zu arbeiten und mit den Kassen abzurechnen. <\/p>\n<p>\u201eIch bin ja schon 27 und will auch irgendwann mal fertig werden\u201c<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Die Psychotherapeutenkammer prognostiziert: \u201eWenn es nicht zu einer baldigen gesetzlichen Regelung f\u00fcr die Finanzierung der Weiterbildung kommt, wird es sp\u00e4testens Anfang der 2030er-Jahre nicht mehr gen\u00fcgend Psychotherapeuten geben, die die Praxen der altersbedingt ausscheidenden Kollegen und Kolleginnen oder leitende Funktionen in Krankenh\u00e4usern \u00fcbernehmen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Leah Harding appelliert an die Bundesregierung, die Finanzierungsfrage schnell zu l\u00f6sen. \u201eOhne Weiterbildung bin ich nichts Halbes und nichts Ganzes\u201c, sagt sie. Je sp\u00e4ter sie mit der Weiterbildung starte, desto schwieriger werde es, denn: \u201eEine f\u00fcnfj\u00e4hrige Vollzeitweiterbildung ist gar nicht so leicht mit der Familienplanung zu vereinbaren.\u201c <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Die Zeit rennt: \u201eIch bin ja schon 27 und will auch irgendwann mal fertig werden, will mich niederlassen, mich selbstst\u00e4ndig machen. Das r\u00fcckt gerade immer weiter in die Ferne. Und das ist frustrierend.\u201c<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Trotz allem bleibt es ihr gro\u00dfer Wunsch, \u201eMenschen zu helfen, sie als Psychotherapeutin in eigener Praxis zu therapieren\u201c. Deswegen bewirbt sie sich weiter. \u201eSollte ich von den Instituten aber nur Absagen bekomme, dann muss ich mich umorientieren. Ich bin mir sicher, dass ich einen anderen Job finden werde\u201c, sagt sie selbstbewusst. Gl\u00fccklich macht sie das allerdings nicht: \u201eDenn es wird nicht der Job sein, f\u00fcr den ich das alles gemacht habe.\u201c <\/p>\n<p class=\"Editorialstyled__Editorial-sc-5u8rgl-0 cBUuy\">KN<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kiel. \u201eIch habe immer alles daf\u00fcr getan, meinen Traum zu verwirklichen\u201c, sagt Leah Harding. 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