{"id":425006,"date":"2025-09-15T16:11:11","date_gmt":"2025-09-15T16:11:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/425006\/"},"modified":"2025-09-15T16:11:11","modified_gmt":"2025-09-15T16:11:11","slug":"marine-le-pen-und-ihre-gratwanderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/425006\/","title":{"rendered":"Marine Le Pen und ihre Gratwanderung"},"content":{"rendered":"<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Marine Le Pen \u00fcberl\u00e4sst nichts dem Zufall. W\u00e4hrend der neue franz\u00f6sische Premierminister S\u00e9bastien Lecornu in Paris mit Blick auf die k\u00fcnftige Regierungsbildung mehrere Parteienvertreter konsultiert, hielten die Frontfrau des rechtsextremen Rassemblement National (RN) und der Vorsitzende Jordan Bardella ihre erste gro\u00dfe Veranstaltung nach den Sommerferien in Bordeaux ab. <\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Lange galt der Westen des Landes als unerreichbares Terrain f\u00fcr Frankreichs Rechtsnationale. Inzwischen legen sie auch dort konstant zu.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Der Auftritt sei ein \u201eSymbol\u201c f\u00fcr diese Dynamik, versicherte Le Pen im Gespr\u00e4ch mit der Regionalzeitung \u201eSud Ouest\u201c. Die klassischen RN-Hochburgen liegen im Norden und Osten des Landes, wo die Deindustrialisierung schwere soziale Folgen hatte, sowie im S\u00fcdosten, der besonders stark vom Thema Einwanderung gepr\u00e4gt ist. <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Nun aber will die Partei auch in einer reichen, b\u00fcrgerlichen Region wie jener um die Weinstadt Bordeaux punkten. Speziell RN-Chef Bardella versucht, mit einem seri\u00f6sen Auftreten Unternehmerkreise und b\u00fcrgerlich-konservative W\u00e4hler anzusprechen.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/L5BZYBQRYVBFBI4D7NT6XPMR6Y.png\" \/>Hauptstadt-Radar<\/p>\n<p class=\"CallToActionBasestyled__Text-sc-1k69918-5 fbjGwD\">Der RND-Newsletter aus dem Regierungsviertel. Immer donnerstags.<\/p>\n<p>Le Pen fast \u201esozialistisch\u201c?<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Das gelingt mit gemischtem Erfolg. Zwar gibt es Gespr\u00e4che und Austausch. Doch aufgrund des Fachkr\u00e4ftemangels stehen Vertreter der Wirtschaft der Einwanderung, die der RN bek\u00e4mpfen will, aufgeschlossen gegen\u00fcber. Le Pen forderte immer einen starken Sozialstaat, sodass manche Konservative sie schon als \u201esozialistisch\u201c bezeichneten. Das Wirtschaftsprogramm der Partei nannte Pierre Gattaz, Ex-Vorsitzender des m\u00e4chtigen Arbeitgeberverbandes Medef, \u201eschlecht, unpr\u00e4zise und zweideutig\u201c. <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Beispielsweise gebe es keine klare Linie in Bezug auf die Beibehaltung der unbeliebten Rentenreform von Pr\u00e4sident Emmanuel Macron. Auch warnte Le Pen zwar vor der hohen staatlichen Verschuldung, doch ihre Einsparvorschl\u00e4ge bestehen im Wesentlichen aus dem Entzug von Geldern f\u00fcr Ausl\u00e4nder, wie f\u00fcr die medizinische Notversorgung von Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung, der Entwicklungshilfe oder der kaum umsetzbaren Verringerung der EU-Zahlungen.<\/p>\n<p>Partei steht f\u00fcr Unstabilit\u00e4t<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Ein weiterer Aspekt kommt hinzu, seit die RN-Fraktion im vergangenen Jahr gemeinsam mit den linken und gr\u00fcnen Oppositionsparteien den damaligen Regierungschef Michel Barnier und in der letzten Woche dessen Nachfolger Fran\u00e7ois Bayrou st\u00fcrzte: Die Partei gilt als ein Faktor der Instabilit\u00e4t. Nachdem Marine Le Pen 2011 sie von ihrem inzwischen verstorbenen Vater Jean-Marie Le Pen \u00fcbernommen hatte, verfolgte sie eine Normalisierungs-Strategie, verbot offen rassistische, homophobe oder antisemitische Parolen oder Symbole, auch wenn diese weiterhin vorkommen.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Die 57-J\u00e4hrige inszenierte sich als verantwortungsbewusste Politikerin, bis sie im M\u00e4rz wegen der massiven Veruntreuung von EU-Geldern zu einer hohen Geld- und einer Haftstrafe und dem sofort geltenden Verbot, in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren bei Wahlen anzutreten, verurteilt wurde. Ab da griff Le Pen die Justiz an und ging in die Frontalopposition.<\/p>\n<p>Le Pen baut auf Neuwahlen<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Bayrous Sturz betrieb sie mit dem Ziel einer Aufl\u00f6sung der Nationalversammlung, die neue Parlamentswahlen nach sich gezogen h\u00e4tte, auch wenn die aktuelle RN-Fraktionsvorsitzende dann nicht mehr kandidierten d\u00fcrfte. In Bordeaux versprach sie ihren Anh\u00e4ngern einen neuen Urnengang \u201ein wenigen Wochen oder Monaten\u201c.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Anders als Barnier, der bis zuletzt mit ihr zu verhandeln versucht hatte, schlie\u00dft Lecornu sie daher von vorneherein als bedeutsame Gespr\u00e4chspartnerin aus. Stattdessen m\u00f6chte er die Zusicherung der Sozialisten gewinnen, seine k\u00fcnftige Regierung zu dulden \u2013 gegen Zugest\u00e4ndnisse. Sollte das gelingen, k\u00f6nnte er einen Sturz zumindest vorerst verhindern.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Demgegen\u00fcber sei ihre Partei \u201enicht bereit, sich f\u00fcr ein Linsengericht zu verkaufen\u201c, versicherte Le Pen. Damit gab sie aber zu, dass sie an Einfluss verloren hat, auch wenn Lecornu sie in den vergangenen Monaten zweimal diskret getroffen hat. Er selbst sagte nun in einem Interview, es h\u00e4tte zwar \u201ekeinen Sinn, nicht mit den RN-Abgeordneten zu sprechen, die von einem Drittel der Franzosen gew\u00e4hlt wurden\u201c. Eine politische Einigung mit den Rechtsextremen suche er aber nicht, die damit klar in der Opposition bleiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Marine Le Pen \u00fcberl\u00e4sst nichts dem Zufall. 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