{"id":425037,"date":"2025-09-15T16:27:11","date_gmt":"2025-09-15T16:27:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/425037\/"},"modified":"2025-09-15T16:27:11","modified_gmt":"2025-09-15T16:27:11","slug":"was-zwei-junge-bremer-anderen-kindern-voraushaben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/425037\/","title":{"rendered":"Was zwei junge Bremer anderen Kindern voraushaben"},"content":{"rendered":"<p>. \u00dcber Monate hie\u00df es f\u00fcr Leandro Gert und Kemal Catalbas mindestens einmal die Woche nach der Schule: Badesachen packen, losfahren zum Horner Bad und dann mindestens 45 Minuten Schwimmtraining. Dann haben sie es geschafft: Innerhalb von nur einer Woche konnten die beiden Achtj\u00e4hrigen die Pr\u00fcfungen f\u00fcr die Abzeichen Gold und Totenkopfgold ablegen \u2013 Schwimmabzeichen, von denen viele nur tr\u00e4umen k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Denn beide Pr\u00fcfungen haben es in sich. F\u00fcr Gold mussten die Jungen 30 Minuten am St\u00fcck schwimmen, sich in verschiedenen Schwimmtechniken beweisen, tauchen und vom Sprungturm springen. Besonders herausfordernd war f\u00fcr die besten Freunde vor allem eine Aufgabe: das Transportschwimmen. 50 Meter muss dabei eine andere Person im Wasser abgeschleppt werden. &#8222;Ich habe Leandro gezogen und er mich&#8220;, erz\u00e4hlt Kemal. &#8222;Das war schon schwer.&#8220; <\/p>\n<p>Trotzdem waren die beiden nach dem Bestehen der Pr\u00fcfung hoch motiviert, sich noch einer weiteren Herausforderung zu stellen. &#8222;Kemal hat nach der Goldpr\u00fcfung sofort gefragt, was es denn jetzt noch gebe&#8220;, erz\u00e4hlt seine Gro\u00dfmutter Heidi Haberland. F\u00fcr das goldene Totenkopfabzeichen mussten die Achtj\u00e4hrigen dann zwei Stunden ohne Pause schwimmen. &#8222;Zwischendurch wurden uns Wasserflaschen reingeworfen, die mussten wir dann beim Schwimmen trinken&#8220;, erz\u00e4hlt Leandro. &#8222;Es war richtig anstrengend.&#8220;<\/p>\n<p>Immer weniger Kinder k\u00f6nnen schwimmen<\/p>\n<p>Innerhalb von drei Jahren haben Kemal und Leandro damit alle Freizeitschwimmabzeichen \u2013 angefangen mit dem Seepferdchen \u2013 abgelegt. F\u00fcr Leandros Eltern war von Anfang an klar, dass ihr Sohn so fr\u00fch wie m\u00f6glich und au\u00dferhalb der Schule schwimmen lernen sollte. &#8222;Ich finde es einfach so wichtig, dass Kinder gut und sicher schwimmen k\u00f6nnen&#8220;, betont sein Vater Alexander Kramer. &#8222;Ich m\u00f6chte mein Kind nicht irgendwann tot aus dem Wasser ziehen m\u00fcssen.&#8220; <\/p>\n<p>Er erlebe immer \u00f6fter, dass Eltern ihren Kindern au\u00dferhalb der Schule das Schwimmen nicht beibringen w\u00fcrden. &#8222;Ich verstehe das \u00fcberhaupt nicht. Die Kinder gehen ja auch schon vor dem Schwimmunterricht mal ins Freibad&#8220;, sagt der Borgfelder. Au\u00dferdem w\u00fcrde der Unterricht in der Schule nicht ausreichen. &#8222;Als Eltern kann man nicht \u00fcberall seine Augen haben, deshalb muss das Kind selbst gut schwimmen k\u00f6nnen&#8220;, meint Kramer. &#8222;Ertrinken geht so viel schneller, als man denkt.&#8220;<\/p>\n<p>\n    Tats\u00e4chlich ist die Zahl der Kinder, die nicht sicher schwimmen k\u00f6nnen, nach Einsch\u00e4tzung von Fachleuten viel zu hoch. Laut einer repr\u00e4sentativen Umfrage der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) aus dem Jahr 2022 ist jedes f\u00fcnfte Kind im Grundschulalter ein Nichtschwimmer, der Anteil hat sich damit innerhalb von f\u00fcnf Jahren verdoppelt. Auch der Anteil von jungen Menschen, die beim Baden ertrinken, nimmt zu. Die <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/sport\/mehr-badetote-als-frueher-dlrg-sieht-doppelte-gefahr-doc819rewqr8mpxyr2vnbu\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zwischenbilanz der DLRG f\u00fcr das Jahr 2025<\/a> verzeichnet insgesamt 236 Badetote, 49 davon in einem Alter zwischen elf bis 30 Jahren. 2024 lag der Wert zum gleichen Zeitpunkt bei 30 Personen. &#8222;Viele Opfer konnten kaum oder gar nicht schwimmen&#8220;, erz\u00e4hlt DLRG-Pr\u00e4sidentin Ute Vogt.\n<\/p>\n<p>Seepferdchen reicht nicht aus<\/p>\n<p>&#8222;Wir sehen immer \u00f6fter Kinder, denen es sichtlich schwerf\u00e4llt, sich im Wasser zu bewegen oder gar wohlzuf\u00fchlen&#8220;, berichtet auch Stefanie Meyer-Priewe von der DLRG-Ortsgruppe Lilienthal. &#8222;Wir w\u00fcrden uns w\u00fcnschen, dass Eltern mit ihren Kindern wieder regelm\u00e4\u00dfig schwimmen oder planschen gehen oder einfach nur im Wasser toben.&#8220; Viele Eltern seien der Ansicht, dass das Seepferdchen ausreiche. &#8222;Es ist aber lediglich der Nachweis, dass die Grundlagen beherrscht werden. F\u00fcr die DLRG gilt erst ab Bronze, dass sicheres Schwimmen erlernt wurde&#8220;, sagt Meyer-Priewe. Gleichzeitig sei es auch wichtig, den Fokus nicht nur auf das Ablegen eines Abzeichens zu legen. &#8222;Es hilft nicht, wenn sie ihr Abzeichen erhalten und sich eigentlich nicht trauen, die Augen unter Wasser zu \u00f6ffnen.&#8220; Deshalb stehe eine gr\u00fcndliche Ausbildung im Vordergrund.<\/p>\n<p>&#8222;Die Kinder lernen in den Kursen ja nicht nur das Schwimmen, sondern auch Baderegeln und vor allem, sich selbst und andere Gew\u00e4sser besser einzusch\u00e4tzen&#8220;, betont auch Kramer. Das beruhige ihn als Vater enorm. &#8222;Ich habe einfach gemerkt, es sind jetzt ein Verst\u00e4ndnis und ein Verantwortungsgef\u00fchl da.&#8220; <\/p>\n<p>Kemals Gro\u00dfmutter Heidi Haberland findet, dass das Ablegen der Abzeichen in gewisser Weise auch den Charakter f\u00f6rdert. &#8222;Man sieht, wie viel mehr Selbstbewusstsein vorhanden ist. Die Kinder sind stolz und laufen aufrechter durch das Leben, weil sie sich &#8218;bewiesen&#8216; haben.&#8220; Auch wenn die Schwimmkurse mit viel Aufwand f\u00fcr Eltern und Kinder verbunden ist, sei f\u00fcr sie klar: &#8222;Es lohnt sich.&#8220;<\/p>\n<p>                Zur Sache<\/p>\n<p>        Der Weg zum Abzeichen<br \/>\n        <br \/>\n        H\u00e4ufig sind es auch die langen Wartezeiten oder die Kosten, die Eltern daran hindern, ihre Kinder zu einem Schwimmkurs anzumelden. F\u00fcr diese F\u00e4lle gibt es sowohl von der DLRG als auch von den Bremer B\u00e4dern &#8222;Abzeichentage&#8220;, an denen ohne Abnahmegeb\u00fchr und Anmeldung Abzeichen absolviert werden k\u00f6nnen. Mit &#8222;Kids in die B\u00e4der&#8220; bieten die Bremer B\u00e4der in Kooperation mit der Bremer Sportjugend zus\u00e4tzlich ein Programm f\u00fcr Kinder und Jugendliche im Alter von f\u00fcnf bis 18 Jahren, die schlecht bis gar nicht schwimmen k\u00f6nnen. Buchung und Kosten f\u00fcr einen Schwimmkurs werden \u00fcbernommen. Regul\u00e4re Schwimmkurse bieten im Umkreis unter anderem die DLRG-Ortsgruppen Lilienthal, Worpswede und Osterholz an. Auch in den Hallenb\u00e4dern in Lilienthal, Worpswede, Ritterhude und Hambergen sowie im Allwetterbad in Osterholz-Scharmbeck gibt es Angebote. Wie auch im Horner Bad, in dem Leandro und Kemal schwimmen gelernt haben, gibt es in den meisten anderen B\u00e4dern der Bremer B\u00e4der Schwimmkurse. Detaillierte Informationen gibt es im Internet unter <a href=\"https:\/\/www.bremer-baeder.de\/baeder\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">www.bremer-baeder.de\/baeder<\/a>.<\/p>\n<p>                        <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/\" id=\"home\" class=\"button primary-primary font-size-15_1 m-0a customEvent\" data-layer-event-name=\"customEvent\" data-layer-trigger=\"click\" data-layer-category=\"artikelscoring\" data-layer-action=\"startseite_button\" data-layer-label=\"doc828s9ytbrft14kepipp\" data-layer-value=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/stadtteil-borgfeld\/1\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zur Startseite<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":". \u00dcber Monate hie\u00df es f\u00fcr Leandro Gert und Kemal Catalbas mindestens einmal die Woche nach der Schule:&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":425038,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1824],"tags":[2420,3364,29,30],"class_list":{"0":"post-425037","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bremen","8":"tag-bremen","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115209256674163796","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/425037","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=425037"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/425037\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/425038"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=425037"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=425037"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=425037"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}