{"id":425985,"date":"2025-09-16T01:14:14","date_gmt":"2025-09-16T01:14:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/425985\/"},"modified":"2025-09-16T01:14:14","modified_gmt":"2025-09-16T01:14:14","slug":"wie-der-innere-erdkern-gefror-unterkuehlen-des-erdkerns-liefert-neue-hinweise-auf-seine-zusammensetzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/425985\/","title":{"rendered":"Wie der innere Erdkern gefror &#8211; &#8222;Unterk\u00fchlen&#8220; des Erdkerns liefert neue Hinweise auf seine Zusammensetzung"},"content":{"rendered":"<p>Wenn jedoch solche Kristallisierungshelfer fehlen, kann eine Schmelze bis weit unter ihrem Gefrierpunkt fl\u00fcssig bleiben. So kann man hochreine Wassertr\u00f6pfchen beispielsweise bis zu minus 40 Grad unterk\u00fchlen, ohne dass sie gefrieren. \u00c4hnliches gilt g\u00e4ngigen Modellen zufolge auch f\u00fcr den inneren Erdkern. Wie stark dessen Eisenschmelze jedoch unter den Bedingungen im Erdzentrum unterk\u00fchlen musste, h\u00e4ngt stark von der Beimischung anderer Elemente ab.<\/p>\n<p>W\u00fcrde der Erdkern beispielsweise aus reinem Eisen bestehen, m\u00fcsste er sich um 800 bis 1.000 Grad unter den Schmelzpunkt des Eisens bei Hochdruck abgek\u00fchlt haben. Doch dieser Innenkern w\u00fcrde dann so rasch erstarren, dass er heute fast den gesamten Erdkern einnehmen m\u00fcsste \u2013 was nicht der Fall ist.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/k\/e\/kernkristall3g.jpg\" data-lightbox=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/k\/e\/kernkristall3g.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/k\/e\/kernkristall3g.jpg\" data-lightbox=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/k\/e\/kernkristall3g.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-306459\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/kernkristall3g-300x238.jpg\" alt=\"Kohlenstoff im Erdkern\" width=\"300\" height=\"238\"  \/><\/a>Die Beimischung von Kohlenstoff k\u00f6nnte das Erstarren des inneren Erdkerns erleichtert haben. \u00a9 Alfred Wilson\n<\/p>\n<p>Kohlenstoff als Schl\u00fcsselfaktor?<\/p>\n<p>Wie das Ganze stattdessen passiert sein k\u00f6nnte, haben Wilson und sein Team nun mithilfe eines Modells n\u00e4her untersucht. Dieses umfasste 100.000 Eisenatome mit verschiedenen Anteilen leichterer Elemente wie Silizium, Sauerstoff, Schwefel und Kohlenstoff. Diese Mischungen setzten die Forscher dem Druck und der Hitze des urzeitlichen Erdkerns aus und beobachteten, wann sich in der virtuellen Eisenschmelze die ersten Kristallkeime bildeten.\n<\/p>\n<p>Das Ergebnis \u00fcberraschte: Anders als erwartet erstarrte die Eisenschmelze langsamer und sp\u00e4ter, wenn Silizium und Schwefel beigemischt waren. Eine Beimischung von Kohlenstoff f\u00f6rderte dagegen das Erstarren des Eisens. Enthielt die Testmischung 3,8 Prozent Kohlenstoff, waren nur rund 266 Grad statt 800 Grad Unterk\u00fchlung n\u00f6tig , wie Wilson und seine Kollegen berichten. Dies liege sehr nahe an den 250 Grad Unterk\u00fchlung, die g\u00e4ngige Theorien f\u00fcr wahrscheinlich halten.\n<\/p>\n<p>Erst am Anfang<\/p>\n<p>Nach Ansicht der Forscher spricht ihr Ergebnis daf\u00fcr, dass der innere Erdkern mehr Kohlenstoff enth\u00e4lt als bisher angenommen. \u201eDies k\u00f6nnte erkl\u00e4ren, warum wir einen festen inneren Erdkern haben, der schon bei relativ wenig Unterk\u00fchlung ausfror\u201c, sagt Walker. Gleichzeitig passe dieser Kohlenstoffgehalt auch gut zu den seismischen Daten. Allerdings r\u00e4umen die Geologen auch ein, dass ihr stark vereinfachtes Modell die wahre Komplexit\u00e4t des Erdkerns nicht erfassen kann.\n<\/p>\n<p>Dennoch beleuchten die Ergebnisse die bisher eher untersch\u00e4tzte Rolle der leichten Elemente f\u00fcr die Unterk\u00fchlung und damit das Erstarren des Erdkerns. \u201eindem wir untersuchen, wie der innere Kern der Erde entstand, erfahren wir nicht nur mehr \u00fcber die Vergangenheit unseres Planeten\u201c, sagt Wilson. \u201eWir bekommen auch einen ersten Einblick in die Chemie einer Region, die wir niemals direkt erreichen k\u00f6nnen.\u201c (Nature Communications, 2025; <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41467-025-62841-4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">doi: 10.1038\/s41467-025-62841-4<\/a>)\n<\/p>\n<p>Quelle: University of Oxford<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;\n\t<\/p>\n<p>16. September 2025\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Nadja Podbregar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wenn jedoch solche Kristallisierungshelfer fehlen, kann eine Schmelze bis weit unter ihrem Gefrierpunkt fl\u00fcssig bleiben. 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