{"id":426642,"date":"2025-09-16T07:25:11","date_gmt":"2025-09-16T07:25:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/426642\/"},"modified":"2025-09-16T07:25:11","modified_gmt":"2025-09-16T07:25:11","slug":"vom-krieg-zum-frieden-ingo-espenschied-ueber-die-entstehung-der-europaeischen-union","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/426642\/","title":{"rendered":"Vom Krieg zum Frieden &#8211; Ingo Espenschied \u00fcber die Entstehung der Europ\u00e4ischen Union"},"content":{"rendered":"<p class=\"basetext\">Von Max Martin Rahn<\/p>\n<p class=\"basetext\">Am 12. September 2025 begr\u00fc\u00dfte Studiendirektorin und stellvertretende Schulleiterin Alexandra Kuck den Diplom-Politologen, Journalisten und Produzenten Ingo Espenschied an der Berufsbildenden Schule (BBS) Cuxhaven. In ihrer Ansprache vor etwa 160 Zuschauern betonte sie: &#8222;Es braucht Vergangenheit, um die Gegenwart und Zukunft zu gestalten&#8220; und unterstrich, dass &#8222;politische Themen an Schulen wichtig sind, da sie das Leben direkt betreffen&#8220;. F\u00fcr sie ist ein &#8222;offenes Europa&#8220; entscheidend, &#8222;um friedlich miteinander zu leben&#8220; &#8211; und politische Bildung ein zentraler Baustein f\u00fcr Demokratief\u00f6rderung und.<\/p>\n<p class=\"basetext cnv-text-em\">Ein Experte mit internationalem Hintergrund<\/p>\n<p class=\"basetext\">Espenschied hat in Mainz, an der Pariser Sorbonne und der &#8222;London School of Economics&#8220; Internationale Politik studiert. Sieben Jahre verbrachte er als junger Mann im Ausland &#8211; vier davon in Frankreich, drei in England. Eine pr\u00e4gende Erfahrung war das Gespr\u00e4ch mit seinem Gro\u00dfvater, der Frankreich noch als Erzfeind sah. Diese \u00fcberholte Sichtweise motivierte ihn, sich f\u00fcr europ\u00e4ische Verst\u00e4ndigung einzusetzen.<\/p>\n<p class=\"basetext\">Seit 20 Jahren h\u00e4lt Espenschied Vortr\u00e4ge, rund 70\u202f% davon an Schulen. Mit seinem 2008 entwickelten DOKULIVE-Format verbindet er sachliche Pr\u00e4sentationen mit Videoeinspielungen und erreicht damit j\u00e4hrlich tausende Menschen in mehreren L\u00e4ndern.<\/p>\n<p class=\"basetext cnv-text-em\">Vom Deutsch-Franz\u00f6sischen Krieg zur Montanunion<\/p>\n<p class=\"basetext\">Sein Vortrag in Cuxhaven begann Espenschied mit einem Blick ins Jahr 1870 und dem Deutsch-Franz\u00f6sischen Krieg. \u00dcber die Katastrophen des Ersten und Zweiten Weltkriegs &#8211; &#8222;Europa hat sich durch zwei Weltkriege selbst in den Abgrund geritten&#8220; &#8211; f\u00fchrte er die Zuh\u00f6rer bis in die Nachkriegszeit.<\/p>\n<p class=\"basetext\">Im Mittelpunkt stand Robert Schuman, der &#8222;Vater Europas&#8220;. Dessen Plan: ein gemeinsamer Markt f\u00fcr Kohle und Stahl, um k\u00fcnftige Kriege zwischen Frankreich und Deutschland unm\u00f6glich zu machen. Am 18. April 1951 wurde die Montanunion gegr\u00fcndet &#8211; der erste Schritt zur heutigen EU. &#8222;Konflikte werden nicht mehr auf den Schlachtfeldern ausgetragen, sondern an Konferenztischen in Stra\u00dfburg beigelegt&#8220;, so Espenschied.<\/p>\n<p class=\"basetext cnv-text-em\">Die EU &#8211; mehr als ein Wirtschaftsprojekt<\/p>\n<p class=\"basetext\">Espenschied machte deutlich, dass die EU &#8222;wichtig f\u00fcr unser aller Leben&#8220; sei und f\u00fcr &#8222;Freiheit, Wohlstand und Selbstbestimmung&#8220; stehe. Er entkr\u00e4ftete den Vergleich mit der Schweiz: Diese habe zwar bilaterale Abkommen, k\u00f6nne aber nicht mitentscheiden. F\u00fcr Deutschland bringe die EU Vorteile wie weniger B\u00fcrokratie im Export, Verbraucherschutz, gemeinsame Standards &#8211; vom Energie-Label bis zum USB\u2011C-Anschluss &#8211; und wirtschaftliche St\u00e4rke gegen\u00fcber Handelspartnern wie den USA.<\/p>\n<p class=\"basetext\">Auch allt\u00e4gliche Errungenschaften wie das Ende der Roaming-Geb\u00fchren oder Austauschprogramme f\u00fcr \u00fcber eine Million junge Menschen j\u00e4hrlich seien Teil des europ\u00e4ischen Projekts. &#8222;Allt\u00e4gliches f\u00e4llt nicht auf &#8211; wenn es weg w\u00e4re, dann schon&#8220;, warnte er.<\/p>\n<p class=\"basetext cnv-text-em\">Herausforderungen und Appell an die Jugend<\/p>\n<p class=\"basetext\">Auf die Frage nach der Zukunft Europas antwortete Espenschied, die EU werde von innen und au\u00dfen bedroht &#8211; nicht nur durch Staaten wie Russland oder China, sondern auch durch demokratiefeindliche Kr\u00e4fte. Die n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahre seien entscheidend. &#8222;Wir m\u00fcssen uns als Europ\u00e4er zusammentun, um Leuten wie Donald Trump zu widerstehen&#8220;, sagte er im Kontext gemeinsamer Interessen und einer zunehmend unsicheren Weltordnung.<\/p>\n<p class=\"basetext\">An die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler gerichtet, appellierte er: &#8222;Macht bitte mit. Setzt euch daf\u00fcr ein. Mit Demokratie kann man eine Menge machen.&#8220;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"cnv-news-image-inline--img\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/csm_47685776_e474fc96f4.jpeg\" data-alt-override=\"true\" data-htmlarea-file-table=\"sys_file\" data-htmlarea-file-uid=\"250541\" data-title-override=\"true\" width=\"635\" height=\"358\"\/><\/p>\n<p>Ungef\u00e4hr 160 Personen h\u00f6rten Ingo Espenschieds ersten und nicht-\u00f6ffentlichen Vortragsteil an der BBS an. Foto: Rahn<\/p>\n<p class=\"basetext cnv-text-em\">Ein Blick \u00fcber den Tellerrand<\/p>\n<p class=\"basetext\">Zum Brexit berichtete ein Sch\u00fcler von Visumspflichten und hohen Preisen in London. Espenschied ordnete ein: London sei ohnehin teuer, zudem litten Warenstr\u00f6me aus Europa. Auch die Schweiz kam zur Sprache &#8211; ein &#8222;Sonderweg&#8220;, der bewusst gew\u00e4hlt sein m\u00fcsse.<\/p>\n<p class=\"basetext cnv-text-em\">Demokratie ist keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit<\/p>\n<p class=\"basetext\">Der Vortrag endete nach einer Stunde, doch die Botschaft hallte nach: Die EU ist nicht perfekt, Reformen seien n\u00f6tig &#8211; &#8222;aber sie ist auch eine Errungenschaft&#8220;. Espenschied erinnerte daran, dass Demokratien nicht \u00fcber Nacht verschwinden, sondern schleichend erodieren k\u00f6nnen. Deshalb gelte es, rechtzeitig zu handeln.<\/p>\n<p class=\"basetext\">Die Geschichte der EU zeigt: Frieden, Freiheit und Wohlstand sind das Ergebnis harter Arbeit und gemeinsamer Werte. Diese zu bewahren, ist Aufgabe aller &#8211; gerade in einer Zeit, in der demokratische Grundprinzipien weltweit unter Druck geraten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Von Max Martin Rahn Am 12. 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