{"id":426989,"date":"2025-09-16T10:35:11","date_gmt":"2025-09-16T10:35:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/426989\/"},"modified":"2025-09-16T10:35:11","modified_gmt":"2025-09-16T10:35:11","slug":"ford-baut-bis-zu-1000-weitere-stellen-in-koeln-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/426989\/","title":{"rendered":"Ford baut bis zu 1000 weitere Stellen in K\u00f6ln ab"},"content":{"rendered":"<ol class=\"a-toc__list\">\n<li class=\"a-toc__item&#10;          &#10;            a-toc__item--counter&#10;          &#10;            a-toc__item--current\">\n<p>              Ford baut bis zu 1000 weitere Stellen in K\u00f6ln ab<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>Es war der damalige Oberb\u00fcrgermeister Konrad Adenauer, der Ford nach K\u00f6ln holte. Seit 1930 produziert Ford dort Autos. In den vergangenen Jahren wurden erhebliche Mittel investiert, um das Werk fit f\u00fcr die Produktion von Elektroautos zu machen. Doch derzeit ist die Nachfrage nach Explorer, Capri und Puma Gen E schwach. Deshalb hat Ford angek\u00fcndigt, seinen Sparkurs zu versch\u00e4rfen und weitere 1000 Stellen in der Produktion abzubauen.<\/p>\n<p>Modernes Werk im Ein-Schicht-Betrieb<\/p>\n<p>Im Januar stelle man vom bisherigen Zwei-Schicht-Betrieb auf Ein-Schicht-Betrieb um, teilte das Unternehmen in K\u00f6ln mit. Schon vor knapp einem Jahr hatte das Management einen Sparplan verk\u00fcndet, der zu scharfen Protesten und dem ersten Streik in der Geschichte der K\u00f6lner Ford-Werke gef\u00fchrt hatte. Erst k\u00fcrzlich hatten die Besch\u00e4ftigten diesen Sparplan akzeptiert.<\/p>\n<p>Das 2024 eingeleitete Vorhaben sieht vor, an dem Standort bis Ende 2027 insgesamt 2900 Stellen einzusparen. Das betrifft Verwaltung, Entwicklung und andere Bereiche. Die Mitarbeiter sollen freiwillig gehen und Abfindungen bekommen oder in Altersteilzeit gehen. Dieses Sparvorhaben wird nun erweitert um bis zu 1000 Stellen. Die genaue Zahl steht nicht fest.<\/p>\n<p>Erst einmal soll mit der Arbeitnehmerseite gesprochen werden, m\u00f6glicherweise sind es am Ende knapp unter 1000. Der Zeitdruck ist hoch: Schon im Januar 2026 soll die Zahl der Arbeitspl\u00e4tze entsprechend reduziert sein. Sollten die Pl\u00e4ne umgesetzt werden, h\u00e4tte Ford in gut zwei Jahren nur noch etwa 7600 Besch\u00e4ftigte. Ende des vergangenen Jahrzehnts waren es rund 20.000 gewesen.<\/p>\n<p>Attraktives Angebot f\u00fcr Aussteiger<\/p>\n<p>Am 16. September erkl\u00e4rte das Ford-Management den Besch\u00e4ftigten der Produktion die Notwendigkeit der Ma\u00dfnahme. &#8222;Wir sind uns der Auswirkungen auf unsere Mitarbeitenden bewusst und setzen uns daf\u00fcr ein, die Betroffenen bestm\u00f6glich zu unterst\u00fctzen&#8220;, hie\u00df es von dem Unternehmen. &#8222;In diesem Zusammenhang werden wir freiwillige Abfindungspakete anbieten.&#8220; Die Konditionen f\u00fcr das freiwillige Ausscheiden werden aus dem ersten Sparprogramm \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>Das von der IG Metall ausverhandelte Abfindungspaket gilt als relativ attraktiv f\u00fcr Arbeitnehmer. Die Einsparungen schlie\u00dfen betriebsbedingte K\u00fcndigungen vorerst aus. Sollte der Personalabbau aber deutlich unter den Erwartungen liegen und sollten zu wenige Besch\u00e4ftigte freiwillig gehen, wird der Druck schrittweise erh\u00f6ht und am Ende k\u00f6nnte Ford doch noch betriebsbedingt k\u00fcndigen.<\/p>\n<p>Ford begr\u00fcndet den neuen Personalabbau nun damit, dass die Nachfrage nach elektrischen Pkw in Europa deutlich unter den urspr\u00fcnglichen Branchenprognosen liege. Als die Firma Milliarden in das K\u00f6lner Elektrowerk investierte, ging sie im Jahr 2023 von einem Elektro-Anteil von 35\u00a0Prozent aller verkauften Autos am Markt insgesamt aus. Im R\u00fcckblick war das zu optimistisch, laut KBA liegt der Anteil von Elektroautos inzwischen nur bei 18\u00a0Prozent.<\/p>\n<p>Zwei Milliarden investiert<\/p>\n<p>Das Werk in K\u00f6ln wurde auf Elektroproduktion umgestellt, was fast zwei Milliarden Euro kostete. Mit dem Schwenk auf die E-Mobilit\u00e4t waren die Amerikaner sp\u00e4t dran, die Konkurrenz war schon weiter. Dennoch machten die Investitionen der Belegschaft Mut, dass ihr Standort auch nach der Verbrennermotoren-\u00c4ra eine Zukunft haben k\u00f6nnte. Politprominenz kam zur Er\u00f6ffnung des Elektrowerks und hielt aufmunternde Reden, darunter der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und NRW-Ministerpr\u00e4sident Hendrik W\u00fcst (CDU).<\/p>\n<p>Doch der Start der Elektroauto-Produktion stand unter keinen guten Vorzeichen. Kurz zuvor hatte die Bundesregierung eine Elektro-Kaufpr\u00e4mie gestrichen, die Nachfrage nach Stromern sank rapide. Ausgerechnet in dieser Schw\u00e4chephase platzierte Ford zun\u00e4chst den Explorer, etwas sp\u00e4ter den Capri. Der Basispreis liegt derzeit offiziell bei knapp 40.000\u00a0Euro, wobei Ford schon im Konfigurator einen heftigen Nachlass gew\u00e4hrt \u2013 und damit etliche Nutzer von Dienstwagen ver\u00e4rgert, f\u00fcr die der Listenpreis eine steuerliche Relevanz hat.<\/p>\n<p>Der deutlich kleinere <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Elektroauto-Ford-Puma-Gen-E-Der-wird-es-schwer-haben-10186249.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Puma mit batterieelektrischem Antrieb<\/a> hat ein \u00e4hnliches Problem. Das Einstiegsmodell soll hier offiziell 36.900\u00a0Euro kosten, was f\u00fcr einen Klein-SUV mit 43-kWh-Batterie und 100\u00a0kW Ladeleistung \u00fcppig erscheint. Bei Renault kostet das Basismodell des \u00e4hnlich gro\u00dfen 4 momentan 29.400\u00a0Euro \u2013 und ist insgesamt keineswegs schlechter aufgestellt als der Ford.<\/p>\n<p>Steigender Marktanteil<\/p>\n<p>Laut Kraftfahrtbundesamt (KBA) wurden zwischen Januar und August in Deutschland rund 74.000 Ford-Pkw zugelassen, von denen rund 20.000 einen Elektroantrieb hatten. Hierbei inkludiert sind auch andere Elektroautos von Ford, die nicht in K\u00f6ln produziert werden \u2013 wie viele Elektroautos aus K\u00f6ln verkauft wurden, ist nicht bekannt. Der Marktanteil von Ford in Deutschland kletterte seit Jahresbeginn von 3 auf 4,5\u00a0Prozent. Es geht bergauf, aber auf niedrigem Niveau. Immerhin geht es nach oben \u2013 f\u00fcr Ford aber nicht steil genug. Mehrfach hatte das Unternehmen in seiner Produktion auf Kurzarbeit gesetzt, nun h\u00e4lt es aber strukturelle Ver\u00e4nderungen f\u00fcr n\u00f6tig und baut dauerhaft Personal ab.<\/p>\n<p>        Lesen Sie mehr zur Marke FordMehr anzeigenWeniger anzeigen<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:mfz@heise.de\" title=\"Martin Franz\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mfz<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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