{"id":427240,"date":"2025-09-16T12:50:17","date_gmt":"2025-09-16T12:50:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/427240\/"},"modified":"2025-09-16T12:50:17","modified_gmt":"2025-09-16T12:50:17","slug":"deutsche-kriegsschiffe-neue-vorwuerfe-gegen-netanjahu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/427240\/","title":{"rendered":"Deutsche Kriegsschiffe: Neue Vorw\u00fcrfe gegen Netanjahu"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/netanjahu-282.webp\" alt=\"Israels Premierminister Benjamin Netanjahu.\" title=\"Israels Premierminister Benjamin Netanjahu. | picture alliance \/ ASSOCIATED PRESS | Nathan Howard\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>\n            Stand: 16.09.2025 14:34 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Eine israelische Untersuchungskommission sch\u00e4rft die Vorw\u00fcrfe gegen Premierminister Netanjahu wegen der Marinegesch\u00e4fte mit Deutschland, mit Folgen f\u00fcr den Premier und neuen Erkenntnissen \u00fcber das deutsch-israelische Verh\u00e4ltnis.<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von Stefan Buchen<\/p>\n<p class=\"\">Israel bezieht seit Jahrzehnten Marineschiffe aus Deutschland, vom Hersteller Thyssenkrupp. Es geht vor allem um U-Boote. Mit Beginn seiner zweiten Amtszeit im Fr\u00fchjahr 2009 trieb Langzeitregierungschef Benjamin Netanjahu diese Gesch\u00e4fte ma\u00dfgeblich voran. Sein wichtigster politischer Partner auf der deutschen Seite war Langzeitkanzlerin Angela Merkel (CDU). Die Marinegesch\u00e4fte mit Deutschland sind seit 2021 Gegenstand eines Strafverfahrens wegen Bestechung vor dem Bezirksgericht in Tel Aviv. Seit 2022 befasst sich in Israel zudem eine Untersuchungskommission unter F\u00fchrung des pensionierten Richters Asher Grunis mit den Marinegesch\u00e4ften.<\/p>\n<p>    Neuer Beschluss belastet Netanjahu<\/p>\n<p class=\"\"><a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/fernsehen\/sendungen\/panorama\/archiv\/2025\/korruption-deutsche-u-boote-fuer-israel,israel-uboote-korruption-100.html\" title=\"Korruption: Deutsche U-Boote f\u00fcr Israel\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wie berichtet<\/a>, zog die Grunis-Kommission im Juni 2024 ein Zwischenfazit, das Premierminister Netanjahu schwer belastet. Mit seiner Beschaffungspolitik in Deutschland habe Netanjahu u.a. die nationale Sicherheit und die wirtschaftlichen Interessen des Staates Israel gef\u00e4hrdet, hei\u00dft es da. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr dieses f\u00fcr Netanjahu verheerende Zwischenfazit hat die Kommission jetzt in einem neuen Beschluss n\u00e4her ausgef\u00fchrt. Ausl\u00f6ser f\u00fcr das neue Dokument ist die bisherige Weigerung Netanjahus und der anderen in dem Zwischenfazit kritisierten Personen, Stellung zu den Vorw\u00fcrfen zu nehmen. &#8222;Zu vage&#8220; seien die Vorw\u00fcrfe, als dass man darauf reagieren k\u00f6nne, hatte ein Anwalt die Kommission wissen lassen. Also gut, m\u00fcssen sich Asher Grunis und seine vier Kollegen gesagt haben, da habt Ihr\u00b4s. Der 39-seitige Beschluss ist spektakul\u00e4r. Es wirft ein Schlaglicht auf die Regierungsf\u00fchrung von Benjamin Netanjahu und auf seinen Pakt mit Angela Merkel und Thyssenkrupp.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/netanjahu-u-boot-100.webp\" alt=\"Benjamin Netanjahu hisst eine israelische Flagge an Bord eines U-Boots.\" title=\"Benjamin Netanjahu hisst eine israelische Flagge an Bord eines U-Boots. | picture alliance\/dpa, Abir Sultan\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Ein Gericht in Israel geht dem Verdacht nach, bei dem Gesch\u00e4ft sei Bestechungsgeld geflossen.<\/p>\n<p class=\"\">Aus deutscher Sicht ist das durchaus unangenehm. Denn die Kommission beleuchtet Vorg\u00e4nge, die in der politischen Kultur der BRD &#8222;geheim&#8220; sind, etwa den Verlauf von Verhandlungen zwischen Merkel und Netanjahu sowie diskrete Absprachen, die beide dabei trafen. Die Kommission hat daf\u00fcr Tausende israelische Regierungsdokumente ausgewertet und etwa 150 Zeugen befragt. Die ehemalige Bundeskanzlerin erscheint in den 39 Seiten wie eine Exportagentin von Thyssenkrupp. Sie wollte, dass die R\u00fcstungssparte des Essener Konzerns m\u00f6glichst viele Marineschiffe verkauft, nicht nur an Israel, sondern auch an das Nachbarland \u00c4gypten. Dabei war, wie die Kommission enth\u00fcllt, Netanjahu ihr perfekter Verb\u00fcndeter. Denn dieser winkte die Exporte nach \u00c4gypten durch, obwohl der Verkauf deutscher U-Boote in das arabische Nachbarland vom israelischen Sicherheitsapparat kritisch gesehen wurde. Das Verteidigungsministerium etwa war dagegen.<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/merkel-netanjahu-100.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/merkel-netanjahu-100.webp\" alt=\"Merkel und Netanjahu\" title=\"Netanjahu gab Merkel gr\u00fcnes Licht f\u00fcr den Verkauf von deutschen U-Booten an \u00c4gypten.  | picture alliance\/dpa | Ilia Yefimovich\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    Netanjahu gab Merkel gr\u00fcnes Licht f\u00fcr den Verkauf von deutschen U-Booten an \u00c4gypten. <\/p>\n<p class=\"\">In den besonderen bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel ist es \u00fcblich, dass die Bundesregierung ihren engen Partner um Zustimmung fragt, bevor Waffen an ein Nachbarland im Nahen Osten geliefert werden. Das geschah auch im Fall des Exports von zweimal zwei U-Booten an \u00c4gypten in den Jahren 2010-12 sowie 2014-15. Allein: Netanjahu gab Merkel laut Kommission sein Placet unter Umgehung aller in Israel zust\u00e4ndigen Gremien. Er verheimlichte dem Verteidigungsministerium beide Male \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum, dass er Kanzlerin Merkel gr\u00fcnes Licht f\u00fcr den Verkauf an den Nachbarn Israels gegeben hatte.<\/p>\n<p>    Enth\u00fcllungen der Untersuchungskommission<\/p>\n<p class=\"\">Die Grunis-Kommission enth\u00fcllt, wie Merkel sich Netanjahus Zustimmung f\u00fcr den Export nach \u00c4gypten buchst\u00e4blich erkaufte. Als Gegenleistung f\u00fcr die ersten beiden an \u00c4gypten verkauften U-Boote bot sie einen deutschen Finanzbeitrag auch f\u00fcr das sechste Thyssenkrupp-U-Boot f\u00fcr Israel. Merkel steuerte 135 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt bei. Bei den ersten f\u00fcnf U-Booten f\u00fcr Israel, f\u00fcr deren milit\u00e4rische Notwendigkeit es in Israel keine Meinungsverschiedenheiten gegeben hatte, war eine finanzielle Beteiligung Deutschlands von vornherein fest vereinbart gewesen. Beim U-Boot Nr. 6 war das nicht mehr so. Netanjahu hatte den Erwerb dieses sechsten U-Bootes gegen Widerst\u00e4nde in Armee und Verteidigungsministerium, wo diese Anschaffung als zu kostspielig und milit\u00e4risch nicht notwendig eingestuft wurde, durchgedr\u00fcckt.<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/untersuchungsausschuss-israel-100.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/untersuchungsausschuss-israel-100.webp\" alt=\"Das Dokument des Untersuchungsgremiums zum israelischen Kauf deutscher Schiffe.\" title=\"Das neu ver\u00f6ffentlichte Dokument der Grunis-Kommission. | NDR\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    Das neu ver\u00f6ffentlichte Dokument der Grunis-Kommission.<\/p>\n<p class=\"\">Die Untersuchungskommission spricht nun von einem &#8222;Verkn\u00fcpfungsgesch\u00e4ft&#8220; (&#8222;\u00b4isqat havila&#8220; im hebr\u00e4ischen Original). Merkel und Netanjahu haben danach den deutschen Geldzuschuss f\u00fcr das sechste Boot f\u00fcr Israel mit der israelischen Zustimmung f\u00fcr den Export von zwei Thyssenkrupp-U-Booten nach \u00c4gypten &#8222;verkn\u00fcpft&#8220;. Die Feststellung der Kommission erfolgt im Indikativ, als gesicherte Erkenntnis.<\/p>\n<p class=\"\">2014-15 folgt ein weiteres Verkn\u00fcpfungsgesch\u00e4ft, als Netanjahu vier Korvetten von Thyssenkrupp kaufen wollte. Merkel stimmte einem deutschen Anteil von 27,5 Prozent am Kaufpreis zu und erhielt im Gegenzug Netanjahus &#8222;Go&#8220; f\u00fcr den Export zweier weiterer U-Boote nach \u00c4gypten, alles aus dem Hause Thyssenkrupp.<\/p>\n<p class=\"\">Aus Sicht von Merkel gaben bei der Verkn\u00fcpfung zwischen den Exportgesch\u00e4ften mit Israel und \u00c4gypten wirtschaftliche Motive den Ausschlag. Thyssenkrupp sollte so viele Schiffe wie m\u00f6glich verkaufen, auch wenn es zu Lasten des deutschen und des israelischen Steuerzahlers ging. Urspr\u00fcnglich hatte die Bundesregierung auch politische Bedingungen f\u00fcr den Export weiterer U-Boote nach Israel gestellt. Netanjahu sollte Schritte in Richtung eines Friedens mit den Pal\u00e4stinensern nachweisen. Aber diese Bedingungen, die bei Netanjahu auf keine Gegenliebe stie\u00dfen, lie\u00df Merkel rasch wieder fallen. Netanjahu hatte deswegen sogar, <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/investigativ\/panorama\/u-boote-netanjahu-merkel-heusgen-100.html\" title=\"U-Boot-Gesch\u00e4ft: Netanjahu wollte, dass Merkels Berater entlassen wird \" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">wie von Panorama aufgedeckt,<\/a> die Entlassung von Merkels au\u00dfenpolitischem Berater Christoph Heusgen, der solch politische Bedingungen eingebracht hatte, verlangt.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/ins-drakon-100.webp\" alt=\"Das U-Boot &quot;INS Drakon&quot; ist im Kieler Hafen zu sehen.\" title=\"Das U-Boot &quot;INS Drakon&quot; ist im Kieler Hafen zu sehen. | picture alliance \/ SULUPRESS.DE\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Ein U-Boot-Deal zwischen Deutschland und Israel aus der Merkel-Zeit sorgte wiederholt f\u00fcr Aufregung. Panorama-Recherchen zeigen nun, dass Premier Netanjahu im Zuge der Verhandlungen die Entlassung von Merkel-Berater Heusgen forderte.<\/p>\n<p>    Netanjahus Doppelspiel<\/p>\n<p class=\"\">Dank der akribischen Aufarbeitung durch die israelische Untersuchungskommission wird klar: Das Bundeskanzleramt war sp\u00e4testens seit 2010 \u00fcber die Tricksereien von Netanjahu informiert. Man wei\u00df seitdem in Berlin genau, mit wem man es zu tun hat. Denn bez\u00fcglich der U-Boote 6 bis 9 f\u00fcr Israel (6 liegt fertig in Kiel, 7 bis 9 sind bestellt) und der U-Boote f\u00fcr \u00c4gypten gab es immer wieder erstaunte bis ungl\u00e4ubige Nachfragen anderer israelischer Akteure, vor allem aus dem Verteidigungsministerium, bei den Deutschen: ob die Deals tats\u00e4chlich abgeschlossen seien, ob Netanjahu tats\u00e4chlich seine Zustimmung f\u00fcr deutsche U-Boote an \u00c4gypten gegeben habe?<\/p>\n<p class=\"\">F\u00fcr die Bundesregierung lag offen zu Tage, dass Netanjahu die Marinegesch\u00e4fte mit Thyssenkrupp an den zust\u00e4ndigen Gremien vorbei, unter Einweihung weniger Vertrauter, einf\u00e4delte und zum Abschluss brachte. Als ein neuer Deal mit Deutschland abgeschlossen war und sich intern nicht mehr verbergen lie\u00df, habe Netanjahu, so die Kommission, seinen innerisraelischen Kritikern eine stereotype Begr\u00fcndung f\u00fcr das eigenm\u00e4chtige Handeln geliefert: Er m\u00fcsse jetzt alles rasch mit Merkel unter Dach und Fach bringen, denn in Deutschland drohe bald eine Regierung, die R\u00fcstungsgesch\u00e4ften mit Israel nicht mehr so aufgeschlossen sei.<\/p>\n<p class=\"\">&#8222;Er \u201et\u00e4uschte&#8220;, &#8222;verheimlichte&#8220;, &#8222;erweckte den falschen Eindruck, dass&#8220; sind h\u00e4ufige Verben, mit denen die Untersuchungskommission auf den 39 Seiten das Handeln Netanjahus gegen\u00fcber den eigenen Institutionen beschreibt. Merkel war sich mit ihrem israelischen Gegen\u00fcber bei den Marinegesch\u00e4ften zwar weitgehend einig. Aber einmal bekam die Kanzlerin auch selbst Netanjahus Doppelspiel zu sp\u00fcren. Im August 2012 habe der israelische Premier im Gespr\u00e4ch mit Merkel pl\u00f6tzlich Ablehnung des Exports deutscher U-Boote an \u00c4gypten ge\u00e4u\u00dfert. Dieses Gespr\u00e4ch habe Netanjahu, im Gegensatz zu den vorangegangenen Unterredungen, in denen er genau diesem Gesch\u00e4ft bereits zugestimmt hatte, protokollieren lassen.<\/p>\n<p>    Die Rolle der &#8222;Bild&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">Passend erschien, wie die Kommission hervorhebt, am 6.9.2012 ein Artikel in der &#8222;Bild&#8220;-Zeitung. Darin hei\u00dft es: &#8222;Die israelische Regierung hat sich auf h\u00f6chster politischer Ebene bei der Bundesregierung \u00fcber die geplante Lieferung von zwei deutschen U-Booten (Typ 209) nach \u00c4gypten beschwert.&#8220; Eine \u00f6ffentlich inszenierte &#8222;Beschwerde&#8220;, obwohl Netanjahu dem deutschen Gesch\u00e4ft mit \u00c4gypten l\u00e4ngst zugestimmt hatte! Auch der <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/fernsehen\/sendungen\/panorama\/archiv\/2025\/Hamas-Geiseln-Welche-Rolle-spielte-Bild,hamasbild100.html\" title=\"Hamas-Geiseln: Welche Rolle spielte &quot;Bild&quot;?\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pakt Netanjahus mit der &#8222;Bild&#8220;-Zeitung<\/a> ist der Kommission also eine Erw\u00e4hnung wert.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/israelprotest106.webp\" alt=\"Israelis demonstrieren f\u00fcr die Freilassung aller Geiseln in der Gewalt der Hamas\" title=\"Israelis demonstrieren f\u00fcr die Freilassung aller Geiseln in der Gewalt der Hamas | picture alliance\/dpa\/AP, Ariel Schalit\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Das Blatt ver\u00f6ffentlichte ein Geheimpapier der Hamas und half so Premier Netanjahu aus der Klemme. Zentrale Figuren der Aff\u00e4re sind in Israel mittlerweile angeklagt.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/urikh-100.webp\" alt=\"Jonathan Urikh war langj\u00e4hrigen Berater des israelischen Premierministers Netanjahu.\" title=\"Jonathan Urikh war langj\u00e4hrigen Berater des israelischen Premierministers Netanjahu. | Flash90\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>In der Aff\u00e4re um den Geheimnisverrat an die &#8222;Bild&#8220;-Zeitung k\u00fcndigte die israelische Staatsanwaltschaft eine Anklage gegen den Netanjahu-Vertrauten Urikh an. <\/p>\n<p>    Netanjahus Motive<\/p>\n<p class=\"\">Das Handlungsmotiv von Merkel wird \u00fcberdeutlich: Die maximale F\u00f6rderung deutscher R\u00fcstungsexporte. Netanjahus Motive werden in den 39 Seiten zwar nicht direkt angesprochen. Aber unweigerlich entsteht beim Leser die Frage: Warum macht Netanjahu das? Hat er pers\u00f6nlich profitiert? Die Kommission arbeitet heraus, dass Netanjahu und seine Vertrauten auf der einen Seite und Thyssenkrupp auf der anderen jedes Kaufprojekt definiert und vorangetrieben haben. Hier wird &#8211; unausgesprochen &#8211; der Bogen zu dem Strafprozess in Tel Aviv geschlagen.<\/p>\n<p class=\"\">Vor dem Bezirksgericht sind der ehemalige Verkaufsagent von Thyssenkrupp in Israel, Michael Ganor, und fr\u00fchere Mitarbeiter aus Netanjahus B\u00fcro wegen Bestechungsdelikten angeklagt. Netanjahu selbst blieb bisher von einer Anklage verschont. Das kann die Untersuchungskommission \u00e4ndern. Sollte ihr Abschlussbericht die Vorw\u00fcrfe gegen Netanjahu weiter sch\u00e4rfen, kann am Ende auch eine Anklage gegen ihn stehen. Alle Sachkundigen sind sich einig: Ein solcher Strafprozess w\u00e4re f\u00fcr den Langzeitregenten gef\u00e4hrlicher als die bisher gegen ihn erhobenen Anklagen wegen Bestechlichkeit. U-Boote und Korvetten sind eben eine Nummer gr\u00f6\u00dfer als Zigarren und Champagnerflaschen.<\/p>\n<p class=\"\">Weder Thyssenkrupp noch Netanjahu m\u00f6chten auf Panorama-Anfrage den Beschluss der Untersuchungskommission kommentieren. Angela Merkel ist im Ruhestand. Unsere Anfrage lie\u00df sie unbeantwortet. Nach einer Anfrage im Juli verwies sie auf das Bundeskanzleramt. Dort seien die Vorg\u00e4nge &#8222;veraktet&#8220;, lie\u00df die Altkanzlerin \u00fcber eine Sprecherin ausrichten. Das Bundeskanzleramt verweigert jedoch jeden Kommentar zu dem Beschluss der israelischen Untersuchungskommission. Umso dankbarer muss die deutsche \u00d6ffentlichkeit f\u00fcr die Aufkl\u00e4rungsarbeit unter Richter a.D. Asher Grunis sein.<\/p>\n<p class=\"\">Die Ergebnisse sind nicht nur von zeithistorischem Interesse. Der haupts\u00e4chlich kritisierte israelische Regierungschef ist bekanntlich nicht im Ruhestand, sondern nach wie vor im Amt. Die amtierende Bundesregierung muss ihr Verh\u00e4ltnis zu Netanjahu, der nun seit fast zwei Jahren Krieg f\u00fchrt, definieren. Sie tut sich dabei schwer. Friedrich Merz kann sich jedenfalls nicht darauf berufen, dass er erst seit Kurzem wisse, mit wem er es zu tun hat. In den Akten des Bundeskanzleramts kann er, wie uns die israelische Untersuchungskommission lehrt, reichhaltiges Anschauungsmaterial finden, das bis 2009 zur\u00fcckreicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 16.09.2025 14:34 Uhr Eine israelische Untersuchungskommission sch\u00e4rft die Vorw\u00fcrfe gegen Premierminister Netanjahu wegen der Marinegesch\u00e4fte mit Deutschland,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":427241,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[331,3924,332,3922,3364,29,30,13,411,19814,14,3923,6000,975,15,3921,12,779,8821],"class_list":{"0":"post-427240","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-deutschland","10":"tag-aktuelle-news","11":"tag-aktuelle-news-aus-deutschland","12":"tag-de","13":"tag-deutschland","14":"tag-germany","15":"tag-headlines","16":"tag-israel","17":"tag-merkel","18":"tag-nachrichten","19":"tag-nachrichten-aus-deutschland","20":"tag-nahost","21":"tag-netanjahu","22":"tag-news","23":"tag-news-aus-deutschland","24":"tag-schlagzeilen","25":"tag-thyssenkrupp","26":"tag-u-boote"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115214066534891408","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/427240","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=427240"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/427240\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/427241"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=427240"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=427240"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=427240"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}