{"id":427278,"date":"2025-09-16T13:11:11","date_gmt":"2025-09-16T13:11:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/427278\/"},"modified":"2025-09-16T13:11:11","modified_gmt":"2025-09-16T13:11:11","slug":"unternehmen-in-fellbach-beim-hoergeraete-hersteller-sonova-gibt-jetzt-eine-frau-den-ton-an-startseite","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/427278\/","title":{"rendered":"Unternehmen in Fellbach: Beim H\u00f6rger\u00e4te-Hersteller Sonova gibt jetzt eine Frau den Ton an &#8211; Startseite"},"content":{"rendered":"\n<p>Zumal Christina Cantarell nicht nur Frau ist, sondern auch aus dem Ausland stammt und fachlich auf den ersten Blick nicht viel mit Klangquellen und Signalverarbeitungs-Chips zu tun hat. Ihren Bachelor hat die in Barcelona aufgewachsene Mutter von zwei T\u00f6chtern in Chemie gemacht, im Anschluss kam ein Master in medizinischer Kommunikation in den Karriere-Rucksack \u2013 keine Themen, bei denen sich H\u00f6rakustik-Ingenieure und Marketing-Experten normalerweise zu Hause f\u00fchlen.<\/p>\n<p>Der Kaffeeautomat in der Chefetage flog schon in der ersten Woche raus <\/p>\n<p>Vermutlich allerdings ist exakt das auch der Grund, weshalb Sonova bei der Suche f\u00fcr den Deutschland-Chefposten auf die 44-j\u00e4hrige Spanierin kam. Christina Cantarell, nach erfolgreich absolviertem Studium bei Microsoft ins Berufsleben gestartet, werden ausgezeichnete Kommunikationsf\u00e4higkeiten nachgesagt \u2013 und das Talent, zwischen den Interessen verschiedenster Fachbereiche zu vermitteln. <\/p>\n<p>Seit 2017 ist die sechs Sprachen beherrschende Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin im <a href=\"https:\/\/www.krzbb.de\/thema\/Unternehmen\" title=\"Unternehmen\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Unternehmen<\/a>, sie hat die Tochterfirma Unitron in Spanien und Portugal geleitet und sich als Chefin des spanischen Sonova-Ablegers intern einen Ruf als erfolgreiche Managerin mit menschlicher Note gemacht. \u201eWenn sie einen fragt, wie es einem geht, ist das nie nur eine Floskel, sondern immer ehrliches Interesse\u201c, sagen Mitarbeiter \u00fcber die Frau aus Barcelona.<\/p>\n<p>Erz\u00e4hlt wird auch, dass der Kaffeeautomat auf der Chefetage nach dem Dienstantritt von Cristina Canterell nur noch eine extrem verk\u00fcrzte Lebenszeit hatte. Nach nur einer Woche flog die Maschine raus \u2013 nicht, weil sie einen nur labbrigen Cortado fabriziert h\u00e4tte, sondern sich die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin auf dem Weg in die tieferen Etagen mehr Kontakt mit den Mitarbeitern erhoffte.<\/p>\n<p>Seit gut einem Jahr ist Cristina Cantarell bei Sonova Deutschland, einer Firma, die unter diesem Namen kaum jemand kennt. Gel\u00e4ufig ist das Unternehmen allenfalls Radsport-Enthusiasten, au\u00dferhalb der H\u00f6rakustik-Branche wissen die wenigsten etwas mit dem Unternehmen anzufangen. Die Deutschland-Zentrale mit ihren immerhin 120 Mitarbeitern sitzt vergleichsweise versteckt in einer Seitenstra\u00dfe im Gewerbegebiet des Fellbacher Teilorts Oeffingen \u2013 kein Ort, an dem man einen f\u00fchrenden H\u00f6rger\u00e4tehersteller mit neunstelligen Umsatzzahlen vermuten w\u00fcrde. <\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/media.media.20751b15-4f63-408e-bb9c-b2ce5b14f697.original1024.media.jpeg\"\/>     F\u00fcr die meisten Menschen ist ein H\u00f6rger\u00e4t mit den Attributen \u201ealt, krank und taub\u201c verbunden.    Foto: dpa    <\/p>\n<p>Das liegt zum einen daran, dass sich Sonova nicht im Endkundengesch\u00e4ft tummelt, sondern den Fachhandel mit seinen Produkten beliefert. Zum anderen sind Verbrauchern allenfalls die Markennamen bekannt, mit denen die Sonova ihr Geld verdient. Zum H\u00f6rger\u00e4te-Portfolio geh\u00f6ren die etablierten Marken Phonak, Unitron und Hansaton sowie das auf implantierbare Systeme spezialisierte Kundensegment Advanced Bionics.<\/p>\n<p>Mit den Produktreihen und weltweit 18 000 Besch\u00e4ftigten hat die in St\u00e4fa in der Schweiz sitzende Sonova Holding vergangenes Jahr einen Umsatz von fast 4,2 Milliarden Euro gemacht, der Gewinn lag weit \u00fcber der 500-Millionen-Euro-Marke. Das Wachstum h\u00e4ngt mit dem demografischen Wandel zusammen, die H\u00f6rger\u00e4te-Branche profitiert von einer \u00e4lter werdenden Gesellschaft. Steigerungsraten von vier Prozent und mehr stehen bei Sonova in den B\u00fcchern.<\/p>\n<p>Und der Markt hat noch viel, viel mehr Geld zu bieten. \u201eIn Deutschland leiden etwa neun Millionen Erwachsene an einem H\u00f6rverlust. Es tragen aber nur vier Millionen Menschen auch ein H\u00f6rger\u00e4t\u201c, sagt Cristina Cantarell.<\/p>\n<p>Das liegt zum einen an der Scham, auf technische Hilfsmittel angewiesen zu sein. Zum anderen stehen H\u00f6rhilfen \u2013 anders als etwa Brillen \u2013 noch immer f\u00fcr das Thema Alter.<\/p>\n<p> Den KI-Chip Deepsonic hat Sonova an 22 Millionen Klangbeispielen trainiert <\/p>\n<p>\u201eNiemand steht morgens auf und sagt: Schatz, heute gehen wir H\u00f6rger\u00e4te kaufen\u201c, bringt die Spanierin die Vorbehalte der Kundschaft auf den Punkt. Nein, ein H\u00f6rger\u00e4t tr\u00e4gt niemand wegen knallig bunter Farben oder modischer Designs. Ein H\u00f6rger\u00e4t besorgt man sich nur, wenn man es braucht. Dabei k\u00f6nnten Entwicklungen wie der KI-Chip Deepsonic, der f\u00fcr mehr Sprachklarheit an mehr als 22 Millionen Klangbeispielen trainiert ist, um unerw\u00fcnschte St\u00f6rger\u00e4usche auszufiltern, durchaus auch Technik-Freaks begeistern.<\/p>\n<p>Ein Training bekam \u00fcbrigens auch die neue Chefin, als sie mit ihrem als Sicherheitsingenieur in der Kosmetikbranche arbeitenden Mann und den beiden T\u00f6chtern nach Waiblingen gezogen ist. Per Kurzlehrgang wurde die Spanierin \u00fcber Kehrwoche und kulturelle Unterschiede aufgekl\u00e4rt.\u00a0<\/p>\n<p>Die Direktheit der Deutschen beispielsweise ist f\u00fcr S\u00fcdeurop\u00e4er eher ungewohnt. \u201eIn Spanien baut man im Gespr\u00e4ch erst eine Beziehung auf, bevor es ums Gesch\u00e4ft geht, aber Deutschland ist ein Faktenland\u201c, sagt Cristina Cantarell \u00fcber die Eingew\u00f6hnung an vermeintlich fehlende Umgangsformen. <\/p>\n<p>Auch dass \u00dcberp\u00fcnktlichkeit kein Zeichen f\u00fcr eine Panikattacke sein muss, musste die Top-Managerin erst lernen. \u201eIn Spanien ist es auch noch p\u00fcnktlich, wenn man sich um 10.03 Uhr in ein Video-Meeting schaltet, das auf 10 Uhr angesetzt ist. In Deutschland sind viele Kollegen aber auch schon um 9.58 Uhr online pr\u00e4sent. Am Anfang dachte ich echt, die zittern alle vor mir\u201c, erz\u00e4hlt sie. <\/p>\n<p> \u201eMan braucht nicht megakluge Leute. Man braucht Menschen, die sich wohlf\u00fchlen\u201c <\/p>\n<p>Inzwischen allerdings wei\u00df Cristina Cantarell nicht nur um die Eigenheiten ihrer Mitarbeiter, sondern auch, dass man sich in Deutschland in eine Warteschlange stellen muss, bis man beim Einkauf an der Reihe ist. Als gr\u00f6\u00dften Erfolg ihrer Startphase in Oeffingen nennt sie bezeichnenderweise nicht die wachsenden Marktanteile, sondern das Ergebnis einer Mitarbeiterumfrage. <\/p>\n<p>Die hat Sonova Deutschland auch im internen Vergleich Top-Werte bei der Zufriedenheit mit dem Arbeitgeber und einer \u00e4u\u00dferst geringen Fluktuationsrate beschert. \u201eMan braucht nicht megakluge Leute. Man braucht Menschen, die sich wohlf\u00fchlen\u201c, sagt Cristina Cantarell.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zumal Christina Cantarell nicht nur Frau ist, sondern auch aus dem Ausland stammt und fachlich auf den ersten&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":427279,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[1634,3364,29,6725,3236,30,8760,111907,1441,173],"class_list":{"0":"post-427278","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-baden-wuerttemberg","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-fellbach","12":"tag-frauen","13":"tag-germany","14":"tag-rems-murr-kreis","15":"tag-sonova","16":"tag-stuttgart","17":"tag-unternehmen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115214148228992391","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/427278","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=427278"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/427278\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/427279"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=427278"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=427278"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=427278"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}