{"id":427360,"date":"2025-09-16T13:55:11","date_gmt":"2025-09-16T13:55:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/427360\/"},"modified":"2025-09-16T13:55:11","modified_gmt":"2025-09-16T13:55:11","slug":"leinwandidol-ohne-starallueren-robert-redford-ist-tot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/427360\/","title":{"rendered":"Leinwandidol ohne Starall\u00fcren: Robert Redford ist tot"},"content":{"rendered":"<p>Los Angeles (dpa) &#8211; Die Filmwelt trauert um ein Leinwandidol: Der US-Schauspieler und Regisseur Robert Redford ist tot. Er starb im Alter von 89 Jahren in seinem Haus im US-Bundesstaat Utah, wie seine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur best\u00e4tigte.\u00a0<\/p>\n<p>Charmanter Gauner &#8211; und Rebell?<\/p>\n<p>Als charmanter Ganove war Redford vor mehr als 50 Jahren zum Hollywood-Star geworden. In der Western-Kom\u00f6die \u00abZwei Banditen\u00bb (1969, Originaltitel: Butch Cassidy and the Sundance Kid) raubte er zusammen mit Paul Newman Eisenbahnen und Banken aus. Ergraut, aber immer noch mit dem charismatisch-umwerfenden L\u00e4cheln, z\u00fcckte Redford in \u00abEin Gauner &amp; Gentleman\u00bb (2018) als alter Bankr\u00e4uber Forrest Tucker noch einmal die Waffen. Tucker habe Spa\u00df an seinem Gaunerleben gehabt, erz\u00e4hlte der Star damals dem \u00abSan Francisco Chronicle\u00bb. Er selber habe von klein auf eine rebellische Seite gehabt und sich immer wie ein Au\u00dfenseiter gef\u00fchlt.<\/p>\n<p>In dem Superhelden-Spektakel \u00abAvengers: Endgame\u00bb (2019) zeigte er als Agent Alexander Pierce seine B\u00f6sewicht-Seite. Diese Nebenrolle war sein letzter Auftritt vor der Filmkamera. Im Interview mit der Zeitschrift \u00abRolling Stone\u00bb sagte Redford im April 2021, dass er die Arbeit vor oder hinter der Kamera nicht vermisse. Diesen Job wollte er nun anderen \u00fcberlassen.<\/p>\n<p>Der lange Weg in die Filmwelt<\/p>\n<p>Sein Aufstieg in Hollywoods Star-Riege war eher holprig. Geboren wurde Redford im kalifornischen Santa Monica, am Rand der Filmmetropole. Als Sohn eines Buchhalters wuchs er in einfachen Verh\u00e4ltnissen auf. Ein Sport-Stipendium verschaffte ihm Zutritt zu der Universit\u00e4t von Colorado. Der junge Redford trampte durch Europa, verkaufte selbstgemalte Bilder und schaffte es schlie\u00dflich \u00fcber Umwege in eine New Yorker Schauspielschule.<\/p>\n<p>\u00abHollywood war nie mein Traumziel\u00bb, erz\u00e4hlte er 2013 dem Magazin \u00abEsquire\u00bb. Den Starrummel habe er nie ernst nehmen k\u00f6nnen. \u00abIch wurde nebenan geboren\u00bb, betonte Redford. Doch nach Filmen wie \u00abBarfu\u00df im Park\u00bb mit Jane Fonda und der Westernkom\u00f6die \u00abZwei Banditen\u00bb mit Paul Newman wurde Redford Ende der 1960er Jahre schnell zum Leinwandidol. Die stahlblauen Augen, das kantige Gesicht und der blonde Haarschopf halfen.<\/p>\n<p>Liebhaber auf der Leinwand, Privatleben im Verborgenen<\/p>\n<p>Auf der Leinwand gl\u00e4nzte er als Liebhaber, etwa mit Mia Farrow in \u00abDer gro\u00dfe Gatsby\u00bb (1974) oder an der Seite von Meryl Streep in dem preisgekr\u00f6nten Melodram \u00abJenseits von Afrika\u00bb (1985). Doch sein Privatleben hielt er stets unter Verschluss und aus den Schlagzeilen raus.<\/p>\n<p>Bereits mit 22 Jahren heiratete er die sp\u00e4tere Historikerin Lola Van Wagenen. Die Ehe der vierfachen Eltern wurde 1985 geschieden. Ihr erstgeborener Sohn starb im Alter von wenigen Monaten. Sohn James, ebenfalls Filmemacher, erlag 2020 mit 58 Jahren einer Krebserkrankung.<\/p>\n<p>Die zweite Hochzeit feierte Redford in Hamburg. Dort gab er 2009 seiner langj\u00e4hrigen deutschen Freundin, der Malerin Sibylle Szaggars, das Jawort. Auf Filmpartys sah man das Paar selten. Redford, der begeisterte Skifahrer, Reiter und Wanderer, lebte fernab vom Rummel in einem Landhaus im US-Staat Utah und in Nordkalifornien.\u00a0<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngige Film-Produktionen f\u00f6rdern<\/p>\n<p>In den Rocky Mountains rief er 1980 das \u00abSundance Institute\u00bb ins Leben. Inzwischen ist das Sundance-Festival das gr\u00f6\u00dfte US-Filmfest f\u00fcr unabh\u00e4ngige Produktionen &#8211; jedes Jahr trifft sich dort im Januar die Independent-Szene. Redford sah es als seine Mission, junge, kritische Stimmen zu f\u00f6rdern.\u00a0<\/p>\n<p>Er habe nichts gegen das Mainstream-Kino von Hollywood, sagte er 2016 bei der Er\u00f6ffnung. Doch ihm komme es vor allem darauf an, die Vielfalt von Independent-Produktionen zu unterst\u00fctzen. \u00abVielfalt kommt von dem Wort Unabh\u00e4ngigkeit, nach diesem Prinzip arbeiten wir hier\u00bb, betonte der Oscar-Preistr\u00e4ger.<\/p>\n<p>Aktivist auf und hinter der Leinwand<\/p>\n<p>Zudem war er ein engagierter Umweltaktivist und Natursch\u00fctzer. Seinen \u00abWeckruf\u00bb habe er 1989 erlebt, bei einer Konferenz in Denver, als zwei Wissenschaftler vor der Erderw\u00e4rmung warnten, sagte Redford 2021 dem \u00abRolling Stone\u00bb-Magazin.<\/p>\n<p>Auch auf der Leinwand oder im Regiestuhl bezog er h\u00e4ufig Position. Als Hauptdarsteller in der Wahl-Satire \u00abBill McKay &#8211; Der Kandidat\u00bb wurde er schon 1972 politisch. In dem Drama \u00abDie Unbestechlichen\u00bb (1976) verwandelte er sich mit Dustin Hoffman in die \u00abWatergate\u00bb-Sp\u00fcrhunde der \u00abWashington Post\u00bb, die Richard Nixon zu Fall brachten. In seinem wortlastigen Drama \u00abVon L\u00f6wen und L\u00e4mmern\u00bb (2007) thematisierte Redford Kriegslust und Inkompetenz in Washington, unkritischen Journalismus und Fernsehverdummung.<\/p>\n<p>H\u00f6chste Ehren<\/p>\n<p>Als Schauspieler lief er in dem \u00dcberlebensdrama \u00abAll Is Lost\u00bb mit 77 Jahren zur H\u00f6chstform auf. Er spielt einen Segler, der alleine auf seiner leck geschlagenen Jacht im Ozean treibt. Bei den Dreharbeiten ging er an seine k\u00f6rperlichen Grenzen. Doch die erhoffte Oscar-Nominierung f\u00fcr \u00abAll Is Lost\u00bb blieb 2014 \u00fcberraschend aus.<\/p>\n<p>Seine einzige Oscar-Gewinnchance als Schauspieler hatte Redford an der Seite von Paul Newman in der Gaunerkom\u00f6die \u00abDer Clou\u00bb (1973). Doch die Troph\u00e4e ging damals an Jack Lemmon f\u00fcr die Satire \u00abSave the Tiger\u00bb. In seiner langen Karriere gewann Redford nur einen Goldjungen, 1981 als Regisseur f\u00fcr seinen Deb\u00fctfilm \u00abEine ganz normale Familie\u00bb. Ein Trostpflaster: 2002 ehrte ihn die Filmakademie mit einer Troph\u00e4e f\u00fcr sein Lebenswerk.<\/p>\n<p>Mit 81 Jahren stand er dann zusammen mit Jane Fonda im Rampenlicht. Das Filmfest in Venedig verlieh den beiden Leinwandveteranen 2017 den Goldenen L\u00f6wen f\u00fcr ihr Lebenswerk. Dort stellten sie auch das Liebesdrama \u00abOur Souls at Night\u00bb vor, in dem sie Nachbarn spielen, die sich langsam ann\u00e4hern. \u00abIch wollte unbedingt wieder mit Jane arbeiten, bevor ich tot bin\u00bb, flachste Redford damals vor Reportern.<\/p>\n<p>\u00abIch w\u00fcrde alles wieder so machen\u00bb<\/p>\n<p>Auch zuvor \u00e4u\u00dferte er sich schon zufrieden \u00fcber sein Leben. \u00abIch w\u00fcrde alles wieder so machen, auch die Fehler, die geh\u00f6ren dazu, das ist Teil des Lebensprozesses\u00bb, sagte der Schauspieler und Regisseur 2013 der Deutschen Presse-Agentur, als er sein neuntes Regiewerk, den Politthriller \u00abThe Company You Keep &#8211; Die Akte Grant\u00bb, vorstellte. Er bedauerte also nichts? \u00abIm Beruflichen nichts, vielleicht im Privaten, aber das werde ich Ihnen nicht sagen.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Los Angeles (dpa) &#8211; Die Filmwelt trauert um ein Leinwandidol: Der US-Schauspieler und Regisseur Robert Redford ist tot.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":427361,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1843],"tags":[3364,29,92,30,8970,1209,64],"class_list":{"0":"post-427360","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenster","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-film","11":"tag-germany","12":"tag-muenster","13":"tag-nordrhein-westfalen","14":"tag-usa"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115214321531645798","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/427360","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=427360"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/427360\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/427361"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=427360"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=427360"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=427360"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}