{"id":427481,"date":"2025-09-16T15:00:28","date_gmt":"2025-09-16T15:00:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/427481\/"},"modified":"2025-09-16T15:00:28","modified_gmt":"2025-09-16T15:00:28","slug":"kinder-mit-migrationshintergrund-seltener-abschluesse-malteser-warnen-vor-mangelnder-integration","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/427481\/","title":{"rendered":"Kinder mit Migrationshintergrund seltener Abschl\u00fcsse \u2013 Malteser warnen vor mangelnder Integration"},"content":{"rendered":"<p>Kinder mit Einwanderungsgeschichte besuchen seltener Kitas, haben schlechtere Schulabschl\u00fcsse und geringere Berufsaussichten: Der \u201eMalteser Migrationsbericht 2025\u201c sieht weiter gro\u00dfe Integrationsdefizite. Auch B\u00fcrokratie und lange Verfahren bremsen den Zugang zum Arbeitsmarkt.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Kinder mit Einwanderungsgeschichte haben in Deutschland nach wie vor schlechtere Bildungschancen. Auch beim Einstieg in Ausbildung und Beruf bestehen f\u00fcr sie gro\u00dfe H\u00fcrden. Zu diesem Ergebnis kommt der neue \u201eMalteser Migrationsbericht 2025\u201c, den das<a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.eucken.de\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.eucken.de\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Walter-Eucken-Institut unter Leitung des Freiburger \u00d6konomen Lars Feld<\/a> vorgelegt hat und der WELT vorliegt. Der Bericht, der bereits zum f\u00fcnften Mal erscheint, will die Migrationsdebatte mit \u201eFakten statt Stimmungslage\u201c versachlichen.<\/p>\n<p>Die Zahlen sind eindeutig: Mehr als ein Drittel der Sch\u00fcler in Deutschland hat inzwischen eine Einwanderungsgeschichte. Doch diese Kinder erreichen seltener einen Schulabschluss. 74 Prozent der Menschen ohne Schulabschluss im Jahr 2023 hatten einen Migrationshintergrund, obwohl nur etwa ein Viertel der Bev\u00f6lkerung selbst oder mit beiden Eltern eingewandert ist.<\/p>\n<p>Auch bei der Berufsausbildung zeigt sich ein deutlicher Unterschied: Fast die H\u00e4lfte der Menschen ohne Berufsabschluss stammt aus Zuwandererfamilien. Zudem schneiden Kinder mit Einwanderungsgeschichte in standardisierten Leistungstests schlechter ab als ihre Altersgenossen ohne Migrationserfahrung. <\/p>\n<p>\u201eIm Vergleich zu ihren Altersgenossen ohne Einwanderungsgeschichte erzielen Kinder mit Einwanderungsgeschichte in Mathematik und Naturwissenschaften schlechtere Ergebnisse. Das darf nicht sein\u201c, sagte Feld <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/maltester-schlagen-alarm-deutschlands-schulen-haben-ein-migrationsproblem-68b7008f28ef4f2369ca99e6\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/maltester-schlagen-alarm-deutschlands-schulen-haben-ein-migrationsproblem-68b7008f28ef4f2369ca99e6&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">der \u201eBild\u201c-Zeitung<\/a>. \u201eWenn wir in diesem Bereich der Sozial- und Bildungspolitik nicht erfolgreich ansetzen, lassen wir ein enormes Potenzial f\u00fcr unser Land einfach brachliegen.\u201c<\/p>\n<p>Als Hauptursachen nennt der Bericht sprachliche Defizite und geringere fr\u00fchkindliche F\u00f6rderung. 14 Prozent der Kinder in \u00f6ffentlich gef\u00f6rderter Kindertagespflege sprechen in ihrer Familie kein Deutsch. Auch die Kita-Quote unterscheidet sich deutlich: 77 Prozent der Drei- bis Sechsj\u00e4hrigen mit Migrationshintergrund besuchen eine Einrichtung, bei Kindern ohne Migrationshintergrund liegt die Quote bei 99 Prozent. <\/p>\n<p>\u201eWer in Deutschland ohne Schul- oder Berufsabschluss bleibt, hat \u00fcberdurchschnittlich oft eine Einwanderungsgeschichte. Das darf uns nicht ruhen lassen\u201c, zitiert die \u201eBild\u201c-Zeitung auch Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Malteser Werke, Sebastian Schilgen.<\/p>\n<p>Ein Schwerpunkt des Berichts liegt in diesem Jahr auf der Arbeitsmarktintegration. Zwar habe sich seit 2015 viel bewegt \u2013 mehr Gefl\u00fcchtete h\u00e4tten Besch\u00e4ftigung gefunden. Doch nach wie vor w\u00fcrden langwierige Anerkennungsverfahren, fehlende Arbeitserlaubnisse und b\u00fcrokratische H\u00fcrden den Zugang zum Arbeitsmarkt bremsen. \u201eEine unklare Bleibeperspektive darf kein Argument gegen fr\u00fche Integration sein\u201c, schreibt Vorstandsvorsitzende des Malteser Hilfsdienstes, Elmar Pankau, im Vorwort des Berichts. \u201eFr\u00fche Integration ist keine Gro\u00dfz\u00fcgigkeit, sondern eine Investition in die Zukunft.\u201c<\/p>\n<p>Vertreter der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/bundesagentur-fuer-arbeit\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/bundesagentur-fuer-arbeit\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bundesagentur f\u00fcr Arbeit<\/a>, Caritas und Arbeitgeberverb\u00e4nden, die im Bericht zu Wort kommen, fordern daher mehr Pragmatismus und die Beschleunigung von Anerkennungsverfahren f\u00fcr ausl\u00e4ndische Qualifikationen. Wer arbeiten k\u00f6nne und wolle, solle nicht jahrelang auf Genehmigungen warten. Menschen unterhalb ihres Qualifikationsniveaus zu besch\u00e4ftigen, sei sowohl f\u00fcr die Betroffenen frustrierend als auch ein Verlust f\u00fcr den Fachkr\u00e4ftemarkt.<\/p>\n<p>Auch der Blick auf die aktuellen Migrationszahlen verdeutlicht die Brisanz: <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article256324952\/Ukrainer-sind-die-groesste-Gruppe-Zahl-der-Personen-im-Auslaenderzentralregister-steigt.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article256324952\/Ukrainer-sind-die-groesste-Gruppe-Zahl-der-Personen-im-Auslaenderzentralregister-steigt.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ende 2024 lebten rund 3,3 Millionen Schutzsuchende in Deutschland<\/a>. Die Nettozuwanderung sank deutlich: 2024 kamen 419.000 Menschen mehr ins Land als fortzogen sind, nur ein Drittel des H\u00f6chstwerts von 2022. <\/p>\n<p>Ursache ist haupts\u00e4chlich die r\u00fcckl\u00e4ufige Zuwanderung aus der Ukraine, der T\u00fcrkei und Syrien. Gleichwohl bleibt Migration ein zentrales Thema der Innenpolitik. Die neue Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat angek\u00fcndigt, <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article68933b73ecb6874199e8ce71\/EuGH-Urteil-Gruene-fordern-Ueberarbeitung-der-Liste-der-sicheren-Herkunftsstaaten.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article68933b73ecb6874199e8ce71\/EuGH-Urteil-Gruene-fordern-Ueberarbeitung-der-Liste-der-sicheren-Herkunftsstaaten.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die Liste sicherer Herkunftsstaaten zu erweitern<\/a>, den Familiennachzug f\u00fcr subsidi\u00e4r Schutzberechtigte vor\u00fcbergehend auszusetzen und die Westbalkanregelung zu begrenzen.<\/p>\n<p>Auch das Thema Sicherheit greift der Bericht auf. Allerdings mit einer deutlichen Warnung. Zwar stiegen die Zahlen in einigen Deliktgruppen, es m\u00fcsse hierbei aber auf methodische Verzerrungen hingewiesen werden: Schutzsuchende geraten h\u00e4ufiger ins Blickfeld der Beh\u00f6rden, was die Statistik beeinflusst. Ein einfacher Kausalzusammenhang zwischen Fluchtmigration und Kriminalit\u00e4t lasse sich daher nicht feststellen.<\/p>\n<p>cvb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kinder mit Einwanderungsgeschichte besuchen seltener Kitas, haben schlechtere Schulabschl\u00fcsse und geringere Berufsaussichten: Der \u201eMalteser Migrationsbericht 2025\u201c sieht weiter&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":427482,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[4568,50346,29,30,13,51874,111949,48612,14,15,110,12,10,8,9,11],"class_list":{"0":"post-427481","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-schulen","9":"tag-bildung-ks","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-headlines","13":"tag-integration-ks","14":"tag-malteser-hilfsdienst-ks","15":"tag-migration-ks","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-newsteam","19":"tag-schlagzeilen","20":"tag-top-news","21":"tag-top-meldungen","22":"tag-topmeldungen","23":"tag-topnews"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115214576769085595","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/427481","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=427481"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/427481\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/427482"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=427481"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=427481"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=427481"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}