{"id":427839,"date":"2025-09-16T18:17:14","date_gmt":"2025-09-16T18:17:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/427839\/"},"modified":"2025-09-16T18:17:14","modified_gmt":"2025-09-16T18:17:14","slug":"wegen-trump-kurs-deutschland-fuer-us-forschende-attraktiv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/427839\/","title":{"rendered":"Wegen Trump-Kurs: Deutschland f\u00fcr US-Forschende attraktiv"},"content":{"rendered":"<p>\t\t<a href=\"https:\/\/www.apotheken-umschau.de\/newsletter\/rueckenschmerzen?utm_source=apotheken-umschau&amp;utm_medium=fallback_banner_rectangle&amp;utm_campaign=nl-rueckenschmerzen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/rueckenschmerzen-nl_300x250px_rectangle_1.jpg\" width=\"300\" height=\"250\"\/><\/a><\/p>\n<p class=\"text\">Deutschland wird zunehmend attraktiv f\u00fcr Forscherinnen und Forscher aus den USA. Auf der Jahrestagung des German Academic International Network (GAIN) in Boston gab es Ende August gro\u00dfes Interesse am deutschen Forschungsstandort. Mehr als 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren vor Ort, darunter 300 Postdocs aus Deutschland, die in den USA forschen. Das sind deutlich mehr Besucherinnen und Besucher als in den Vorjahren.<\/p>\n<p class=\"text\">Auf der GAIN werben deutsche Hochschulen um deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den Vereinigten Staaten. Postdocs sind begehrt, da sie oft die Leitung einer Forschungsgruppe anstreben, also den n\u00e4chsten Schritt vor der Professur. Aufgrund der wissenschaftsfeindlichen Politik der US-Regierung scheinen die Forschenden nun zunehmend dar\u00fcber nachzudenken, die USA zu verlassen.<\/p>\n<p>                                    <img decoding=\"async\" class=\"cover\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/w55_h55_x1250_y703_online_laif-17.16306396-H-37f6e7d6c7cc08a9.jpg\" alt=\"Eine Frau mit einer gr\u00fcnen Kappe und einem schwarzen T-Shirt sitzt in einem Wartebereich mit grauen St\u00fchlen und CAPRISA-Logo an der Wand im Hintergrund.\" width=\"55\" height=\"55\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Die Verunsicherung ist gro\u00df<\/p>\n<p class=\"text\">Auf der GAIN war die Verunsicherung vieler Wissenschaftler zu sp\u00fcren, berichtet Peter Rosenbaum. Er ist Leiter des Internationalen B\u00fcros der TU Dresden und war in Boston vor Ort. \u201eDie K\u00fcrzungen in der mRNA-Forschung oder beim Klimaschutz und die Unsicherheit bei der Visa-Vergabe f\u00fchren dazu, dass sich viele deutsche Postdocs in den USA umorientieren\u201c, sagt Rosenbaum gegen\u00fcber der Apotheken Umschau. Einige w\u00fcrden eine R\u00fcckkehr nach Deutschland planen, andere lieber noch abwarten und beobachten, wie sich die politische Lage entwickelt.<\/p>\n<p class=\"text\">Auch Dr. Simone Schwanitz, Generalsekret\u00e4rin der Max-Planck-Gesellschaft (MPG), war auf der Jahrestagung dabei. \u201eGerade im Bereich der biomedizinischen Forschung gab es dieses Jahr ein sehr hohes Interesse an einer R\u00fcckkehroption nach Deutschland.\u201c Wegen der K\u00fcrzungen bei den Nationalen Gesundheitsinstituten (NIH), einer Beh\u00f6rde des US-Gesundheitsministeriums, k\u00f6nnen viele Forscherinnen und Forscher in den USA nur noch eingeschr\u00e4nkt arbeiten. Deutschland hingegen werde \u201eals attraktiver Forschungsstandort gesehen\u201c, sagt Schwanitz. Drei Tage lang hat die MPG junge Interessierte auf der GAIN beraten.<\/p>\n<p>USA immer noch f\u00fchrend in vielen Forschungsfeldern<\/p>\n<p class=\"text\">Was die deutschen Universit\u00e4ten besonders freut: Im Vergleich zu den vergangenen GAIN-Konferenzen h\u00e4tten diesmal auch US-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ohne deutsche Wurzeln Interesse am Forschungsstandort Deutschland gezeigt, sagt Peter Rosenbaum von der TU Dresden. Etablierte US-Professoren und Professorinnen blieben allerdings zur\u00fcckhaltend: \u201eTrotz der K\u00fcrzungen sind die USA in den meisten Forschungsfeldern f\u00fchrend und zahlen deutlich h\u00f6here Geh\u00e4lter\u201c, sagt Rosenbaum.<\/p>\n<p class=\"text\">Bereits im Februar hatten deutsche Universit\u00e4ten <a data-portal-ident=\"au\" href=\"https:\/\/www.apotheken-umschau.de\/gesundheitspolitik\/trumps-wissenschaftspolitik-und-die-auswirkungen-auf-deutschland-1243479.html\" target=\"_self\" title=\"auf der Wissenschaftskonferenz AAAS in Boston einen gro\u00dfen Andrang \" rel=\"noopener\">auf der Wissenschaftskonferenz AAAS in Boston einen gro\u00dfen Andrang <\/a> verzeichnet. Mehrere Universit\u00e4ten f\u00fchrten Gespr\u00e4che mit Studienanf\u00e4ngern, Doktorandinnen sowie Professoren und Professorinnen. \u201eZeitweise f\u00fchlten wir uns wie die Rekrutierungsvertretung des Wissenschaftsstandorts Deutschland\u201c, sagte Marion Schmidt Kommunikationschefin und Mitglied des Erweiterten Rektorats der TU Dresden, der Apotheken Umschau im Februar. \u201eDas gro\u00dfe Interesse hat uns v\u00f6llig \u00fcberrascht.\u201c<\/p>\n<p>Die b\u00fcrokratischen H\u00fcrden sind hoch<\/p>\n<p class=\"text\">Kann Deutschland von den Entwicklungen in den USA also vielleicht sogar profitieren? Dar\u00fcber sind sich Expertinnen und Experten uneinig. Manche sind der Meinung, dass die Einschr\u00e4nkungen in den USA zu einem Standortvorteil f\u00fcr Deutschland werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>\t\t<a href=\"https:\/\/www.apotheken-umschau.de\/medikamente\/wechselwirkungscheck\/?utm_source=apotheken-umschau&amp;utm_medium=fallback_banner_topmobile2&amp;utm_campaign=wwc\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/WuB_AU_Wechselwirkung_300x250_02-1.jpg\" width=\"300\" height=\"250\"\/><\/a><\/p>\n<p class=\"text\">Die Bundesrepublik ist nach den USA das zweitwichtigste Gastland f\u00fcr internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Die Infrastruktur ist durch stabile Finanzierung und internationale Kooperationen stark. Zugleich diskutiert die Politik derzeit \u00fcber Investitionen in die Pharmaforschung, um unabh\u00e4ngiger von den USA zu werden und <a href=\"https:\/\/www.apotheken-umschau.de\/gesundheitspolitik\/trumps-zoelle-auf-medikamente-was-sie-fuer-die-pharmaindustrie-bedeuten-1405297.html\" target=\"_blank\" rel=\" noopener\" title=\"Deutschland als Forschungsstandort\">Deutschland als Forschungsstandort<\/a> zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p class=\"text\">Kritiker bef\u00fcrchten hingegen, dass US-Forscherinnen und -Forscher wegen b\u00fcrokratischer H\u00fcrden am Ende nicht nach Deutschland, sondern in europ\u00e4ische Nachbarl\u00e4nder kommen. Die Bewilligung von F\u00f6rderantr\u00e4gen dauert mit bis zu zwei Jahren oft zu lange. Nicht selten vergeht auch zu viel Zeit, bis ausl\u00e4ndische Berufsabschl\u00fcsse und Zeugnisse anerkannt werden. Rosenbaum erg\u00e4nzt: \u201eViele Verwaltungsdokumente gibt es nicht auf Englisch, das ist ein Problem.\u201c<\/p>\n<p class=\"text\">Wom\u00f6glich w\u00e4re es aber auch kontraproduktiv, wenn die USA k\u00fcnftig viele Top-Wissenschaftler verlieren w\u00fcrden. Denn sie sind ein wichtiger Partner f\u00fcr viele deutsche Forschungseinrichtungen, beispielsweise f\u00fcr die Max-Planck-Gesellschaft. \u201eIn Zusammenarbeit mit US-amerikanischen Forschungslaboren entstehen j\u00e4hrlich 1000 Fachpublikationen\u201c, sagt Simone Schwanitz. Eine Schw\u00e4chung der Wissenschaft in den USA w\u00fcrde also so gesehen auch den Forschungsstandort Deutschland treffen.<\/p>\n<p>mRAN-Forschung in den USA unter Beschuss<\/p>\n<p class=\"text\">Zuletzt geriet in den USA insbesondere die mRNA-Forschung unter Beschuss. So hatte US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. Anfang August angek\u00fcndigt, Bundesmittel in H\u00f6he von 500 Millionen US-Dollar f\u00fcr die Entwicklung von mRNA-Impfstoffen zu streichen. Davon sind insgesamt 22 Projekte betroffen, die von bekannten Unternehmen wie Pfizer und Moderna geleitet werden.<\/p>\n<p class=\"text\">\u201eDiese K\u00fcrzungen sind rein ideologisch motiviert\u201c, sagt Prof. Dr. Stefan Pfister. Er forscht am Hopp-Kindertumorzentrum und am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg an neuen Therapien f\u00fcr krebskranke Kinder. \u201emRNA-Impfstoffe sind eine der erfolgreichsten und sichersten medizinischen Innovationen der letzten Jahrzehnte. W\u00e4hrend der Corona-Pandemie wurden damit Millionen von Menschenleben gerettet.\u201c<\/p>\n<p>                                    <img decoding=\"async\" class=\"cover\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/w55_h55_x1250_y703_46091554_ActionPress_Robin_Rayne_ZUMA_Press_Wire-5f8416a6d0673a55.jpg\" alt=\"Ein Mann in einem grauen Anzug spricht in ein Mikrofon auf einer B\u00fchne, w\u00e4hrend ein anderer Mann in einem blauen Anzug im Hintergrund steht; die B\u00fchne ist mit Sternen und \" turning=\"\" point=\"\" action=\"\" dekoriert.=\"\" width=\"55\" height=\"55\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"text\">Zudem wurden s\u00e4mtliche Mitglieder des Beratungsgremiums ACIP, dem US-Pendant der St\u00e4ndigen Impfkommission (STIKO), entlassen und teilweise durch Impfskeptiker ersetzt. Durch die US-Politik sinke das weltweite Vertrauen in Impfungen, sagt Prof. Dr. Reinhard Berner. Er ist Vorsitzender der STIKO und Professor f\u00fcr Kinder- und Jugendmedizin an der TU Dresden. \u201eDieses st\u00e4ndige S\u00e4en von Zweifeln an Impfungen und der Wissenschaft verursacht gro\u00dfen Schaden.\u201c Zwar werde der US-Kurs die Entwicklung neuer mRNA-Impfstoffe nicht stoppen. \u201eAber er behindert internationale Kooperationen und erschwert den wissenschaftlichen Austausch\u201c, so Berner.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Deutschland wird zunehmend attraktiv f\u00fcr Forscherinnen und Forscher aus den USA. 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