{"id":427926,"date":"2025-09-16T19:15:20","date_gmt":"2025-09-16T19:15:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/427926\/"},"modified":"2025-09-16T19:15:20","modified_gmt":"2025-09-16T19:15:20","slug":"die-krone-als-trumpf-trump-auf-staatsbesuch-bei-koenig-charles","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/427926\/","title":{"rendered":"Die Krone als Trumpf: Trump auf Staatsbesuch bei K\u00f6nig Charles"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 16.09.2025 18:59 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Mit der royalen Einladung an US-Pr\u00e4sident Trump spielte die britische Regierung fr\u00fch ihre Trumpfkarte aus. K\u00f6nig Charles gilt als diplomatische Geheimwaffe &#8211; Nervosit\u00e4t d\u00fcrfte vor dem heutigen Besuch trotzdem herrschen.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/mareike-aden-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Mareike Aden\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/mareike-aden-102.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Es gibt Tage, an denen werden sogar in britischen Pal\u00e4sten Donuts serviert. Donald Trump bekam sie bei seinem ersten Staatsbesuch im Jahr 2019 zum Willkommens-Lunch bei der inzwischen verstorbenen K\u00f6nigin Elisabeth II. Diese Woche d\u00fcrfte es auf Schloss Windsor wieder so weit sein, glauben K\u00f6nigshausexperten. Denn der US-Pr\u00e4sident liebt Donuts, und er soll sich wohl und geschmeichelt f\u00fchlen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Heute landet Trump mit seiner Frau Melania im Vereinigten K\u00f6nigreich. Das Ziel dieses zweiten Staatsbesuches: Es soll weiterhin gut &#8211; hoffentlich sogar besser &#8211; laufen in der sogenannten &#8222;special relationship&#8220;, der &#8222;besonderen Beziehung&#8220; zwischen Gro\u00dfbritannien und den USA, die vor allem die Briten gerne \u00fcberbetonen.\u00a0<\/p>\n<p>    Polittheater im Oval Office<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Als der britische Premier Keir Starmer Ende Februar im Oval Office Trump die von K\u00f6nig Charles unterschriebene Einladung an Trump \u00fcberreichte, folgte ein St\u00fcck Polittheater, das gute Chance hat, in die britische Geschichte einzugehen: &#8222;Soll ich ihn jetzt lesen?&#8220;, fragte Trump da. &#8222;Ja, bitte&#8220;, antwortete Starmer und f\u00fcgte wenig sp\u00e4ter hinzu: &#8222;Was noch fehlt, ist Ihre Antwort.&#8220; Worauf Trump erwiderte: &#8222;Die Antwort ist: ja.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zumindest f\u00fcr den Moment war die Beziehung zwischen den beiden und ihren L\u00e4ndern gerettet. Als Trump internationale Strafz\u00f6lle ank\u00fcndigte, kam Gro\u00dfbritannien mit vergleichsweise niedrigen zehn Prozent davon.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Den Brief von Charles hielt Trump so offen in die Kamera, dass die Worte des K\u00f6nigs genau zu entziffern waren. In Gro\u00dfbritannien wurde das einerseits mit Neugier, aber auch ein wenig Entsetzen zur Kenntnis genommen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Dass eine Einladung zum Staatsbesuch per Brief, als richtige Einladung \u00fcbergeben wurde, das haben wir zum ersten Mal gesehen&#8220;, sagt der Historiker und K\u00f6nigshausexperte Robert Lacey, der unter anderem als Berater f\u00fcr die Netflix-Serie \u00fcber das britische K\u00f6nigshaus, &#8222;The Crown&#8220;, t\u00e4tig war. Allein das zeige, wie politisch der Besuch ist.<\/p>\n<p>    Softpower, die bei Trump wirken d\u00fcrfte<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Noch nie hatte das Vereinigte K\u00f6nigreich ein Staatsoberhaupt mit der Einladung zu einem zweiten Staatsbesuch geehrt. Es ist ein Rekord ganz nach dem Geschmack Trumps. &#8222;Ohne die Aussicht nach Windsor zu kommen, den K\u00f6nig zu treffen und der verstorbenen Elisabeth an ihrer Grabesst\u00e4tte zu gedenken, w\u00e4re Trump nicht hierher gereist&#8220;, meint Lacey.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Staatsbesuche sind die h\u00f6chste diplomatische Ehre im Vereinigten K\u00f6nigreich f\u00fcr ausl\u00e4ndische Staats- und Regierungschefs und damit eine diplomatische Geheimwaffe voller royaler Softpower. Beim US-Pr\u00e4sidenten d\u00fcrfte sie besonders wirksam sein.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Trump bewundert die alteingesessene Aristokratie und ihren Reichtum. Er selbst ist der Inbegriff von neureich und hat deshalb einen Minderwertigkeitskomplex&#8220;, sagt Politikwissenschaftler Mark Shanahan von der englischen Universit\u00e4t Surrey mit dem Schwerpunkt US-britische Beziehungen. &#8222;Mit all seinen Verbindungen in K\u00f6nigsh\u00e4user und adelige Familien Europas ist Charles eine Art Diplomat, und all das wird Trump beeindrucken und beeinflussen.&#8220;<\/p>\n<p>    Kanonensch\u00fcsse, Bankett und gezielte Vorbereitung<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Rund zwei Tage wird der US-Pr\u00e4sident im Land sein, begleitet von seiner Frau Melania. Geplant sind eine Kutschfahrt, Kanonensch\u00fcsse, und nach dem pomp\u00f6sen Staatsbankett mit etwa 160 geladenen G\u00e4sten am Mittwochabend verbringen die Trumps die Nacht auf Schloss Windsor. Am Donnerstag stehen beim Treffen mit Premier Starmer vor allem wirtschaftliche und politische Themen auf dem Programm, darunter k\u00fcnstliche Intelligenz, Investitionen, Z\u00f6lle, aber auch Gaza und die Ukraine.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Was Starmers Regierung erreichen will, dar\u00fcber ist Charles genau im Bilde. Die beiden treffen sich ohnehin einmal w\u00f6chentlich zu privaten Audienzen, und vor dem Staatsbesuch hat sich der Kontakt zwischen Palast und 10 Downing Street noch einmal intensiviert. &#8222;Der K\u00f6nig wird von der Regierung detailliert darauf vorbereitet, \u00fcber was er mit Trump sprechen soll und \u00fcber was nicht&#8220;, sagt Politikwissenschaftler Shanahan.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch Catherine, genannt Kate, die Prinzessin von Wales, spielt eine wichtige Rolle. &#8222;Die Prinzessin wird auf die Gespr\u00e4che mit Melania Trump ebenfalls gezielt vorbereitet, denn man glaubt, dass die First Lady gro\u00dfen Einfluss auf ihren Mann hat. &#8222;Unsere Royals streuen in ihren Gespr\u00e4chen mit Trump Informationen wie Saatk\u00f6rner und sollen daf\u00fcr sorgen, dass sie auf fruchtbaren Boden fallen&#8220;, so Shanahan.<\/p>\n<p>    Symbolisch bedeutend<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Staatsbesuch von Trump ist f\u00fcr K\u00f6nig Charles ein weiterer H\u00f6hepunkt in einem ohnehin diplomatisch gesch\u00e4ftigen Jahr. Einst f\u00fcrchteten viele Briten, dass Charles, \u00fcber dessen politische Ansichten viel mehr bekannt ist als \u00fcber die seiner Mutter, sich als K\u00f6nig zu sehr einmischen w\u00fcrde in die Tagespolitik. Jetzt wird er von der Regierung immer wieder aufgefordert, auf seine ganz spezielle Art aktiv zu werden.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">So empfing Charles, der sich immer wieder solidarisch \u00fcber die Ukraine ge\u00e4u\u00dfert hat, Anfang M\u00e4rz auf Wunsch der britischen Regierung Wolodymyr Selenskyj &#8211; kurz nachdem der ukrainische Pr\u00e4sident im Oval Office von Trump und seinem Vize JD Vance harsch angegangen worden war.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ende Mai reiste Charles nach Kanada, um als Staatsoberhaupt des Landes das kanadische Parlament zu er\u00f6ffnen. In seiner Rede betonte er die kanadische Souver\u00e4nit\u00e4t. &#8222;Kanada zu besuchen, nachdem Trump von dem Land als 51. US-Bundesstaat gesprochen hatte, war sehr symbolisch. Unpolitisch, w\u00fcrde der Palast sagen, aber symbolisch und bedeutend&#8220;, so der ehemalige britische Diplomat Nicolas Westcott.\u00a0<\/p>\n<p>    Gro\u00dfe Nervosit\u00e4t<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nicht nur in Bezug auf die Ukraine oder Kanada, sondern auch bei Themen wie Klima- und Umweltschutz oder Impfungen liegen die Ansichten von Trump und Charles weit auseinander. Wegen dieser Widerspr\u00fcche, wegen Trumps unvorhersehbarem Agieren in der Weltpolitik, etwa im Umgang mit Kremlchef Wladimir Putin und Trumps relativer Unbeliebtheit bei den Briten, gab es in britischen Medien immer wieder Spekulationen, dass der Palast den Besuch nur widerwillig absolviert oder ihn zumindest gern verschoben h\u00e4tte.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">10 Downing Street dagegen habe auf dem Zeitpunkt bestanden. Das Resultat ist ein recht kompakter Besuch, au\u00dferhalb von London, mit wenig Ber\u00fchrungspunkten mit der britischen \u00d6ffentlichkeit.\u00a0Ex-Diplomat Westcott sagt: &#8222;Der K\u00f6nig versteht wie schon vor ihm seine Mutter: Es ist die Pflicht des Monarchen, das Land und die Regierung zu unterst\u00fctzen. Wenn etwas wichtig f\u00fcr das Land ist, ist es wichtig f\u00fcr den Monarchen. Eine gute Beziehung zum US-Pr\u00e4sidenten zu haben geh\u00f6rt dazu &#8211; egal welche pers\u00f6nlichen oder politische Ansichten der hat.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Nervosit\u00e4t im Palast und in der britischen Regierung d\u00fcrfte dennoch gro\u00df sein. &#8222;Egal wie perfekt alles organisiert ist, manchmal reicht ein Moment, ein Bild und dann ist nur das Thema&#8220;, so Westcott. Und mit geplanten Protesten und einem eigenwilligen Pr\u00e4sidenten, der sich selten ans Skript h\u00e4lt, gibt es ausreichend Potenzial f\u00fcr Kratzer im royalen Hochglanzprogramm.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 16.09.2025 18:59 Uhr Mit der royalen Einladung an US-Pr\u00e4sident Trump spielte die britische Regierung fr\u00fch ihre Trumpfkarte&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":427927,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[551,13,2477,14,15,12,6382,10,8,9,11,113,64,103,104],"class_list":{"0":"post-427926","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-grossbritannien","9":"tag-headlines","10":"tag-king-charles-iii","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-starmer","15":"tag-top-news","16":"tag-top-meldungen","17":"tag-topmeldungen","18":"tag-topnews","19":"tag-trump","20":"tag-usa","21":"tag-welt","22":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115215579594031818","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/427926","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=427926"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/427926\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/427927"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=427926"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=427926"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=427926"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}