{"id":428123,"date":"2025-09-16T21:04:34","date_gmt":"2025-09-16T21:04:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/428123\/"},"modified":"2025-09-16T21:04:34","modified_gmt":"2025-09-16T21:04:34","slug":"ist-frankreich-wieder-attraktiv-fuer-investoren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/428123\/","title":{"rendered":"Ist Frankreich wieder attraktiv f\u00fcr Investoren?"},"content":{"rendered":"<p>Ein f\u00fcnfter Premierminister in weniger als anderthalb Jahren, mit nach wie vor ungewisser politischer Zukunft, keine Verbesserung bei der Haushaltsentwicklung, ein CAC 40, der in diesem Jahr das Schlusslicht der europ\u00e4ischen Indizes bildet sowie fast der h\u00f6chste  10-Jahres-Zinssatz aller gro\u00dfen L\u00e4nder der Eurozone \u2026<\/p>\n<p>Auf den ersten Blick hat Frankreich kaum Gr\u00fcnde, das Interesse der Anleger zu wecken. Diese k\u00f6nnten sich jedoch an die ber\u00fchmte Maxime von Sir John Templeton erinnern: \u201eBullenm\u00e4rkte entstehen aus Pessimismus, entwickeln sich in Skepsis, reifen in Optimismus und sterben in Euphorie.\u201c\u00a0<strong\/><\/p>\n<p>Chancen durch Marktmechanik und Nachholeffekte<\/p>\n<p>Der letzte Teil des Sprichworts k\u00f6nnte bald auf die amerikanischen M\u00e4rkte zutreffen, w\u00e4hrend der erste Teil durchaus f\u00fcr franz\u00f6sische Werte passt.\u00a0\u00a0Zun\u00e4chst einmal aus rein taktischer Sicht. An der B\u00f6rse ist das Jahresende oft g\u00fcnstig f\u00fcr eine relative Aufholjagd der Verlierer der ersten Quartale. W\u00e4hrend der spanische IBEX 35-Index seit Jahresbeginn um fast 35 % gestiegen ist, die Mail\u00e4nder B\u00f6rse um mehr als 25 % und der deutsche DAX um fast 20 %, entwickelte sich der CAC 40-Index nur um 9 % nach oben. Anleger k\u00f6nnten daher versucht sein, einen zweiten Aufschwung f\u00fcr europ\u00e4ische Aktien in den am meisten vernachl\u00e4ssigten M\u00e4rkten wie Frankreich zu suchen.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Vor allem aber verf\u00fcgt Frankreich \u00fcber zahlreiche Vorteile, die oft durch die allgemeine Flaute verdeckt werden. Ein Beispiel ist die Unternehmensebene. W\u00e4hrend der CAC 40 hinter seinen europ\u00e4ischen Pendants zur\u00fcckbleibt \u2013 insbesondere aufgrund der Schwierigkeiten der Luxusgiganten -, liegt der Nebenwerteindex CAC Small mit 52 % seit Jahresbeginn weit vor seinen Vergleichsindizes. Dieser H\u00f6henflug ist insbesondere auf den Anstieg des Biotech-Unternehmens Abivax um mehr als 700 % seit der Ank\u00fcndigung seines erfolgreichen Medikaments gegen Colitis ulcerosa am 23. Juli zur\u00fcckzuf\u00fchren. Es gibt aber noch acht weitere Titel im Index, deren Werte sich seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt haben. Franz\u00f6sische Innovationen sind nach wie vor \u00e4u\u00dferst erfolgreich. Ausl\u00e4ndische Investoren t\u00e4uschen sich da nicht. Seit 2014 sind mehr als 1.600 franz\u00f6sische Unternehmen unter amerikanische Flagge gegangen. Auch wenn man den Abfluss der Talente bedauern mag, best\u00e4tigt dies doch die Qualit\u00e4t der franz\u00f6sischen Kreativit\u00e4t \u2013 selbst in einem weniger g\u00fcnstigen wirtschaftlichen, politischen und regulatorischen Umfeld.<\/p>\n<p>Die stille Reserve der franz\u00f6sischen Haushalte<\/p>\n<p>Aus makro\u00f6konomischer Sicht verf\u00fcgt Frankreich hingegen \u00fcber eine bedeutende Reserve, um sein Wachstum wieder anzukurbeln. Die Sparquote, also der Prozentsatz des verf\u00fcgbaren Einkommens, der nicht f\u00fcr den Konsum ausgegeben wird, ist in Frankreich auf einem historischen H\u00f6chststand (mit Ausnahme der Lockdown-Phasen w\u00e4hrend der Pandemie). Mit anderen Worten: Die Franzosen haben noch nie so viel gespart und so wenig konsumiert. Das ist nicht \u00fcberraschend, denn die Krisen der letzten Jahre \u2013 Covid, Krieg in der Ukraine, Inflationsschub \u2013 und die politische Krise der letzten Monate haben die Stimmung der Verbraucher gedr\u00fcckt. Wenn diese sinkt, ist die Folge immer dieselbe: Ein Spar-\/Konsumverhalten, das das Vorsorgesparen zunehmend gegen\u00fcber dem Konsum beg\u00fcnstigt.<\/p>\n<p>Das ist zwar eine schlechte Nachricht f\u00fcr die kurzfristige Wirtschaftsdynamik, langfristig gesehen gibt es jedoch Anlass zur Hoffnung. Eine deutliche Verbesserung des Verbrauchervertrauens, die unter anderem sicherlich durch einen grundlegenden politischen Wandel erreicht werden k\u00f6nnte, k\u00f6nnte zu einer Umkehr des Spar- und Konsumverhaltens f\u00fchren. Eine R\u00fcckkehr der derzeit bei 18,6 % liegenden Sparquote auf das vor der Pandemie vorherrschende Durchschnittsniveau von 14 % w\u00fcrde den Konsum \u2013 und damit das Wachstum \u2013 besonders stark ankurbeln. Ganz zu schweigen davon, einen Teil der in den letzten Jahren angesparten Gelder auszugeben.<\/p>\n<p>Mit anderen Worten: Frankreich verf\u00fcgt \u00fcber die Mittel, um einen echten wirtschaftlichen Aufschwung zu erleben. Dazu muss jedoch das Vertrauen wiederhergestellt und bestimmte Hindernisse beseitigt werden, die seine nach wie vor sprudelnde Kreativit\u00e4t bremsen. Vielleicht ist das nur ein frommer Wunsch. Aber an der B\u00f6rse macht man oft dann die besten Gesch\u00e4fte, wenn niemand mehr daran glaubt.<\/p>\n<p class=\"has-small-font-size\">__<\/p>\n<p class=\"has-small-font-size\"><strong>Haftungsausschluss<br \/><\/strong>Diese Informationen, Daten und Meinungen des Fondsmanagers sowie die genannten Werte und Sektoren dienen ausschlie\u00dflich zu Informationszwecken und stellen daher weder ein Angebot zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers noch eine Anlageberatung oder Finanzanalyse dar. LFDE \u00fcbernimmt hierf\u00fcr keinerlei Haftung. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Wertentwicklung.\u00a0<\/p>\n<p>                            Teilen Sie den Artikel in Ihrem Netzwerk<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein f\u00fcnfter Premierminister in weniger als anderthalb Jahren, mit nach wie vor ungewisser politischer Zukunft, keine Verbesserung bei&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":428124,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3974],"tags":[331,332,548,663,3934,3980,156,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-428123","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-frankreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-france","14":"tag-frankreich","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115216008176731355","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/428123","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=428123"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/428123\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/428124"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=428123"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=428123"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=428123"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}