{"id":428871,"date":"2025-09-17T04:47:15","date_gmt":"2025-09-17T04:47:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/428871\/"},"modified":"2025-09-17T04:47:15","modified_gmt":"2025-09-17T04:47:15","slug":"europa-wach-auf-reden-und-texte-fuer-ein-europa-das-seine-freiheit-zu-vergessen-droht-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/428871\/","title":{"rendered":"Europa, wach auf! Reden und Texte f\u00fcr ein Europa, das seine Freiheit zu vergessen droht \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Vielleicht brauchen wir das endlich: Eine ordentliche Gardinenpredigt von Menschen, die wissen, wie es sich lebt ohne all die Freiheiten, die Europa besitzt, ohne funktionierende Demokratie, ohne Frieden. Dagegen mit einem aggressiven und \u00fcberm\u00e4chtigen Nachbarn, der auf Menschenrechte pfeift, weil es ihm immer nur ums \u00dcberw\u00e4ltigen und Kleinmachen geht. Und wer \u2013 wie die Autorin Nino Haratischwili \u2013 in Georgien aufgewachsen ist, wei\u00df, wie es sich mit einem solchen aggressiven Nachbarn lebt.<\/p>\n<p>Nino Haratischwili ist l\u00e4ngst eine der pr\u00e4genden Stimmen deutschsprachiger Gegenwartsliteratur. Aber nat\u00fcrlich besch\u00e4ftigt sie Georgien bis heute. Immer wieder besucht die Dramatikerin, Theaterregisseurin und Autorin auch ihre Familie, die dort lebt.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/f8471d1f45404b9f8c5a818adca19c9a.gif\" alt=\"\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/bildung\/buecher\/2025\/09\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/bildung\/buecher\/2025\/09\/1\"\/><\/p>\n<p>So war es auch damals im August 2008, als mitten w\u00e4hrend der Olympischen Spiele in Peking <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Georgien#Republik_Georgien_(seit_1990)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">russische Truppen in Georgien einmarschierten<\/a> und auch die Hauptstadt Tbilissi bombardierten. Acht Tage Ausnahmezustand, acht Tage Krieg, in denen Nino Haratischwili nun auch als erwachsene Frau erlebte, wie es sich im Schatten eines finsteren Imperiums lebt, das seine Nachbarn bevormundet, bedroht und sie \u2013 wenn es dem Herrscher im Kreml einf\u00e4llt \u2013 auch mit Krieg \u00fcberzieht.<\/p>\n<p>Was dann im Februar 2022 in der Ukraine passierte, \u00fcberraschte Nino Haratischwili nicht im Geringsten. Sie kannte das Strickmuster. Und sie hatte in Reden und Zeitschriftenbeitr\u00e4gen oft genug davor gewarnt. Wer aus einem der ehemaligen Staaten aus dem Reich der Sowjetunion kommt, wei\u00df das. Der wei\u00df, wie das Moskauer Imperium tickt und dass es dagegen keinen Schutz gibt, wenn man sich nicht selbst bis an die Z\u00e4hne bewaffnet und echte Unterst\u00fctzung aus dem Westen bekommt. Unterst\u00fctzung, die Georgien nicht zuteil wurde.<\/p>\n<p>Auch dieses Strickmuster ist nicht neu. Wenn es um Kriege da im \u201efernen Kaukasus\u201c ging, hat die westliche Staatengemeinschaft nur zu gern weggeschaut, hat die Propaganda aus Moskau nur zu gern hingenommen, die russische Armee h\u00e4tte nur lokale Konflikte befriedet und Minderheiten gegen \u00fcbergriffige Zentralregierungen verteidigt.<\/p>\n<p>Die Kosten der Freiheit<\/p>\n<p>Man lebt ja im Westen in Frieden. Und scheint gleichzeitig vergessen zu haben, dass alle Segnungen des Friedens im Westen einmal hart erk\u00e4mpft wurde. Sie waren nie ein Geschenk. Und sie sind immer gef\u00e4hrdet, wenn aggressive Regime wieder Morgenluft wittern, die n\u00e4chsten Kriege anzuzetteln. In ihrer Rede vor dem deutschen B\u00fchnenverein \u201eDie fl\u00fcchtige Best\u00e4ndigkeit\u201c bringt es Haratischwili sehr sch\u00f6n auf den Punkt: \u201eMoralische \u00dcberlegenheit muss man sich leisten k\u00f6nnen. Pazifismus muss man sich leisten k\u00f6nnen. Ideale sind selten kostenlos.\u201c<\/p>\n<p>Diese Rede hat sie im Juni 2025 in Chemnitz gehalten. Mitten in einer Zeit, in der scheinbar lauter \u201eFriedens-\u201cParteien, die immerfort Moskauer Narrative verbreiten, im Aufwind sind und an der Friedessehnsucht der W\u00e4hler andocken, die nur zu gern mit der ganzen Weltgeschichte nichts mehr zu tun haben m\u00f6chten. Und vergessen haben, dass man sich aus der Weltgeschichte nicht verabschieden kann, sondern immer mitgemeint ist, wenn der Diktator in Moskau gegen den Westen wettert und mit Waffen droht.<\/p>\n<p>Nino Haratischwili nennt das, was da nun nicht nur in Deutschland passiert, beim Namen: <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Regression_(Psychoanalyse)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Regression<\/a>. Als w\u00e4ren immer mehr ausgewachsene Menschen bereit, sich so unverantwortlich wie Kinder zu benehmen.<\/p>\n<p>\u201eNun sind wir im Paradigmenwechsel angekommen, in der historischen R\u00fcckw\u00e4rtsspirale. Dinge, die vor wenigen Jahren undenkbar schienen, sind auf einmal wieder auf der Tagesordnung. Der Krieg ist auf europ\u00e4ischem Boden angekommen.<\/p>\n<p>Der Imperialismus in seiner enthemmten, h\u00e4sslichen Form ist zur\u00fcckgekehrt und vernichtet alles im Weg Stehende, die Zeit der Tyrannen und Populisten, die Zeit der toxischen Maskulinit\u00e4t ist wieder da und offenbart die schreckliche Sehnsucht der Menschen nach einfachen und dadurch unrealistischen L\u00f6sungen, die dazu f\u00fchrt, dass man wieder faschistoide Parteien w\u00e4hlt mitsamt ihrer Zerst\u00f6rungspolitik.<\/p>\n<p>Ja, Regression wird uns wieder als Progression verkauft, R\u00fcckschrittlichkeit als Sicherheit proklamiert und Ignoranz als Frieden erkl\u00e4rt. Wieder wird von Mauern und Grenzen gesprochen, wieder geht es um die Entweder-oder-Kategorien, um Pro oder Kontra, um Freund oder Feind.\u201c<\/p>\n<p>Schablonen im Kopf<\/p>\n<p>Ph\u00e4nomene, die sie aber nicht nur in der Politik wahrnimmt. Immerhin war das Teil einer Rede vor Theaterleuten. Leuten, die mit dem kostbaren Ort Theater immer auch ein Experimentierfeld haben, auf dem die Wirklichkeit mit dramatischen Mitteln inszeniert, diskutiert, durchschaubar gemacht werden kann. In all ihrer Komplexit\u00e4t. Und so taucht ihre deutliche Kritik am heutigen Entweder-oder-Denken nicht nur in dieser Rede auf, sondern auch in mehreren anderen Aufs\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Aber auch in den Schilderungen ihrer pers\u00f6nlichen Erlebnisse mit Menschen, die geradezu darauf erpicht waren, alles in Entweder\/Oder zu teilen, daf\u00fcr oder dagegen. Als w\u00e4re die Welt nur noch in den billigen Kategorien von Schwarz und Wei\u00df, Gut und B\u00f6se zu begreifen.<\/p>\n<p>Obwohl gerade gutes Theater zeigt, dass unser Leben komplexer und komplizierter ist, sich geradezu in den R\u00e4umen zwischen den Extremen abspielt, in Graut\u00f6nen, bunten T\u00f6nen, Verstrickungen und Verwirrungen eines Lebens, in denen ganz und gar nichts leicht und eindeutig ist und der Mensch sich in lauter Unsicherheiten entscheiden muss.<\/p>\n<p>Aber auch immerfort in Entscheidungssituationen landet, in denen \u00fcberhaupt nicht klar ist, welches nun tats\u00e4chlich die einzig richtige Entscheidung ist. Davon lebt Theater. Von richtigen Geschichten, die diese Vieldeutigkeiten erlebbar machen. Ein Punkt, auf den Nino Haratischwili mehrfach zur\u00fcckkommt, weil es ihre eigene Entwicklung zur viel gelesenen deutschen Romanautorin und als Dramaturgin begleitet hat.<\/p>\n<p>\u201eIch will keine einfachen Antworten, weder die eigene Identit\u00e4t noch die Welt treffend. Ich will die Komplexit\u00e4t meines Ichs genauso aushalten wie die der Welt, denn komplexe Fragen zu stellen, halte ich f\u00fcr unser aller Pflicht, die wir in diesem Bereich t\u00e4tig sind. (Allen voran in einer Zeit, in der Schablonen f\u00fcr Wahrheiten propagiert werden.)\u201c<\/p>\n<p>Mehrere Beitr\u00e4ge in diesem Band besch\u00e4ftigen sich mit ihrer Herkunft, ihrem Leben \u2013 aber eben auch mit den Zuschreibungen anderer, die sich schwertun damit, die in Georgien aufgewachsene Autorin einzuordnen (muss man das \u00fcberhaupt?), die sie immer wieder versuchen, in ihre Schablonen zu pressen und sie damit auch jahrelang gezwungen haben, sich mit ihrer eigenen Identit\u00e4t zu besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p>Versuchskaninchen und Kanonenfutter<\/p>\n<p>Aber es sind genau die Stellen, an denen man merkt, wie bekloppt die g\u00e4ngigen Schablonen sind. Sie reduzieren den Menschen auf eine zugeschriebene Rolle, ignorieren aber seine Besonderheit, die gerade durch die Vielfalt seiner Wurzeln und seines Gewordenseins entstehen.<\/p>\n<p>Etwas, was nat\u00fcrlich Menschen, die migriert sind, besonders stark empfinden. Auch als fortw\u00e4hrendes Infragegestelltwerden, Exotisiertwerden. Als w\u00e4ren die Deutschen zu bl\u00f6d, Menschen mit ihren vielf\u00e4ltigen Erfahrungen und Herk\u00fcnften zu akzeptieren. Als w\u00fcrden sie die Vielfalt der Welt ohne ihre altklugen Schablonen nicht begreifen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Aber es sind ganz offensichtlich auch dieselben Schablonen, die ihre Benutzer unf\u00e4hig machen, die Vorg\u00e4nge au\u00dferhalb Deutschlands zu begreifen. Auch die in Moskau und in den L\u00e4ndern, f\u00fcr die der Albtraum einer ins Land einfallenden russischen Armee \u00fcber Nacht schreckliche Realit\u00e4t werden kann.<\/p>\n<p>In der Dankesrede zur Verleihung des Lessing-Preises \u201eDas letzte Fest\u201c im Jahr 2018 versuchte es Nino Haratischwili in Worte zu fassen, wie man sich f\u00fchlt, wenn der immer ungn\u00e4dige Tyrann aus der Nachbarschaft ein kleines Land an seiner Grenze bedroht.<\/p>\n<p>\u201eIrgendeine grausame obere Instanz, irgendwelche Pr\u00e4sidenten, Gener\u00e4le oder gar G\u00f6tter hatten dies so bestimmt, wir waren nur Versuchskaninchen, nichts, was wir dachten und f\u00fchlten, z\u00e4hlte. Wir waren Kanonenfutter.\u201c<\/p>\n<p>Ohne das Wissen um diese permanente Bedrohung und die Verachtung, die diese \u201ezynischen Machthaber\u201c f\u00fcr das Leben Anderer haben, k\u00f6nne man nicht wirklich vom Leben erz\u00e4hlen. Das ist Haratischwilis Lebenserfahrung.<\/p>\n<p>\u201eIch kann nicht vom Leben erz\u00e4hlen, zumindest nicht in seiner rauesten und nacktesten, seine animalischsten und somit vielleicht seiner sch\u00f6nsten Form, wenn ich mich nicht zun\u00e4chst seiner h\u00e4sslichsten Fratze zugewendet habe.\u201c Das k\u00f6nne mit ihrer Herkunft zu tun haben, betont sie.<\/p>\n<p>Die Illusion von Kontrolle<\/p>\n<p>Aber so geht es auch den bislang so beh\u00fcteten Bewohnern des Westens, die jahrzehntelang in dem Glauben leben durften, ihr Wohlstand sei selbstverdient, der Frieden eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, und die Konflikte da drau\u00dfen in der Welt gingen sie gar nichts an. Eine Haltung, die man als Mensch schnell annimmt, wenn einen nichts wirklich mit Gewalt herausschleudert aus dem wohlsortierten Alltag.<\/p>\n<p>So wie es den Menschen ging, denen Haratischwili 2008 im Tbilissi begegnete, mitten in der kriegserstarrten Stadt, in einer einsamen Kneipe, in der sich auf einmal Menschen n\u00e4herkommen, die alle nicht wissen, ob sie morgen noch am Leben sein w\u00fcrden.<\/p>\n<p>\u201eSie alle begriffen etwas, was ich erst viel sp\u00e4ter begriffen habe, sie begriffen, dass jegliche Kontrolle eine Illusion ist, dass wir Menschen, l\u00e4cherliche, grausame und manchmal auch so r\u00fchrende Lebewesen, nichts besitzen au\u00dfer das Jetzt und dass wir uns nicht absichern k\u00f6nnen: vor dem Morgen nicht, vor den Kalaschnikows nicht, die wir gegeneinander richten, dass wir nicht einmal wissen, wer wir selbst sind, wozu wir f\u00e4hig, zu was wir in der Lage sind, bevor wir nicht in die jeweilige Situation kommen.\u201c<\/p>\n<p>Eine Passage in ihren Texten, die nicht nur f\u00fcr diese Kriegssituation in Tbilissi g\u00fcltig ist, sondern f\u00fcr jedes Leben. Auch das im scheinbar friedlichen Westen, der geradezu besessen davon ist, alles unter Kontrolle zu behalten, sich ja auf nichts einzulassen, ja nicht involviert zu sein \u2013 selbst dann nicht, wenn er es l\u00e4ngst ist. Eine Erkenntnis, die zumindest die noch nicht Dickfelligen 2022 begriffen haben. Wir sind nicht au\u00dfen vor. Was im Osten passiert, geht uns alle an. Und das allermindeste, was gefragt ist, sind Empathie und Solidarit\u00e4t.<\/p>\n<p>Ein Fakt, den Haratischwili im M\u00e4rz 2022 in einem Artikel in der \u201eZeit\u201c auf den Punkt brachte, der auch in diesem Band vertreten ist: \u201eDer Urlaub des Westens ist vorbei\u201c. Eine Botschaft, die bekanntlich nicht mal alle verantwortlichen Politiker erreichte, die immer noch glaubten, es g\u00e4be eine Friedensdividende zu verfr\u00fchst\u00fccken und sich eben nicht einer Realit\u00e4t zu stellen, in der ein russischer Diktator meint, er k\u00f6nne dem Westen wieder die imperiale Harke zeigen und ihn durch Einsch\u00fcchterung handlungsunf\u00e4hig machen.<\/p>\n<p>Abschied von alten Gewissheiten<\/p>\n<p>Dabei geht es im Leben immer ums Handeln. Ums M\u00f6glichmachen, wie auch Haratischwili erlebte, als sie merkte, wie schwer sich deutsche Theater mit Geschichten taten. Was sie dann zum Romanschreiben brachte und in eine Welt von Verlagsmenschen, die das Erm\u00f6glichen als Grundbedingung ihres Arbeitens verstanden.<\/p>\n<p>Auch davon erz\u00e4hlt Haratischwili \u2013 insbesondere in \u201eDie fl\u00fcchtige Best\u00e4ndigkeit\u201c, einem Text, in dem sie auch auf den Abschied von Gewissheiten eingeht (an die so viele Menschen sich klammern). Aber wer es geschafft hat zu akzeptieren, dass es im Leben keine Gewissheiten und Absolutheiten gibt, der wird lebendiger, der l\u00e4sst sich nicht mehr in Schablonen pressen.<\/p>\n<p>\u201eWar man einmal existenziell bedroht und der Boden unter den F\u00fc\u00dfen hat sich als d\u00fcnnes Eis erwiesen, wei\u00df man von da an, dass jede Sicherheit eine Illusion ist \u2013 vorausgesetzt, man hat diese Erfahrung \u00fcberlebt.\u201c<\/p>\n<p>Eine Erfahrung, die f\u00fcr die Deutschen in der Regel viele Jahrzehnte zur\u00fcckliegt. Man hat sich daran gew\u00f6hnt, dass Frieden ist und demokratische Freiheiten das Leben bestimmen. Und gerade der Zusammenbruch des Ostblocks 1990 hat die Illusion best\u00e4rkt, nun w\u00e4re die Geschichte an ihr Ende gekommen, nun k\u00f6nne nichts mehr passieren.<\/p>\n<p>Wie man sich frei schreibt<\/p>\n<p>Doch das war immer eine Illusion. Und so sind die Texte und Reden von Nino Haratischwili eben auch eine Mahnung an die Europ\u00e4er, ihre Freiheit nicht aus lauter Ignoranz zu verspielen, sondern sie zu verteidigen und auch zu akzeptieren, dass die Welt gef\u00e4hrlicher geworden ist, weil autokratische Staaten wieder meinen, Oberwasser zu haben und Weltpolitik nach ihren archaischen Regeln gestalten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Was selbst in deutschen Mainstream-Medien mittlerweile zu wirklich dummen Analysen f\u00fchrt, die die Autokratien weltweit ganz selbstverst\u00e4ndlich auf dem Vormarsch sehen. Als w\u00e4re das eine Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit und nicht das logische Ergebnis imperialen Herrschaftsdenkens, das keine R\u00fccksicht nimmt auf die W\u00fcnsche der benachbarten L\u00e4nder und ihrer Menschen.<\/p>\n<p>Eben weil Menschenleben in diesen Autokratien nichts z\u00e4hlen. Anderes als in den demokratischen L\u00e4ndern Europas, wo man aber scheinbar vergessen hat, dass alle Freiheiten schwer \u2013 und manchmal blutig \u2013 erst erk\u00e4mpft werden mussten.<\/p>\n<p>Ein Buch wie ein Appell. In dem die Autorin aber auch davon erz\u00e4hlt, wie sie gegen all die aufgefundenen Widerst\u00e4nde und Schablonen zu sich selbst und ihrem eigenen Schreiben gefunden hat, wie sie sich frei geschrieben hat. Denn genau darum geht es \u2013 im Gro\u00dfen und im Kleinen: Dass man sich das Freisein erst erringen muss, oft gegen viele, viele Widerst\u00e4nde.<\/p>\n<p>Und oft merkt man erst dann, wenn man sich nach vielen Jahren geh\u00e4utet hat, wie viel man zu erz\u00e4hlen hat. Und wie sehr es andere anspricht, wenn es dann zur, gedruckten oder gespielten, Geschichte geworden ist.<\/p>\n<p><strong>Nino Haratischwili <a href=\"https:\/\/www.lehmanns.de\/isbn\/9783627003357@liz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eEuropa, wach auf!\u201c<\/a><\/strong> Frankfurter Verlagsanstalt. Frankfort\/M. 2025, 14 Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vielleicht brauchen wir das endlich: Eine ordentliche Gardinenpredigt von Menschen, die wissen, wie es sich lebt ohne all&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":428872,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,146,24841,548,663,158,3934,3935,6719,13538,13,4046,14,15,1803,307,12,112215],"class_list":{"0":"post-428871","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-demokratie","11":"tag-essay","12":"tag-eu","13":"tag-europa","14":"tag-europaeische-union","15":"tag-europe","16":"tag-european-union","17":"tag-freiheit","18":"tag-georgien","19":"tag-headlines","20":"tag-krieg","21":"tag-nachrichten","22":"tag-news","23":"tag-rezension","24":"tag-russland","25":"tag-schlagzeilen","26":"tag-streitschrift"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115217828648662037","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/428871","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=428871"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/428871\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/428872"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=428871"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=428871"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=428871"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}