{"id":429084,"date":"2025-09-17T06:58:14","date_gmt":"2025-09-17T06:58:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/429084\/"},"modified":"2025-09-17T06:58:14","modified_gmt":"2025-09-17T06:58:14","slug":"die-oma-vergisst-aber-die-erinnerungen-die-bleiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/429084\/","title":{"rendered":"Die Oma vergisst \u2013 aber die Erinnerungen, die bleiben"},"content":{"rendered":"<p class=\"articleMain__altText\">\n                        \u00a9 createju4\n                    <\/p>\n<p>Rosa Schaberl ist in Wien geboren, aufgewachsen jedoch im burgenl\u00e4ndischen G\u00fcssing bei ihrer Oma \u2013 jener Frau, die sp\u00e4ter zur Hauptfigur ihres ersten Buches werden sollte. Als Jugendliche war sie Leistungsschwimmerin, sammelte Auszeichnungen f\u00fcr das Burgenland und trainiert bis heute Kinder und Senior*innen im Wasser. Nach einem Studium der Landschaftsarchitektur und Publizistik etablierte sie sich als Architekturjournalistin mit Fokus auf Stadtplanung, Nachhaltigkeit und weibliche Perspektiven auf urbane R\u00e4ume.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"980\" height=\"980\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/DSC_1132.jpg\" alt=\"Vogelperspektivenaufnahme einer h\u00fcbschen Frau mit braunen langen Haaren und einem sommerlichen Bl\u00fcmchenkleid die hinauf blickt\" class=\"wp-image-38400\" style=\"width:674px;height:auto\"  \/>\u00a9 createju<\/p>\n<p>Nicht nur Verlust<\/p>\n<p>Der Weg zum Buch \u201eAls meine Oma beschloss zu vergessen\u201c begann mit einer Blumenwiese. Dort sa\u00df sie vor einigen Jahren mit ihrer an Demenz erkrankten Gro\u00dfmutter, die in dem Moment nicht mehr wusste, dass sie eine alte Frau war, und stattdessen Geschichten aus ihrer Jugend erz\u00e4hlte. <\/p>\n<p>Schaberl hatte ihr Diktierger\u00e4t dabei, nahm das Gespr\u00e4ch auf \u2013 und fand sp\u00e4ter darin die Inspiration f\u00fcr eine Geschichte, die Kindern und Erwachsenen gleicherma\u00dfen zeigen soll: Demenz bedeutet nicht nur Verlust, sondern kann auch Momente der Freiheit, N\u00e4he und Leichtigkeit bringen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"980\" height=\"980\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/DSC_1561-Bearbeitet-Bearbeitet.jpg\" alt=\"Close-up einer h\u00fcbschen Frau mit braunen langen Haaren und einem sommerlichen Bl\u00fcmchenkleid\" class=\"wp-image-38406\" style=\"width:427px;height:auto\"  \/>\u00a9 createju<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote\">\n<p>Ich habe versucht mit meiner Oma mitzuleben. Ja, sie war manchmal sehr kindlich, aber auch sehr befreit \u2013 und das kann man positiv sehen.<\/p>\n<p>Rosa Schaberl<\/p><\/blockquote>\n<p>\u201eMeine Oma war nicht \u201akomisch\u2018 oder \u201agspoasig\u2018, wie es fr\u00fcher oft gehei\u00dfen hat. Sie war krank\u201c, sagt Schaberl und wollte ihrer Gro\u00dfmutter mit dem Buch ein St\u00fcck W\u00fcrde zur\u00fcckgeben, wenngleich ihr dies nur posthum gelungen ist. Vor allem m\u00f6chte sie die positiven Seiten sichtbar machen \u2013 eine Haltung, die in einer Leistungsgesellschaft, wo \u201eDefizite oft mehr Beachtung finden als Erfolge\u201c, selten ist. <\/p>\n<p>\u201eIch hatte nat\u00fcrlich das Privileg als Enkeltochter, dass ich in die Erkrankung meiner Oma relativ unbeschwert eintauchen konnte, das ist bei pflegenden Angeh\u00f6rigen nat\u00fcrlich schwieriger. Ich habe versucht mit meiner Oma mitzuleben. Ja, sie war manchmal sehr kindlich, aber auch sehr befreit \u2013 und das kann man positiv sehen.\u201c<\/p>\n<p>Alle Generationen<\/p>\n<p>Leider erlebte die Oma das Entstehen des Buches nicht mehr. Kurz nach ihrem Tod begann Schaberl zu schreiben \u2013 es war ein zutiefst emotionaler Prozess, den sie nicht allein gegangen ist. Mit der Illustratorin \u201eFrau Isa\u201c, einer Graffitik\u00fcnstlerin, und der Belegschaft des \u201eVerlag f\u00fcr moderne Kunst\u201c entstand ein feinf\u00fchliges Team, das ihr Raum f\u00fcr Trauer und Kreativit\u00e4t gab.<\/p>\n<p>Das Buch beginnt mit einer Szene, in der die Oma vergisst, wie viele Kekse sie schon gebacken hat, und deswegen immer weiter b\u00e4ckt. \u201eKinder interessiert bei den Lesungen brennend, wie viele Kekse es wirklich waren, wohingegen Erwachsene bei Lesungen oft von ihren eigenen Erfahrungen mit an Demenz Erkrankten sprechen.\u201c Dass ihr Buch alle Generationen anspricht, h\u00e4tte sich Rosa Schaberl zun\u00e4chst nicht gedacht, ber\u00fchrt sie aber zutiefst.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"772\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/weikmi-20250818-2509_B_EM_Rosa_Schaberl-1024x772.jpg\" alt=\"Kinderbuch Doppelseite mit einer Omi die am Stock durch's Wohnzimmer geht\" class=\"wp-image-38401\"  \/>\u00a9 Verlag<\/p>\n<p>Seit Erscheinung des Buches im letzten Herbst absolvierte Schaberl viele Lesungen nicht nur in Kinderg\u00e4rten, sondern auch in Senior*innenheimen. Bei ihrer ersten Lesung in G\u00fcssing erz\u00e4hlten Besucher*innen aus der Region bewegende Geschichten \u00fcber ihre Oma. \u201eSie hatte immer ein leeres Marmeladenglas in der Sch\u00fcrze mit. Ich wusste nicht warum. Bei der Lesung hat mir eine Frau, die meine Oma gut kannte, erz\u00e4hlt, dass sie das Glas immer bei sich hatte, um f\u00fcr uns Kinder Walderdbeeren zu sammeln.\u201c F\u00fcr die Autorin waren diese Erz\u00e4hlungen von Bekannten, als w\u00fcrde ihre Gro\u00dfmutter noch ein St\u00fcck l\u00e4nger bei ihr bleiben.<\/p>\n<p>Glitzerglas<\/p>\n<p>Neben der Literatur ist der Sport Schaberls zweites Standbein. Bewegung, Gemeinschaft und Wasser sind f\u00fcr sie Lebenselixiere \u2013 und ein Schutz vor sozialer Vereinsamung, deswegen r\u00e4t sie dies auch allen zur Vorbeugung gegen Demenz. In Zukunft m\u00f6chte sie weitere B\u00fccher schreiben, vor allem zu Natur- und Umweltthemen, aber auch zu psychischen Erkrankungen. Ihr Ziel: Krankheiten, die Erwachsene betreffen, Kindern verst\u00e4ndlich machen, ohne sie zu verschweigen. \u201eMan kann Kindern viel mehr zutrauen, als man denkt\u201c, sagt sie.<\/p>\n<p>Aus der Arbeit am Buch hat sie auch pers\u00f6nlich etwas mitgenommen: den Wert, positive Erinnerungen bewusst zu trainieren. Gut daf\u00fcr ist ein \u201eGlitzerglas\u201c\u00a0\u2013 ein Glas voller kleiner Post-its mit kurzen Notizen von sch\u00f6nen Momenten, die dann am Jahresende gemeinsam gelesen werden. Eine einfache, aber wirkungsvolle \u00dcbung, um die hellen Seiten des Lebens festzuhalten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"980\" height=\"980\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/weikmi-20250818-2509_B_EM_RosaSchaberl_Buch.jpg\" alt=\"Buchcover eines Kinderbuches mit einer Omi und einem M\u00e4dchen mit einem gro\u00dfen Vanillekipferl in den H\u00e4nden\" class=\"wp-image-38402\" style=\"width:494px;height:auto\"  \/>Als meine Oma beschloss zu vergessen von Rosa Schaberl<br \/>\nHardcover, \u20ac 20,\u2013 \u00a9 Verlag<\/p>\n<p>Mit ihrem Buch, das auf <a href=\"http:\/\/oma-vergisst.at\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">oma-vergisst.at<\/a> vorgestellt wird, hat Rosa Schaberl nicht nur ein literarisches Denkmal f\u00fcr ihre Gro\u00dfmutter geschaffen, sondern auch eine Br\u00fccke zwischen den Generationen \u2013 voller W\u00e4rme, Humor und einer Prise Kekskr\u00fcmel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u00a9 createju4 Rosa Schaberl ist in Wien geboren, aufgewachsen jedoch im burgenl\u00e4ndischen G\u00fcssing bei ihrer Oma \u2013 jener&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":429085,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1774],"tags":[1784,1785,29,214,30,11706,215,29731],"class_list":{"0":"post-429084","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-buecher","8":"tag-books","9":"tag-buecher","10":"tag-deutschland","11":"tag-entertainment","12":"tag-germany","13":"tag-kinderbuch","14":"tag-unterhaltung","15":"tag-vergessen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115218343957885445","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/429084","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=429084"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/429084\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/429085"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=429084"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=429084"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=429084"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}