{"id":429374,"date":"2025-09-17T09:46:15","date_gmt":"2025-09-17T09:46:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/429374\/"},"modified":"2025-09-17T09:46:15","modified_gmt":"2025-09-17T09:46:15","slug":"ein-buch-das-mit-jeder-seite-besser-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/429374\/","title":{"rendered":"Ein Buch, das mit jeder Seite besser wird"},"content":{"rendered":"<p>In seinem starken Debutroman \u201eM\u00e4rtyrer\u201c umspannt Kaveh Akbar eine Zeit von der iranischen Revolution bis in die USA der heutigen Zeit und zieht die Leser dabei immer mehr in seinen Bann<br \/>\nVon <a href=\"https:\/\/literaturkritik.de\/public\/mitarbeiterinfo.php?rez_id=5204\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Karsten Herrmann<\/a><a href=\"https:\/\/literaturkritik.de\/rss\/ma\/5204\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" height=\"16\" border=\"0\" alt=\"RSS-Newsfeed neuer Artikel von Karsten Herrmann\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/rss.gif\" style=\"vertical-align:bottom;margin-left:5px;\"\/><\/a><br \/>\n <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"vgw-img\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/ece75613e3a54c3481403dd75d7a5da5.gif\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><br \/>\n<a class=\"icon\" href=\"#biblio\">Besprochene B\u00fccher \/ Literaturhinweise<\/a><br \/>\nIm Zentrum des Romans steht der junge Ich-Erz\u00e4hler Cyrus, der mit seinem Leben nicht klarkommt und sich mit jeder Menge Alkohol und chemischen Substanzen zudr\u00f6hnt. Er ist mit seinem Vater Anfang der 2000er in die USA gekommen, nachdem seine Mutter bei einem durch das US-Milit\u00e4r verursachten Flugzeugabsturz ums Leben gekommen ist. Nach einer \u201eg\u00f6ttlichen Erscheinung\u201c im Rausch macht Cyrus einen Entzug, f\u00e4ngt an Gedichte zu schreiben und jobbt in einem Krankenhaus, wo er zu Ausbildungszwecken Kranke oder Angeh\u00f6rige von Gestorbenen spielt. Er ist auf der Suche nach einem festen Glauben oder eine gute Sache, f\u00fcr die es sich zu sterben lohnt \u2013 und beschlie\u00dft ein Buch \u00fcber M\u00e4rtyrer zu schreiben, dass mit ihm selbst enden soll.<br \/>\nKaveh Akbar switcht in seinem Roman immer wieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit und zwischen dem Iran der Revolution und dem Leben von Cyrus im Mittleren Westen in der Zeit nach 9\/11. Sein Vater h\u00e4lt hier seinen Sohn und sich mit einem Aushilfsjob in einer H\u00fchnerfarm \u00fcber Wasser und wie eine schw\u00e4rende Wunde liegt dabei der Tod der Mutter \u00fcber der dezimierten Familie.<br \/>\nIn R\u00fcckblenden erfahren wir vom Leben der Mutter und ihres Bruders, der im Iran-Irak-Krieg mit einem Pferd als wei\u00dfer Engel \u00fcber die Schlachtfelder ritt, um die Sterbenden zu beruhigen. Eine der sch\u00f6nsten Passagen in diesem Buch schildert die wie aus dem Nichts aufflammende Freundschaft seiner Mutter Roya mit einer Frau, die gegen ihren Mann und das Regime aufbegehrt: \u201eMein Leben war ein Gem\u00e4lde, das bis zu diesem Moment falsch herumgehangen hatte, bis Leila hereinspaziert war.\u201c<br \/>\nIn der Gegenwart st\u00f6\u00dft der an seinem Romanprojekt arbeitende Cyrus auf die Ank\u00fcndigung der Performance einer sterbenden iranischen K\u00fcnstlerin in New York: In den letzten Tagen ihres Lebens bietet sie den Museums-Besucher*innen ein \u201eDeath Speak\u201c an. Zusammen mit seinem Freund Zee reist er dorthin und es entspannt sich vom ersten Augenblick an eine magische Verbindung zwischen ihm und der K\u00fcnstlerin, die zu einer \u00fcberraschenden Wendung im Leben von Cyrus f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Kaveh Akbar lotet in seinem Roman mit Drive und Lakonie die Untiefen und Verwerfungen des Lebens und die Suche nach Sinn aus und l\u00e4sst das Schicksal dabei wilde Volten schlagen. Seine lyrische Vergangenheit macht sich in poetischen S\u00e4tzen voller Magie und Leuchtkraft bemerkbar und \u00fcber allen Schmerz und alle Verzweiflung hinweg scheint hier unb\u00e4ndiger Lebenswille und ironischer Trotz durch: \u201eAls w\u00e4re man Gott nahe genug, um ihm mit einem Wimpernschlag eins auf die Nase zu geben.\u201c \u201eM\u00e4rtyrer\u201c ist ein Buch, das mit jeder Seite besser wird und in einem packenden Finale endet.<\/p>\n<p><a name=\"biblio\"\/><\/p>\n<tr>\n<td height=\"1\" bgcolor=\"#FF9900\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/spacer.gif\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\"\/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"1\" bgcolor=\"#FF9900\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/spacer.gif\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\"\/><\/td>\n<\/tr>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In seinem starken Debutroman \u201eM\u00e4rtyrer\u201c umspannt Kaveh Akbar eine Zeit von der iranischen Revolution bis in die USA&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":429375,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1774],"tags":[1784,1785,29,214,30,215],"class_list":{"0":"post-429374","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-buecher","8":"tag-books","9":"tag-buecher","10":"tag-deutschland","11":"tag-entertainment","12":"tag-germany","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115219005252577566","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/429374","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=429374"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/429374\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/429375"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=429374"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=429374"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=429374"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}