{"id":429505,"date":"2025-09-17T10:55:15","date_gmt":"2025-09-17T10:55:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/429505\/"},"modified":"2025-09-17T10:55:15","modified_gmt":"2025-09-17T10:55:15","slug":"muenchen-so-war-das-konzert-von-drake-in-der-olympiahalle-eine-kritik-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/429505\/","title":{"rendered":"M\u00fcnchen: So war das Konzert von Drake in der Olympiahalle &#8211; eine Kritik &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Er h\u00e4tte sie \u00fcberrascht. W\u00e4re da nicht die Treppe in Block F1 gewesen. Vermutlich wollte Drake, der kanadische Popstar, ganz pl\u00f6tzlich zwischen seinen Fans in den Zuschauerr\u00e4ngen der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Olympiapark\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Olympiahalle<\/a> auftauchen. So ein Entrance sollte es werden. Vom Dach der Halle wollte er nicht abgeseilt werden. Nicht aus dem B\u00fchnenboden hinaufgeschossen. Sondern, wenn das Licht nach der \u00fcblichen Verdunkelung wieder angeht, zwischen ihnen stehen wie einer, der aus der Geburtstagstorte springt. Und wahrscheinlich h\u00e4tte das geklappt. W\u00e4re da nicht diese Treppe gewesen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Die dreistufige Passage, die Zuschauerraum mit der B\u00fchnenkonstruktion verbindet, einem Laufsteg aus Plexiglas, der wie ein Ring den Innenraum umrundet. Und so sind die Smartphones schon auf Block F1 gerichtet, bevor sich Drake als gro\u00dfe \u00dcberraschung in Block F1 einfinden kann, die niemanden gro\u00df \u00fcberrascht.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Er kommt trotzdem. Zwar nicht um 21 Uhr, sondern 21:49 Uhr, aber: er kommt. In Glitzershirt mit Ausschnitt. Zwischen Brusthaaren ein Eulentattoo. Auf dem Handr\u00fccken eine Tintenspinne. Im Ohrl\u00e4ppchen ein Brillantohrring. Die Haare zu Cornrose geflochten. Drake sieht aus wie ein Superstar. Er hat die Aura eines Superstars. Den Lebenslauf sowieso: f\u00fcnf Grammys, fast 100 Milliarden Streams, in f\u00fcnfzehn Jahren war er an vierzehn Alben beteiligt, die in den amerikanischen Charts auf Platz 1 standen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Am Dienstagabend spielt er zum ersten Mal in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnchen<\/a>. Die erste von drei Shows vor rund 13 000 Menschen. Am Ende des Konzerts werden es fast vierzig Songs sein, die er in kaum zwei Stunden performt wie eine Extended-Version einer Super-Bowl-Halftime-Show. Mit Feuer. Pyro. Kost\u00fcmwechseln. Dem amerikanischen Selbstvertrauen eines Mannes aus Toronto. \u201eI go by the name Drake, if you don\u2019t know\u201c, stellt er sich grinsend vor wie nur Drake grinsen kann, weil alle seinen Namen sowieso kennen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Ein Thema wird Drake an diesem Dienstagabend elegant auslassen. <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/projekte\/artikel\/panorama\/kendrick-lamar-drake-rapper-tupac-notorious-big-beef-e484376\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Streitigkeiten mit einem anderen Rap-Superstar: Kendrick Lamar. Die eskalierten 2024 in einem Beef, der als die \u201eDrake-Kendrick-Feud\u201c in die Hip-Hop-Geschichte eingegangen ist.<\/a> Interessant ist, welche Lieder er nicht performt: \u201eFirst Person Shooter\u201c. Und: \u201eFamily Matters\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Die Songs, die Drake als Angriff oder Verteidigung im Kampf sprachlicher Gro\u00dfm\u00e4uligkeit mit Dauerrivalen Kendrick Lamar geschrieben hat. Die M\u00e4nner beschuldigen sich gegenseitig k\u00fcnstlerischer Nichtsnutzigkeit, sexueller Bel\u00e4stigung, p\u00e4dophiler Neigungen, h\u00e4uslicher Gewalt und unehelicher Kinder. Der Zwist zwischen den Labelkollegen gipfelte vor einem New Yorker Gericht. Drake verklagt sein Musiklabel, Kendrick Lamar mit illegalen Methoden zu helfen, den Disstrack \u201eNot Like Us\u201c zum Welthit zu machen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Der Ausgang des Verfahrens gegen Universal ist noch offen. Was ein Grund sein k\u00f6nnte, warum Drake an diesem Abend andere Lieder vorzieht. Er pr\u00e4sentiert in der Olympiahalle die gr\u00f6\u00dften Hits aus f\u00fcnfzehn Jahren seiner Weltkarriere. Den R\u2019n\u2019B seiner Anf\u00e4nge, die Dancehall-Variationen aus Hits wie \u201ePassion Fruit\u201c, den rougheren Trapsound, aber auch Pophits wie \u201eNice For What\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Im Laufe des Konzerts wird klar, was f\u00fcr ein Entertainer er ist. Und dass nicht nur, weil er eine Grundregel des amerikanischen Unterhaltungsgewerbes beherrscht: in Bewegung bleiben. Er l\u00e4uft, w\u00e4hrend er singt. Er l\u00e4uft, w\u00e4hrend er rappt. Er l\u00e4uft, w\u00e4hrend er die Halle grundunsympathisch anstachelt, gegen all die Verflossenen kollektiv den Mittelfinger in die Luft zu strecken, die \u2013 selbstverst\u00e4ndlich, na klar \u2013 auschlie\u00dflich selbst und ausschlie\u00dflich allein das Problem gewesen w\u00e4ren. Allerfeinstes \u201eWalk-and-Talk\u201c. Drehbuchautor Aaron Sorkin, der Vater dieser Idee, w\u00e4re stolz. Auch wenn ihm die Treppe zu Block F1 wohl missfallen h\u00e4tte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Er h\u00e4tte sie \u00fcberrascht. W\u00e4re da nicht die Treppe in Block F1 gewesen. 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