{"id":429651,"date":"2025-09-17T12:17:14","date_gmt":"2025-09-17T12:17:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/429651\/"},"modified":"2025-09-17T12:17:14","modified_gmt":"2025-09-17T12:17:14","slug":"deutsches-theater-muenchen-die-leute-schauen-aufs-geld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/429651\/","title":{"rendered":"Deutsches Theater M\u00fcnchen: &#8222;Die Leute schauen aufs Geld&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Es glitzert und glei\u00dft nach wie vor auf der B\u00fchne des Deutschen Theaters M\u00fcnchen. Immerhin startet das Haus mit dem Musical &#8222;Ghost \u2013 Nachricht von Sam&#8220; (ab 7. Oktober) und &#8222;Saturday Night Fever&#8220; (ab 14. Oktober) in die neue Saison. Die Show nach dem ber\u00fchmt gewordenen Film aus der Disco-\u00c4ra der 70er-Jahre mit der Musik der Bee Gees d\u00fcrfte s\u00e4mtliche Schlaghosen- und Paillettenhemd-Besitzer der Region mobilisieren. <\/p>\n<p>Danach geht es \u00e4hnlich glamour\u00f6s weiter. Mit &#8222;Kinky Boots&#8220; steht ein St\u00fcck auf dem Spielplan, in dem sich alles um farbenfrohe St\u00f6ckelschuhe und die Musik von Cindy Lauper dreht. Ein Schuhfabrikant wird von einer selbstbewussten Drag Queen von seinen im doppelten Sinne &#8222;Absatzproblemen&#8220; erl\u00f6st. F\u00fcr &#8222;Pretty Woman&#8220; nach der gleichnamigen Filmromanze muss Intendant Thomas Linsmayer sowieso keine Werbung mehr machen. Da ist der Andrang garantiert.<\/p>\n<p>&#8222;G\u00fcnstigere Preiskategorien sehr gefragt&#8220;<\/p>\n<p>Allerdings wird auch im Unterhaltungsbereich gespart, kein Wunder bei Preisen zwischen 20 und 120 Euro: &#8222;Fr\u00fcher haben die Leute sich noch mehr getraut, sehr, sehr fr\u00fchzeitig auch Karten zu kaufen. Das hat seit Corona einfach ein bisschen abgenommen&#8220;, so Linsmayer gegen\u00fcber dem BR: &#8222;Tats\u00e4chlich ist es so, dass die g\u00fcnstigeren Preiskategorien sehr gefragt sind. Auch unsere Previews, die etwas rabattiert sind, also der Tag vor der Premiere, die Generalprobe sozusagen, die sind meistens ausverkauft. Die ganz teuren Kategorien gehen dagegen ein bisschen langsamer weg, und das war fr\u00fcher genau umgekehrt. Also man sieht, die Leute schauen schon aufs Geld.&#8220;<\/p>\n<p>Klassiker laufen im Deutschen Theater immer gut. Angefangen bei der &#8222;Rocky Horror Show&#8220;. Doch besonders neugierig scheint das bayerische Musicalpublikum nicht zu sein, mit Off-Broadway-Stoffen fremdelt es: &#8222;Die neueren St\u00fccke, die eben noch nicht so bekannt sind, wie zum Beispiel &#8218;Come from Away&#8216;, die tun sich immer ein bisschen schwer. Dadurch, dass das Deutsche Theater kein Abo-Publikum hat und die Stammkundschaft sich immer wieder neu erarbeiten muss, m\u00fcssen wir f\u00fcr jede Produktion wirklich k\u00e4mpfen.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Musical-Tourismus gibt es nicht&#8220;<\/p>\n<p>Anders als Hamburg und Stuttgart gilt M\u00fcnchen deutschlandweit nicht gerade als Musical-Stadt, obwohl das Deutsche Theater eine gro\u00dfe Auswahl anbietet und das G\u00e4rtnerplatztheater immer wieder gut besuchte Eigenproduktionen zeigt. <\/p>\n<p>Doch die Ausstrahlung scheint begrenzt, so Thomas Linsmayer: &#8222;Was mich sehr bewegt: Dass wir, obwohl M\u00fcnchen ein Tourismus-Fixpunkt ist \u2013 und die Zahlen gehen ja steil nach oben bei den Touristen \u2013, dass nicht nur wir, sondern \u00fcberhaupt alle Theater in M\u00fcnchen es nicht wirklich schaffen, viele G\u00e4ste von weiter her und nur aufgrund dessen, dass wir was Sch\u00f6nes zeigen, hier nach M\u00fcnchen zu holen, in unsere Theater. Das gelingt immer noch sehr z\u00f6gerlich. Einen richtigen Musical-Tourismus gibt es bei uns eigentlich noch gar nicht.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Dorian Gray wird sensationell&#8220;<\/p>\n<p>Ein besonderes Anliegen ist Linsmayer das Tanztheater, an der Kasse auch nicht gerade ein Selbstl\u00e4ufer. Dennoch bietet das Deutsche Theater gleich vier Produktionen an, die erstmals auch im Abo zu haben sind.<\/p>\n<p>&#8222;Wir haben insbesondere eine ganz neue Produktion, &#8218;Dorian Gray&#8216;, die sensationell toll ist, wieder mit Live-Musikerinnen und -Musikern auf der B\u00fchne&#8220;, schw\u00e4rmt Linsmayer: &#8222;Im Sommer, im August, gehen wir auch wieder etwas ins Risiko, was wir, glaube ich, ganz gut hinbekommen werden, da zeigen wir &#8218;Carmen&#8216; als Tanztheater, nat\u00fcrlich mit den wesentlichen Hits aus der Bizet-Oper, aber insgesamt in einem anderen Format und auch noch mit anderer Musik.&#8220;<\/p>\n<p>Warten auf den &#8222;Super-Renner&#8220;<\/p>\n<p>Auch popul\u00e4re Musicals laufen im deutschen Theater h\u00f6chstens drei bis vier Wochen. Fans m\u00fcssen sich also jeweils beeilen, wenn sie Karten bekommen wollen. L\u00e4ngere Laufzeiten sind die absolute Ausnahme, so Linsmayer: &#8222;Erst mal m\u00f6chte ich das deutsche Theater nicht als Long-Run-Stage, also auf Deutsch gesagt, als B\u00fchne f\u00fcr Dauergastspiele. Das wird in Stuttgart gemacht oder in Hamburg. Das Deutsche Theater hat einfach ein sehr vielseitiges Programm mit verschiedensten Genres.&#8220;<\/p>\n<p>Drei bis vier Wochen Laufzeit seien das Maximum, so der Intendant: &#8222;Dann brauchen wir einfach die Abwechslung. Wenn wir nat\u00fcrlich mal wieder einen absoluten Super-Renner von einer unserer Gastspiel-Produktionsfirmen bekommen k\u00f6nnen, w\u00fcrde ich auch mal wieder drei Monate was machen.&#8220;<\/p>\n<p>Im Vergleich zu den Staatstheatern ist das Publikum \u00fcbrigens deutlich gemischter und je nach Musical, etwa bei der <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/kultur\/geschieden-und-gekoepft-six-im-deutschen-theater-muenchen,U8Dy9La\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Power-Girl-Group &#8222;Six&#8220;<\/a>, manchmal erfreulich jugendlich. Was nicht hei\u00dft, dass das junge Publikum unbedingt experimentierfreudiger ist als das \u00e4ltere.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es glitzert und glei\u00dft nach wie vor auf der B\u00fchne des Deutschen Theaters M\u00fcnchen. 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