{"id":430043,"date":"2025-09-17T15:47:10","date_gmt":"2025-09-17T15:47:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/430043\/"},"modified":"2025-09-17T15:47:10","modified_gmt":"2025-09-17T15:47:10","slug":"500-milliarden-dollar-einnahmen-fuer-trump-laeuft-es-bestens-im-zollkrieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/430043\/","title":{"rendered":"500 Milliarden Dollar Einnahmen?: F\u00fcr Trump l\u00e4uft es bestens im Zollkrieg"},"content":{"rendered":"<p><strong>Bisher sieht es so aus, als w\u00fcrde Donald Trumps globaler Handelskrieg funktionieren: Gegenwehr von Handelspartnern gibt es kaum noch. Auf die US-Regierung prasselt ein Geldregen nieder. Der US-Pr\u00e4sident sieht sich best\u00e4tigt. Dennoch birgt seine Strategie ein erhebliches Risiko.<\/strong><\/p>\n<p>Als Donald Trump am Liberation Day im Fr\u00fchjahr seinen globalen Handelskrieg vom Zaun brach, \u00fcberschlug er sich f\u00f6rmlich vor Versprechen: Der 2. April 2025 sei der &#8222;Tag, an dem die amerikanische Industrie wiedergeboren wurde, der Tag, an dem Amerikas Schicksal zur\u00fcckerobert wurde, der Tag, an dem wir begannen, Amerika wieder reich zu machen.&#8220; Die USA w\u00fcrden bald durch die Z\u00f6lle florieren, k\u00fcndigte Trump an, indem die US-Regierung &#8222;Billionen und Billionen von Dollar&#8220; einnehmen werde, &#8222;um unsere Steuern zu senken und unsere Staatsschulden abzuzahlen&#8220;.<\/p>\n<p>Trumps Zollhammer im April war der Beginn einer Zeitenwende, der die Welt <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Donald-Trump-schickt-die-Welt-zurueck-in-die-30er-Jahre-article25681580.html\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_self\">zur\u00fcck in die 30er Jahre<\/a> katapultierte. Er beerdigte an diesem Tag nichts weniger als den freien Welthandel, den die USA als Lehre aus dem Zweiten Weltkrieg \u00fcber Jahrzehnte gest\u00fctzt hatten. Die M\u00e4rkte zitterten und die Angst vor einem katastrophalen, globalen Wirtschaftsschock wie in der gro\u00dfen Depression h\u00e4lt die Welt weiter in Atem. Doch trotz aller Sorgen: Kurzfristig betrachtet ist Trumps Strategie bislang weitestgehend aufgegangen.<\/p>\n<p>Gegenwehr gibt es kaum noch. Nur China k\u00e4mpft weiter. Auch wenn Trumps st\u00e4ndig neuen Zolldrohungen an den Finanzm\u00e4rkten <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Fuer-die-Wall-Street-ist-Trump-ein-aengstliches-Huehnchen-article25832292.html\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_self\">kaum noch Beachtung geschenkt wird<\/a>, hat er den gro\u00dfen Handelsbl\u00f6cken erstaunliche Zugest\u00e4ndnisse abgepresst. Gro\u00dfbritannien, Japan, die EU &#8211; sie alle haben z\u00e4hneknirschend einen Deal gemacht und Z\u00f6lle von 10 oder 15 Prozent auf so gut wie all ihre Exporte akzeptiert. Das ist zwar weitaus weniger, als Trump urspr\u00fcnglich verh\u00e4ngt hatte. Aber es beschert den USA einen Geldregen, den Trump als gro\u00dfen politischen Erfolg verkaufen kann &#8211; auch wenn sein Handelskrieg langfristig wom\u00f6glich katastrophale Folgen hat.<\/p>\n<p>Geldregen f\u00fcr Trumps Handelskrieger im Finanzministerium<\/p>\n<p>Laut der US-Haushaltsbeh\u00f6rde CBO d\u00fcrften sich die Einnahmen aus Trumps Z\u00f6llen auf vier Billionen Dollar in den n\u00e4chsten zehn Jahren summieren. Trumps <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Peter-Navarro-Trumps-Handelskrieger-der-zu-allem-bereit-ist-article25723741.html\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_self\">oberster Handelskrieger Peter Navarro <\/a>geht sogar von sechs Billionen Dollar Einnahmen \u00fcber zehn Jahre aus. Das ist ein betr\u00e4chtlicher Teil des US-Haushalts, der sich im vergangenen Jahr auf knapp sieben Billionen Dollar belief.<\/p>\n<p>Wom\u00f6glich k\u00f6nnte es Trump so tats\u00e4chlich gelingen, seine gigantischen Steuersenkungen gegenzufinanzieren. Die Steuerausf\u00e4lle seiner &#8222;Big Beautiful Bill&#8220; summieren sich auf etwa 4,1 Billionen Dollar in zehn Jahren &#8211; also ziemlich genau die gleiche Gr\u00f6\u00dfenordnung, die die regierungsunabh\u00e4ngigen Rechnungspr\u00fcfer an Zolleinnahmen im gleichen Zeitraum erwarten.<\/p>\n<p>Laut dem US-Thinktank Peterson Institute of International Economics (PIIE) bleiben inzwischen etwa 38 Prozent des monatlichen Importwerts aller chinesischen Waren als Zoll in der US-Staatskasse h\u00e4ngen. Bei Waren aus der EU sind es knapp 10 Prozent. Trumps Finanzministerium hat so bis Ende August in diesem Jahr schon 165 Milliarden Dollar eingenommen &#8211; mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. US-Finanzminister Scott Bessent rechnet insgesamt sogar mit Einnahmen von \u00fcber 500 Milliarden Dollar in diesem Jahr: &#8222;Diese Regierung hat eine sp\u00fcrbare Bresche ins Haushaltsdefizit geschlagen&#8220;, prahlt Bessent.<\/p>\n<p> Trump verkauft den gro\u00dfen Sieg im Handelskrieg<\/p>\n<p>Doch selbst ein Geldregen von mehreren hundert Milliarden Dollar aus dem Zollkrieg d\u00fcrfte die Schuldenlast kaum nennenswert verringern. Denn das US-Haushaltsdefizit betr\u00e4gt laut CBO schon jetzt gigantische zwei Billionen Dollar. Bestenfalls k\u00f6nnte Trump es mit den Zolleinnahmen vielleicht schaffen, ein Viertel oder F\u00fcnftel der erwarteten Defizite von gut 20 Billionen Dollar in den kommenden zehn Jahren zu decken &#8211; aber auch nur, falls sie nicht weiterwachsen.<\/p>\n<p>Daran, dass Amerika mit gro\u00dfen Schritten auf eine <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Amerikas-Schuldenberg-ist-akut-einsturzgefaehrdet-article25799692.html\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_self\">katastrophale Schuldenkrise <\/a>zusteuert, werden Trumps Z\u00f6lle wohl nichts \u00e4ndern: &#8222;Es hilft zwar, ein Loch zu stopfen, aber das eigentliche Problem bleibt: Amerika gibt viel mehr aus, als es einnimmt&#8220;, zitiert die britische &#8222;Financial Times&#8220; den Investmentstrategen eines gro\u00dfen Fondhauses. Die Z\u00f6lle summieren sich auf gerade mal 3,5 Prozent der bisherigen Einnahmen der US-Regierung von gut 4,7 Billionen Dollar in diesem Jahr.<\/p>\n<p>Wof\u00fcr die Einnahmen reichen: Trump kann seine Z\u00f6lle als gro\u00dfen Erfolg verkaufen, auch wenn er dabei wie \u00fcblich \u00fcbertreibt: Ohne die Z\u00f6lle &#8222;und all die Billionen von Dollar die wir bereits eingenommen haben, w\u00e4re unser Land dem Untergang geweiht &#8211; und unsere milit\u00e4rische Schlagkraft auf einen Schlag dahin&#8220;, behauptete Trump.<\/p>\n<p>Die Geister die Trump rief, wird er nun nicht los<\/p>\n<p>Auch wenn das so nicht ganz stimmen d\u00fcrfte: Mit seinem Zollkrieg setzt Trump tats\u00e4chlich alles auf eine Karte. Denn alle seine weiteren Versprechen sind von den mittel- und langfristigen Folgen f\u00fcr die US-Wirtschaft und die Konjunktur abh\u00e4ngig. Und die sind alles andere als rosig.<\/p>\n<p>&#8222;Anstatt unsere B\u00fcrger zu besteuern, um andere L\u00e4nder zu bereichern, werden wir Z\u00f6lle und Steuern auf ausl\u00e4ndische Staaten erheben, um unsere B\u00fcrger zu bereichern&#8220;, hatte Trump im April versprochen. Doch er unterschl\u00e4gt, dass die gigantischen Zolleinnahmen letztlich von US-Importeuren und Firmen wie Amazon gezahlt werden, oder US-Verbrauchern, an die sie die deutlich h\u00f6heren Importpreise weitergeben. Die US-Inflation hat deshalb im August bereits leicht zugelegt. <\/p>\n<p>&#8222;Viele Importeure w\u00e4lzen die steigenden Kosten neuer Z\u00f6lle erst dann auf ihre Kunden ab, wenn die f\u00fcr die Produktion eingesetzten Lagerbest\u00e4nde die h\u00f6heren Preise widerspiegeln&#8220;, warnt das PIIE. Der volle Kostenschock von Trumps Zollkrieg wird in der US-Wirtschaft also erst noch ankommen.<\/p>\n<p>Ein Anstieg der Inflation durch Trumps Z\u00f6lle hat das Potenzial, das Wachstum abzuw\u00fcrgen und die USA in eine Rezession zu st\u00fcrzen. Doch es kommt noch ein Problem hinzu: Die Investoren, die US-Staatsanleihen kaufen und damit Trumps gewaltiges Defizit finanzieren, haben sich inzwischen auf den erwarteten Geldregen eingestellt. &#8222;Sollten die Zolleinnahmen unerwartet ausbleiben, ist das ein ernsthaftes Problem&#8220;, zitiert die Zeitung den Manager eines gro\u00dfen Investmentbrokers. Denn dann w\u00fcrde der US-Haushalt vollends aus den Fugen geraten &#8211; und Amerikas Schuldentragf\u00e4higkeit in Gefahr geraten.<\/p>\n<p>Genau das k\u00f6nnte demn\u00e4chst passieren: Ein US-Berufungsgericht hat Ende August die meisten von Trumps Z\u00f6llen f\u00fcr illegal erkl\u00e4rt, weil die Rechtsgrundlage &#8211; ein angeblicher nationaler Notstand wegen des US-Handelsdefizits &#8211; fadenscheinig ist. Trump will das durch den Supreme Court r\u00fcckg\u00e4ngig machen. Der Fall wird in der ersten Novemberwoche verhandelt. Falls Trump verliert, w\u00fcrden auf einen Schlag nicht nur Milliardeneinnahmen im Haushalt fehlen. Trump m\u00fcsste die bereits kassierten Z\u00f6lle zur\u00fcckzahlen. Die Entt\u00e4uschung an der B\u00f6rse w\u00e4re riesig. <\/p>\n<p>Denn Trump hat mit seinen rosigen Versprechen Erwartungen geweckt, die er nicht mehr loswird. Die Ratingagentur S&amp;P etwa hat die USA bislang trotz der dr\u00fcckenden Schuldenlast nur wegen der Zolleinnahmen noch nicht weiter herabgestuft. &#8222;Falls die Gerichte das Gros von Trumps Z\u00f6llen kippen, werden manche Analysten jubeln. Die Inflation d\u00fcrfte sinken, das Wachstum k\u00f6nnte anziehen und die Fed k\u00f6nnte die Geldpolitik lockern&#8220;, sagt der Chefstratege einer australischen Investmentbank dem Blatt. &#8222;Aber falls der Fokus dann auf Schulden und Defiziten liegt, d\u00fcrfte der Anleihemarkt einen Aufstand machen.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bisher sieht es so aus, als w\u00fcrde Donald Trumps globaler Handelskrieg funktionieren: Gegenwehr von Handelspartnern gibt es kaum&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":430044,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3977],"tags":[331,332,16150,106,13,14,15,12,16153,1585,4017,4018,4016,64,4019,4020,55,211],"class_list":{"0":"post-430043","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-usa","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-defizit","11":"tag-donald-trump","12":"tag-headlines","13":"tag-nachrichten","14":"tag-news","15":"tag-schlagzeilen","16":"tag-staatsverschuldung","17":"tag-steuereinnahmen","18":"tag-united-states","19":"tag-united-states-of-america","20":"tag-us","21":"tag-usa","22":"tag-vereinigte-staaten","23":"tag-vereinigte-staaten-von-amerika","24":"tag-wirtschaft","25":"tag-zoelle"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115220424107892987","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/430043","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=430043"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/430043\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/430044"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=430043"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=430043"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=430043"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}