{"id":430130,"date":"2025-09-17T16:33:14","date_gmt":"2025-09-17T16:33:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/430130\/"},"modified":"2025-09-17T16:33:14","modified_gmt":"2025-09-17T16:33:14","slug":"love-you-for-infinity-sprengel-museum-zeigt-dreifach-ausstellung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/430130\/","title":{"rendered":"&#8222;Love You for Infinity&#8220;: Sprengel Museum zeigt Dreifach-Ausstellung"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 17.09.2025 16:15 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Im Sprengel Museum sind erstmals Werke der Pop-Art-Ikonen Niki de Saint Phalle, Yayoi Kusama und Takashi Murakami vereint zu sehen. Hinter den bunten Oberfl\u00e4chen verbergen sich Abgr\u00fcnde aus Gewalt und Angst. <\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/kuehlberg-jonas-101.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Jonas K\u00fchlberg\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/jonas-kuehlberg-101.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Kristina Blaschke-Walther steht mit ihrer Taschenlampe im &#8222;Infinity Room&#8220; und pr\u00fcft jeden Spiegel millimetergenau. &#8222;Drei Flaschen Glasreiniger&#8220;, sagt die Restauratorin des Sprengel Museums und l\u00e4chelt, &#8222;mehr brauchen wir nicht f\u00fcr die Unendlichkeit&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Im &#8222;Infinity Room&#8220; der K\u00fcnstlerin Yayoi Kusama ist jede Wand mit Spiegeln ausgestattet, im Raum befinden sich bunte LED-Kugeln &#8211; so entsteht ein immersives Erlebnis mit pulsierendem Licht. Damit der Effekt so bleibt, m\u00fcssen die Restauratoren allerdings selbst Hand anlegen &#8211; und putzen. Hinter dem gr\u00f6\u00dften Kunstereignis des Jahres in Niedersachsen steckt akribische Handarbeit.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Seit dem 6. September vereint das Sprengel Museum Hannover erstmals drei Ikonen der Pop-Art: Niki de Saint Phalle (1930-2002), Yayoi Kusama und Takashi Murakami. Bis zum Ende der Ausstellung werden 200.000 Besucher erwartet. Mehr als 110 Exponate verteilen sich auf 2.000 Quadratmetern, in zw\u00f6lf thematischen R\u00e4umen. Der Titel &#8222;Love You for Infinity&#8220; klingt wie ein Popsong &#8211; und das ist kein Zufall.<\/p>\n<p>    <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/multimedia\/bilder\/ausstellung-sprengel-hannover-100.html\" class=\"copytext-galerie columns twelve m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n        Bilderstrecke<br \/>\n        Drei Ikonen der Kunst &#8211; eine Ausstellung<br \/>\n    <\/a><\/p>\n<p>    Farbe und Pop f\u00fcr die Landeshauptstadt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Es ist eine Anspielung auf die Kunstgeschichte der Landeshauptstadt. 1974 stellte Hannover drei monumentale Nana-Skulpturen am Leineufer auf. Die einen sahen darin eine Verschandelung, die anderen den Aufbruch in eine vision\u00e4re Zukunft. Es kam zu hitzigen Debatten und einem \u00f6ffentlichen Tauziehen zwischen Bef\u00fcrwortern und Gegnern. Die Bef\u00fcrworter setzten sich durch. Hannover gewann drei neue Wahrzeichen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Stadt brauche manchmal &#8222;ein bisschen einen Schub von au\u00dfen&#8220;, erkl\u00e4rt Museumsdirektor Reinhard Spieler, einen Impuls, &#8222;sich auf Lebensfreude, auf Farbe, auf Pop einzulassen.&#8220; Diesen Impuls hatte die franz\u00f6sisch-schweizerische K\u00fcnstlerin Niki de Saint Phalle der damals als etwas spr\u00f6de geltenden nieders\u00e4chsischen Landeshauptstadt verpasst. Im Jahr 2000 schenkte sie dem Sprengel Museum mehr als 400 Werke. Heute gibt es hier die weltweit gr\u00f6\u00dfte Sammlung ihrer Kunst.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Auch das Kunstwerk &#8222;Skull, Medition Room&#8220;von Niki de Saint Phalle ist in der Ausstellung zu sehen.\n                    <\/p>\n<p>    Mit Gewehren auf Bilder geschossen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Doch in Nikis Leben herrschte keine bunte Unbeschwertheit. Als Teenager wurde sie vom eigenen Vater mehrere Jahre lang sexuell missbraucht. Ihr Trauma verarbeitete sie in radikaler Kunst. Sie schoss mit Gewehren auf ihre Bilder, lie\u00df Farbbeutel platzen, Kunstwerke bluten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dahinter verbarg sich aber auch eine Kritik am damaligen Kunstbetrieb, sagt Sprengel-Direktor Reinhard Spieler im Interview mit der tagesschau: &#8222;Sie schie\u00dft auf die b\u00fcrgerliche Kunst, die damals nat\u00fcrlich m\u00e4nnlich konnotiert war.&#8220; Ihre &#8222;Schie\u00dfbilder&#8220; der fr\u00fchen 1960er-Jahre waren Befreiungsakte und feministische Statements zugleich &#8211; lange bevor die soziale Bewegung #MeToo zu einem globalen Ph\u00e4nomen wurde.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Yayoi Kusama teilt mit Niki de Saint Phalle die Verarbeitung traumatischer Erfahrungen durch Kunst. Die heute 96-j\u00e4hrige Japanerin litt schon als Kind unter Halluzinationen. Ihre Mutter zwang sie, den untreuen Vater zu beobachten und ihr davon zu berichten. Diese fr\u00fche Instrumentalisierung pr\u00e4gte Kusamas gesamtes Werk. Zu ihrem Markenzeichen wurden ihre obsessiven &#8222;Polka-Dots&#8220;, die aus Halluzinationen geboren waren.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Seit Jahrzehnten lebt sie freiwillig in einer psychiatrischen Klinik, von wo aus sie den globalen Kunstmarkt eroberte. Ihre &#8222;Infinity Rooms&#8220; sind heute Magneten f\u00fcr die Social-Media-Generation. Einer davon ist jetzt auch in der Ausstellung zu beobachten. &#8222;Man ist mittendrin in diesem Universum&#8220;, beschreibt ein Spieler das Erlebnis, &#8222;es gibt kein Oben, kein Unten. Man ist komplett schwerelos.&#8220;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Die &#8222;Superflat-Skulptur&#8220; von Takashi Murakami. Seine lachenden Emoji-Blumen stehen nicht nur in Museen, sondern zieren auch Handtaschen oder sind in Musikvideos US-amerikanischer K\u00fcnstler zu sehen.\n                    <\/p>\n<p>    Totenk\u00f6pfe hinter bunten Blumen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Takashi Murakami, Jahrgang 1962, komplettiert das Trio. Der promovierte Kunsthistoriker f\u00fchrt seine Kunst wie ein Unternehmen: Kaikai Kiki besch\u00e4ftigt \u00fcber 100 Mitarbeiter und produziert nicht nur Kunst, sondern auch Filme, Mode und Merchandising. Anfang der 2000er revolutionierte er die Louis-Vuitton-Kollektion, nach \u00fcber 100 Jahren Firmengeschichte.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Seine lachenden Emoji-Blumen stehen deshalb nicht nur in Museen, sondern zieren heute auch Handtaschen oder sind in Musikvideos US-amerikanischer K\u00fcnstler zu sehen. &#8222;Superflat&#8220; nennt Murakami seine Philosophie: keine Trennung zwischen &#8222;High&#8220; and &#8222;Low&#8220;, zwischen fern\u00f6stlicher Hochkunst und westlich-kommerzialisierter Konsumkultur.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Doch auch bei ihm lauert das Trauma unter der bunten Oberfl\u00e4che. Seine Mutter stammt aus Kokura, urspr\u00fcnglich das Ziel der Atombombe, die \u00fcber Nagasaki abgeworfen wurde. Diese und andere Geschichten von knapp verfehlter Ausl\u00f6schung durchziehen sein Werk. Wenn man genau hinsieht, kann man hinter fr\u00f6hlichen Blumen oft auch Totenk\u00f6pfe entdecken.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Takashi Murakami produziert nicht nur Kunst, sondern auch Filme, Mode und Merchandising. Anfang der 2000er designte er f\u00fcr die Luxusmarke Louis Vuitton Taschen.&#13;<\/p>\n<p>    &#8222;Pers\u00f6nlicher Schmerz in universeller Kunst&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Was verbindet diese drei so unterschiedlichen K\u00fcnstlerpers\u00f6nlichkeiten? &#8222;Jeder hat es geschafft, ein Key Visual zu schaffen, das man sofort erkennt&#8220;, analysiert Museumsdirektor Reinhard Spieler. Nanas, Punkte, Blumen: Es sind drei unverwechselbare Markenzeichen, die zu globalen Ikonen wurden. Alle drei verwandeln pers\u00f6nlichen Schmerz in universelle Kunst.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Hinter der scheinbar bunten, positiven Oberfl\u00e4che verbergen sich oft existenzielle Themen&#8220;, erkl\u00e4rt Spieler. &#8222;Aggression, Gewalt, Tod, Angst. Man kann sich mit solchen Themen besch\u00e4ftigen, und trotzdem kann es Spa\u00df machen.&#8220; Diese Gleichzeitigkeit von Trauma und Lebensfreude, von Abgrund und Pop macht die Ausstellung im Sprengel zum Ereignis.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Im Vordergrund steht das Kunstwerk Oval Buddha Silver (2008) von Takashi Murakami, dahinter sie Skulptur von &#8222;Obelisque de miroirs&#8220; von Niki de Saint Phalle.\n                    <\/p>\n<p>    13 Menschen f\u00fcr den Aufbau einer Skulptur<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">W\u00e4hrend Kristina Blaschke-Walther vor der Er\u00f6ffnung letztmals Hand anlegt, wird die Dimension des Unterfangens deutlich: 22 Kisten schwer war allein Kusamas &#8222;Infinity Room&#8220;. Mit dem Aufbau einer der Murakami-Skulpturen waren 13 Menschen eineinhalb Tage lang besch\u00e4ftigt. &#8222;Wann hat man mit solchen Werken so nah zu tun?&#8220;, fragt sich die Restauratorin. Auch f\u00fcr sie sei das ein Privileg.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 17.09.2025 16:15 Uhr Im Sprengel Museum sind erstmals Werke der Pop-Art-Ikonen Niki de Saint Phalle, Yayoi Kusama&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":430131,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1775],"tags":[1793,29,214,30,1794,70184,106784,70186,215,70185],"class_list":{"0":"post-430130","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-art-and-design","9":"tag-deutschland","10":"tag-entertainment","11":"tag-germany","12":"tag-kunst-und-design","13":"tag-niki-de-saint-phalle","14":"tag-sprengel-museum","15":"tag-takashi-murakami","16":"tag-unterhaltung","17":"tag-yayoi-kusama"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115220605082615869","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/430130","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=430130"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/430130\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/430131"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=430130"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=430130"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=430130"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}