{"id":430159,"date":"2025-09-17T16:49:17","date_gmt":"2025-09-17T16:49:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/430159\/"},"modified":"2025-09-17T16:49:17","modified_gmt":"2025-09-17T16:49:17","slug":"sachsen-chemnitz-afd-bereichert-sich-durch-spaltung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/430159\/","title":{"rendered":"Sachsen \u2013 Chemnitz: AfD bereichert sich durch Spaltung"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img311478\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/311478.jpeg\" alt=\"Im Chemnitzer Rathaus sorgte die Spaltung der AfD-Ratsfraktion f\u00fcr eine wochenlange H\u00e4ngepartie\"\/><\/p>\n<p>Im Chemnitzer Rathaus sorgte die Spaltung der AfD-Ratsfraktion f\u00fcr eine wochenlange H\u00e4ngepartie<\/p>\n<p>Foto: IMAGO\/epd<\/p>\n<p>Immerhin: Der Chemnitzer Stadtrat arbeitet wieder. Nach einer <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1193256.sachsen-afd-in-chemnitz-machtkampf-legt-stadtrat-lahm.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">wochenlangen H\u00e4ngepartie<\/a> besetzte das Stadtparlament in einer Sondersitzung am Montag seine Aussch\u00fcsse sowie verschiedene Bei- und Aufsichtsr\u00e4te neu. Die Chaostage, die mit einer Spaltung der 15-k\u00f6pfigen AfD-Fraktion Anfang August begonnen hatten, sind beendet. Die rechtsextreme Partei wird jetzt von zwei Gruppierungen vertreten: der nur noch drei Mitglieder z\u00e4hlenden \u00bbAfD-Stadtratsfraktion\u00ab und der neuen \u00bbAfD-Ratsfraktion Chemnitz\u00ab mit zw\u00f6lf Abgeordneten.<\/p>\n<p>Die Trennung resultiert aus einem internen Zwist in der Chemnitzer AfD, die bei der Kommunalwahl 2024 mit 24,3 Prozent st\u00e4rkste Kraft geworden war. In dem Konflikt stehen sich Kreischef Nico K\u00f6hler und Ratsfraktionschef Volker Dringenberg gegen\u00fcber. Ersterer erhob bei einem Parteitag gegen\u00fcber anderen Mitgliedern der Ratsfraktion den Vorwurf der Vorteilsnahme im Amt. Dabei geht es um verg\u00fcnstigte Stellpl\u00e4tze in einem Parkhaus. Eine Fraktionsmehrheit beschloss daraufhin zweimal den Ausschluss K\u00f6hlers, scheiterte aber jeweils vor Gericht. Daraufhin gr\u00fcndeten zw\u00f6lf R\u00e4te eine neue Fraktion.<\/p>\n<p>Die Folgen f\u00fcr die Ratsarbeit blieben lange unklar, weshalb dessen Sommerpause erheblich verl\u00e4ngert wurde. Zun\u00e4chst gab es \u00dcberlegungen, die neue Fraktion nicht anzuerkennen. Es gab Zweifel, ob es zul\u00e4ssig w\u00e4re, im Stadtrat zwei Gruppierungen zu dulden, die sich \u00bbinhaltlich und politisch gleichen\u00ab, wie das Rathaus formulierte. Allerdings gibt es daf\u00fcr Pr\u00e4zedenzf\u00e4lle in Sachsens Kommunalpolitik, etwa die <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/117566.zwei-links-eine-fallen-lassen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Spaltung der Linksfraktion im Stadtrat Dresden nach der Woba-Privatisierung 2007<\/a>. Als sich dann herausstellte, dass eine der drei Abgeordneten der \u00bbalten\u00ab AfD-Fraktion schon vor Wochen aus der Partei ausgetreten war, sah Oberb\u00fcrgermeister Sven Schulze (SPD) diese als \u00bberloschen\u00ab an, weil die Mindestzahl von drei Mitgliedern nicht mehr gegeben sei. Dieser Interpretation widersprach aber das Verwaltungsgericht. Schlie\u00dflich wurden beide AfD-Vertretungen anerkannt.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>&#13;<\/p>\n<p>\u00bbSie bereichern sich auf Kosten aller anderen, legen die Stadtratsarbeit lahm und riskieren eine dicke Lippe.\u00ab<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\nSusanne Schaper\u2003Linksfraktionschefin<\/p><\/blockquote>\n<p>Zun\u00e4chst sah es so aus, als w\u00fcrde die AfD in Folge der Spaltung sogar noch an politischem Gewicht gewinnen. In den Fachaussch\u00fcssen, die alle Entscheidungen im Stadtrat vorbereiten, stellte die AfD bisher drei Mitglieder. K\u00fcnftig kann die neue Fraktion gem\u00e4\u00df ihrer St\u00e4rke ebenfalls drei Mitglieder entsenden, die alte ein weiteres. Der Stadtrat linderte diesen Effekt, indem er die Vergr\u00f6\u00dferung der Aussch\u00fcsse von 13 auf 15 Abgeordnete beschloss. Damit entgeht die SPD dem drohenden Verlust eines Sitzes, die CDU erh\u00e4lt einen dazu, und der Einfluss der AfD bleibt ann\u00e4hernd gleich.<\/p>\n<p>Ausgerechnet Nico K\u00f6hler als Chef einer der nunmehr zwei AfD-Fraktionen kritisierte das und merkte an, der Rat solle \u00bb<a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1189817.kommunalfinanzen-chemnitzer-stadtraete-verweigern-haushalt-des-pessimismus.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sparsam mit dem Haushalt umgehen<\/a>\u00ab. Das trug ihm eine scharfe Replik von Linksfraktionschefin Susi Schaper ein, die der AfD vorwarf: \u00bbSie bereichern sich auf Kosten aller anderen, legen die Stadtratsarbeit lahm und riskieren eine dicke Lippe.\u00ab Tats\u00e4chlich b\u00fc\u00dfen durch deren Spaltung alle anderen Fraktionen Geld ein. Das f\u00fcr den Stadtrat vorgesehene Gesamtbudget von 708\u2009000 Euro im Jahr muss nun auf acht statt sieben Fraktionen aufgeteilt werden. Auf beide AfD-Fraktionen entfallen in Summe 181\u2009000 Euro, gut 37\u2009000 Euro mehr als bisher. Die anderen Fraktionen m\u00fcssen f\u00fcr das kommende Jahr mit Einbu\u00dfen von je rund 6000 Euro rechnen, was vor allem die kleineren hart trifft. \u00bbDas hat Konsequenzen f\u00fcr die personelle Ausstattung\u00ab, sagte Sabine Br\u00fcnler, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der f\u00fcnfk\u00f6pfigen Linksfraktion, und f\u00fcgte an: \u00bbDas sehen wir nicht ein.\u00ab Man hoffe auf Zugest\u00e4ndnisse der Verwaltung. Anderenfalls k\u00f6nnte die Kommunalaufsicht angerufen werden, oder das von der AfD ausgel\u00f6ste Chaos im Chemnitzer Stadtrat besch\u00e4ftigt ein weiteres Mal die Gerichte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im Chemnitzer Rathaus sorgte die Spaltung der AfD-Ratsfraktion f\u00fcr eine wochenlange H\u00e4ngepartie Foto: IMAGO\/epd Immerhin: Der Chemnitzer Stadtrat&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":430160,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1851],"tags":[186,2770,3364,29,536,2386,548,663,3934,30,13,14,15,859,12],"class_list":{"0":"post-430159","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-chemnitz","8":"tag-afd","9":"tag-chemnitz","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-die-linke","13":"tag-dresden","14":"tag-eu","15":"tag-europa","16":"tag-europe","17":"tag-germany","18":"tag-headlines","19":"tag-nachrichten","20":"tag-news","21":"tag-sachsen","22":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115220668263086945","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/430159","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=430159"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/430159\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/430160"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=430159"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=430159"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=430159"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}