{"id":43174,"date":"2025-04-19T01:43:15","date_gmt":"2025-04-19T01:43:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/43174\/"},"modified":"2025-04-19T01:43:15","modified_gmt":"2025-04-19T01:43:15","slug":"google-kassiert-naechste-niederlage-in-kartellverfahren-wirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/43174\/","title":{"rendered":"Google kassiert n\u00e4chste Niederlage in Kartellverfahren &#8211; Wirtschaft"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">F\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Google\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Google<\/a> wird es nun wirklich ernst. Der Konzern betreibt nicht nur ein, sondern zwei Monopole. So hat es am Donnerstag die US-Richterin Leonie Brinkema in einem Kartellprozess gegen den Technologieriesen entschieden. Damit unterliegt Google schon zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit in einem Verfahren um seine Marktmacht. In dem Prozess in Virginia ging es um Googles Rolle bei der Vermarktung von Online-Werbepl\u00e4tzen. Die Richterin sah es als erwiesen an, dass der Konzern auf diesem Gebiet \u201evors\u00e4tzlich eine Monopolstellung erworben und aufrechterhalten\u201c hat. Schon im vergangenen August hatte ein anderes US-Gericht Google bescheinigt, seine dominante Stellung als Suchmaschine auf illegale Weise auszunutzen und Wettbewerber kleinzuhalten.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Die beiden Urteile k\u00f6nnten Google zwingen, sein Gesch\u00e4ftsmodell grundlegend umzubauen. Der Konzern verdient sein Geld \u00fcberwiegend mit Werbeanzeigen im Netz, sie bescheren ihm zuverl\u00e4ssig Milliardengewinne. Im \u00e4u\u00dfersten Fall k\u00f6nnte Google eine Zerschlagung drohen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Mit der Entscheidung vom Donnerstag hat sich das Klima in den <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/USA\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">USA<\/a> noch mehr gegen die Internetkonzerne aus dem <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Silicon_Valley\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Silicon Valley<\/a> gedreht. Politiker und Kartellbeh\u00f6rden hatten die Unternehmen lange gew\u00e4hren lassen. Sie sahen \u2013 anders als etwa die EU-Kommission \u2013 ihre Gr\u00f6\u00dfe und ihre Ausbreitung in immer mehr Gesch\u00e4ftsbereichen nicht als Gefahr f\u00fcr die Verbraucher an. Unter Pr\u00e4sident Joe Biden \u00e4nderte sich das. Er besetzte Schl\u00fcsselpositionen in seiner Regierung mit Kritikern von Big Tech.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Sein Nachfolger <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Donald_Trump\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Donald Trump<\/a> behielt diesen Kurs bislang im Grundsatz bei, obwohl er erst vergangene Woche sagte, dass er Google und die Leute dort \u201eliebe\u201c. Viele Techbosse suchen die N\u00e4he des Pr\u00e4sidenten. Auch Google-Chef Sundar Pichai sa\u00df bei Trumps Vereidigung auf der Ehrentrib\u00fcne. Wom\u00f6glich hoffte er so, den Pr\u00e4sidenten im Kartellstreit auf seine Seite zu ziehen. Doch offenbar hatte das keinen Erfolg.<\/p>\n<p>Die Regierung nimmt Tech-Konzerne ins Visier<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Denn Trumps Justizministerin Pam Bondi pries das Urteil gegen Pichais Konzern am Donnerstag als \u201ebahnbrechenden Sieg im Kampf gegen die Monopolisierung des digitalen \u00f6ffentlichen Raums durch Google\u201c. F\u00fchrende Republikaner wie der Senator Ted Cruz aus Texas sehen auch nicht nur Googles Marktmacht kritisch. Sie glauben, das Unternehmen unterdr\u00fccke auf seiner Videoplattform Youtube konservative Stimmen. Deshalb wollen sie erwirken, dass Google seine Regeln f\u00fcr die Moderation von Inhalten offenlegt.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Die US-Regierung hat daneben noch andere Techkonzerne ins Visier genommen. Der Facebook-Mutterkonzern Meta steht gerade in Washington vor Gericht. Die US-Kartellbeh\u00f6rde wirft ihm vor, Instagram und Whatsapp seinerzeit gekauft zu haben, um Konkurrenten aus dem Weg zu r\u00e4umen, die Facebook h\u00e4tten gef\u00e4hrlich werden k\u00f6nnen. Das sei illegal gewesen. Auch Apple und Amazon drohen in den USA bald wohl \u00e4hnliche Verfahren.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Im Kern geht es immer um dieselbe Frage: Sind die Techkonzerne aus dem Silicon Valley so gro\u00df und erfolgreich geworden, weil sie die besten Produkte bauen? Oder haben sie ihre Dominanz mit unlauteren Mitteln erworben, indem sie Konkurrenz aus dem Markt gedr\u00e4ngt oder \u00fcbernommen haben? Und nutzen sie ihre Dominanz zum Nachteil von Verbrauchern und Kunden aus?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">In vielen F\u00e4llen ist es nicht leicht, den Unternehmen ein unfaires oder sogar illegales Verhalten nachzuweisen. Es geht um abstrakte Gesch\u00e4ftsmodelle und technische Feinheiten. Manche Gerichte waren davon in der Vergangenheit \u00fcberfordert.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Auch das Verfahren um Googles Stellung im Online-Werbegesch\u00e4ft drehte sich um eine Branche, die nur Insider im Detail kennen. Doch die 80 Jahre alte Bezirksrichterin Leonie Brinkema aus Alexandria, Virginia, hatte sich in den komplexen Stoff eingearbeitet. Das wurde schon am ersten Prozesstag klar. Als Zeugen der Anklage rief sie unter anderem den Vertriebschef der Zeitung USA Today auf. Er sagte aus, dass sein Haus bei der Vermarktung von Online-Werbung de facto abh\u00e4ngig von Google sei.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Werbepl\u00e4tze auf Webseiten wie der von USA Today werden meistbietend versteigert. Dahinter steht ein mehrstufiger Auktionsprozess. Das US-Justizministerium und die Staatsanw\u00e4lte von 17 US-Bundesstaaten warfen Google vor, alle drei wesentlichen Schnittstellen der Versteigerung zu kontrollieren. Google hielt dagegen. Der Konzern argumentierte, dass er mit Amazon und Tiktok sehr wohl ernst zu nehmende Konkurrenten habe.<\/p>\n<p>Der f\u00fcr Google schlimmste Fall k\u00e4me einer Aufspaltung gleich<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Die Richterin gab der Anklage nun recht. Allerdings sah sie ein verbotenes Monopol von Google nur in zwei der drei Stufen als erwiesen an. Google feierte das als Teilerfolg. \u201eWir haben die H\u00e4lfte des Falls gewonnen und werden die andere H\u00e4lfte anfechten\u201c, schrieb Lee-Anne Mulholland auf X, die f\u00fcr Regulierung zust\u00e4ndige Google-Managerin. Was aus dem Urteil folgt, ist noch nicht klar. Dar\u00fcber entscheidet die Richterin erst sp\u00e4ter.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Im Prozess um Googles Suchmaschine, den der Konzern im vergangenen Sommer verlor, drohen schon bald m\u00f6glicherweise gravierende Einschnitte in Googles Gesch\u00e4ftsmodell. Nach Ostern ist in diesem Verfahren eine mehrw\u00f6chige Anh\u00f6rung angesetzt. Im aus Googles Sicht schlimmsten Fall k\u00f6nnte der Richter danach anordnen, dass der Konzern seinen Internetbrowser Chrome und sein Betriebssystem Android verkaufen muss. So fordert es das US-Justizministerium. Das k\u00e4me einer Aufspaltung gleich. Google will seinen Wettbewerbern dagegen lediglich mehr Raum geben.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Folgt der Richter dem Justizministerium, w\u00e4re das der h\u00e4rteste Eingriff in das Gesch\u00e4ftsmodell eines Tech-Konzerns seit 24 Jahren. Damals, im Jahr 2001, einigte sich die US-Regierung mit Microsoft auf einen Vergleich. Danach durfte der Softwarehersteller seinen Nutzern den Internet Explorer nicht mehr so offensiv aufdr\u00e4ngen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"F\u00fcr Google wird es nun wirklich ernst. Der Konzern betreibt nicht nur ein, sondern zwei Monopole. 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