{"id":432577,"date":"2025-09-18T15:34:12","date_gmt":"2025-09-18T15:34:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/432577\/"},"modified":"2025-09-18T15:34:12","modified_gmt":"2025-09-18T15:34:12","slug":"ausstellung-der-kunstakademie-duesseldorf-leerstand-als-grundlage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/432577\/","title":{"rendered":"Ausstellung der Kunstakademie D\u00fcsseldorf: Leerstand als Grundlage"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"> Leerstand ist in D\u00fcsseldorf schwer zu greifen. F\u00fcr die Stadtverwaltung, weil es bisher keine wirkliche Struktur gibt, \u00fcber die leer stehende Geb\u00e4ude identifiziert werden. F\u00fcr B\u00fcrger \u2013 besonders denen auf Wohnungssuche \u2013 weil sie sich wundern, weshalb Wohnraum leer steht, obwohl der doch ben\u00f6tigt wird. Studierende der Kunstakademie haben im Immermannhof eine leere Gewerbefl\u00e4che wiederbelebt \u2013 zumindest kurzzeitig.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">In Zusammenarbeit mit dem Kunstverein 701 e.V. stellt die Klasse Alexandra Bircken der D\u00fcsseldorfer Kunstakademie f\u00fcr die kommenden vier Wochen ihre Arbeiten aus. \u201eYes, beautiful\u201c, hei\u00dft die Ausstellung, deren kuratorischer Ausgangspunkt jener teilweise Leerstand des B\u00fcro- und Gesch\u00e4ftsgeb\u00e4udes gegen\u00fcber dem Hauptbahnhof war, in dem nun die Arbeiten der Studierenden stehen. Dieses stehe \u201eexemplarisch f\u00fcr die aktuelle Verwaisung der Innenst\u00e4dte und dem daraus resultierenden Bedarf an Neuorientierung und strukturellem Wandel\u201c.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eDass es so viel Leerstand gibt, ist eigentlich ein Skandal\u201c, sagt Professorin Alexandra Bircken bei der Ausstellungsvorstellung, wo doch gleichzeitig so viele Wohnungen fehlten. F\u00fcr ihre Studierenden jedoch ist der von einer Glasfassade umgebene Erdgeschossraum, der seit geraumer Zeit nicht genutzt wird, nun ein Podium \u2013 und eine \u201ek\u00fcnstlerische Herausforderung\u201c, wie Bircken sagt. \u201eEs ist spannend, in einem vorhandenen Raum etwas zu ver\u00e4ndern und das Konzept so anzupassen, dass mit den Gegebenheiten gewinnbringend gearbeitet wird\u201c, so die Professorin. Denn die Ausstellungsfl\u00e4che durfte nicht entkernt werden, Teile des Restmobiliars aus der Zeit, als die R\u00e4umlichkeiten noch als Touristeninformation genutzt wurden, stehen noch.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Einer, der seine Arbeiten am Donnerstagvormittag vorstellt, ist Niels F\u00e4\u00dfle. Er hat unter anderem Beton in Formen gegossen, die an ein \u201eauf Kipp\u201c gestelltes Fenster erinnern. Der Beton h\u00e4ngt an einer der bestehenden Zwischenw\u00e4nde. Das nur ein wenig ge\u00f6ffnete Fenster sei als \u201eGeste die kleinste Form von \u00d6ffentlichkeit, die man zu Hause zul\u00e4sst\u201c, sagt F\u00e4\u00dfle. Student Tayyib Sen hat f\u00fcr die Ausstellung unter anderem eine Fu\u00dfmatte aus Stahlwolle geschaffen, mit dem Titel \u201e\u2018welcome\u2019, kleingeschrieben\u201c, wie er betont. \u201eEs geht darum, den Moment einzufangen, in dem man in einen Raum kommt\u201c, sagt er. In einen Raum allerdings, in den man nur aus H\u00f6flichkeit eingeladen wurde. Deshalb sei auch die T\u00fcr davor nur angewinkelt ge\u00f6ffnet. Die Botschaft sei: \u201eEigentlich wollen wir gar nicht, dass du reinkommst \u2013 aber wir halten die T\u00fcr offen.\u201c Andere Arbeiten verk\u00f6rpern eine Kapitalismuskritik oder demonstrieren soziale Hierarchien, wie die von Paula Rinderele, oder sind ein \u201ehumoristischer Blick\u201c auf Statussymbole, wie die gekreuzten Golfschl\u00e4ger von Lillith Sachsenhauser.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Nat\u00fcrlich interpretiert der Betrachter k\u00fcnstlerischer Arbeiten auch selbst viele Inhalte in diese herein, mal mehr, mal weniger, mal vollkommen andere als die, die tats\u00e4chlich als Inspiration dienten. Doch es liegt nahe, in den Schaffungen der Studierenden nicht nur einen kreativen Umgang mit vorhandenem Raum zu erkennen, sondern auch die D\u00fcsseldorf- und gro\u00dfstadtspezifische politische Dimension des Themas Raum.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Konkreter: Wohnraum und Leerstand. Das zu Hause ist f\u00fcr Menschen der Ort, an dem sie sich zur\u00fcckziehen und idealerweise sicher f\u00fchlen k\u00f6nnen. Viele D\u00fcsseldorfer Mieter beklagten in den vergangenen Monaten, dass ihnen genau das verloren gehe, weil sie entmietet w\u00fcrden, also aus ihren Wohnungen verdr\u00e4ngt. Gleichzeitig stehen sch\u00e4tzungsweise mindestens 10.500 Wohnungen (Zensus 2022) leer. Wieso das so ist? Das ist nicht immer eindeutig. Willkommen jedenfalls, f\u00fchlen sich viele B\u00fcrger nicht mehr. Drastischer ist der Leerstand noch in B\u00fcrogeb\u00e4uden, allein rund um den Kennedydamm soll die Quote bei rund 35 Prozent liegen. Es wurden schon Rufe laut, diese in Wohnraum umzuwandeln \u2013 und manch ein Immobilienentwickler sagt: das geht. Es w\u00e4re an der Zeit, kreativ zu werden, die \u201eGegebenheiten des Ortes\u201c zu nutzen, wie es in der Ausstellungsbeschreibung hei\u00dft, damit zu arbeiten, wie Professorin Bircken sagt. Vielleicht k\u00f6nnen die Kunstakademie-Studierenden nun selbst andere dazu inspirieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Leerstand ist in D\u00fcsseldorf schwer zu greifen. 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