{"id":432613,"date":"2025-09-18T15:55:11","date_gmt":"2025-09-18T15:55:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/432613\/"},"modified":"2025-09-18T15:55:11","modified_gmt":"2025-09-18T15:55:11","slug":"wie-der-tod-von-charlie-kirk-instrumentalisiert-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/432613\/","title":{"rendered":"Wie der Tod von Charlie Kirk instrumentalisiert wird"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 18.09.2025 17:17 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Das Attentat auf Charlie Kirk hat die US-Gesellschaft tief gespalten. Das liegt auch daran, dass \u00fcber den Aktivisten verk\u00fcrzte und falsche Aussagen kursieren und so auf beiden Seiten ein verzerrtes Bild entsteht. <\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/rohwedder-125.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Wulf Rohwedder\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/wulf-rohwedder-103.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Liberaler K\u00e4mpfer f\u00fcr Toleranz und freie Meinungs\u00e4u\u00dferung oder rechtsradikaler Hetzer: Zwischen diesen Polen schwankt die Einordnung des get\u00f6teten US-Aktivisten Charlie Kirk &#8211; mit wenig Raum f\u00fcr Nuancen dazwischen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Beide Einsch\u00e4tzungen werden seiner durchaus komplexen Pers\u00f6nlichkeit jedoch nicht gerecht. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Kirk seine grunds\u00e4tzlichen Positionen mehrfach radikal ge\u00e4ndert hat und sich immer wieder widerspr\u00fcchlich \u00e4u\u00dferte. So gab Kirk sich zun\u00e4chst libert\u00e4r und kritisch gegen\u00fcber staatlichen Institutionen, propagierte dann aber einen starken Nationalstaat.<\/p>\n<p>    Radikaler Kurswechsel in Bezug auf Staat und Religion<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Noch 2018 vertrat Kirk die Meinung, Politik m\u00fcsse durch eine s\u00e4kulare Weltanschauung bestimmt werden. Er verurteilte die Versuche der evangelikalen Rechten, ihre Moralvorstellungen In die politische Agenda der Regierung einzubringen. &#8222;Wir haben eine Trennung von Kirche und Staat&#8220;, sagte Kirk in einem Interview.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Vier Jahre sp\u00e4ter erkl\u00e4rte er jedoch in seinem Podcast, eine solche Trennung von Kirche und Staat existiere nicht: Sie sei eine Erfindung s\u00e4kularer Humanisten und st\u00fcnde nicht in der Verfassung. &#8222;Ich m\u00f6chte f\u00fcr meinen Mut und meinen Glauben in Erinnerung bleiben. Das w\u00e4re das Wichtigste. Das Wichtigste ist mein Glaube&#8220;, sagte er im Juni in einem Podcast.<\/p>\n<p>    Diskriminierende und hasserf\u00fcllte Aussagen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Unbestritten ist, dass Kirk immer wieder unbewiesene oder sogar widerlegte Behauptungen aufstellte, zum Beispiel \u00fcber die Covid-Pandemie oder einen angeblichen Wahlbetrug in den USA. Regelm\u00e4\u00dfig fiel er durch rassistische frauenfeindliche, diskriminierende sowie homo- und islamophobe Aussagen auf.<\/p>\n<p>So sagte er in seiner Show: &#8222;Wenn ich einen schwarzen Piloten sehe, denke ich mir: Junge, hoffentlich ist er qualifiziert?&#8220; Wenn er im Kundenservice mit einer &#8222;schwachsinnigen schwarzen Frau zu tun habe&#8220;, frage er sich, ob sie wegen ihrer Exzellenz dort sei oder wegen der positiven Diskriminierung (<a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/amerika\/supreme-court-affirmative-action-100.html\" title=\"Das Supreme-Court-Urteil zur &quot;Affirmative Action&quot; polarisiert\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Affirmative Action<\/a>).<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">F\u00fcr \u00c4rzte, die geschlechtsangleichende Operationen durchf\u00fchren, verlangte er eine Verfolgung nach Vorbild der N\u00fcrnberger Prozesse. Die S\u00e4ngerin Taylor Swift forderte er nach ihrer Verlobung auf, dem Feminismus abzuschw\u00f6ren und sich ihrem Mann zu unterwerfen: &#8222;Du hast nicht das Sagen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Den Civil Rights Act von 1964, der Diskriminierung aufgrund von Rasse, Hautfarbe, Religion, Geschlecht oder nationaler Herkunft in vielen Bereichen des \u00f6ffentlichen Lebens verbietet, bezeichnete er als &#8222;gro\u00dfen Fehler&#8220; und kritisierte den ermordeten B\u00fcrgerrechtler Martin Luther King als &#8222;\u00fcberbewertet&#8220;, &#8222;schrecklich&#8220; und &#8222;keine gute Person&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Kirk bezeichnete sich als starker Unterst\u00fctzer des j\u00fcdischen Staates, verbreitete aber gleichzeitig antisemitische Verschw\u00f6rungsmythen. In seiner Show behauptete er, &#8222;Juden haben in den letzten 30 bis 40 Jahren ma\u00dfgeblich zur Finanzierung und Verbreitung der Ideen des kulturellen Marxismus beigetragen.&#8220;<\/p>\n<p>    Dialog und Diskriminierung<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Kirk galt als einer der wenigen radikalen rechten Aktivisten, die immer wieder aktiv den Dialog mit Gegnern suchten. Er pl\u00e4dierte dabei f\u00fcr die Meinungsfreiheit und beklagte Cancel Culture: &#8222;Wenn die Leute aufh\u00f6ren zu reden, kommt es zu Gewalt. Dann kommt es zum B\u00fcrgerkrieg, weil man die andere Seite f\u00fcr so b\u00f6se h\u00e4lt und sie ihre Menschlichkeit verliert&#8220;, sagte er.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auf der anderen Seite ver\u00f6ffentlichte Kirk Listen politischer Gegner, die sich daraufhin Repressalien und Drohungen ausgesetzt sahen. Menschen, deren Positionen oder Lebensweise er ablehnte, d\u00e4monisierte er als Parasiten, Faschisten, Staatsfeinde und Gottesgr\u00e4uel.<\/p>\n<p>    Kirk teils falsch zitiert<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Kirk wurde seinerseits Opfer von Falschbehauptungen. Mehrfach wurde postuliert, er habe die Steinigung von Homosexuellen gefordert, indem er eine entsprechende Bibelstelle ansprach. In einer Diskussion wies er damit das Argument zur\u00fcck, man m\u00fcsse die Rechte beispielsweise von Homosexuellen akzeptieren, weil man nach der christlichen Lehre seinen N\u00e4chsten lieben m\u00fcsse wie sich selbst.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Wenn man sich auf die Bibel berufe, m\u00fcsse man laut dem Buch Levitikus aber auch Homosexuelle steinigen, entgegnete Kirk, um die Aussage zu entkr\u00e4ften. Allerdings erkl\u00e4rte er auch, dies sei &#8222;Gottes vollkommenes Gesetz, wenn es um sexuelle Angelegenheiten geht.&#8220;<\/p>\n<p>    Keine pauschale Abwertung schwarzer Frauen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Weiterhin wurde Kirk die Aussage zugeschrieben, schwarze Frauen verf\u00fcgten nicht \u00fcber die n\u00f6tige Hirnleistung, um ernst genommen zu werden. Diese war tats\u00e4chlich in seinem Podcast in Bezug auf vier prominente liberale schwarze Frauen gefallen: die demokratische Abgeordnete Shirley Jackson Lee, die Fernsehmoderatorin Joy Reid, die Richterin am Obersten Gerichtshof Ketanji Brown Jackson sowie die Anw\u00e4ltin und ehemalige First Lady Michelle Obama.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;H\u00e4tten wir vor drei Wochen [&#8230;] gesagt, dass Joy Reid, Michelle Obama, Sheila Jackson Lee und Ketanji Brown Jackson f\u00fcr die F\u00f6rderung von Minderheiten ausgew\u00e4hlt wurden, h\u00e4tte man uns als Rassisten bezeichnet. Aber jetzt bekennen sie sich und sagen es f\u00fcr uns! Sie outen sich und sagen: &#8218;Ich bin nur wegen der Affirmative Action hier.'&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Anschlie\u00dfend zeigte Kirk ein Video der Abgeordneten Lee als Nutznie\u00dferin von Affirmative Action, die aber auch auf ihre eigene Leistung hinwies: &#8222;Ich mag aufgrund von Affirmative Action zugelassen worden sein, sowohl als Frau als auch als Woman of Color, aber ich kann erkl\u00e4ren, dass ich nicht aufgrund von Affirmative Action meinen Abschluss gemacht habe.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Kirk interpretierte die Aussage so, dass Jackson nicht die n\u00f6tige Gehirnleistung habe, um wirklich ernst genommen zu werden und &#8222;einem Wei\u00dfen den Platz wegnehmen musste&#8220;. Auch wenn die Aussage Kirks zu den vier Genannten eindeutig diskriminierend ist, kann sie nicht in Bezug auf alle schwarzen Frauen verallgemeinert werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 18.09.2025 17:17 Uhr Das Attentat auf Charlie Kirk hat die US-Gesellschaft tief gespalten. 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