{"id":433086,"date":"2025-09-18T20:14:19","date_gmt":"2025-09-18T20:14:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/433086\/"},"modified":"2025-09-18T20:14:19","modified_gmt":"2025-09-18T20:14:19","slug":"sapad-2025-putins-militaermanoever-entpuppt-sich-vor-allem-als-grosse-show","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/433086\/","title":{"rendered":"Sapad 2025: Putins Milit\u00e4rman\u00f6ver entpuppt sich vor allem als gro\u00dfe Show"},"content":{"rendered":"<p>Das jetzt beendete Man\u00f6ver Sapad 2025 wurde vom Westen und von Kiew mit gro\u00dfer Sorge beobachtet. Die Hyperschallrakete Oreschnik sollte Teil der belarussisch-russischen \u00dcbung sein. Aber das Fazit f\u00e4llt f\u00fcr den Kreml ern\u00fcchternd aus, russische Beobachter verspotten das Man\u00f6ver sogar.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">W<a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/wladimir-putin\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/wladimir-putin\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ladimir Putin <\/a>war dieser Tage ungew\u00f6hnlicherweise nicht im schwarzen Anzug zu sehen, sondern in einer Milit\u00e4runiform. Seit Beginn des Ukraine-Krieges ist es erst das zweite Mal, dass sich der russische Pr\u00e4sident in Milit\u00e4rkleidung zeigt. <\/p>\n<p>Am Dienstag reiste er ins \u00f6stlich von Moskau gelegene Mulino, um dem Abschluss des Milit\u00e4rman\u00f6vers Sapad 2025 beizuwohnen. Nachdem er die hochrangigen Milit\u00e4rs am Kommandoturm des Truppen\u00fcbungsplatzes mit \u201eWerte Kameraden\u201c begr\u00fc\u00dft hatte, erkl\u00e4rte er, das Ziel der Milit\u00e4r\u00fcbung sei die Erprobung \u201ealler notwendigen Elemente zur bedingungslosen Verteidigung unserer Souver\u00e4nit\u00e4t, der territorialen Integrit\u00e4t und des Schutzes vor jeglicher Aggression.\u201c<\/p>\n<p>Der Westen nahm das f\u00fcnft\u00e4gige Gro\u00dfman\u00f6ver, das unter anderem in Kaliningrad und Belarus abgehalten wurde, als Bedrohung wahr. Polen schloss seine Grenz\u00fcberg\u00e4nge zu Belarus und bangte gemeinsam mit Litauen um den besonders verwundbaren <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article255810644\/Nato-Schutzschild-Ost-Wo-sich-die-Nato-gegen-einen-moeglichen-Angriff-Russlands-ruestet.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article255810644\/Nato-Schutzschild-Ost-Wo-sich-die-Nato-gegen-einen-moeglichen-Angriff-Russlands-ruestet.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Suwalki-Korridor.<\/a><\/p>\n<p>Die Nato verlegte ihrerseits Truppen an die Ostgrenze. Zwar versuchte Belarus, die Wucht der feindseligen Au\u00dfenwirkung abzumildern, indem es westliche Beobachter zulie\u00df und den Gro\u00dfteil der \u00dcbungen in gewisser Entfernung zur Nato-Grenze durchf\u00fchren lie\u00df. Trotzdem ist das Land weiterhin stark an den Kreml gebunden. Damit k\u00f6nnte es mittelfristig zur Aufmarschfl\u00e4che mitten in Europa in einem Krieg gegen die Nato werden.<\/p>\n<p>Neben <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/russland-politik\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/russland-politik\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Russland<\/a> und <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/weissrussland\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/weissrussland\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Belarus <\/a>entsandte auch Indien mehrere dutzend Soldaten. Aus anderen Staaten wie China, Nordkorea, Pakistan und Thailand reisten Beobachter an. Und auch Nato-Staaten waren geladen, was als vers\u00f6hnliche Geste Lukaschenkos gedacht war: Am Besuchstag reisten Vertreter der USA, der T\u00fcrkei und Ungarn nach Belarus. <\/p>\n<p>Valerij Rewenko, ein belarussischer Milit\u00e4rvertreter, rechtfertigte sich f\u00fcr die G\u00e4ste des gegnerischen B\u00fcndnisses. \u201eWir stellen f\u00fcr niemanden eine Bedrohung dar und treten f\u00fcr den Aufbau eines konstruktiven [&#8230;] Dialogs ein\u201c, teilte er mit. Zudem habe man die \u00dcbungen verkleinert und halte sie weit von den Nato-Grenzen entfernt ab, um ihren defensiven Charakter zu unterstreichen. <\/p>\n<p>Hauptursache f\u00fcr das im Vergleich zu Sapad 2021 deutlich verringerte Kontingent teilnehmender Soldaten d\u00fcrfte aber der laufende Ukraine-Krieg sein, der die russischen Kr\u00e4fte bindet. An Sapad 2025 nahmen etwa 100.000 Soldaten teil, nur die H\u00e4lfte der Teilnehmerzahl vier Jahre zuvor. Trotzdem wurden auf insgesamt 41 Truppen\u00fcbungspl\u00e4tzen verschiedenste Operationen erprobt: Jets flogen Tiefflugangriffe, man \u00fcbte mit Drohnen und Marschflugk\u00f6rpern, in Belarus wurde die fiktive \u201eOstrepublik\u201c von einem ebenso fiktiven \u201eGegner\u201c \u00fcberfallen und in gemeinsamer Anstrengung zur\u00fcckgeschlagen.<\/p>\n<p>Letztlich entpuppte sich Sapad 2025 aber vor allem als gro\u00dfe Show. Russische Medien hatten im Vorfeld angek\u00fcndigt, die \u201eLehren der Spezialoperation\u201c in die \u00dcbungen einflie\u00dfen zu lassen. Doch laut des \u201eDefence Blog\u201c und russischer Analysten hat das russische Verteidigungsministerium unrealistische Man\u00f6ver inszeniert und stoisch seine alten Fehler wiederholt. <\/p>\n<p>Auff\u00e4llig war, dass Sapad 2025 \u00f6ffentlich von promilit\u00e4rischen, russischen Milit\u00e4rbloggern verspottet wurde. So griffen Gener\u00e4le auf Taktiken zur\u00fcck, die im Ukraine-Krieg bereits gescheitert waren. Zum Beispiel trainierte man, Bomben aus Kampfflugzeugen abzuwerfen. Doch mit eben jener Strategie hatte die russische Armee beim Sturm auf Kiew herbe Verluste erlitten, weswegen russische Kampfflugzeuge nur noch <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/video256225396\/krieg-in-der-ukraine-russland-greift-charkiw-erneut-mit-gleitbomben-an.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/video256225396\/krieg-in-der-ukraine-russland-greift-charkiw-erneut-mit-gleitbomben-an.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gleitbomben<\/a> werfen, aus sicherer Entfernung. Ferner erprobte man Fallschirmspr\u00fcnge in Man\u00f6vern, die im Kalten Krieg entwickelt, aber dann nie angewendet wurden. <\/p>\n<p>Der russische Milit\u00e4rkanal Voennij Oswedomitel spottete auf Telegram, das seien keine \u00dcbungen, das sei lediglich eine Zirkusnummer f\u00fcr die Gener\u00e4le, die von den Podesten mit Ferngl\u00e4sern zuschauten. Der Kanal Dwa Majora schrieb, mit solchen Taktiken k\u00f6nne man in der heutigen Zeit allenfalls noch Indianer und Cowboys angreifen.<\/p>\n<p>Ein weiteres Mysterium blieb die gro\u00df angek\u00fcndigte russische ballistische Mittelstreckenrakete <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/videos\/video68c3b0fccfa8697452eebf07\/einsatz-von-taktischen-atomwaffen-brisantes-manoever-und-welche-rolle-die-neue-rakete-oreschnik-spielt.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/videos\/video68c3b0fccfa8697452eebf07\/einsatz-von-taktischen-atomwaffen-brisantes-manoever-und-welche-rolle-die-neue-rakete-oreschnik-spielt.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Oreschnik<\/a>. Denn formell sollte der Einsatz einer atomar best\u00fcckten Oreschnik-Rakete ge\u00fcbt werden. Doch in der offiziellen Dokumentation der \u00dcbung sei die Rakete, deren Name im Deutschen Haselstrauch bedeutet, aber nie aufgetaucht. <\/p>\n<p>Ein Mitarbeiter des belarussischen Verteidigungsministers verk\u00fcndete gar, dass man mit Oreschnik nicht \u00fcben werde, obwohl sein Vorgesetzter die Pr\u00e4senz der Rakete offiziell verk\u00fcndet hatte. Auch die Abschlusserkl\u00e4rung von Sapad 2025 best\u00e4tigte das. Da es aber keine Fotobeweise gibt, sind Zweifel angebracht. Der russische Milit\u00e4rblog Mozhem Obyasnit (zu Deutsch: Wir k\u00f6nnen das erkl\u00e4ren) schrieb daher scherzhaft von \u201eSchr\u00f6dingers Rakete\u201c. Und auch von den \u201eBurewestnik\u201c-Marschflugk\u00f6rpern, im Vorfeld von Milit\u00e4rbeobachtern als<a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/plus68b6fa7f46b61b4dcb0b70e4\/russland-fliegendes-tschernobyl-putins-neuer-marschflugkoerper-mit-atomreaktor-kurz-vor-debuet.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/plus68b6fa7f46b61b4dcb0b70e4\/russland-fliegendes-tschernobyl-putins-neuer-marschflugkoerper-mit-atomreaktor-kurz-vor-debuet.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> \u201efliegendes Tschernobyl\u201c <\/a>bezeichnet, war nichts zu sehen.<\/p>\n<p><b>Julius Fitzke ist seit Juli 2025 Volont\u00e4r bei der WELT im Ressort Au\u00dfenpolitik.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das jetzt beendete Man\u00f6ver Sapad 2025 wurde vom Westen und von Kiew mit gro\u00dfer Sorge beobachtet. 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