{"id":433269,"date":"2025-09-18T21:57:13","date_gmt":"2025-09-18T21:57:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/433269\/"},"modified":"2025-09-18T21:57:13","modified_gmt":"2025-09-18T21:57:13","slug":"drohnenabwehr-europa-setzt-auf-ukrainisches-know-how","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/433269\/","title":{"rendered":"Drohnenabwehr: Europa setzt auf ukrainisches Know-how"},"content":{"rendered":"<p>Nach dem Eindringen russischer Milit\u00e4rdrohnen in den polnischen Luftraum soll die Armee des NATO-Landes von der Ukraine in der Bek\u00e4mpfung der Flugobjekte ausgebildet werden. Man habe daher mit dem ukrainischen Verteidigungsministerium ein Abkommen unterzeichnet, das unter anderem den Erwerb von F\u00e4higkeiten im Umgang mit Drohnen betrifft, sagte Polens Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz am Donnerstag bei einem Besuch in Kiew.<\/p>\n<p>\u201eWir sind bereit, unsere Erfahrung zu teilen und polnische Milit\u00e4rs und Ingenieure auszubilden, wie die Abwehrsysteme in verschiedenen Bereichen einzusetzen sind, besonders im Luftraum\u201c, schrieb der ukrainische Verteidigungsminister Denys Schmyhal nach dem Treffen. Kiew z\u00e4hle dabei auch darauf, dass gemeinsame R\u00fcstungsprojekte mit Polen aus dem europ\u00e4ischen R\u00fcstungsprogramm \u201eSAFE\u201c mitfinanziert werden.<\/p>\n<p>      <img decoding=\"async\" class=\"lazy-loading\" bad-src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg%20xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg'%20viewBox%3D'0%200%201482%20988'%2F%3E\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/2770029_bigpicture_1067926_ukraine_drohnen_europa_hilfe3_r.jpg\"  alt=\"Besch\u00e4digte russische Drohne auf Ackerland in Polen\"\/><\/p>\n<p>   Reuters\/Dariusz Stefaniuk<\/p>\n<p>      Eine der in der letzten Woche in polnischen Luftraum eingedrungenen Drohnen Russlands<\/p>\n<p>Bei dem Eindringen vieler russischer Drohnen in den polnischen Luftraum in der vergangenen Woche waren polnische F-16-Kampfjets und in Polen stationierte Maschinen vom Typ F-35 der niederl\u00e4ndischen Luftstreitkr\u00e4fte aufgestiegen und hatten Drohnen abgeschossen. Dieses Verfahren ist jedoch aufwendig und teuer. Der Vorfall offenbarte L\u00fccken bei der Abwehr von Milit\u00e4rdrohnen durch das westliche Verteidigungsb\u00fcndnis.<\/p>\n<p>Ukraine mit innovativen und kosteng\u00fcnstigen Methoden<\/p>\n<p>Max Enders, Chef des M\u00fcnchner Start-up-Unternehmens Tyton, das Drohnenabwehrsysteme herstellt, sagte gegen\u00fcber der \u201eFinancial Times\u201c (\u201eFT\u201c), es gebe eine \u201eganze Reihe von Bedrohungen, gegen die sich Europa derzeit nur schwer verteidigen kann\u201c. Die Ukraine hingegen entwickelte seit Beginn der russischen Invasion 2022 viel innovative und kosteng\u00fcnstige Methoden zum Umgang mit russischen Angriffsdrohnen, wie das Blatt weiterschrieb.<\/p>\n<p>Da herk\u00f6mmliche Radarsysteme die kleinen, tief fliegenden im Iran entwickelten Schahed-Angriffsdrohnen nicht erkennen k\u00f6nnen, haben ukrainische Technologieunternehmen ein landesweites System von akustischen Sensoren entwickelt, die diese anhand ihrer Ger\u00e4usche identifizieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Diese Informationen werden an Hunderte von mobilen Einsatzgruppen weitergeleitet, die haupts\u00e4chlich mit Flugabwehrkanonen und schweren Maschinengewehren ausger\u00fcstet sind \u2013 eine weitaus kosteng\u00fcnstigere L\u00f6sung als der Einsatz von Raketenabwehrsystemen.<\/p>\n<p>Selenskyj: Polen bei Drohnenangriff Russlands schutzlos<\/p>\n<p>Nach Einsch\u00e4tzung des ukrainischen Pr\u00e4sidenten Wolodymyr Selenskyj sei Europa nicht f\u00fcr einen Krieg gegen Russland ger\u00fcstet. Das habe der j\u00fcngste Vorfall in Polen gezeigt, wie er im Interview mit dem britischen Sender Sky News zuletzt sagte. Der ukrainische Staatschef verglich in dem Interview den Vorfall in Polen mit dem bisher st\u00e4rksten russischen Angriff auf die Ukraine.<\/p>\n<p>Die Ukrainer h\u00e4tten mehr als 700 der \u00fcber 800 von Russland eingesetzten Flugobjekte abgewehrt. Polen sei es hingegen nur gelungen, vier der 19 Drohnen abzuschie\u00dfen, die in den Luftraum des Landes eingedrungen seien \u2013 und dabei h\u00e4tten sie es noch nicht einmal mit Marschflugk\u00f6rpern und Raketen zu tun bekommen.<\/p>\n<p>      <img decoding=\"async\" class=\"lazy-loading\" bad-src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg%20xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg'%20viewBox%3D'0%200%205679%203786'%2F%3E\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/2770026_bigpicture_1067927_ukraine_drohnen_europa_hilfe2_r.jpg\"  alt=\"Ukrainische Abwehr-Drohne in Luft\"\/><\/p>\n<p>   Reuters\/Valentyn Ogirenko<\/p>\n<p>      Eine ukrainische FPV-Abfangdrohne w\u00e4hrend ihres Fluges inmitten eines russischen Angriffs auf die Ukraine in Dnipropetrowsk<\/p>\n<p>Seine Worte seien nicht als Affront gegen Warschau gemeint, betonte Selenskyj. \u201eSie sind nicht im Krieg, daher ist es klar, dass sie nicht ger\u00fcstet sind f\u00fcr solche Sachen.\u201c Aber die Ukraine k\u00f6nne den Polen und den Europ\u00e4ern insgesamt bei der Entwicklung ihrer Verteidigungstechnologien und dem Training von Soldaten helfen, da sie kriegsgeschult sei. Kiew brauche aber Geld, um die Entwicklungen umzusetzen.<\/p>\n<p>Von der Leyen: Europa braucht \u201eDrohnenwall\u201c<\/p>\n<p>EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen hatte nur Stunden nach dem Vorfall in Polen erkl\u00e4rt, Europa m\u00fcsse an seiner Ostgrenze einen \u201eDrohnenwall\u201c errichten. Dazu wurde ein neues Programm zur milit\u00e4rischen Unterst\u00fctzung der Ukraine vorgeschlagen. Das Programm f\u00fcr einen qualitativen milit\u00e4rischen Vorsprung (\u201eQualitative Military Edge\u201c) solle Investitionen in die F\u00e4higkeiten des ukrainischen Milit\u00e4rs f\u00f6rdern, k\u00fcndigte sie an.<\/p>\n<p>Die \u00f6stlichen NATO-Mitglieder sollen zudem fast 100 Milliarden Euro an verteidigungsbezogenen Krediten erhalten, von insgesamt 150 Milliarden Euro, die aus dem gemeinsamen Haushalt der EU bereitgestellt werden.<\/p>\n<p>\u201eDrohnenallianz mit Ukraine\u201c<\/p>\n<p>Bei der Drohnenproduktion k\u00fcndigte von der Leyen eine \u201eDrohnenallianz\u201c mit der Ukraine an. F\u00fcr das Projekt werde Europa sechs Milliarden Euro bereitstellen, sagte sie. Zum Hintergrund der Initiative sagte von der Leyen, man wolle mit der St\u00e4rke der europ\u00e4ischen Industrie dazu beitragen, den ukrainischen Erfindergeist im Bereich der Drohnentechnologie zum Vorteil in den Kampfgebieten werden zu lassen.<\/p>\n<p>Bereits heute gingen mehr als zwei Drittel der Verluste an russischer Ausr\u00fcstung auf das Konto von Drohnen, die die Ukraine einsetze. Russland hole allerdings durch den Vorteil industrieller Massenproduktion schnell auf.<\/p>\n<p>NATO-Mission \u201eEastern Sentry\u201c an Ostflanke<\/p>\n<p>Als weitere Reaktion auf den Drohnenvorfall in Polen, startete die NATO letzte Woche zudem eine Luftverteidigungsmission namens \u201eEastern Sentry\u201c, an der Kampfflugzeuge, Schiffe und Aufkl\u00e4rungssysteme beteiligt sind, die entlang der Ostflanke von Finnland bis Bulgarien stationiert sind.<\/p>\n<p>Polen, die baltischen Staaten und Finnland \u2013 die an Russland angrenzenden EU-Staaten \u2013 k\u00fcndigten zudem alle Pl\u00e4ne zur Verst\u00e4rkung ihrer Grenzen an. EU-Beamte warnen jedoch, dass dieser Ansatz nur dann wirksam sein wird, wenn er einheitlich ist und auf gemeinsamen und vollst\u00e4ndig integrierten Technologien basiert.<\/p>\n<p>      <img decoding=\"async\" class=\"lazy-loading\" bad-src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg%20xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg'%20viewBox%3D'0%200%202092%202424'%2F%3E\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/2761288_body_1064307_mitglieder_der_nato_body_a.png\"  alt=\"eine Grafik zeigt die NATO-Mitgliedsl\u00e4nder und die Beitrittsbewerber\"\/><\/p>\n<p>   Grafik: APA\/ORF; Quelle: APA<\/p>\n<p>Einer der EU-Beamten sagte gegen\u00fcber der \u201eFinancial Times\u201c (\u201eFT\u201c): \u201eDie Verteidigungshaltung Europas ist zu fragmentiert, aber gerade in diesem Bereich m\u00fcssen wir wirklich viel mehr Koordination sehen.\u201c \u201eEs kann nicht sein, dass ein Staat an seiner Grenze das eine tut und ein anderer etwas anderes\u201c, f\u00fcgte der Beamte hinzu. \u201eRussland wird seine Vorgehensweise einfach an unsere Schw\u00e4chen anpassen.\u201c<\/p>\n<p>NATO stark von USA abh\u00e4ngig<\/p>\n<p>Neben einigen technischen Hindernissen stellt sich jedoch auch die Frage nach dem politischen Willen. Ein funktionierender NATO-Schutzschild h\u00e4nge sehr stark von den USA ab, die unter Pr\u00e4sident Donald Trump ihren Schwerpunkt von Europa auf andere Schaupl\u00e4tze verlagern, wie etwa der \u201eEconomist\u201c schreibt. Die europ\u00e4ischen Luftstreitkr\u00e4fte verf\u00fcgen zwar \u00fcber Hunderte von Kampfflugzeugen \u2013 die Hauptquartiere sind jedoch nach wie vor auf die Beteiligung und das Fachwissen der USA angewiesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nach dem Eindringen russischer Milit\u00e4rdrohnen in den polnischen Luftraum soll die Armee des NATO-Landes von der Ukraine in&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":433270,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4013],"tags":[331,332,13,14,15,4043,4044,850,307,12],"class_list":{"0":"post-433269","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-russland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-russia","14":"tag-russian-federation","15":"tag-russische-foederation","16":"tag-russland","17":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115227541201498018","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/433269","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=433269"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/433269\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/433270"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=433269"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=433269"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=433269"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}