{"id":434283,"date":"2025-09-19T07:51:12","date_gmt":"2025-09-19T07:51:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/434283\/"},"modified":"2025-09-19T07:51:12","modified_gmt":"2025-09-19T07:51:12","slug":"wofuer-stephanie-wehner-den-koerber-preis-bekommt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/434283\/","title":{"rendered":"Wof\u00fcr Stephanie Wehner den K\u00f6rber-Preis bekommt"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 19.09.2025 06:54 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Der mit einer Million Euro dotierte K\u00f6rber-Preis geht in diesem Jahr an die Physikerin und Informatikerin Stephanie Wehner. Sie arbeitet an einem Quanteninternet &#8211; einem ultraschnellen und abh\u00f6rsicheren Netz. <\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der diesj\u00e4hrige K\u00f6rber-Preis f\u00fcr die Europ\u00e4ische Wissenschaft geht an die deutsche Physikerin und Informatikerin Stephanie Wehner. Wehner, 1977 geboren, ist Professorin f\u00fcr Quanteninformation an der TU Delft in den Niederlanden und Mitglied der K\u00f6niglichen Niederl\u00e4ndischen Akademie der Wissenschaften.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Sie hat zur Quantenkryptografie geforscht und leitet die von ihr mitgegr\u00fcndete Europ\u00e4ische Quanteninternet-Allianz. Sie arbeitet daran, mit Quantentechnik ein Internet aufzubauen, das Anwender in Rekordzeit und abh\u00f6rsicher verbinden kann.<\/p>\n<p>    Quantencomputer arbeiten mit Quantenbits<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ein klassischer Computer arbeitet mit den Zahlen 0 und 1, den Bits. Ein Quantenbit, auch Qubit genannt, k\u00f6nne hingegen den Wert 0 oder 1 oder beide gleichzeitig und alles dazwischen annehmen, erkl\u00e4rt Wehner. Qubits haben noch weitere eigenartige Eigenschaften: Sie k\u00f6nnen sich verschr\u00e4nken. Das bedeutet, wenn man den Zustand eines Qubits misst, kann man den Zustand eines anderen Qubits bestimmen. Selbst dann, wenn diese weit voneinander entfernt sind.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zudem ver\u00e4ndert sich der Zustand eines Qubits durch die Messung. Das bedeutet beispielsweise, wenn eine Kommunikation zwischen zwei Menschen mittels Qubits \u00fcbertragen und abgeh\u00f6rt wird, ver\u00e4ndert sich der Zustand der Qubits. Damit wird beiden klar, dass sie abgeh\u00f6rt werden.<\/p>\n<p>    Abh\u00f6rsichere Quantenkommunikation \u00fcber kurze Distanzen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In einem Quantennetzwerk, erl\u00e4utert Stephanie Wehner, die fr\u00fcher als Hackerin Sicherheitsl\u00fccken aufgedeckt hat, werde eben &#8222;keine klassische Information von A nach B geschickt, sondern Quanteninformation. Wie in einem herk\u00f6mmlichen Netzwerk auch gibt es Ger\u00e4te, die man genau so verbindet, wie ein Handy oder einen Computer&#8220;. Solche abh\u00f6rsicheren, einfachen Qubit-Rechner sind inzwischen sogar kommerziell erh\u00e4ltlich, sagt Wehner, allerdings gelingt die Quantenkommunikation damit bislang nur \u00fcber Distanzen um die 100 Kilometer.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">K\u00f6rber-Preistr\u00e4gerin Wehner will ein Quanteninternet schaffen, in dem solche Quantenger\u00e4te \u00fcber weite Distanzen miteinander verbunden werden k\u00f6nnen. Bis 2030 sollen 500 Kilometer, in zehn Jahren 1.000 Kilometer m\u00f6glich sein. So k\u00f6nnen Ger\u00e4te, die nur ein Qubit haben, sicher und schnell kommunizieren und entfernte Dinge schnell und exakt steuern: &#8222;Man k\u00f6nnte es zum Beispiel m\u00f6glich machen, Teleskope miteinander zu verbinden, um ein besseres Bild vom Himmel zu bekommen.&#8220;<\/p>\n<p>    Quanteninternet erm\u00f6glicht perfekten Kopier- und Datenschutz<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ein Quanteninternet h\u00e4tte noch weitere, interessante Eigenschaften: Beispielsweise k\u00f6nnen Informationen nicht kopiert werden, eben weil sich die Qubits bei einem Kopiervorgang bereits ver\u00e4ndern. Und weil Qubits auch \u00fcber Distanzen miteinander verschr\u00e4nkt sein k\u00f6nnen, werden Ver\u00e4nderungen an einem Qubit auch an einem weit entfernten angezeigt: &#8222;Man kann so auf einem Quantennetzwerk beweisen, dass Informationen gel\u00f6scht wurden.&#8220; Sensible, pers\u00f6nliche Daten k\u00f6nnten dadurch wirklich gesch\u00fctzt werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Komplexere Quantencomputer arbeiten mit mehreren Qubits. Schon jetzt, so Andreas Reiserer von der TU M\u00fcnchen, gebe es welche mit 1.000 Qubits. Mit der Zahl der Qubits steigt die Rechenleistung exponentiell an. Noch k\u00f6nnen solche Quantenrechner nicht gut kontrolliert werden. Aber theoretisch ist ihre Rechenleistung so hoch, dass sie Berechnungen in wenigen Minuten durchf\u00fchren, f\u00fcr die herk\u00f6mmliche Rechner Jahrhunderte br\u00e4uchten.<\/p>\n<p>    Quantenbits sind fragil<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Problem: Qubits k\u00f6nnten leicht gest\u00f6rt werden, ver\u00e4nderten ihren Zustand, es komme zu Fehlern, sagt Reiserer: &#8222;Die gro\u00dfe Schwierigkeit ist, dass man, damit so ein System nicht seine Quanteneigenschaften verliert, es komplett isolieren muss von der Umgebung, dass man aber gleichzeitig noch selbst Zugriff hat auf diese Quanteneigenschaften.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">St\u00f6rungen treten auch beim Transport von Qubits in einem Quanteninternet auf. Die Idee ist, so Stephanie Wehner, Qubits als Lichtteilchen, also als Photonen, \u00fcber Glasfaser zu transportieren. Letztlich dieselben Glasfaser, \u00fcber die auch das jetzige Internet l\u00e4uft. Aber diese Leiter absorbieren Photonen. Etwa alle 100 Kilometer muss man sie daher verst\u00e4rken, erkl\u00e4rt Andreas Reiserer. Mit herk\u00f6mmlichen digitalen Bits ist das kein Problem, mit Qubits schon. Sie w\u00fcrden gest\u00f6rt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Reiserer entwickelt zur Zeit einen technisch aufwendigen Quantenrepeater: &#8222;In naher Zukunft wollen wir das in die Praxis f\u00fchren und wirklich auch zeigen damit, dass man dort alltagstaugliche Ger\u00e4te bauen kann, die dann zum Beispiel in Serverr\u00e4umen von Telekommunikationsanbietern integriert werden k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p>    Ziel: Internet aus vernetzten Quantencomputern<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das ferne Ziel: Mittels solcher Repeater ein Internet aufbauen, das Quantencomputer zu einem Super-Quantencomputer vernetzen kann. Damit, so Reiserer, w\u00e4ren Rechenoperationen m\u00f6glich, deren Anwendung man sich heute noch gar nicht vorstellen kann. So, wie man sich auch vor gut 40 Jahren noch nicht vorstellen konnte, was heute mit dem Internet m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Stephanie Wehner will zun\u00e4chst ein Quantennetz entwickeln, das einfachere Quantenger\u00e4te verbindet. Sie hat dazu auch schon ein Betriebssystem entwickelt. Damit sollen Quantenprogramme auf verschiedenen Ger\u00e4ten ausgef\u00fchrt werden und diese miteinander vernetzt werden k\u00f6nnen, &#8222;ohne dass man Experimentalphysiker ist&#8220;, wie Stephanie Wehner betont. Mit dem Preisgeld des K\u00f6rber-Preises &#8211; eine Million Euro &#8211; will sie weitere Anwendungen entwickeln, die in einem Quantennetz arbeiten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>    Preisverleihung in Hamburg<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der K\u00f6rber-Preis f\u00fcr die Europ\u00e4ische Wissenschaft, verliehen von der gleichnamigen Stiftung, zeichnet seit 1985 jedes Jahr einen, laut eigener Auskunft, &#8222;Forschungsdurchbruch in den Physical oder den Life Sciences in Europa\u201c aus.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die jetzige Ehrung f\u00e4llt in das von den Vereinten Nationen ausgerufene Jahr der Quantenforschung, anl\u00e4sslich des hundertj\u00e4hrigen Jubil\u00e4ums der Quantenmechanik. Heute wird Stephanie Wehner der K\u00f6rber-Preis im Hamburger Rathaus verliehen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 19.09.2025 06:54 Uhr Der mit einer Million Euro dotierte K\u00f6rber-Preis geht in diesem Jahr an die Physikerin&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":434284,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[331,332,3364,29,30,13,113229,14,15,113230,12],"class_list":{"0":"post-434283","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-headlines","14":"tag-koerber-preis","15":"tag-nachrichten","16":"tag-news","17":"tag-quantenforschung","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115229877037547359","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/434283","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=434283"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/434283\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/434284"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=434283"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=434283"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=434283"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}