{"id":435391,"date":"2025-09-19T18:01:19","date_gmt":"2025-09-19T18:01:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/435391\/"},"modified":"2025-09-19T18:01:19","modified_gmt":"2025-09-19T18:01:19","slug":"krankenhausreform-bedroht-schmerztherapie-in-berlin-regional","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/435391\/","title":{"rendered":"Krankenhausreform bedroht Schmerztherapie in Berlin | Regional"},"content":{"rendered":"<p>Berlin \u2013 <b>Seit ihrer Kindheit litt Silvia T. (48) unter starken Schmerzen im linken Arm. Kein Arzt konnte ihr helfen. Erst w\u00e4hrend einer Schmerztherapie in der Klinik besserten sich ihre Beschwerden. Doch mit der Krankenhausreform steht die station\u00e4re Behandlung von bundesweit rund 4,8 Millionen betroffenen Patienten vor unsicherer Zukunft.<\/b><\/p>\n<p>Wie einen Stromsto\u00df beschreibt Silvia T. ihre Schmerzen. F\u00fcnf- bis sechsmal am Tag, jeweils f\u00fcr etwa zehn Minuten. \u201eWenn ich einen Schub hatte, habe ich mir eine Ecke gesucht, bis er vorbei war\u201c, so Silvia T. Die Sachbearbeiterin war zuletzt krankgeschrieben und zog sich sozial zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Im Franziskus-Krankenhaus in Tiergarten wird sie von drei\u00dfig Spezialisten, darunter Neurologen, Orthop\u00e4den, An\u00e4sthesisten, Psycho- und speziellen Physiotherapeuten untersucht und therapiert. \u201eWir versuchen, den Schmerz zu verstehen\u201c, sagt Dr. Michael Schenk (63), Chefarzt der Abteilung Integrative Schmerztherapie. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Bei einer interdisziplin\u00e4ren Visite besprechen unter anderem Dr. Michael Schenk, Psychotherapeut Nikolaus Twickel, Schwester Gudrun Thieme und Schmerz-Physiotherapeutin Jutta Geidel (v.l.n.r.) mit Patientin Silvia T. (mi.) ihren Fall\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/82bb0fd04f53505df69e57c7bc57be78,e5e5ae08\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Bei einer interdisziplin\u00e4ren Visite besprechen unter anderem Dr. Michael Schenk, Psychotherapeut Nikolaus Twickel, Schwester Gudrun Thieme und Schmerz-Physiotherapeutin Jutta Geidel (v.l.n.r.) mit Patientin Silvia T. (mi.) ihren Fall<\/p>\n<p>Foto: VOLKMAR OTTO<\/p>\n<p>Auf seiner Station (24 Betten) warten verzweifelte Patienten auf Linderung ihrer chronischen Schmerzen: Migr\u00e4ne, R\u00fccken-, Gelenk- und H\u00fcftschmerzen, Nerven- und Muskel- sowie Schmerzen nach Unf\u00e4llen. 70 Prozent leiden zudem an Depressionen.<\/p>\n<p><b>K\u00f6rperliche und seelische Ursachen werden von Schenk und seinem Team aufgesp\u00fcrt. \u201eDer klassische Schmerzpatient ist meist nicht richtig diagnostiziert, vielfach operiert und mit Medikamenten \u00fcberdosiert\u201c, sagt Schenk. Wichtig: \u201eWir versuchen auch immer herauszufinden, welche seelischen Faktoren den Schmerz verst\u00e4rken.\u201c<\/b><\/p>\n<p>Mehr zum Thema<\/p>\n<p>An den bundesweit 350 Schmerzabteilungen wird rund 60.000 Patienten jedes Jahr geholfen. Das Problem: Mit der Krankenhausreform hat die station\u00e4re Schmerztherapie keine eigene Leistungsgruppe erhalten. Doch nur f\u00fcr Leistungsgruppen gibt es Geld f\u00fcr die Behandlung.<\/p>\n<p>Was es noch komplizierter macht: \u201eDie Schmerzabteilungen sind bundesweit 26 verschiedenen Fachabteilungen zugeordnet, beispielsweise Innere, Chirurgie, Orthop\u00e4die&#8230;\u201c, erkl\u00e4rt Schenk. Er ist Mitglied im Berufsverband der Schmerz\u00e4rzte Deutschlands (BVSD). Diese Abteilungen m\u00fcssen aber bestimmte Kriterien erf\u00fcllen, um weiter bestehen zu d\u00fcrfen. \u201eSo muss eine internistische Abteilung eine Gastroskopiebereitschaft haben&#8230;.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Das Franziskus-Krankenhaus an der Budapester Stra\u00dfe in Tiergarten\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/6247d02cf7ad340fa63f59a1ac6bc728,135bf814\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Das Franziskus-Krankenhaus an der Budapester Stra\u00dfe in Tiergarten<\/p>\n<p>Foto: VOLKMAR OTTO<\/p>\n<p>Folge: 40 Prozent der Abteilungen mit Schmerztherapie st\u00fcnden vor der Schlie\u00dfung! Die Klinik am Franziskus-Krankenhaus geh\u00f6rt zum Gl\u00fcck nicht dazu. Der BVSD fordert, die Leistungsgruppe \u201eSchmerzmedizin\u201c per Gesetz zu erg\u00e4nzen.<\/p>\n<p>Bei Silvia T. wurde klar, dass gutartige Kn\u00f6tchen unter der Haut auf die Nerven dr\u00fccken. \u201eDurch die Behandlung haben meine Schmerzen stark an Intensit\u00e4t nachgelassen\u201c, sagt sie. <\/p>\n<p><b>Rund 24.000 Schmerzpatienten werden laut Prognose des BVSD k\u00fcnftig nicht mehr station\u00e4r versorgt werden k\u00f6nnen.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin \u2013 Seit ihrer Kindheit litt Silvia T. (48) unter starken Schmerzen im linken Arm. 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