{"id":436251,"date":"2025-09-20T02:17:10","date_gmt":"2025-09-20T02:17:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/436251\/"},"modified":"2025-09-20T02:17:10","modified_gmt":"2025-09-20T02:17:10","slug":"top-20-kinderbuecher-fuer-starke-jungen-ganz-ohne-stereotype","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/436251\/","title":{"rendered":"Top 20 Kinderb\u00fccher f\u00fcr starke Jungen \u2013 ganz ohne Stereotype"},"content":{"rendered":"<p>Spielzeug jenseits von Vorurteilen: &#8222;Spielzeug ist f\u00fcr alle da&#8220;<\/p>\n<p class=\"text\">\nJungs spielen mit Autos und M\u00e4dchen mit Puppen \u2013 das ist totaler Schwachsinn. Das sollten inzwischen alle schon geh\u00f6rt haben, aber man kann es kaum oft genug wiederholen. Das unterstreicht auch Susann Hoffmann mit ihrem Buch &#8222;Spielzeug ist f\u00fcr alle da!&#8220;. Sie zeigt darin nicht nur, wie sowohl m\u00e4nnlich wirkende als auch weiblich wirkende Kinder mit Autos spielen, wie ein Junge eine Puppe versorgt und ein M\u00e4dchen auf einem Skateboard f\u00e4hrt. Sie erz\u00e4hlt, dass es dabei auch um Eigenschaften geht, die tief in jedem Menschen liegen k\u00f6nnen. Jemand spielt mit Puppen, weil dieser Jemand sich gerne um andere k\u00fcmmert, und jemand anderes macht gerne Sport, weil es da um Zusammenarbeit geht. Das sind Eigenschaften von Menschen, nicht von M\u00e4dchen oder Jungen.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDie Bilder in diesem Buch sind einfach gehalten: starke Farben, klare Formen und viel Freude in den Gesichtern. Der gro\u00dfe Bonus: Ganz nebenbei zeigt das Buch eine vielf\u00e4ltige und freundliche Welt, wie sie sich die meisten w\u00fcnschen. Da spielen Kinder mit unterschiedlichen Hautfarben zusammen, auf dem Basketballfeld geht ein Pass an ein Kind im Rollstuhl und beim Kuscheltierkaffeekr\u00e4nzchen sitzt ein Kind mit H\u00f6rger\u00e4t. So sch\u00f6n k\u00f6nnte alles sein.\n<\/p>\n<p>\nWeitere Infos zum Buch<br \/>\nSusann Hoffmann: &#8222;Spielzeug ist f\u00fcr alle da!&#8220;<br \/>F\u00fcr Menschen ab 2 Jahren<br \/>Zuckers\u00fc\u00df Verlag<br \/>26 Seiten, Pappbilderbuch<br \/>ISBN: 978-3-949-31507-7\n<\/p>\n<p><a name=\"sprung1\" class=\"jumpLabel\">B\u00fccher f\u00fcr Vorschulkinder \u2013 von 3 bis 6 Jahre<\/a><\/p>\n<p>Friedlicher Reimespa\u00df: &#8222;Ritter Otto will nicht k\u00e4mpfen&#8220;<\/p>\n<p class=\"text\">\nWir kennen diese Geschichten, die von den zarten Burgfr\u00e4uleins in N\u00f6ten und den tapferen Rittern, die sie retten. Denn nat\u00fcrlich sollen Jungs mutig und abenteuerlustig sein. Sie sollen gerne k\u00e4mpfen und noch lieber siegen. Daf\u00fcr, dass jedoch nicht alle Jungen zwingend diese Charakterz\u00fcge aufweisen (m\u00fcssen), ist Ritter Otto der beste Beweis.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nAls die Einladung zum Turnier bei ihm eintrudelt, haben er und sein Pferd gar keine Lust. Doch die Pflicht muss erf\u00fcllt werden und so machen sich die beiden auf den Weg. Doch die geplanten Spiele und deren Regeln sind f\u00fcr den kleinen Ritter zu viel. Also schreibt er kurzerhand die Ank\u00fcndigung um: kein Schwertkampf und Lanzenreiten, sondern Topfschlagen und Eierlaufen. &#8222;Nun gilt: Statt schlagen, hauen, ringen; nacheinander Lieder singen!&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDas kleine Pappbuch &#8222;Ritter Otto will nicht k\u00e4mpfen&#8220; lebt von einem ganz eigenen Witz. Das beginnt bei den liebevollen Illustrationen der eigenwilligen Ritter und endet bei den oft auch albernen Reimen. Doch das Sch\u00f6nste ist die Grundstimmung der Geschichte: All die harten Ritter beschweren sich nicht, sondern machen mit. Sie genie\u00dfen die neuen Wettk\u00e4mpfe sogar so sehr, dass sie am Ende gar keinen Sieger brauchen. Es ist ein kleiner Traum, wie eine Welt sein k\u00f6nnte, in der sich niemand st\u00e4ndig besonders stark und unverwundbar zeigen muss und alle sein k\u00f6nnen, wer und wie sie wollen.\n<\/p>\n<p>\nWeitere Infos zum Buch<br \/>\nG\u00fcnther Jakobs: &#8222;Ritter Otto will nicht k\u00e4mpfen&#8220;<br \/>F\u00fcr Menschen ab 3 Jahren<br \/>Carlsen Verlag<br \/>70 Seiten, Pappbilderbuch<br \/>ISBN: 978-3-551-17179-5\n<\/p>\n<p>F\u00fcr unangenehme Fragen: &#8222;Untenrum&#8220;<\/p>\n<p class=\"text\">\nKeine leichte Situation f\u00fcr Eltern: Pl\u00f6tzlich fragt das Kind nach dem, was zwischen den Beinen ist. Vielleicht benutzt das Kleine dabei auch seltsame und unangemessene W\u00f6rter, vielleicht auch witzige wie &#8222;R\u00fcsselchen&#8220; oder Schneckchen&#8220;. Doch wie soll das Gespr\u00e4ch nun weitergehen, wie reden Eltern mit Kindern \u00fcber das Intimste? F\u00fcr viele Menschen bleibt das ein Tabuthema \u2013 weil es sie selbst peinlich ber\u00fchrt oder weil sie Angst haben, Kindern zu viel zuzumuten.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDoch es ist wichtig, wie die Menschen hinter dem Buch in einem Nachwort f\u00fcr die Eltern schreiben. Kinder erleben die Welt mit ihrem ganzen K\u00f6rper und k\u00f6nnen wohl kaum ihr Geschlechtsorgan ignorieren. Wer dar\u00fcber nicht reden darf, entwickelt im schlimmsten Fall ein gest\u00f6rtes Verh\u00e4ltnis zum eigenen K\u00f6rper. Vor allem brauchen Kinder auch Worte, um \u00fcber Probleme zu sprechen, \u00fcber Schmerzen und Grenz\u00fcberschreitungen.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDas Buch &#8222;Untenrum&#8220; ist ein wunderbarer Anlass, um mit Kindern ins Gespr\u00e4ch zu kommen. Anhand eines recht allt\u00e4glich wirkenden Gespr\u00e4chs innerhalb einer recht durchschnittlichen Familie wird viel Wissen vermittelt, aber auch zum kreativen Kennenlernen des eigenen K\u00f6rpers eingeladen. Lo fragt ihre Eltern aus, denen zwar die Schamesr\u00f6te ins Gesicht steigt, die aber nach bestem Wissen Auskunft geben. Schnell wird klar, dass es dabei um mehr geht: Fortpflanzung, Menstruation, Geschlechter zwischen Mann und Frau und die Grenzen, die ber\u00fccksichtigt werden sollten. Begleitet wird das durch die cartoonhaften Illustrationen von Yayo Kawamura: grobe Linien, verspielte Details und eine fast schon gekritzelte Bobfrisur.\n<\/p>\n<p>\nWeitere Infos zum Buch<br \/>\n&#8222;Untenrum \u2013 Und wie sagst du?&#8220;<br \/>Geschrieben von Noa Lovis Peifer und Linu L\u00e4titia Blatt<br \/>Illustriert von Yayo Kawamura<br \/>F\u00fcr Menschen ab 4 Jahren<br \/>Beltz Verlag<br \/>38 Seiten, gebunden<br \/>ISBN: 978-3-407-75711-1\n<\/p>\n<p>Was Freundschaft bedeutet: &#8222;Seer\u00e4uberm\u00e4dchen und Prinzessinnenjunge&#8220;<\/p>\n<p class=\"text\">\nEs gibt viele Vorurteile \u00fcber Seer\u00e4uber und Prinzessinnen. Vermutlich treffen viele zu. Aber eines stimmt nicht zwingend: dass Seer\u00e4uber Jungs und Prinzessinnen M\u00e4dchen sind. Mara kennt sich bestens auf den sieben Weltmeeren in ihrer Fantasie aus. Gemeinsam mit ihrem Hund Landratte, bewaffnet mit Holzs\u00e4bel und drei Enterhaken, segelt sie von Abenteuer zu Abenteuer. Milo hingegen ist eher still und etwas vorsichtig. Er liebt Ballettgeschichten, tanzt vor Freude in seinen Elfenkleidern und verziert Dinge, die ihm Angst machen, mit bunten B\u00e4ndern.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nNils Pickert erz\u00e4hlt mit &#8222;Seer\u00e4uberm\u00e4dchen und Prinzessinnenjunge&#8220; von einer Freundschaft, von der jeder Mensch wohl tr\u00e4umt und wie sie sich Eltern f\u00fcr ihre Kinder w\u00fcnschen. Denn nat\u00fcrlich geht es nicht nur darum, dass M\u00e4dchen mutig und Jungs grazil sein k\u00f6nnen \u2013 das wissen wir doch eigentlich. Pickert zeigt auch, wie sich die beiden Kinder bereichern, wie sie voneinander lernen und aneinander wachsen.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDoch es gibt auch Probleme. Es ist kein Streit, sondern eine &#8222;schreckliche Vermissung&#8220;. Dass Mara mit ihrem Papa verreist, wird f\u00fcr Mara und Milo zur fast un\u00fcberwindbaren Probe. Die sie aber schlie\u00dflich doch meistern. Doch es ist nicht leicht und das ber\u00fchrt vielleicht sogar diejenigen, die vorlesen.\n<\/p>\n<p>\nWeitere Infos zum Buch<br \/>\n&#8222;Seer\u00e4uberm\u00e4dchen und Prinzessinnenjunge&#8220;<br \/>Geschrieben von Nils Pickert<br \/>Illustriert von Lena Hesse<br \/>F\u00fcr Menschen ab 5 Jahren<br \/>Carlsen Verlag, gebunden<br \/>ISBN: 978-3-551-52195-8\n<\/p>\n<p>Stark sein: &#8222;Ein Junge wie Du&#8220;<\/p>\n<p class=\"text\">\nKommt es wirklich auf mich an? Kann ich unter den Milliarden von Menschen einen Unterschied machen? Das Buch &#8222;Ein Junge wie du&#8220; von Frank Murphy sagt ja: &#8222;Dich gibt es nur einmal! Und die Welt braucht einen Jungen wie dich.&#8220; Dieses Kinderbuch will Mut machen: Jungs sollen zu sich selbst stehen und k\u00f6nnen werden und machen, was sie wollen \u2013 sei es Sport, Backen oder G\u00e4rtnern. Der Autor sagt, dass Jungs f\u00fcr ihre Tr\u00e4ume arbeiten und k\u00e4mpfen m\u00fcssen, aber auch, dass es in Ordnung ist, Angst zu haben oder zu straucheln und deswegen zu weinen.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nJeder dieser Gedanken wird mit niedlichen und detailreichen Bildern illustriert. Mal gibt der Text die Szene vor, mal bietet das Bild eine klare Idee davon, was der Text meinen k\u00f6nnte. Das Buch ist n\u00e4mlich auch eine Aufforderung, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Sei neugierig, begegne Menschen mit einem offenen Ohr, sei freundlich und hilfsbereit, k\u00e4mpfe f\u00fcr wichtige Themen. &#8222;Mache jeden Ort besser, als du ihn vorgefunden hast.&#8220;\n<\/p>\n<p>\nWeitere Infos zum Buch<br \/>\n&#8222;Ein Junge wie du&#8220;<br \/>Geschrieben von Frank Murphy<br \/>Illustriert von Kayla Harren<br \/>F\u00fcr Menschen ab 3 Jahren<br \/>Zuckers\u00fc\u00df Verlag, gebunden<br \/>ISBN: 978-3-982-13795-7\n<\/p>\n<p>R\u00e4ume f\u00fcr Gef\u00fchle: &#8222;Das Grand Hotel der Gef\u00fchle&#8220;<\/p>\n<p class=\"text\">\nEs gibt so viele und so gro\u00dfe Gef\u00fchle, dass ein Mensch schnell davon \u00fcberfordert sein kann. Vor allem Jungs bekommen da schnell Probleme, weil ihnen immer noch erz\u00e4hlt wird, dass sie st\u00e4rker als Gef\u00fchle sein sollen. Dabei besteht das Geheimnis darin, jedem Gef\u00fchl richtig zu begegnen und es am besten zu umarmen. Die Autorin und Illustratorin Lidia Brankovi\u0107 hat daf\u00fcr ein sch\u00f6nes Bild gefunden.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nIhr Buch l\u00e4dt in &#8222;Das Grand Hotel der Gef\u00fchle&#8220; ein. Die Hoteldirektorin erz\u00e4hlt von dem anstrengenden Alltag in der Anlage, und ihre gro\u00dfe Aufgabe ist es, jedem Gast genau das zu geben, was der Gast braucht: Die Traurigkeit will es leise haben und die Wut braucht viel Platz. Es ist wichtig, genau hinzuschauen, denn manche Gef\u00fchle sind beinahe unsichtbar, die Angst \u00e4ndert st\u00e4ndig ihre Gestalt und die Dankbarkeit wird oft vergessen. Es ist nicht leicht, die Gef\u00fchlsg\u00e4ste zufriedenzustellen, doch oft helfen die Gef\u00fchle auch dabei.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nIhre Vision bebildert Lidia Brankovi\u0107 mit kindlichen und fantasiereichen Illustrationen. Dass die Wut einen brennenden Kopf hat, scheint naheliegend, doch andere Gef\u00fchle nehmen die seltsamsten Formen an. Doch die meisten von ihnen w\u00fcrde man wirklich gerne kennenlernen. Ein solches Gef\u00fchlshotel zu f\u00fchren, scheint m\u00fchsam, aber auch eine wundervolle Arbeit zu sein.\n<\/p>\n<p>\nWeitere Infos zum Buch<br \/>\nLidia Brankovi\u0107: &#8222;Das Grand Hotel der Gef\u00fchle&#8220;<br \/>F\u00fcr Menschen ab 4 Jahren<br \/>Hatje Cantz<br \/>32 Seiten, gebunden<br \/>ISBN: 978-3-775-75594-8\n<\/p>\n<p><a name=\"sprung2\" class=\"jumpLabel\">B\u00fccher f\u00fcr Grundschulkinder \u2013 von 6 bis 10 Jahre<\/a><\/p>\n<p>Bessere Gute-Nacht-Geschichten: &#8222;Boys!&#8220;<\/p>\n<p class=\"text\">\nIhre &#8222;Good Night Stories for Rebel Girls&#8220; von Francesca Cavallo sind fast schon Kult und unter feministischen Eltern \u00e4u\u00dferst beliebt. Es sind Geschichten, die erz\u00e4hlen, wie stark M\u00e4dchen und Frauen sein und dass sie alles schaffen k\u00f6nnen. Doch dann fragte sich die italienische Autorin: Was ist eigentlich mit den Jungs? Auch die suchen sich nicht aus, sp\u00e4ter M\u00e4nner zu werden, die andere unterdr\u00fccken und bei sich selbst keine Gef\u00fchle zuzulassen. Sie wurden \u00fcber Jahrhunderte dazu erzogen. Als Gegengewicht schrieb Cavallo nun also &#8222;Geschichten f\u00fcr eine neue Generation von Jungs&#8220;, die Gef\u00fchle zulassen und nicht immer den Kampf suchen.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDaf\u00fcr f\u00fchrt sie uns jedoch nicht in einen omin\u00f6sen M\u00e4rchenwald, sondern in den Outer Space. Vielleicht wollte sie die Weiten des Weltraums nicht den neuen M\u00e4nnern wie Elon Musk, Jeff Bezos oder Peter Thiel \u00fcberlassen. Das spiegelt sich in der wunderbaren Gestaltung des Buches wider: Am Beginn jeder Geschichte schauen wir auf einen anderen Planeten, der beispielsweise komplett von Wasser bedeckt oder von riesigen Protzbauten bestimmt wird. Luis San Vicente illustriert die Geschichten mit kantigen Schwarz-Wei\u00df-Bildern, die den kleinen Witz der Erz\u00e4hlungen unterstreichen.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nCavallo berichtet von einem Hai-Vater, der lieber mit seinem Kind spielen will, als es abzuh\u00e4rten. Oder ein Schrottsammler l\u00e4sst das Abenteuerleben hinter sich, um sich um einen kleinen Jungen zu k\u00fcmmern. Ein Pirat und eine Piratin wetteifern um Sch\u00e4tze, bis sich die Piratin schwer verletzt. Also muss sich der Pirat r\u00fchrend um sie k\u00fcmmern. Sie bedankt sich, will aber trotzdem keine Beziehung \u2013 und f\u00fcr ihn ist es einfach in Ordnung. Oder da ist ein Mann, der seinen ganzen Planeten durcheinanderbringt, weil er den h\u00f6chsten Turm bauen m\u00f6chte, und schlie\u00dflich stirbt sein Sohn. Beide werden zu Geistern und stellen allein durch ihre Anwesenheit die Frage, wie wir mit unseren Kindern umgehen wollen.\n<\/p>\n<p>\nWeitere Infos zum Buch<br \/>\nFrancesca Cavallo: &#8222;Boys! Geschichten f\u00fcr die neue Generation von Jungs&#8220;<br \/>Illustriert von Luis San Vicente <br \/>F\u00fcr Menschen ab 6 Jahre<br \/>dtv<br \/>192 Seiten, gebunden<br \/>ISBN: 978-3-423-64125-8\n<\/p>\n<p>Nach innen horchen: Gef\u00fchlstagebuch &#8222;Ein gutes Gef\u00fchl&#8220;<\/p>\n<p class=\"text\">\nVielleicht ist das die Ursache f\u00fcr viele Probleme: Viele &#8222;M\u00e4nner&#8220; haben Probleme mit ihren Gef\u00fchlen. Lange Zeit hie\u00df es, dass &#8222;echte M\u00e4nner&#8220; st\u00e4rker als die Gef\u00fchle w\u00e4ren. Doch das bedeutete oft auch, dass sie ihre Gef\u00fchle unterdr\u00fcckt haben und so oft nicht verstanden, was in ihnen los war.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDie B\u00fccher &#8222;Ein gutes Gef\u00fchl&#8220; 1 und 2 versuchen, Kinder an die eigenen Gef\u00fchlswelten heranzuf\u00fchren. In den zwei B\u00fcchern werden insgesamt 30 (20 im ersten, 10 weitere im zweiten Band) vorgestellt. Viele sind positiv wie Liebe, Stolz und Zufriedenheit, andere sind auch negativ wie Wut, Scham oder Ablehnung. Jedes Gef\u00fchl wird als kleines Monster gezeigt: fantasievolle, aber schlichte Gestalten. Ein Text erl\u00e4utert das Gef\u00fchl mit Wortumfeld (wer Wut f\u00fchlt, ist w\u00fctend oder sauer) und gibt Beispiele, wann die Gef\u00fchle auftreten.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDabei geht es nicht darum, Gef\u00fchle in gut und schlecht einzuteilen. Die Kinder sollen einfach ihre Gef\u00fchle verstehen, benennen und einordnen k\u00f6nnen. Die Vorstellung der Gef\u00fchle ist n\u00e4mlich nur ein Teil. Haupts\u00e4chlich geht es darum, \u00fcber 100 Tage ein Gef\u00fchlstagebuch zu f\u00fchren. Die Kinder sollen aufschreiben, was sie erlebt und dabei gef\u00fchlt haben. So sollen sie sich besser verstehen lernen. Au\u00dferdem gibt es zahlreiche Spielereien und R\u00e4tsel im Buch zu entdecken.\n<\/p>\n<p>\nWeitere Infos zum Buch<br \/>\n&#8222;Ein gutes Gef\u00fchl&#8220; von Jan Lenarz <br \/>F\u00fcr Menschen ab 6 Jahren<br \/>Ein Guter Plan<br \/>152 Seiten, gebunden<\/p>\n<p>&#8222;Ein gutes Gef\u00fchl 2&#8220; von Jan Lenarz <br \/>F\u00fcr Menschen ab 6 Jahren<br \/>Ein Guter Plan<br \/>152 Seiten, gebunden\n<\/p>\n<p>Zu sich selbst finden: &#8222;Der Katze ist es ganz egal&#8220;<\/p>\n<p class=\"text\">\nAb sofort will Leo anders genannt werden: Jennifer. Denn Leo ist ab sofort ein M\u00e4dchen. An dieser Stelle k\u00f6nnte die Geschichte bereits vorbei sein, doch dann gebe es dieses Buch nicht. Denn Jennifers Familie versteht es nicht: Jennifer sei doch ein komischer Name und \u00fcberhaupt sei Leo doch ein Junge. Die Zur\u00fcckweisung verwirrt Jennifer so sehr, dass sie doch wieder zu Leo wird. Zum Gl\u00fcck hat sie gute Freundinnen und Freunde in der Schule, die Jennifer helfen, zu sich zu stehen. Gemeinsam mit Stella, die mit ihren abrasierten Haaren kaum wie ein typisches M\u00e4dchen aussieht, schw\u00e4nzt Jennifer und zieht sich zum ersten Mal ein Kleid an. Doch alle fragen sich nun, wo Leo\/Jennifer ist.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nFranz Orghandl versucht, sich ganz in die Gef\u00fchlswelt einer jungen trans Person hineinzuf\u00fchlen. Dabei macht die Geschichte klar: Es geht hier nicht um Trends oder um Coolness, sondern um ein tiefsitzendes Gef\u00fchl. Jennifer verzweifelt so sehr an der Ablehnung ihrer Eltern, dass sie noch verwirrter ist als zuvor. &#8222;Der Katze ist es ganz egal&#8220;, sagt der Titel, doch ihrer Familie ist es das nicht. Dabei ist es doch alleine Jennifers Sache, wie sie sich f\u00fchlt. \u00dcbrigens spielt die Coming-out-Geschichte in Wien und so k\u00f6nnen Interessierte gleich noch einige sch\u00f6ne Worte Wienerisch lernen.\n<\/p>\n<p>\nWeitere Infos zum Buch<br \/>\nFranz Orghandl: &#8222;Der Katze ist es ganz egal&#8220;<br \/>Illustriert von Theresa Strozyk<br \/>F\u00fcr Menschen ab 9 Jahren<br \/>Klett Kinderbuchverlag<br \/>104 Seiten, gebunden<br \/>ISBN: 978-3-954-70231-2\n<\/p>\n<p><a name=\"sprung3\" class=\"jumpLabel\">B\u00fccher f\u00fcr Tweens \u2013 von 10 bis 12 Jahre<\/a><\/p>\n<p>Wilde Klassenfahrt: &#8222;Yunus, Zocken, Liebeszeugs&#8220;<\/p>\n<p class=\"text\">\nKaum sprie\u00dfen die ersten Barthaare, scheint alles kompliziert zu werden. Pl\u00f6tzlich muss man sich Gedanken machen um die Liebe, die Beziehung des besten Freundes und Geschlechtsorgane. Und weil gerade sowieso alles so kompliziert ist, will Yunus gar nicht auf Klassenfahrt gehen. Doch eine richtige Wahl hat er nicht. Bereits im Bus steht er vor gro\u00dfen Entscheidungen: Zu wem soll er sich setzen? Dann bekommt er auch noch von einer unbekannten Nummer Liebesnachrichten. Der Detektiv*innen-Club seiner besten Freundin Selma kommt dieses R\u00e4tsel gerade recht und sie beginnen zu ermitteln.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDer Jugendroman &#8222;Yunus, Zocken, Liebeszeugs&#8220; verkommt dar\u00fcber jedoch nicht zur klischeehaften Liebesgeschichte, sondern taucht in die Gef\u00fchlswelt eines zw\u00f6lfj\u00e4hrigen Jungen ein. Yunus kommt nicht immer mit, wenn es dann auch um gro\u00dfe Themen wie Rassismus oder Sexismus geht. Als seine coolen, aber arroganten Freunde ihn zum Zocken einladen, l\u00e4sst er alle stehen. Dass alle b\u00f6se auf ihn sind, \u00fcberfordert ihn, weil er eigentlich nicht st\u00e4ndig R\u00fccksicht nehmen m\u00f6chte, sondern einfach in Ruhe Videospiele spielen will. Er weint und findet nach viel M\u00fche die richtigen Worte, um sich zu entschuldigen. Es geht ihm auch viel besser, als er bei einer spontanen Demo mitmacht, weil es in der Jugendherberge keine Essensalternativen f\u00fcr Menschen beispielsweise mit Allergien oder einem veganen Lebensstil angeboten wird.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nEs gibt queere Liebe und unerwiderte Gef\u00fchle. Es geht darum, seine Gef\u00fchle zu erkennen, die Gef\u00fchle von anderen zu akzeptieren und ehrlich zueinander zu sein. Wie Yunus an diesen Herausforderungen w\u00e4chst, macht Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Zwischen den Kapiteln gibt es auch immer wieder kleine wunderbar gestaltete Schaubilder \u00fcber die wichtigen Themen im Teenage-Leben wie Pickel, richtiges K\u00fcssen (nur wenn beide wollen!) und Gef\u00fchle.\n<\/p>\n<p>\nWeitere Infos zum Buch<br \/>\nLaura Melina Berling: &#8222;Yunus, Zocken, Liebeszeugs&#8220;<br \/>Illustriert von Hannah R\u00f6del<br \/>F\u00fcr Menschen ab 10 Jahren<br \/>Leykam<br \/>152 Seiten, Hardcover<br \/>ISBN: 978-3-7011-8264-0\n<\/p>\n<p>Echte Jungsfreundschaft: &#8222;Best Bro Ever&#8220;<\/p>\n<p class=\"text\">\nSo richtig begeistert ist M\u00e5ns nicht davon, dass er seine Mutter nach Malm\u00f6 begleiten muss. W\u00e4hrend sie dort als Voice-Actor animierten Filmgestalten eine Stimme verleiht, soll Nora (die 17-j\u00e4hrige Tochter eines Bekannten) auf ihn aufpassen. Zum Gl\u00fcck, wenn auch nicht unter gl\u00fccklichen Umst\u00e4nden, lernt M\u00e5ns Mikkel kennen. Mikkel ist kompromisslos und treu. Die beiden Jungs werden nicht nur Freunde, sondern Blutsbr\u00fcder. Doch dann sieht Mikkel den Pass von M\u00e5ns, in dem steht, dass er einen anderen Namen hat und als M\u00e4dchen geboren wurde.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nAuf ganz eigene Weise erz\u00e4hlt der Roman &#8222;Best Bro Ever&#8220; von Trans-Identit\u00e4t. Anstatt das Thema von Anfang an in den Mittelpunkt zu r\u00fccken, stellt es uns den Jungen M\u00e5ns erstmal vor, der auf einem Auge Farben besser sieht als auf dem anderen und der Skateboardfahren liebt. So wird klar, dass es nicht um Geschlecht geht, sondern zuerst um die individuelle Pers\u00f6nlichkeit.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDabei lebt der Jugendroman auch von viel Humor, wenn sich M\u00e5ns beispielsweise dar\u00fcber lustig macht, dass den Menschen keine bessere Ortsbezeichnung als &#8222;M\u00fchlenacker&#8220; eingefallen ist. Das entsch\u00e4rft auch die \u00fcblichen Dramen. Ja, M\u00e5ns\u2018 Vater kommt mit der Transidentit\u00e4t seines Kindes nicht klar, doch er ist kein harter &#8222;Mann&#8220;, sondern ein echt liebenswerter und verpeilter Typ, der sich f\u00fcr das <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/wissen\/klima\/wie-wir-Kindern-den-Klimawandel-erklaeren-koennen100.html\" title=\"Wie wir Kindern den Klimawandel erkl\u00e4ren k\u00f6nnen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Klima<\/a> einsetzt und einfach Zeit braucht. Auch Mikkel muss nicht gro\u00df \u00fcberzeugt werden, dass trans sein in Ordnung ist. Er w\u00fcnscht sich nur Offenheit und Ehrlichkeit.\n<\/p>\n<p>\nWeitere Infos zum Buch<br \/>\nJenny J\u00e4gerfeld: &#8222;Best Bro Ever!&#8220;<br \/>F\u00fcr Menschen ab 10 Jahren<br \/>Verlag Urachhaus<br \/>155 Seiten, gebunden<br \/>ISBN: 978-3-8251-5342-7\n<\/p>\n<p>Queere Liebe kurz erkl\u00e4rt: &#8222;Was ist eigentlich dieses LGBTIQ*?&#8220;<\/p>\n<p class=\"text\">\nDiese kryptische Buchstabenreihe hat sich schon ziemlich gut durchgesetzt. Doch was bedeuten LGBTIQ* eigentlich und welcher Buchstabe trifft auf mich zu? \u2013 das m\u00f6gen sich junge Menschen zu Beginn ihrer Pubert\u00e4t fragen. Das Buch &#8222;Was ist eigentlich dieses LGBTIQ*?&#8220; kann Abhilfe schaffen. Nicht spielerisch, aber faktenbasiert und in leicht verst\u00e4ndlicher Sprache erkl\u00e4ren Linda Becke und Julian Wenzel hier die Grundbegriffe rund um Queerness, Gender und Diversit\u00e4t, um Geschlechteridentit\u00e4t und sexuelle Vorliebe.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nBegleitet werden die Erl\u00e4uterungen von den bunten und poppigen Illustrationen von Birgit Jansen. Die Erkl\u00e4rungen werden au\u00dferdem erg\u00e4nzt durch Interviews mit unterschiedlichen Menschen, die aus ihrem queeren Leben berichten. Letztlich will dieses Buch doch nicht nur Wissen vermitteln, sondern klar machen: Egal, wie ich mich f\u00fchle oder liebe, es ist in Ordnung. Dabei k\u00f6nnen Worte wie trans oder schwul helfen.\n<\/p>\n<p>\nWeitere Infos zum Buch<br \/>\n&#8222;Was ist eigentlich dieses LGBTIQ*?&#8220;<br \/>Geschrieben von Linda Becker und Julian Wenzel <br \/>Illustriert von Birgit Jansen<br \/>F\u00fcr Menschen ab 11 Jahren<br \/>migo<br \/>128 Seiten, Klappenbroschur<br \/>ISBN: 978-3-968-46046-8\n<\/p>\n<p><a name=\"sprung4\" class=\"jumpLabel\">B\u00fccher f\u00fcr Teenager \u2013 von 13 bis 16 Jahre<\/a><\/p>\n<p>Verschiedene Seiten der Liebe: &#8222;Herzsturm-Sturmherz&#8220;<\/p>\n<p class=\"text\">\nViola ist in Storm verliebt und Storm ist in Viola verliebt. An dieser Stelle k\u00f6nnte die Geschichte vorbei sein. Doch: F\u00fcr beide ist es das erste Mal und so f\u00e4llt es ihnen schwer, zu ihren Gef\u00fchlen zu stehen. Viola traut sich kaum, etwas zu sagen und muss dann auch noch ansehen, wie Storm eine andere k\u00fcsst. Storm will vor seinen Freunden nicht zugeben, ausgerechnet auf Viola zu stehen und muss erst noch rauskriegen, was &#8222;sich lieben&#8220; \u00fcberhaupt bedeutet.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDas ist alles nicht neu, auch schon oft erz\u00e4hlt. Doch Annette Herzog erz\u00e4hlt die klassische Girl-meets-Boy-Geschichte als Wendebuch. Das Buch wird also aus beiden Richtungen gelesen: erst die Geschichte von Viola, dann wird gedreht und es folgt die Geschichte von Storm (oder andersherum). Deshalb dreht sich das Buch nicht wirklich darum, wie die beiden endlich zueinanderfinden, sondern konzentriert sich darauf, wie ihre Lebenswelten aussehen. So muss sich Storm eben fragen, was es bedeutet, ein Junge zu sein. Er muss mit sexuellen Fantasien umgehen und lernen, wie man offen und ehrlich mit anderen Menschen umgeht.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nErz\u00e4hlt wird die Geschichte als Comic: Violas Sicht zeichnete Katrine Clante und Storms Geschichte hat Rasmus Bregnh\u00f8i illustriert. Beide Zeichenstile passen zusammen wie Viola und Storm: Die Linien sind grob und freih\u00e4ndig ausgef\u00fchrt. Die Gef\u00fchlswelten spiegeln sich in den Naturdarstellungen. Immer wieder gibt es auch spannende Details und viel Fantasie zu entdecken. Es gibt einige mutige Ideen, wie ein W\u00fcrfelspiel zur ersten Liebe oder eine riesige Pr\u00fcgelei zwischen Philosophenstatuen, die sich \u00fcber die Bedeutung der Liebe streiten. Denn zwischen den einzelnen Kapiteln will der Comic auch Wissen vermitteln, wie Liebe sich \u00e4u\u00dfern kann in der Natur oder in verschiedenen Kulturen.\n<\/p>\n<p>\nWeitere Infos zum Buch<br \/>\n&#8222;Herzsturm &#8211; Sturmherz&#8220;<br \/>Geschrieben von Annette Herzog<br \/>Illustriert von Katrine Clante und Rasmus Bregnh\u00f8i<br \/>F\u00fcr Menschen ab 12 Jahren<br \/>Peter Hammer Verlag<br \/>128 Seiten, Klappenbroschur<br \/>ISBN: 978-3-779-50584-6\n<\/p>\n<p>Menstruation verstehen: &#8222;Mut zum Blut&#8220;<\/p>\n<p class=\"text\">\nViele Jungs haben im Unterricht oder im Gespr\u00e4ch mit den Eltern schon einiges \u00fcber die Themen Fortpflanzung und Sexualit\u00e4t erfahren. Doch als Teenager kommen sie langsam in das Alter, in dem diese Fragen eine ganz andere Bedeutung bekommen. Denn viele von ihnen haben \u2013 vermutlich zum ersten Mal \u2013 eine ernstzunehmende Beziehung mit einem M\u00e4dchen. Um ihre <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen-anhalt\/halle\/halle\/zyklus-mestruation-training-102.html\" title=\"Sport und Hormone: &quot;H\u00e4tten M\u00e4nner Menstruation, w\u00fcrden wir l\u00e4ngst zyklusbasiert trainieren&quot;\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Freundin richtig zu verstehen<\/a>, hilft es, auch mehr \u00fcber Menstruation zu erfahren.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\n\u00dcber Jahrhunderte war der weibliche Zyklus ein mysteri\u00f6ser Vorgang. Die Menschen, vor allem M\u00e4nner, verstanden nicht, was da passierte. Und auch weil sie es nicht verstanden, verteufelten sie es: Menschen, die ihre Monatsblutung hatten, wurden ausgeschlossen und regelrecht verteufelt. Bis heute ist die Regel darum ein Tabuthema, was es f\u00fcr menstruierende Menschen <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/thueringen\/mitte-thueringen\/weimar\/endometriose-diagnose-schmerz-symptome-100.html\" title=\"&quot;Schmerz hat meinen K\u00f6rper \u00fcberrollt&quot; - wie Endometriose Frauen das Leben schwer macht\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">noch schwerer macht<\/a>.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nIn ihrem Buch erkl\u00e4rt Chella Quint alles, was es rund um die Periode zu wissen gibt. Sie beginnt mit dem Aufbau der Vulva, den hormonellen Abl\u00e4ufen bis hin zum eigentlichen Vorgang: dem Abl\u00f6sen der Schleimh\u00e4ute im Uterus. Sie erkl\u00e4rt aber auch, wie das Thema \u00fcber Jahrhunderte zur Ausgrenzung genutzt wurde, wie es nach dem Ausbleiben der Regel weitergeht und wie etwaige Schmerzen gelindert werden k\u00f6nnen. Dass sie dabei auch immer aus ihrem eigenen Leben erz\u00e4hlt, macht die Fakten lebendiger und in gewisser Weise auch glaubw\u00fcrdiger \u2013 hier erz\u00e4hlt niemand besserwisserisch von oben herab. Begleitet wird der Text von bunten und freundlichen Illustrationen von Giovana Medeiros.\n<\/p>\n<p>\nWeitere Infos zum Buch<br \/>\nChella Quint: &#8222;Mut zum Blut&#8220;<br \/>Illustriert von Giovana Medeiros<br \/>F\u00fcr Menschen ab 8 Jahren<br \/>Zuckers\u00fc\u00df Verlag<br \/>104 Seiten, gebunden<br \/>ISBN: 978-3-949-31500-8\n<\/p>\n<p><a name=\"sprung5\" class=\"jumpLabel\">B\u00fccher f\u00fcr junge Erwachsene \u2013 ab 16 Jahren<\/a><\/p>\n<p>Die Romantik ist tot: &#8222;Der Ursprung der Liebe&#8220;<\/p>\n<p class=\"text\">\nLiv Str\u00f6mquist ist Kult! Die schwedische Comic-K\u00fcnstlerin hat einen ganz eigenen Weg gefunden, um feministische Betrachtungen zu vermitteln. Sie nimmt ein Ph\u00e4nomen aus der Popkultur, mit dem sie ein Ph\u00e4nomen einer vom Patriarchat gepr\u00e4gten Welt erkl\u00e4rt. Dabei legt sie Missst\u00e4nde, Wunden oder Widerspr\u00fcche so gekonnt offen, dass man manchmal laut lachen muss und anschlie\u00dfend den Kopf sch\u00fcttelt. Gepaart wird das mit einem rauen, fast schon gekritzelten Comic-Stil, der mit geschickten Wiederholungen und wilden Spielereien unglaublich dynamisch ist.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nIn &#8222;Der Ursprung der Liebe&#8220; untersucht Str\u00f6mquist das gest\u00f6rte Verh\u00e4ltnis der westlichen Gesellschaft zur Liebe. Sie erkl\u00e4rt, dass die bestimmende US-Comedy eigentlich nur einen Witz kannte \u2013 n\u00e4mlich, wie anstrengend Frauen nach Romantik verlangen. Dieser Witz hat verfangen. Sie geht weit zur\u00fcck in die Geschichte, um die Idee der Liebe zu erforschen. Sie untersucht, ob die Liebe (voller gegenseitiger Unterst\u00fctzung) ein Gegenentwurf zum Kapitalismus ist oder vom Kapitalismus perfekt angeeignet wurde. <\/p>\n<p>Zu guter letzt geht es auch darum, wie die Liebe zur Ausbeutung der Frau genutzt wird. Das klingt kompliziert, aber wird so spannend erz\u00e4hlt, dass man immer weiterbl\u00e4ttert. Wer davon nicht genug hat, kann mit &#8222;Der Ursprung der Welt&#8220; \u00fcber das weibliche Geschlecht oder &#8222;Ich f\u00fchl\u2019s nicht&#8220; \u00fcber die Darstellung von Liebe in der Popkultur gleich weiterlesen.\n<\/p>\n<p>\nWeitere Infos zum Buch<br \/>\nLiv Str\u00f6mquist: &#8222;Der Ursprung der Liebe&#8220;<br \/>Avant Verlag<br \/>136 Seiten, Softcover<br \/>ISBN: 978-3-945034-89-7\n<\/p>\n<p>Die Maske runterrei\u00dfen: &#8222;Sei kein Mann&#8220;<\/p>\n<p class=\"text\">\nDer Gro\u00dfteil der Welt lebt im Patriarchat. Das hei\u00dft, dass unsere Gesellschaft von M\u00e4nnern bestimmt wird und sie M\u00e4nner bevorzugt. Jungs und M\u00e4nner m\u00f6gen jetzt denken: &#8222;Gut f\u00fcr mich!&#8220; Doch das ist ein Trugschluss. Das stellt JJ Bola in seinem Buch &#8222;Sei kein Mann&#8220; klar. Ja, die Gesellschaft setzt den Mann an erste Stelle, behauptet eine nat\u00fcrliche St\u00e4rke und Vormachtstellung von M\u00e4nnern. Doch gleichzeitig schr\u00e4nkt es M\u00e4nner ein, wie Bola klar aufzeigt. Das beste Beispiel: Wenn M\u00e4nner nicht weinen d\u00fcrfen, k\u00f6nnen sie ihre Gef\u00fchle nicht verarbeiten und erkranken an ihnen.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nBola erkl\u00e4rt das in einem leicht und gut zu verstehenden Ton. Sein Buch richtet sich vor allem an Menschen, die sich mit den Mechanismen des Patriarchats noch nie besch\u00e4ftigt haben und ist vor allem f\u00fcr junge M\u00e4nner eine Einladung, die eigenen Privilegien zu hinterfragen \u2013 wer unter ihnen leidet und wie sehr sie selbst darunter leiden. Daf\u00fcr erz\u00e4hlt Bola auch immer wieder offen aus seinem eigenen Leben. Das verkn\u00fcpft Bola mit sehr konkreten Forderungen, die sich teilweise direkt umsetzen lassen k\u00f6nnen. Die Lekt\u00fcre ist daher nicht nur f\u00fcr Jugendliche eine Bereicherung.\n<\/p>\n<p>\nWeitere Infos zum Buch<br \/>\nJJ Bola: &#8222;Sei kein Mann. Warum M\u00e4nnlichkeit ein Albtraum f\u00fcr Jungs ist&#8220;<br \/>Hanser<br \/>160 Seiten, Taschenbuch<br \/>ISBN: 978-3-446-27283-5\n<\/p>\n<p><a name=\"sprung6\" class=\"jumpLabel\">B\u00fccher f\u00fcr Eltern und Erwachsene<\/a><\/p>\n<p>Kinder richtig begleiten: &#8222;M\u00e4dchen, Junge, Kind&#8220;<\/p>\n<p class=\"text\">\nM\u00e4dchen k\u00f6nnen alles, was Jungs auch k\u00f6nnen. Jungs d\u00fcrfen zu ihren Gef\u00fchlen stehen und weinen. Alle d\u00fcrfen sein, wer sie wollen und lieben, wen sie wollen. Darin sind sich die meisten einig, und dann lieben die M\u00e4dchen doch Pink und die Jungs wollen nur mit Jungs Fu\u00dfball spielen. Gendersensible Erziehung ist oft schwer.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDas Buch &#8222;M\u00e4dchen, Junge, Kind. Geschlechtersensible Begleitung und Empowerment von klein auf&#8220; von Daniela Th\u00f6rner bietet einen leichten Einstieg in gar nicht so leichte Fragen. Das schmale Buch ist nach den gro\u00dfen Entwicklungsstufen der Kinder gegliedert, die so \u00e4hnlich auch diesen Artikel bestimmen. Mit einfachen Worten erkl\u00e4rt Th\u00f6rner, was gerade in den Kindern vorgeht und wie Ideen von Geschlecht auf sie wirken.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDabei weist die Autorin auf eine gro\u00dfe Schwierigkeit hin: Man kann Kindern zwar immer wieder erkl\u00e4ren, wie etwas sein sollte, aber Kinder lernen vor allem durch Beobachtung. Wenn sie nie etwas von homosexuellen Beziehungen h\u00f6ren, dann wirken sie befremdlich auf sie. Wenn M\u00e4dchen immer nur rosa Kleider bekommen, dann ist das f\u00fcr sie die Norm. An diesen Stellen wird das Buch auch immer wieder konkret. Th\u00f6rner greift Situationen aus dem Alltag auf und gibt Anregungen, wie sie so gestaltet werden k\u00f6nnen, dass Kinder ein breiteres Bild von Geschlecht bekommen.\n<\/p>\n<p>\nWeitere Infos zum Buch<br \/>\nDaniela Th\u00f6rner: &#8222;M\u00e4dchen, Junge, Kind. Geschlechtersensible Begleitung und Empowerment von klein auf&#8220;<br \/>Mit Beitr\u00e4gen von Nils Pickert, Aileen Puhlmann und Linus Giese<br \/>Familiar Faces Verlag<br \/>116 Seiten, Klappenbroschur<br \/>ISBN: 978-3-982-36811-5\n<\/p>\n<p>Fragen stellen: &#8222;S\u00f6hne gro\u00dfziehen als Feministin&#8220;<\/p>\n<p class=\"text\">\nDie Antwort schien klar: Die Zukunft ist weiblich. Das war auch Shila Behjat klar, und sie hat es mit ihrer eigenen Biografie bewiesen. Entgegen rassistischen und sexistischen Stolpersteinen hat sie Karriere gemacht, hat Jura studiert und als Journalistin Erfolge gefeiert. Es war an der Zeit, dass Frauen sich den Platz nehmen, der ihnen zusteht, und dass sie M\u00e4nner von den Richterst\u00fchlen, Ministerposten und DAX-Vorstandssitzen verdr\u00e4ngen. Feminismus bedeutete: Frauen st\u00e4rken.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDann wurde Behjat Mutter von zwei S\u00f6hnen, und ihr Blick hat sich nochmal ge\u00e4ndert. Sehr pers\u00f6nlich berichtet sie in ihrem Buch &#8222;S\u00f6hne gro\u00dfziehen als Feministin&#8220; von ihrem eigenen Werdegang und ihrem Leben als Feministin. Und sie erz\u00e4hlt von den Sorgen rund um die Geburt ihrer m\u00e4nnlich gelesenen Kinder.<\/p>\n<p>Wird ihr Kampf gegen gewisse Formen von M\u00e4nnlichkeit ihre Beziehung zu den eigenen Kindern st\u00f6ren? Kann sie als Mutter dem Anspruch gerecht werden, eine neue Generation von M\u00e4nnern zu erziehen, die das Patriarchat \u00fcberwinden? Oder ist sie schuld, wenn ihre S\u00f6hne sp\u00e4ter selbst zu Problemm\u00e4nnern werden? Darf sie ihren S\u00f6hnen sagen, dass sie sich gegen M\u00e4dchen im allt\u00e4glichen Kampf um Erfolg und Ressourcen behaupten sollen \u2013 oder widerspricht das ihren eigenen Erfolgen? So wirft das Buch vor allem Fragen auf und sucht selbst noch nach Antworten. Behjat macht klar: Der Feminismus muss sich nun auch um M\u00e4nner k\u00fcmmern, damit die Welt wirklich gerecht werden kann.\n<\/p>\n<p>\nWeitere Infos zum Buch<br \/>\nShila Behjat: &#8222;S\u00f6hne gro\u00dfziehen als Feministin. Ein Streitgespr\u00e4ch mit mir selbst&#8220;<br \/>Hanser<br \/>200 Seiten, Hardcover<br \/>ISBN: 978-3-446-27808-0\n<\/p>\n<p>Mit M\u00e4nnlichkeit geschlagen: &#8222;Pr\u00e4gung&#8220;<\/p>\n<p class=\"text\">\nNiemand entscheidet sich dazu, ein Mann zu werden oder zu sein. M\u00e4nner werden von ihrem Umfeld und der Gesellschaft zu M\u00e4nnern gemacht. Wie das ungef\u00e4hr aussieht, legt der Autor Christian Dittloff in seinem Buch &#8222;Pr\u00e4gung&#8220;, das zwischen Essay, Roman und Autofiktion schwankt, offen. Der Titel verr\u00e4t schon ziemlich genau, worauf das Buch hinauswill: Der Autor will herausfinden, wie sein Selbstbild von M\u00e4nnlichkeit gepr\u00e4gt wurde.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDaf\u00fcr nutzt Dittloff das Gedankenbild des Steinbruchs und arbeitet sich durch Erinnerungen. Er erz\u00e4hlt keine geradlinige Geschichte, bei der eins aufs andere folgte und am Ende ein &#8222;Mann&#8220; stand. Mal legt er an einer Stelle einen Brocken Vergangenheit frei, dann arbeitet er wieder an einer anderen Gesteinsschicht. So wird deutlich, wie vielf\u00e4ltig das Bild von M\u00e4nnlichkeit gepr\u00e4gt wird, dass dieses Bild deswegen voller Widerspr\u00fcche ist und wie beil\u00e4ufig Vorstellungen gepflanzt werden k\u00f6nnen. &#8222;Pr\u00e4gung&#8220; kann auch als Pl\u00e4doyer gelesen werden, von Anfang an gemeinsam mit dem Kind alles zu hinterfragen.\n<\/p>\n<p>\nWeitere Infos zum Buch<br \/>\nChristian Dittloff: &#8222;Pr\u00e4gung. Nachdenken \u00fcber M\u00e4nnlichkeit&#8220;<br \/>Piper<br \/>240 Seiten, Hardcover<br \/>ISBN: 978-3-827-01483-2\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nRedaktionelle Bearbeitung: vp<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Spielzeug jenseits von Vorurteilen: &#8222;Spielzeug ist f\u00fcr alle da&#8220; Jungs spielen mit Autos und M\u00e4dchen mit Puppen \u2013&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":436252,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1774],"tags":[86,1784,1797,1785,96,17421,29,214,89,5350,98,92,26305,30,99,1635,1114,11706,95,87,88,91,80,84,90,100,101,8321,93,46261,81,85,82,97,21469,83,94,16172,215],"class_list":{"0":"post-436251","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-buecher","8":"tag-artour","9":"tag-books","10":"tag-buch","11":"tag-buecher","12":"tag-buehne","13":"tag-debatte","14":"tag-deutschland","15":"tag-entertainment","16":"tag-erlebnis-musik","17":"tag-erziehung","18":"tag-feature","19":"tag-film","20":"tag-gender","21":"tag-germany","22":"tag-hoerspiele","23":"tag-jugend","24":"tag-kinder","25":"tag-kinderbuch","26":"tag-kino","27":"tag-kino-royal","28":"tag-kinoroyal","29":"tag-klassik","30":"tag-kultur","31":"tag-kulturfernsehen","32":"tag-lebenslaeufe","33":"tag-lesezeit","34":"tag-lesung","35":"tag-liebe","36":"tag-literatur","37":"tag-maennlichkeit","38":"tag-mdr","39":"tag-mdr-figaro","40":"tag-mdr-kultur","41":"tag-oper","42":"tag-queer","43":"tag-radio","44":"tag-theater","45":"tag-tipp","46":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115234225837641064","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/436251","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=436251"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/436251\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/436252"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=436251"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=436251"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=436251"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}