{"id":436323,"date":"2025-09-20T02:55:13","date_gmt":"2025-09-20T02:55:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/436323\/"},"modified":"2025-09-20T02:55:13","modified_gmt":"2025-09-20T02:55:13","slug":"nach-dem-ocean-race-europe-herrmann-laesst-ein-neues-boot-fuer-neue-erfolge-bauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/436323\/","title":{"rendered":"Nach dem Ocean Race Europe: Herrmann l\u00e4sst ein neues Boot f\u00fcr neue Erfolge bauen"},"content":{"rendered":"<p>Deutschlands Top-Segler Boris Herrmann blickt nach einem herausfordernden Ocean Race Europe nach vorn \u2013 und seine Malizia wird bei k\u00fcnftigen Regatten nicht mehr sein Zuhause sein. Erst einmal geht es aber in die Antarktis.\u00a0WELT traf den Hamburger in Montenegro.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Einst war der Hafen von Tivat in weiten Teilen milit\u00e4risches Sperrgebiet. Die jugoslawische Marine hielt hier bis in die 1990er-Jahre hinein Fregatten und U-Boote in Schuss. Heute d\u00fcmpeln in der Marina, die sich l\u00e4ngst Porto Montenegro nennt, protzige Luxusyachten. Die Touristen, die \u00fcber die helle Hafenpromenade schlendern, z\u00fccken unentwegt ihre Smartphones. Fotos hier, Fotos da \u2013 und mittendrin ragen die 29-Meter-Masten der sieben Imoca-Rennsegler in den blauen Himmel. Das Ocean Race Europe endet an diesem Sonnabend mit einem K\u00fcstenrennen in der Boka Bay. Es wird das letzte Spektakel sein, das Skipper Boris Herrmann mit seiner Malizia-Seaexplorer erlebt.<\/p>\n<p>Bei einem Treffen an der Mole erz\u00e4hlt Herrmann, dass er erstmals in der Gegend rund um Tivat und die benachbarte Welterbe-Stadt Kotor ist. 2014 sei er mal mit Segellegende Jochen Sch\u00fcmann die Adriak\u00fcste entlang gesegelt \u2013 jetzt hier zu sein, sei \u201ewunderbar\u201c. Anderseits ist er mit dem Abschneiden seines Teams in der vor sechs Wochen in der Kieler F\u00f6rde gestarteten Regatta nicht wirklich gl\u00fccklich. \u201eWenn wir die \u201aAllagrande Mapei\u2018 noch hinter uns lassen, sind wir am Ende immerhin Vierter\u201c, sagt der 44-J\u00e4hrige vor der abschlie\u00dfenden Pr\u00fcfung. Dann erkl\u00e4rt er, warum seine Malizia gegen Gesamtsieger Paul Meilhat und das Team Biotherm keine echte Chance hatte.<\/p>\n<p>\u201eErstens ist Paul ein noch untersch\u00e4tzter Weltklassesegler, und zweitens spielten die Wetterbedingungen den Schiffen von Biotherm und auch Holcim-PRB in die Karten.\u201c Beide h\u00e4tten den gleichen Rumpf, beide w\u00e4ren bei leichtem Wind und flachen Wellen im Vorteil. Das ist keine Ausrede, sondern die nach Herrmanns Vorstellungen konstruierte Malizia-Seaexplorer liegt tats\u00e4chlich ganz anders im Wasser. \u201eS\u00fcdlich von Sardinien kamen wir in Mistral-Ausl\u00e4ufer. Der starke R\u00fcckenwind hat uns an den anderen kurz vorbeifliegen lassen\u201c, erz\u00e4hlt Herrmann noch. Segelexperten wissen um die St\u00e4rken und Schw\u00e4chen der Yacht, die 2022 speziell f\u00fcr seine zweite Vend\u00e9e Globe-Teilnahme gebaut wurde.<\/p>\n<p>Nicht ganz 200.000 Kilometer hat der 44-J\u00e4hrige mit der Malizia-Seaexplorer hinter sich gelassen \u2013 sobald sie nach dem Ocean Race Europe wieder im Heimathafen Lorient ist, geht sie in den Besitz der Italienerin Francesca Clapcich \u00fcber. Die Top-Seglerin, aktuell Herrmanns Teamkollegin, will 2028 bei der 11. Auflage der Vend\u00e9e-Weltumrundung dabei sein \u2013 in direkter Konkurrenz zu Herrmann, der dann mit einer v\u00f6llig neuen Yacht antritt. \u201eDer Rohbau ist bereits abgeschlossen. Nun gilt es, f\u00fcr viele Details optimale L\u00f6sungen zu finden\u201c, blickt Herrmann nach vorn. Besonders bemerkenswert ist an dem Projekt, dass gleich drei Teams beteiligt sind. Neben den \u201eMalizians\u201c t\u00fcfteln auch die Mannschaft von Thomas Ruyant und das Team Banque Populaire um Lo\u00efs Berrehar an neuen Hightech-Booten. Bei Schiffbauingenieur Antoine Koch in Lorient laufen die F\u00e4den zusammen.<\/p>\n<p>Drei Teams b\u00fcndeln also ihr Know-how \u2013 ein Vorgang, der zum Beispiel in der Formel 1 undenkbar w\u00e4re. Werden sich die neuen Hightechyachten am Ende trotzdem unterscheiden? \u201eDas Ziel ist nicht, Unterschiede zu schaffen, sondern die drei besten Boote ins Wasser zu bringen\u201c, antwortet Herrmann. Er l\u00e4sst sich von einem olympischen Gedanken leiten: \u201eWer bei Olympischen Spielen etwas gewinnen will, der braucht vorher die besten Sparringspartner. Im Training, bei Rennen \u2013 der Austausch \u00fcber die Erfahrungen mit den Booten ist extrem befruchtend.\u201c Thomas Ruyant und Lo\u00efs Berrehar, der aktuell ebenfalls zum Team Malizia geh\u00f6rt, bezeichnet er als Freunde. Bis sie sich dann am Start der Vend\u00e9e Globe 2028 in Rivalen verwandeln werden.<\/p>\n<p>Am 29. Juni 2026 soll die neue Malizia-Yacht ins Wasser kommen. Der Termin steht, und so stellt sich die Frage, ob Herrmann ohne Schiff zur Landratte mutieren wird. Er grinst. Und dann erz\u00e4hlt er, dass er Mitte November etwas \u00e4u\u00dferst Au\u00dfergew\u00f6hnliches vorhat. \u201eIch fliege nach Ushuaia und werde f\u00fcr einen Monat mit unserem Forschungsschiff, der Malizia-Explorer, durch die Antarktis schippern.\u201c Ushuaia liegt in Argentinien ganz im S\u00fcden der Insel Feuerland. Vier Vorhaben stehen in diesem Zeitraum an, besonders freut sich Herrmann auf den Besuch der \u201eDanger Islands\u201c, einer Inselgruppe, die auf Betreiben der Bundesregierung zum Schutzgebiet erkl\u00e4rt wurde. \u201eDanger Island\u201c klingt zwar irgendwie nach Trash-TV, tats\u00e4chlich sind die Felsen aber das Habitat seltener Seev\u00f6gel. Unter anderem br\u00fctet dort eine riesige Kolonie von Adeliepinguinen.<\/p>\n<p>\u201eWir werden im Auftrag des Bundesumweltamtes wissenschaftliche Daten sammeln\u201c, erl\u00e4utert Herrmann, der im M\u00e4rz 2024 im Hamburger Rathaus das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen bekam. Damals wurde sein Einsatz f\u00fcr den Schutz der Meere und unser Klima gew\u00fcrdigt. \u201eUnser Schiff ist eine Plattform f\u00fcr Wissenschaftler und Umweltorganisationen. Es ist eine Erweiterung unserer Klimaschutzaktivit\u00e4ten\u201c, betont Herrmann. Zuletzt kreuzte die Malizia-Explorer im Senegal und auch vor den Kapverden war sie schon im Einsatz. \u201eIch bin in gro\u00dfer Vorfreude und sehr neugierig\u201c, sagt Herrmann, der sich mit dem Gesamtkonstrukt Malizia zweifelsohne etwas Gro\u00dfartiges aufgebaut hat.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum Imoca-Rennzirkus: Auch hier hat Herrmann bis 2030 viel vor. Wenn auf der Werft in Lorient alles planm\u00e4\u00dfig verl\u00e4uft, will er im Sommer 2026 am Ocean Race Atlantic teilnehmen. Die neue Regatta wird von New York nach Barcelona f\u00fchren, und Herrmann gibt einen Einblick in seine Gedanken: \u201eDieses Rennen wird ein Sprung ins kalte Wasser. Das neue Boot k\u00f6nnen wir vorher nicht gro\u00dfartig testen. Deswegen brauche ich jetzt Spezialisten mit viel Erfahrung in s\u00e4mtlichen technischen Details.\u201c Klingt spannend, ist aufregend \u2013 zumal es im Januar 2027 mit dem Ocean Race um die Welt weitergeht. Herrmann m\u00f6chte es m\u00f6glichst mit der siebenk\u00f6pfigen Crew bestreiten, die j\u00fcngst nach Montenegro segelte. Bei diesem Highlight soll dann allerdings ein Platz auf dem Podium Lohn der Strapazen sein.<\/p>\n<p>Patrick Kiefer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Deutschlands Top-Segler Boris Herrmann blickt nach einem herausfordernden Ocean Race Europe nach vorn \u2013 und seine Malizia wird&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":436324,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,14052,548,663,158,3934,3935,692,13,31499,14,15,12,31229,91396],"class_list":{"0":"post-436323","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-boris","11":"tag-eu","12":"tag-europa","13":"tag-europaeische-union","14":"tag-europe","15":"tag-european-union","16":"tag-hamburg","17":"tag-headlines","18":"tag-herrmann","19":"tag-nachrichten","20":"tag-news","21":"tag-schlagzeilen","22":"tag-segeln","23":"tag-volvo-ocean-race-ks"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115234375266959456","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/436323","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=436323"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/436323\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/436324"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=436323"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=436323"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=436323"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}