{"id":436728,"date":"2025-09-20T06:46:18","date_gmt":"2025-09-20T06:46:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/436728\/"},"modified":"2025-09-20T06:46:18","modified_gmt":"2025-09-20T06:46:18","slug":"rafael-seligmann-beleuchtet-antisemitismus-in-keine-schonzeit-fuer-juden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/436728\/","title":{"rendered":"Rafael Seligmann beleuchtet Antisemitismus in \u201eKeine Schonzeit f\u00fcr Juden\u201c"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Rafael Seligmann oder Rafi, wie ihn seine M\u00fcnchener Lehrer in den 1960er-Jahren nannten, ist Politikwissenschaftler und Autor und f\u00fcr seine zeitgeschichtlichen Analysen \u2013 national wie international \u2013 bekannt. <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/kultur\/Literatur-Ein-Jude-im-schwaebischen-Dorf-Du-bist-ja-gar-kein-richtiger-Deutscher-id56281541.html\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Mit zehn Jahren wanderte er mit seinen Eltern aus Tel Aviv nach Deutschland aus<\/a>, ein Zeuge der Nachkriegszeit, der allt\u00e4glichen Judenfeindlichkeit. Er studierte in <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/orte\/aa-muenchen\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">M\u00fcnchen<\/a> und Tel Aviv Politik und Sicherheitsstrategien, schrieb anschlie\u00dfend f\u00fcr viele deutsche Medien und kam den M\u00e4chtigen auch als Berater nahe. In seiner Biografie kristallisieren sich die groben wie die feinen Linien der deutschen und israelischen, der Nahost- und internationalen Geschichte. Sein neues, dokumentarisch-autobiografisches Buch \u201eKeine Schonzeit f\u00fcr Juden\u201c stellte er jetzt als Gast des Buchladens am Obstmarkt und der Augsburger Allgemeinen vor.\n  <\/p>\n<p>            Feindselige Spr\u00fcche wie \u201eSaujud\u201c trafen Rafael Seligmann<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Auf dem Podium im mehr als ausverkauften Saal der Stadtb\u00fccherei berichtet Rafael Seligmann mit j\u00fcdischem Blick \u00fcber das schweigende Deutschland der 1960er-Jahre. Er formuliert scharf, findet auch Gelegenheit f\u00fcr Humor und Selbstironie. Ein \u201eTagtr\u00e4umer und Schulabbrecher\u201c sei er gewesen, der immer zur\u00fcckwollte nach Israel, zum Milit\u00e4r. Doch seine Mutter erkl\u00e4rte ihn f\u00fcr verr\u00fcckt. \u201eDie arabischen Nazis bringen dich um\u201c, sagte sie. Die deutschen Nazis hielt sie nicht f\u00fcr gef\u00e4hrlich, die wollten jetzt lieber Geld verdienen als Juden umbringen. Sie besorgte ihm eine Lehrstelle als Fernsehtechniker.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/augsburg\/kultur\/augsburg-autor-rafael-seligmann-deutschland-muss-aufwachen-id70979666.html\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Feindselige Spr\u00fcche und \u201eSaujud\u201c seien dort an der Tagesordnung gewesen<\/a>. Als Israel im Juni 1967 in Voraussicht der Angriffe Jordaniens, \u00c4gyptens und Syriens seinerseits mit einem \u00dcberraschungscoup die arabischen Staaten angriff, berichtete das Radio in der Werkstatt, die arabischen Armeen bombardierten Haifa. G\u00fcnter, der Geselle, kommentiert: \u201eEndlich werden die Juden ausgerottet.\u201c Rafael Seligmann brach die Lehre ab, bewarb sich bei der israelischen Armee. Doch er wurde \u2013 mutma\u00dflich durch Intervention der Mutter bei dem M\u00fcnchener Arzt \u2013 f\u00fcr wehruntauglich befunden. Auf die Frage von Moderator Peter M\u00fcller, Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen, ob Seligmann ihr heute daf\u00fcr dankbar sei, sagt der lachend: \u201eHeute schon.\u201c\n  <\/p>\n<p>            Christian Ude spricht mit Rafael Seligmann auf der B\u00fchne<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Zusammen mit Christian Ude, dem langj\u00e4hrigen M\u00fcnchener Oberb\u00fcrgermeister, lie\u00df er in der Stadtb\u00fccherei die Kohl-\u00c4ra, die Fl\u00fcchtlingskrise und vor allem eben die Politik in und in Bezug auf Israel Revue passieren. Die beiden verbindet eine zeitgleiche, politisierte Jugend in M\u00fcnchen und ihre Aufm\u00fcpfigkeit gegen das bleierne Schweigen zum Holocaust. \u201eLeider waren es auch fr\u00fcher schon eher nicht die Linken, die sich in gro\u00dfen Uni-Veranstaltungen vor Israel oder die Juden stellten, sondern konservative Professoren. Die Linken wollen ihren eigenen Antisemitismus bis heute nicht wahrhaben\u201c, stellt Ude fest. Juden andererseits wollten nicht erkennen, dass Israels Politik heute in Teilen auf die Vernichtung eines anderen Volkes zusteuere. Darauf hinzuweisen m\u00fcsse m\u00f6glich sein, ohne als antisemitisch zu gelten.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Auch die ver\u00e4nderten gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse in Deutschland kommentieren sie differenziert. Mit der Fl\u00fcchtlingskrise 2015 habe der Antisemitismus eine weitere Facette bekommen, eine islamistische. \u201eNicht jeder, der damals aus dem Nahen Osten kam, war ein lupenreiner Demokrat\u201c, so Ude. Eine ungem\u00fctliche Debatte sei das, aber sie m\u00fcsse gef\u00fchrt werden. Dass bestimmte Bezirke in Berlin f\u00fcr Juden seit dem Terrorangriff der Hamas und den anschlie\u00dfenden antiisraelischen Ausschreitungen <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/kultur\/literatur-die-juedischen-buddenbrooks-so-liest-sich-rafael-seligmanns-neuer-roman-id62468596.html\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">in Deutschland nicht mehr \u201esicher\u201c seien, ist f\u00fcr Seligmann unertr\u00e4glich<\/a>. Doch er schaut noch tiefer. \u201eDie Hamas und ihre Unterst\u00fctzer sind ehrlich. Wie die Nazis sagen sie deutlich, was sie wollen, n\u00e4mlich die Juden vernichten. Schlimmer sind f\u00fcr mich die, die gleichg\u00fcltig zuschauen. Diese mentale Verkommenheit, die macht mich fassungslos.\u201c\n  <\/p>\n<p>            \u201eKeine Schonzeit f\u00fcr Juden\u201c hei\u00dft Seligmanns neues Buch<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Antisemitismus auch an h\u00f6chster Stelle: Bei hochrangigen Politikern habe er sie in seiner Zeit als Journalist zu sp\u00fcren bekommen. Merkel habe ihn in einem Interview gefragt, wann denn die \u201ej\u00fcdischen\u201c Fragen k\u00e4men, und Steinmeier in seiner Amtszeit als Au\u00dfenminister habe ihm erkl\u00e4rt, er werde jetzt \u201eseinen Au\u00dfenminister\u201c, also den israelischen, besuchen. \u201eIn Deutschland ist man als Jude immer drau\u00dfen.\u201c\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Info:<\/strong> Rafael Seligmann, \u201eKeine Schonzeit f\u00fcr Juden\u201c, Herder Verlag, 2025, 18 Euro.\n  <\/p>\n<ul data-module-id=\"DragDropModule\" class=\"flex flex-wrap justify-start group-[.no-bookmarks]:hidden\">\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Stefanie Schoene<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Augsburg Stadt<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Rafael Seligmann<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Rafael Seligmann oder Rafi, wie ihn seine M\u00fcnchener Lehrer in den 1960er-Jahren nannten, ist Politikwissenschaftler und Autor und&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":436729,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1846],"tags":[680,772,3364,29,548,663,3934,30,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-436728","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-augsburg","8":"tag-augsburg","9":"tag-bayern","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-eu","13":"tag-europa","14":"tag-europe","15":"tag-germany","16":"tag-headlines","17":"tag-nachrichten","18":"tag-news","19":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115235283651098682","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/436728","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=436728"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/436728\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/436729"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=436728"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=436728"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=436728"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}