{"id":437058,"date":"2025-09-20T09:51:10","date_gmt":"2025-09-20T09:51:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/437058\/"},"modified":"2025-09-20T09:51:10","modified_gmt":"2025-09-20T09:51:10","slug":"falls-trump-neue-zoelle-androht-die-eu-kann-die-abhaengigkeit-der-usa-als-munition-nutzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/437058\/","title":{"rendered":"Falls Trump neue Z\u00f6lle androht: &#8222;Die EU kann die Abh\u00e4ngigkeit der USA als Munition nutzen&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>                    Falls Trump neue Z\u00f6lle androht<br \/>\n                &#8222;Die EU kann die Abh\u00e4ngigkeit der USA als Munition nutzen&#8220;<\/p>\n<p>\t\t\t\t              20.09.2025, 10:38 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p>Milit\u00e4risch sind die Europ\u00e4er von den USA abh\u00e4ngig. Sie haben aber viele wirtschaftliche Druckmittel gegen\u00fcber dem US-Pr\u00e4sidenten. Die US-Industrie sei auf Produkte aus der EU angewiesen, sagt Samina Sultan, Expertin des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW). Das k\u00f6nne Br\u00fcssel in k\u00fcnftigen Zollverhandlungen mit Donald Trump helfen.<\/p>\n<p><b>ntv.de: Ihre Studie zeigt: Die Vereinigten Staaten sind stark von Importen aus der Europ\u00e4ischen Union abh\u00e4ngig. Bei 3120 Warengruppen in den USA gibt es einen Importanteil aus der EU von mindestens 50 Prozent. Dahinter steht ein Importwert von rund 290 Milliarden US-Dollar. Ihr Co-Autor J\u00fcrgen Matthes zeigte sich vom Ergebnis &#8222;\u00fcberrascht&#8220; &#8211; Sie auch?<\/b><\/p>\n<p>Samina Sultan: Wir waren beide \u00fcberrascht &#8211; einerseits von der Gr\u00f6\u00dfenordnung und andererseits davon, dass die Abh\u00e4ngigkeit der USA von europ\u00e4ischen Importen vergangenes Jahr gr\u00f6\u00dfer war als die von chinesischen. Peking kommt 2024 nur noch auf 2925 Waren mit einem US-Importwert von 247 Milliarden US-Dollar. Wenn wir einen Blick in die nicht allzu ferne Vergangenheit werfen, war Chinas Anteil an den US-Einfuhren 2015 noch deutlich gr\u00f6\u00dfer als derjenige der EU. Die Ergebnisse der Studie spiegeln die Bem\u00fchungen der USA wider, wirtschaftlich unabh\u00e4ngiger von China zu werden.<\/p>\n<p>  <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Foto-Samina-Sultan-SVR.jpg\">     <img decoding=\"async\" alt=\"Samina Sultan ist Senior Economist f\u00fcr europ\u00e4ische Wirtschaftspolitik und Au\u00dfenhandel beim IW.\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Foto-Samina-Sultan-SVR.jpg\" class=\"lazyload\"\/>  <\/a>  <\/p>\n<p class=\"article__aside__caption\">Samina Sultan ist Senior Economist f\u00fcr europ\u00e4ische Wirtschaftspolitik und Au\u00dfenhandel beim IW.<\/p>\n<p class=\"article__aside__copy\">(Foto: Samina Sultan)<\/p>\n<p><b>Schwer ersetzbare Waren aus der EU sind laut der Studie vor allem chemische Produkte, Maschinen, elektrotechnische Waren und unedle Metalle. Warum sind diese Produktgruppen so wichtig? <\/b><\/p>\n<p>Wir haben uns die Importe \u00fcber die vergangenen f\u00fcnf Jahre angeschaut. Wenn der Importanteil eines bestimmten Produkts \u00fcber diesen langen Zeitraum stabil \u00fcber 50 Prozent blieb, war das ein Hinweis darauf, dass es nur schwer ersetzt werden kann. Wir m\u00fcssen als Forschende ein bisschen Demut zeigen, weil wir nicht \u00fcber das Knowhow der einzelnen Unternehmen verf\u00fcgen, um zu wissen: Okay, das ist jetzt \u00fcberhaupt nicht ersetzbar. Aber vor allem in der Pharmaindustrie und im Maschinenbau liefern die EU-Mitgliedstaaten industrielle Investitions- und Vorleistungsg\u00fcter, die in den USA dringend gebraucht werden. Das hei\u00dft: Falls Firmen in der EU die Lieferung anhalten, drohen Produktionsstopps oder -verz\u00f6gerungen in den USA.<\/p>\n<p><b>Haben Sie ein konkretes Beispiel?<\/b><\/p>\n<p>Im Maschinenbau etwa gibt es spezielle Produkte, die sich zun\u00e4chst etwas komisch anh\u00f6ren, wie Betonpumpen oder Frontschaufellader. Auch ich habe w\u00e4hrend der Untersuchung dazugelernt. Es gibt zum Beispiel sogenannte Bearbeitungszentren, das sind computergesteuerte, meist mehrachsige Werkzeugmaschinen. Im Maschinenbau ist vor allem Deutschland stark und stellt Produkte her, die nicht so einfach nachzubauen sind.<\/p>\n<p><b>Wie abh\u00e4ngig sind die USA von Importen aus Deutschland?<\/b><\/p>\n<p>Bei 466 Produktgruppen in den USA gibt es einen Importanteil aus Deutschland von mindestens 50 Prozent. Auf den ersten Blick mag das gering erscheinen, aber Deutschland ist nur einer von 27 Mitgliedstaaten der EU. Der deutsche Anteil ist beachtlich f\u00fcr ein Land mittlerer Gr\u00f6\u00dfe. Au\u00dferdem blieben die US-Importe aus Deutschland in den vergangenen Jahren stabil &#8211; das spricht f\u00fcr eine deutsche Dominanz bei speziellen Produktgruppen.<\/p>\n<p><b>Kann die EU bei k\u00fcnftigen Zollverhandlungen mit Pr\u00e4sident Trump Kapital aus der Abh\u00e4ngigkeit der USA schlagen?<\/b><\/p>\n<p>Diese Zahlen und Fakten k\u00f6nnten dazu genutzt werden, uns Europ\u00e4ern den R\u00fccken zu st\u00e4rken. Wir haben Waren, die in der Industrie strategisch relevant sind und bei denen die USA eine hohe Importabh\u00e4ngigkeit von uns haben. Wir m\u00fcssen uns diese Tatsache selbst bewusst machen. Vor diesem Hintergrund sollte die EU die empirischen Fakten \u00fcber die hohe Importabh\u00e4ngigkeit der USA von der EU mit Nachdruck in die Verhandlungen einbringen. Damit kann sie deutlich machen, dass sich die USA mit hohen Z\u00f6llen auf EU-Produkte auch selbst stark schaden &#8211; und zwar \u00fcber das Ma\u00df hinaus, das bei Z\u00f6llen \u00fcblich ist. Zudem gilt: Die Wirtschaftsvertreter in den USA d\u00fcrften ein gro\u00dfes Eigeninteresse daran haben, die Lieferketten nicht zu zerst\u00f6ren. Die Stahl- und Aluminiumindustrie in den USA schreit bereits auf wegen Trumps Z\u00f6llen. Den US-Firmen fehlen die europ\u00e4ischen Zulieferungen f\u00fcr ihre Produktion.<\/p>\n<p><b>Wird Trump auf diese Unternehmen h\u00f6ren?<\/b><\/p>\n<p>Das ist die Frage. F\u00fcr rationale Argumente ist Trump nicht immer zug\u00e4nglich. Aber die Hoffnung bleibt: Wenn die Industrie in den USA aufschreit, k\u00f6nnte sie etwas bei Trump bewirken. Wir haben das schon gesehen nach dem Liberation Day, als die B\u00f6rsen und Anleihem\u00e4rkte eingebrochen sind. Das hat damals Eindruck auf Trump gemacht.<\/p>\n<p><b>Trump konnte Br\u00fcssel auch mit der Drohung erpressen, Europa und die Ukraine milit\u00e4risch fallen zu lassen. Kann die EU ein Gegengewicht mit rein wirtschaftlichen Argumenten schaffen, falls sie wieder mit ihm verhandeln muss?<\/b><\/p>\n<p>Falls Trump auf stur stellt und die Konfrontation sucht, wird es schwer sein, gegen seine sicherheitspolitischen Drohungen anzukommen. Falls er aber offen ist f\u00fcr das Argument, wie fundamental weitere Z\u00f6lle der US-Wirtschaft schaden w\u00fcrden, gibt es Chancen. Die EU kann die Abh\u00e4ngigkeit der USA als Munition nutzen, falls es nochmal Verhandlungen gibt. Aber ganz klar: Wir m\u00fcssen unsere Verteidigungsf\u00e4higkeit st\u00e4rken, um unabh\u00e4ngiger von den USA zu werden.<\/p>\n<p><b>Wenn die USA ihre wirtschaftliche Abh\u00e4ngigkeit von China weiter verringern wollen &#8211; m\u00fcssen sie sich dann unbedingt an die Europ\u00e4er wenden?<\/b><\/p>\n<p>Zumindest mittelfristig brauchen die USA die Europ\u00e4er. Man kann zwar fast jede Lieferkette \u00fcber eine lange Frist auch woanders aufbauen, wenn man bereit ist, die Kosten daf\u00fcr aufzubringen. Das passiert aber nicht in zwei Jahren und auch nicht in vier. Au\u00dferdem verprellen die USA momentan viele andere Handelspartner, zuletzt Indien mit Z\u00f6llen in H\u00f6he von 50 Prozent. Dass die USA die Beziehungen zu ihren fr\u00fcheren Verb\u00fcndeten schw\u00e4chen, wird sich k\u00fcnftig als ein Nachteil f\u00fcr sie herausstellen. Trump untergr\u00e4bt das Vertrauen in die Vereinigten Staaten fundamental.<\/p>\n<p><b>Treibt Trump seine einstigen Handelspartner also weiter in die Arme der EU?<\/b><\/p>\n<p>Die EU kann von dem Vertrauensverlust in die USA profitieren. Die USA verspielen gerade ihre soft power, also ihre Attraktivit\u00e4t auf der Weltb\u00fchne aufgrund politischer und kultureller Werte. Das wird auch wirtschaftliche Auswirkungen f\u00fcr die USA haben. Die verprellten Handelspartner suchen dann vermehrt die N\u00e4he zur EU, wenn die als verl\u00e4sslich gilt. Neue Abkommen etwa mit den Mercosur-Staaten, Malaysia und Indien sind deshalb wichtig. Trump setzt jetzt die EU unter Druck, ebenfalls hohe Z\u00f6lle gegen Indien zu erheben. In Br\u00fcssel st\u00f6\u00dft das auf Widerstand. Es ist klug, sich die europ\u00e4ische Au\u00dfenpolitik nicht von Trump diktieren zu lassen.<\/p>\n<p>Mit Samina Sultan sprach Lea Verstl<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Falls Trump neue Z\u00f6lle androht &#8222;Die EU kann die Abh\u00e4ngigkeit der USA als Munition nutzen&#8220; 20.09.2025, 10:38 Uhr&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":437059,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,227,106,548,663,158,3934,3935,213,212,13,14,15,16,12,64,211],"class_list":{"0":"post-437058","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-china","11":"tag-donald-trump","12":"tag-eu","13":"tag-europa","14":"tag-europaeische-union","15":"tag-europe","16":"tag-european-union","17":"tag-handelsbeziehungen","18":"tag-handelskonflikte","19":"tag-headlines","20":"tag-nachrichten","21":"tag-news","22":"tag-politik","23":"tag-schlagzeilen","24":"tag-usa","25":"tag-zoelle"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115236011127728507","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/437058","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=437058"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/437058\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/437059"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=437058"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=437058"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=437058"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}