{"id":437096,"date":"2025-09-20T10:13:10","date_gmt":"2025-09-20T10:13:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/437096\/"},"modified":"2025-09-20T10:13:10","modified_gmt":"2025-09-20T10:13:10","slug":"die-initiative-jahrtausendfeld-retten-korrigiert-eine-lvz-geschichte-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/437096\/","title":{"rendered":"Die Initiative \u201eJahrtausendfeld retten\u201c korrigiert eine LVZ-Geschichte \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Wenn es um freie Fl\u00e4chen und gro\u00dfe Bauprojekte in Leipzig geht, dann wird meist mit allen Bandagen gek\u00e4mpft. Dann erz\u00e4hlt die gro\u00dfe Zeitung am Platz auch schon mal nur die H\u00e4lfte der Geschichte und tut so, als w\u00e4re das Ansinnen der Stadt, einen beschlossenen Bebauungsplan auf das Jahrtausendfeld zu legen, eine regelrechte Zumutung. Die Initiative \u201eJahrtausendfeld retten. Ein Stadtteilpark f\u00fcr Alle!\u201c hat die verschobenen Argumente der Diskussion jetzt einmal aufgedr\u00f6selt. Und sie um ein paar Fakten erg\u00e4nzt.<\/p>\n<p>Beziehungsweise einige Fakten und Sichtweisen richtiggestellt. Denn im Artikel der LVZ kam auch eine ziemlich seltsame Sicht auf die Arbeit eines demokratisch gew\u00e4hlten Gremiums wie dem Leipziger Stadtrat durch.<\/p>\n<p>Und damit auf die Demokratie. Und dass auf dem Jahrtausendfeld ein ordentlicher Bebauungsplan entwickelt werden sollte, war auch nicht neu. Das h\u00e4tten der Investor, die Stadtbau AG, und die Leipzig Internationbal School (LIS) auch schon vor Jahren wissen m\u00fcssen, bevor sie die Pl\u00e4ne f\u00fcr einen \u00fcberdimensionierten Schulcampus entwickelt.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Die Stellungnahme der <a href=\"https:\/\/jahrtausendfeld.noblogs.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Jahrtausendfeld retten. Ein Stadtteilpark f\u00fcr Alle!<\/a><\/p>\n<p>Bebauung des Jahrtausendfelds mit \u00fcberdimensionsionertem Schulneubau vorerst gestoppt \u2013 Ein Etappensieg f\u00fcr die Stadtgesellschaft<\/p>\n<p>Jahrtausendfeld retten. Ein Stadtteilpark f\u00fcr Alle!<\/p>\n<p>Am 17. September 2025 erfuhren wir aus einem Artikel der Leipziger Volkszeitung, dass die Stadtbau AG, deren Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Patrik Fahrenkamp auch im Stiftungsrat der Leipzig International School sitzt, das Bauvorhaben auf dem Jahrtausendfeld vorerst aussetzt.<\/p>\n<p>Im Artikel kommen nur die Vorhabentr\u00e4gerin und die Bauherrin zu Wort, weshalb er uns an vielen Stellen tendenzi\u00f6s erscheint. Wir m\u00f6chten deshalb einige Details richtigstellen, sowie zentrale Aspekte in Erinnerung rufen, die f\u00fcr die Diskussion um das Jahrtausendfeld entscheidend sind und nicht unerw\u00e4hnt bleiben d\u00fcrfen.<\/p>\n<p><strong>Bebauungsplan schon 2021 beschlossen<\/strong><\/p>\n<p>Bereits 2021 hat der Stadtrat den Aufstellungsbeschluss zu einem Bebauungsplan f\u00fcr die Fl\u00e4che beschlossen. Es war den Vorhabentr\u00e4gern im Februar 2023, als das Bauprojekt startete \u2013 so Helena Putsch im Artikel \u2013 also durchaus bekannt, dass hier nicht aufs Geratewohl losgebaut werden konnte.<\/p>\n<p>Im Januar 2025 hat der Stadtrat den Bebauungsplanbeschluss per se best\u00e4tigt, allerdings in abgemilderter Form, als beschleunigter Bebauungsplan. Die Stadtbau AG hatte vorher versucht, den bestehenden Beschluss \u00fcber Absprachen mit dem Baub\u00fcrgermeister auszuhebeln.<\/p>\n<p>Dass auf einer derart gro\u00dfen Fl\u00e4che ein Bebauungsplan liegt, ist mitnichten ungew\u00f6hnlich. Bebauungspl\u00e4ne werden beschlossen, sobald \u201ees f\u00fcr die st\u00e4dtebauliche Entwicklung und Ordnung erforderlich ist\u201c (\u00a71 BauGB, Abs. 1) und sollen unter anderem \u201edazu beitragen, eine menschenw\u00fcrdige Umwelt zu sichern, die nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen zu sch\u00fctzen und zu entwickeln sowie den Klimaschutz und die Klimaanpassung, insbesondere auch in der Stadtentwicklung, zu f\u00f6rdern\u201c (\u00a71 BauGB, Abs. 5).<\/p>\n<p><strong>Fehlendes Verkehrskonzept<\/strong><\/p>\n<p>Ein weiterer im Artikel unerw\u00e4hnter Aspekt ist der zus\u00e4tzliche Druck auf eine ohnehin bereits \u00fcberlastete Verkehrsinfrastruktur vor Ort, den ein Schulneubau dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung (t\u00e4glich 1.600-1.800 Sch\u00fcler\/-innen, von denen viele mit sogenannten Elterntaxis aus dem gesamten Stadtgebiet anreisen, ca. 400 Angestellte, sowie Lieferverkehr) zwangsl\u00e4ufig mit sich bringen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Ein Verkehrskonzept blieb die Vorhabentr\u00e4gerin bis zuletzt schuldig. Dieses wurde sowohl von den Umweltverb\u00e4nden, der B\u00fcrgerinitiative und dem Elternrat der benachbarten Gie\u00dfergrundschule, als auch von mehreren Fraktionen im Leipziger Stadtrat wiederholt eingefordert.<\/p>\n<p>Zur Erinnerung: Der Stadtrat ist ein von den Leipziger B\u00fcrger\/-innen gew\u00e4hltes Gremium, nicht ein zusammengew\u00fcrfelter Haufen, der Bauprojekte blockiert, wie im Artikel dargestellt.<\/p>\n<p><strong>Verdichtung oder klimaresiliente Stadt?<\/strong><\/p>\n<p>Neben dem zu erwartenden Verkehrsaufkommen und dessen Emissionen besteht ein offensichtlicher Widerspruch zwischen einer dichten Bebauung und der erkl\u00e4rten strategischen Ausrichtung der Kommune hin zu einer klimaresilienten<br \/>Stadt. Immer wieder haben wir auf die Stadtklimaanalyse hingewiesen, die das Jahrtausendfeld als klimaaktive Fl\u00e4che ausweist und den Stadtteil k\u00fchlt sowie f\u00fcr Luftaustausch sorgt.<\/p>\n<p>Der Artikel erw\u00e4hnt erneut eine angeblich \u201eein Drittel\u201c des Felds gro\u00dfe \u00f6ffentlichen Gr\u00fcnfl\u00e4che, die die Eigent\u00fcmerin angeboten h\u00e4tte. Wir haben dies bereits 2024 als faulen Deal entlarvt, denn die angebotene Fl\u00e4che ist nur so gro\u00df wie ein halbes Fu\u00dfballfeld und die vermeintliche \u201eneue\u201c \u00f6ffentliche Gr\u00fcnfl\u00e4che beinhaltete sowohl die gesch\u00fctzte Uferb\u00f6schung und den \u00f6ffentlichen Weg, der bereits der Kommune geh\u00f6rt!<\/p>\n<p><strong>Verseuchter Boden<\/strong><\/p>\n<p>Auch die Problematik der stark kontaminierten Fl\u00e4che \u2013 2500qm des Feldes zwischen Karl-Heine-Stra\u00dfe und \u00f6ffentlichem Weg, die derzeit noch der Gesellschaft zur Entsorgung und Sanierung von Altlasten (GESA) geh\u00f6rt \u2013 blieb bis zuletzt ungekl\u00e4rt. Weder Vorhabentr\u00e4ger:in, noch Derzeit-Eigent\u00fcmerin Bund, noch die Kommune wollten sich bislang darum k\u00fcmmern. Dass diese Fl\u00e4che ohne Sanierung gar keine Gr\u00fcnfl\u00e4che werden kann, haben wir bereits im Detail analysiert.<\/p>\n<p><strong>Warum hier?<\/strong><\/p>\n<p>Bisher hat die Vorhabentr\u00e4gerin immer wieder die N\u00e4he zu ihrem Kindergartenbau in der Karl-Heine-Stra\u00dfe als Argument f\u00fcr eine Bebauung an dieser Stelle genutzt. Tatsache ist, dass die Stadtbau AG in Leipzig \u00fcber weitere gro\u00dfe Grundst\u00fccke verf\u00fcgt, auf denen ein Schulneubau realisierbar w\u00e4re. Genannt seien etwa die Fl\u00e4chen am Gut Gro\u00dfzschocher, wo eine bauliche Entwicklung zugleich die Rettung des denkmalgesch\u00fctzten Gutes erm\u00f6glichen k\u00f6nnte, oder die weitl\u00e4ufigen Areale westlich der S-Bahnlinie am Kohlrabizirkus.<\/p>\n<p><strong>Fehlende Neubau-F\u00f6rderung<\/strong><\/p>\n<p>Zwischen den Zeilen lesen wir au\u00dferdem, dass F\u00f6rderungen f\u00fcr den Schulneubau fehlen. Dies liegt jedoch weder an der Politik oder der Arbeitsweise der Stadtverwaltung noch an den Protesten der B\u00fcrgerschaft, sondern schlicht und einfach am Rotstift auf Landesebene.<\/p>\n<p>Soweit uns das bekannt ist, reichte die Stadtbau AG ihre Bauvoranfrage im Januar 2025 ein. Zu diesem Zeitpunkt bat die Verwaltung um die Vervollst\u00e4ndigung offener Fragen. Die Stadtbau AG reichte eine erneute, vollst\u00e4ndige Anfrage erst im M\u00e4rz 2025 ein, welche innerhalb der gesetzlichen Fristen auch bearbeitet wurde.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Wer \u00fcber die K\u00f6pfe der Anwohnerschaft hinweg im Herzen des Leipziger Westens klimanotwendige Freifl\u00e4chen verbaut, den Bewohner\/-innen, Kindern und Tieren ein St\u00fcck liebgewonnene Freiheit entrei\u00dfen will, muss sich auch dem Gegenprotest stellen. Der \u201egesellschaftliche Riss\u201c entsteht nicht durch die Ablehnung eines Bauprojektes. Er entsteht durch Fl\u00e4chendruck, fehlende Freir\u00e4ume in einer immer enger werdenden Stadt und einer nur vom Geld getriebenen Stadtentwicklung \u00fcber die K\u00f6pfe der Menschen hinweg.<\/p>\n<p>Wir begr\u00fc\u00dfen daher die Entscheidung der LIS und der Stadtbau AG, die bisherigen Entwicklungspl\u00e4ne vorerst zur\u00fcckzunehmen, und appellieren an alle Beteiligten, k\u00fcnftig ernsthaftere Beteiligungsprozesse zu wagen.<br \/>Das Jahrtausendfeld muss Stadtteilpark werden!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wenn es um freie Fl\u00e4chen und gro\u00dfe Bauprojekte in Leipzig geht, dann wird meist mit allen Bandagen gek\u00e4mpft.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":437097,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1832],"tags":[3364,29,30,54692,71,859],"class_list":{"0":"post-437096","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-leipzig","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-jahrtausendfeld","12":"tag-leipzig","13":"tag-sachsen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115236097434275801","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/437096","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=437096"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/437096\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/437097"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=437096"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=437096"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=437096"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}