{"id":438661,"date":"2025-09-21T01:03:30","date_gmt":"2025-09-21T01:03:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/438661\/"},"modified":"2025-09-21T01:03:30","modified_gmt":"2025-09-21T01:03:30","slug":"muenchen-bochum-guter-start-was-in-den-ersten-wochen-im-neuen-job-zaehlt-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/438661\/","title":{"rendered":"M\u00fcnchen\/Bochum | Guter Start: Was in den ersten Wochen im neuen Job z\u00e4hlt"},"content":{"rendered":"<p>M\u00fcnchen\/Bochum (dpa\/tmn) &#8211; Die Tinte auf dem Arbeitsvertrag ist getrocknet und der Start in den neuen Job steht bevor: Das Bewerbungsverfahren kann oft nur einen kleinen Einblick geben, die ersten Wochen schaffen mehr Klarheit. Tipps f\u00fcr eine gute Landung &#8211; und einen angemessenen Umgang mit den Erwartungen anderer.\u00a0<\/p>\n<p>Prof. Dr. Annette Kluge, Arbeits- und Organisationspsychologin an der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum und Vizepr\u00e4sidentin der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Psychologie (DGPs), und Bastian Hughes, Karrierecoach bei den Berufsoptimierern und Podcast-Host, beantworten Fragen rund um einen gelungenen Einstand.\u00a0<\/p>\n<p>Warum sind die ersten 100 Tage im Job so wichtig?<\/p>\n<p>\u00abDie ersten Wochen im neuen Job sind wahnsinnig wichtig, weil sie mir dabei helfen zu entscheiden, ob der Job, das Unternehmen und das Team zu mir passen oder nicht\u00bb, sagt Bastian Hughes.\u00a0<\/p>\n<p>Durch diverse Studien sei inzwischen belegt: Aspekte wie Einkommen, Aufgabenbereich oder auch k\u00fcrzere Arbeitswege und Co. verlieren an Bedeutung, wenn sich im Job trotzdem kein Wohlbefinden einstellt. Es sei die subjektive Wahrnehmung der neuen Stelle, die alles entscheidet, so der Karriereberater.\u00a0<\/p>\n<p>Gut zu wissen: Rein rechtlich betrachtet spielen die ersten 100 Tage keine entscheidende Rolle. Wichtiger sei hier die 6-monatige Probezeit, in der beide Seiten mit sofortiger Wirkung k\u00fcndigen k\u00f6nnen, sagt Annette Kluge.\u00a0<\/p>\n<p>Die Betonung liegt dabei auf der Beidseitigkeit, denn l\u00e4ngst m\u00fcssen sich auch Arbeitgeber in der Probezeit beweisen.<\/p>\n<p>Wie gelingt ein guter Start?<\/p>\n<p>Ein guter Start f\u00e4ngt schon vor dem ersten Arbeitstag an, sagt Bastian Hughes. Er r\u00e4t deshalb, m\u00f6glichst fr\u00fchzeitig und offen \u00fcber das Thema Erwartungen zu sprechen. Denn der h\u00e4ufigste Grund f\u00fcr Frust in den ersten Monaten im Job seien unerf\u00fcllte Erwartungen: Was verspricht sich mein Arbeitgeber von mir? Was erwarte ich von dem Job? \u00abDas sollte ich schon vor dem Start herausfinden\u00bb, so Hughes.<\/p>\n<p>Ein neuer Job ist auch immer eine Chance, um sich selbst neu zu erfinden. Ein Tipp von Bastian Hughes: Wenn es um die pers\u00f6nliche Entwicklung geht, kann man sich selbst einen Brief schreiben und darin die Aspekte ausformulieren, die man am eigenen Verhalten \u00e4ndern m\u00f6chte. Das k\u00f6nne dabei helfen, sich selbst besser zu reflektieren.<\/p>\n<p>Laut Annette Kluge sind in den ersten Tagen und Wochen dann vor allem drei Dinge wichtig: beobachten, zuh\u00f6ren und nachfragen.\u00a0<\/p>\n<p>Meistens gebe es in Unternehmen viele informelle Regeln, Normen und Werte, die nirgendwo aufgeschrieben sind, sondern St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck erlernt werden m\u00fcssen &#8211; etwa wenn es um die F\u00fchrungs- oder Teamkultur geht. \u00abNachfragen zeigt nicht nur Interesse, sondern auch, dass jemand bereit ist und verstehen will, wie die Dinge in diesem Unternehmen laufen\u00bb, so Kluge.<\/p>\n<p>Auch wichtig: Gerade in den ersten drei Monaten sollten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelm\u00e4\u00dfige Feedbackgespr\u00e4che mit ihren Vorgesetzten einfordern, raten die Experten. Das helfe dabei, Fragen zu kl\u00e4ren und Unsicherheiten abzubauen.<\/p>\n<p>Was hilft beim Ankommen im neuen Team?<\/p>\n<p>Der oder die \u00abNeue\u00bb im Team zu sein, ist nicht immer nur angenehm und geht durchaus auch mit pr\u00fcfenden Blicken der Kolleginnen und Kollegen einher. Was es leichter macht: ehrliches Interesse zeigen, Offenheit und die Bereitschaft Fragen zu stellen.\u00a0<\/p>\n<p>Und: \u00abWas ebenfalls gut im Team ankommt, ist sogenanntes Extrarollen-Verhalten, das nicht explizit im Arbeitsvertrag steht\u00bb, sagt Psychologin Kluge. Damit sind insbesondere Arbeiten gemeint, die dem Team als Ganzem zugutekommen: etwa das Ausr\u00e4umen der Sp\u00fclmaschine, das Herumf\u00fchren von Besuchergruppen oder die Organisation von Firmen-Veranstaltungen. So etwas wirke wie \u00abSchmierstoff f\u00fcr ein gutes Miteinander\u00bb, sagt Annette Kluge.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem helfen Teamevents au\u00dferhalb der Arbeitszeit, um sich besser kennenzulernen. Bastian Hughes empfiehlt, sich m\u00f6glichst schon vor Arbeitsantritt zu solchen Gelegenheiten einladen zu lassen.\u00a0<\/p>\n<p>Und: Wer ausschlie\u00dflich remote arbeitet, m\u00fcsse sich proaktiv um ein Treffen bem\u00fchen. \u00abIch kann dann nicht davon ausgehen, dass die anderen Teammitglieder auf mich zukommen\u00bb, r\u00e4t Hughes.<\/p>\n<p>\u00dcberperformance als Falle: Wie viel Einsatz ist genug?<\/p>\n<p>Der erste Eindruck soll gut sein &#8211; bestenfalls sogar mehr als das. Doch zu viel Engagement kommt selten gut an. Untersuchungen aus den 1920er Jahren zeigten, dass eine Gruppe es nicht gut findet, wenn jemand dazu kommt und die Gruppennorm ver\u00e4ndert, indem er oder sie \u00fcberm\u00e4\u00dfig schnell oder viel arbeitet, berichtet Annette Kluge.\u00a0<\/p>\n<p>In jeder Organisation gebe es Gr\u00fcnde, warum Dinge auf eine bestimmte Weise angegangen w\u00fcrden. Es w\u00fcrde oft als respektlos empfunden, wenn jemand ohne Vorkenntnis der Geschichte alles infrage stellt, sagt die Psychologin.\u00a0<\/p>\n<p>Tipp: \u00abIch sollte die Perspektive wechseln und schauen, was das Unternehmen von mir braucht, um festzustellen, dass ich richtig f\u00fcr die Position bin\u00bb, sagt Sebastian Hughes. Das reguliere die Tendenz des \u00dcberperformens.\u00a0<\/p>\n<p>Und er r\u00e4t: zun\u00e4chst vor allem hinsehen und verstehen, \u00abder Ver\u00e4nderungsgedanke sollte erst mal nach hinten gestellt werden\u00bb. Laut Hughes gelte das auch f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte.<\/p>\n<p>Wie sch\u00fctzt man sich vor zu viel Druck?<\/p>\n<p>Ein neuer Job ist aufregend und das darf man sich auch eingestehen, sagt der Karrierecoach. Wichtig sei es, sich die eigene Unsicherheit bewusst zu machen und sich zu fragen, ob man etwas \u00e4ndern k\u00f6nne &#8211; oder sie der Situation geschuldet ist, dass man noch nicht alle Prozesse verstanden habe.\u00a0<\/p>\n<p>Um K\u00f6rper und Geist ausreichend Erholung zu bieten, r\u00e4t Annette Kluge zu Achtsamkeits\u00fcbungen, Sport oder Meditation. Ist der Stressfaktor aber eher ein inhaltliches Problem, lohne sich meistens die direkte Ansprache beim Teamverantwortlichen.<\/p>\n<p>Wann ist man im neuen Job angekommen?<\/p>\n<p>Wie lange es dauert im neuen Job anzukommen, l\u00e4sst sich nicht pauschal sagen. Annette Kluge sagt: \u00abJemand ist angekommen, wenn sich neue Routinen und organisationsbezogene Gewohnheiten ausgebildet haben.\u00bb Und: Wenn eine Identifikation mit dem Team und Unternehmen entstanden sei, redeten die Mitarbeiter oft in der Wir-Form von ihrer Arbeit.\u00a0<\/p>\n<p>Wer stattdessen st\u00e4ndig vom Davor spricht, ist h\u00e4ufig noch nicht ganz im neuen Job angekommen &#8211; und braucht vielleicht noch etwas Zeit.\u00a0<\/p>\n<p>Und wenn es gar nicht wird? Bastian Hughes sagt: \u00abMachen Sie sich Gedanken, reflektieren Sie die Situation mit einer objektiven Person, und suchen Sie dann das ehrliche Gespr\u00e4ch mit dem Arbeitgeber.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Eine K\u00fcndigung in der Probezeit ist kein Zeichen von Schw\u00e4che. \u00abDas ist in etwa wie in einer neuen Beziehung: Wenn man nach knapp sechs Monaten merkt, es passt einfach nicht, dann ist die Trennung der beste Weg &#8211; f\u00fcr beide Seiten\u00bb, so Hughes.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"M\u00fcnchen\/Bochum (dpa\/tmn) &#8211; Die Tinte auf dem Arbeitsvertrag ist getrocknet und der Start in den neuen Job steht&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":438662,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1839],"tags":[1140,630,1706,7507,4941,3364,29,30,1942,1209,112550,624,26124],"class_list":{"0":"post-438661","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bochum","8":"tag-arbeit","9":"tag-beruf","10":"tag-bewerbung","11":"tag-bochum","12":"tag-cjab","13":"tag-de","14":"tag-deutschland","15":"tag-germany","16":"tag-job","17":"tag-nordrhein-westfalen","18":"tag-probezeit","19":"tag-ratgeber","20":"tag-tmn0300"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115239597228624326","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/438661","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=438661"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/438661\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/438662"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=438661"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=438661"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=438661"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}