{"id":438789,"date":"2025-09-21T02:23:09","date_gmt":"2025-09-21T02:23:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/438789\/"},"modified":"2025-09-21T02:23:09","modified_gmt":"2025-09-21T02:23:09","slug":"evelyn-palla-soll-die-deutsche-bahn-aus-der-krise-fuehren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/438789\/","title":{"rendered":"Evelyn Palla soll die Deutsche Bahn aus der Krise f\u00fchren"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (dpa) &#8211; Als Mitte August \u00fcber die Nachfolge von Richard Lutz an der Spitze der Deutschen Bahn spekuliert wurde, fiel ihr Name schon sehr fr\u00fch: Evelyn Palla arbeitet seit 2019 beim bundeseigenen Konzern, erst als Finanzvorst\u00e4ndin bei DB Fernverkehr, seit Juli 2022 als Chefin des Regionalverkehrs. Gestern wurde bekannt, dass geb\u00fcrtige S\u00fcdtirolerin nun wohl an die Spitze des Konzerns aufsteigen wird &#8211; als erste Frau auf diesem Posten.<\/p>\n<p>Am Montag soll Palla nach dpa-Informationen offiziell als neue Bahn-Chefin vorgestellt werden. Nach dem Vorschlag von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) muss Palla noch vom Aufsichtsrat der Deutschen Bahn berufen werden. Die n\u00e4chste Sitzung des Aufsichtsrats beginnt am Dienstag.<\/p>\n<p>Neue Chefin schon seit 2011 in der Bahn-Branche t\u00e4tig<\/p>\n<p>Palla, Jahrgang 1973, kennt sich nicht nur durch ihre Zeit bei der Deutsche Bahn gut in der Branche aus. Von 2011 bis Anfang 2019 war sie bei den \u00d6sterreichischen Bundesbahnen (\u00d6BB) aktiv. Ebenso wie die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) gelten die \u00d6sterreicher im Vergleich zu Deutschland als Vorzeigenation, wenn es um den Verkehr auf der Schiene geht.\u00a0<\/p>\n<p>Mit der Verantwortung f\u00fcr den gesamten Regionalverkehr in Deutschland hat Palla seit drei Jahren eine sehr gewichtige Aufgabe. Rund 780.000 Zugfahrten werden im Nahverkehr\u00a0\u2013 inklusive aller S-Bahnen &#8211; jeden Monat absolviert. Zuletzt war die P\u00fcnktlichkeit auch im Nahverkehr im Vergleich zu vorherigen Zeiten schlechter, brach aber nicht komplett ein.<\/p>\n<p>Zudem erwirtschaftete DB Regio unter Palla im ersten Halbjahr 2025 einen operativen Gewinn von 103 Millionen Euro (Ebit bereinigt). Im ersten Halbjahr 2024 hatte an dieser Stelle noch ein dickes Minus gestanden. Bei der Bahn freute man sich \u00fcber die Trendwende &#8211; ein kleiner Erfolg inmitten vieler schlechter Nachrichten, mit denen die Kunden der Bahn ebenso wie das Management des Konzerns fast t\u00e4glich konfrontiert sind.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dften Probleme der DB<\/p>\n<p>Die kriselnde Bahn hat vor allem mit der maroden Infrastruktur zu k\u00e4mpfen, die jeden Tag die Z\u00fcge ausbremst. Versp\u00e4tungen, Zugausf\u00e4lle und Frust bei den Fahrg\u00e4sten sind die Folge. Und weil nahezu jedes Eck des mehr als 33.000 Kilometer langen Schienennetzes der DB betroffen ist, wird es absehbar noch sehr lange dauern, bis sich die Situation grundlegend verbessern wird. Gro\u00dfe Hoffnungen setzt die Bahn in die grundlegende Sanierung von mehr als 40 besonders wichtigen Strecken bis 2036.<\/p>\n<p>Das n\u00e4chste Problem ist eng mit der Infrastruktur verbunden: Die P\u00fcnktlichkeit im Fernverkehr lag im August bei nur knapp 60 Prozent. Vor allem an wichtigen Knoten sammeln die Z\u00fcge regelm\u00e4\u00dfig Versp\u00e4tung ein, St\u00f6rungen und Baustellen machen einen reibungslosen Betrieb kaum m\u00f6glich. Nahezu jeder Fernverkehrszug muss auf seiner Reise durch das Land derzeit durch mindestens eine Baustelle fahren.\u00a0<\/p>\n<p>Auch die wirtschaftlichen Zahlen sehen seit Jahren nicht gut aus. Zuletzt verbesserten sie sich zwar, am Ende des ersten Halbjahres 2025 stand aber weiterhin ein dickes Minus von 760 Millionen Euro. Um den Konzern wirtschaftlicher aufzustellen, sollen Tausende Stellen gestrichen werden. Damit steht auch die Verwaltung des riesigen Konzerns vor vielen Ver\u00e4nderungsprozessen &#8211; schlecht gemanagt ist so etwas ein typischer Grund f\u00fcr Unruhe in einem Unternehmen.<\/p>\n<p>Reichen eine neue Chefin und eine neue Strategie f\u00fcr eine Kehrtwende?<\/p>\n<p>Viel zu tun also f\u00fcr die neue Bahnchefin, die trotz ihrer schon jetzt bedeutenden Aufgabe als Regio-Chefin zuletzt wenig \u00f6ffentlich in Erscheinung trat. Bereitete sich Palla wom\u00f6glich schon l\u00e4nger auf den Sprung an die Konzern-Spitze vor?<\/p>\n<p>Die R\u00fcckendeckung des zust\u00e4ndigen Ministers d\u00fcrfte Palla jedenfalls in den n\u00e4chsten Monaten haben. Doch reicht das, um die Bahn wieder nach vorne zu bringen? F\u00fcr die Gr\u00fcnen, die Palla mit ihrer F\u00fchrungserfahrung f\u00fcr eine gute Wahl halten, eher nicht: \u00abOhne deutlich bessere Rahmenbedingungen wird aber auch Frau Palla nicht erfolgreich sein k\u00f6nnen\u00bb, sagte deren Verkehrsexperte Matthias Gastel der \u00abRheinischen Post\u00bb. \u00abDazu geh\u00f6rt die ausk\u00f6mmliche und mittelfristig verl\u00e4ssliche Finanzierung der Infrastruktur. Dazu geh\u00f6rt auch die bessere Kontrolle und Steuerung des Unternehmens.\u00bb<\/p>\n<p>Minister: Bahn muss p\u00fcnktlich, sicher und sauber sein<\/p>\n<p>Wenn Palla am Montag in Berlin offiziell als neue Bahn-Chefin vorgestellt wird, will Verkehrsminister Schnieder auch eine neue Eigent\u00fcmer-Strategie f\u00fcr die Bahn pr\u00e4sentieren. Sie d\u00fcrfte der Leitfaden sein, an dem sich die S\u00fcdtirolerin orientieren muss. \u00dcber die Inhalte wurde bisher nicht viel bekannt. Es gilt aber als sicher, dass der Bund die Bahn enger an die Leine nehmen wird als in den vergangenen Jahren.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abDie Bahn muss p\u00fcnktlich, sicher und sauber sein\u00bb, sagte Schnieder zuletzt. Zudem m\u00fcsse der Konzern \u00abschneller, schlanker, schlagkr\u00e4ftiger und auch wirtschaftlicher\u00bb werden. Derzeit sei die Lage \u00abdramatisch\u00bb.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa) &#8211; Als Mitte August \u00fcber die Nachfolge von Richard Lutz an der Spitze der Deutschen Bahn&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":438790,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1843],"tags":[1739,3364,29,30,8970,1209,6598],"class_list":{"0":"post-438789","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenster","8":"tag-bahn","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-muenster","13":"tag-nordrhein-westfalen","14":"tag-personalien"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115239912135667962","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/438789","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=438789"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/438789\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/438790"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=438789"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=438789"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=438789"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}