{"id":438862,"date":"2025-09-21T03:12:24","date_gmt":"2025-09-21T03:12:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/438862\/"},"modified":"2025-09-21T03:12:24","modified_gmt":"2025-09-21T03:12:24","slug":"neuer-sicherheitskongress-hamburgs-messe-ruestet-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/438862\/","title":{"rendered":"Neuer Sicherheitskongress: Hamburgs Messe r\u00fcstet auf"},"content":{"rendered":"<p>Der neue Kongress \u201eGlobal Security and Innovation Summit\u201c stellt Hersteller, Innovationen und Netzwerke der R\u00fcstungstechnologien in den Mittelpunkt. Eine Konkurrenz zur M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz soll die Veranstaltung aus Sicht des Hamburger Messechefs Heiko Stutzinger nicht sein \u2013 eher \u201eeine Erg\u00e4nzung\u201c.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Hamburg Messe und Congress (HMC) startet am 22. und 23. Oktober eine neues Kongress- und Messeformat, den \u201eGlobal Security and Innovation Summit\u201c, bei dem es um die Entwicklung und Innovationen von R\u00fcstungstechnologien geht. \u201eDiese Veranstaltung soll eher eine Erg\u00e4nzung und weniger Konkurrenz zur M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz sein\u201c, sagte Messe-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Heiko M. Stutzinger WELT AM SONNTAG. \u201eIn Hamburg soll es um die Verbindung geopolitischer Debatten mit technologischer Innovation bei den Sicherheits- und Verteidigungstechnologien und deren industrieller Umsetzung gehen.\u201c<\/p>\n<p>National und international gibt es viele Sicherheitskonferenzen. Die bekannteste in Deutschland ist die M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz jedes Jahr im Februar, an der regelm\u00e4\u00dfig auch Staats- und Regierungschefs teilnehmen. Im Jahr 2007 zeigte Russlands Pr\u00e4sident Wladmir Putin bei seiner Rede in M\u00fcnchen seinen Zorn \u00fcber die vermeintliche Vormachtstellung der USA und machte deutlich, dass es mit dem Frieden in Europa bald wieder vorbei sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Der russische \u00dcberfall auf die Ukraine im Februar 2022 hat den Strukturwandel in der R\u00fcstungswirtschaft noch einmal deutlich beschleunigt. Plattformen auf der Basis von k\u00fcnstlicher Intelligenz, Systeme f\u00fcr eine h\u00f6here Cybersicherheit, Drohnen f\u00fcr den Einsatz in der Luft, an Land und auf dem Wasser werden mit hohem Tempo entwickelt, unter anderem auch von jungen Unternehmen wie Helsing oder Quantum Systems, die in Bayern sitzen. Mit dem Global Security and Innovation Summit will Hamburg Messe und Congress auch dieser sich rasch ver\u00e4ndernden Landschaft in der R\u00fcstungsbranche Rechnung tragen. \u201eIch kenne bislang kein Format wie den GSIS\u201c, sagt Stutzinger.<\/p>\n<p>Gute Chancen f\u00fcr die Austragung des \u201eGlobal Security and Innovation Summit\u201c rechnet sich HMC auch deshalb aus, weil es dabei mit einem renommierten Institut kooperiert. \u201eUnser Partner, The International Institute for Strategic Studies (IISS) in London, ist ein weltweit vernetzter, exzellenter Thinktank. Das IISS hat bereits \u00e4hnliche Formate etabliert, etwa den j\u00e4hrlichen Shangri-La Dialogue in Singapur mit hochkar\u00e4tigen Rednern wie etwa Frankreichs Staatspr\u00e4sident Emmanuel Macron oder den IISS Prague Defence Summit mit Nato-Generalsekret\u00e4r Mark Rutte\u201c, sagt Stutzinger. \u201eDiese Formate sind allerdings auf einen kleinen Kreis eingeladener Personen begrenzt. Wir wollen ein wachsendes, f\u00fcr die Fachwelt offenes Dialogforum schaffen.\u201c<\/p>\n<p>Geplant sind f\u00fcr die Auftaktveranstaltung etwa 300 bis 400 Teilnehmer, darunter mehr als 50 internationale Rednerinnen und Redner. Bei einer begleitenden Ausstellung werden voraussichtlich etwa zehn bis 15 Unternehmen dabei sein, mit Technologiebeispielen f\u00fcr Cybersecurity, Robotik oder Drohnen: \u201eWir starten dieses Jahr klein und wollen mit unseren Erfahrungen wachsen, anstatt gro\u00df und bis ins letzte Detail fest geplant zu beginnen.\u201c Das Treffen findet im Congress Center statt, k\u00fcnftig soll der GSIS j\u00e4hrlich veranstaltet werden, 2026 Anfang Dezember.<\/p>\n<p>Hamburg Messe und Congress will auch die R\u00fcstungswirtschaft im Norden perspektivisch mit einbinden. In Schleswig-Holstein z\u00e4hlte man zuletzt etwa 40 R\u00fcstungsunternehmen mit etwa 9000 Besch\u00e4ftigten, darunter Schwergewichte wie die U-Boot-Werft TKMS in Kiel, der ebenfalls zu ThyssenKrupp geh\u00f6rende Elektronikhersteller Atlas Elektronik, das Unternehmen Flensburger Fahrzeugbau f\u00fcr den Umbau von Panzerfahrzeugen oder auch Vincorion in Wedel, das Elektronik und andere Komponenten f\u00fcr Panzer und landbasierte Waffensysteme wie etwa f\u00fcr Patriot-Flugabwehrbatterien herstellt.<\/p>\n<p>In Hamburg ist die R\u00fcstungswirtschaft bislang noch kleiner und diffuser als im n\u00f6rdlichen Nachbarland. Das gr\u00f6\u00dfte Unternehmen in der Hansestadt ist das Mariner\u00fcstungsunternehmen Naval Vessels L\u00fcrssen (NVL) mit 450 Besch\u00e4ftigten bei Blohm+Voss und etwa hundert auf der Reparaturwerft Norderwerft. Auch Airbus, das in seinem Werk auf Finkenwerder den weltweit drittgr\u00f6\u00dften Standort des zivilen Flugzeugbaus betreibt, k\u00f6nnte die Produktpalette seiner R\u00fcstungssparte ausbauen \u2013 k\u00fcnftig vielleicht auch in Hamburg. \u00a0\u201eDerzeit gehen wir davon aus, dass in Hamburg rund hundert Unternehmen aller Gr\u00f6\u00dfenordnungen der Verteidigungsindustrie zugeordnet werden k\u00f6nnen\u201c, sagt Philip Koch, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Bereichs International bei der Handelskammer Hamburg. \u201eNach wie vor ist dieses Bild aber nicht sehr pr\u00e4zise, weil die Verteidigungsindustrie in Deutschland jahrzehntelang nicht im Vordergrund stand. Wir arbeiten weiterhin daran, die Verteidigungsindustrie in Hamburg genauer zu beschreiben.\u201c<\/p>\n<p>Klar wird allerdings auch in Hamburg jetzt schon, dass und wie sich etablierte R\u00fcstungsunternehmen auf die neuen Verh\u00e4ltnisse am Markt f\u00fcr Waffen und andere Verteidigungsg\u00fcter einstellen. Das Bremer Familienunternehmen L\u00fcrssen verkauft seine Marinesparte NVL demn\u00e4chst an Deutschlands gr\u00f6\u00dften R\u00fcstungskonzern Rheinmetall. Zeitgleich steigt NVL in den Markt mit unbemannten, autonomen und auch ferngesteuerten Marinefahrzeugen ein, Drohnen f\u00fcr den Einsatz auf See, die zu einem gro\u00dfen Teil auch bei Blohm+Voss produziert werden sollen (siehe Text rechts). \u201eDieser neuen Welt der Verteidigungsindustrie wollen wir \u2013 im engen Dialog mit Politik und Sicherheitsexperten \u2013 Rechnung tragen\u201c, sagt Stutzinger. \u201eWir bauen damit ein v\u00f6llig neues Themenfeld um Innovationen im Sicherheitsbereich und auch um das Thema ,Dual Use\u2018 herum auf, die beidseitige Nutzbarkeit von Hochtechnologie f\u00fcr milit\u00e4rische und f\u00fcr zivile Zwecke.\u201c<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich ist Hamburg Messe und Congress bei der Welt-Leitmesse SMM f\u00fcr die maritime Wirtschaft seit Jahrzehnten auch mit dem Thema der milit\u00e4rischen Sicherheit verbunden \u2013 durch die Mariner\u00fcstung und zahlreiche Werften und Zulieferunternehmen, die ihre entsprechenden Produkte in Hamburg ausstellen. Neue Typen von Marineschiffen \u2013 von Fregatten mit der \u201eStealth\u201c-Tarntechnologie bis hin zu U-Boot-Systemen \u2013 sind bei der alle zwei Jahre stattfindenden SMM in den Messehallen seit jeher ein fester Bestandteil. Zudem veranstaltet HMC \u2013 bislang alle zwei Jahre, nun j\u00e4hrlich \u2013 den Fachkongress Maritime Security and Defence, dieses Jahr am 25. November im Internationalen Maritimen Museum.<\/p>\n<p>Mit dem Global Security and Innovation Summit will HMC auch \u00fcber Hamburg hinaus eine Marke entwickeln und weltweit pr\u00e4sent sein. Neben der Hauptveranstaltung in Hamburg plant das Messeunternehmen kleinere Ableger in anderen L\u00e4ndern, vom Roundtable bis hin zu hochkar\u00e4tigen Kamingespr\u00e4chen. \u201eDaf\u00fcr wollen wir das Netzwerk des International Institute for Strategic Studies intensiv nutzen\u201c, sagt Stutzinger. \u201eWir sehen f\u00fcr den Global Security and Innovation Summit ein erhebliches Potenzial. Die Zukunft der Sicherheit ist technologiegetrieben, und genau da setzen wir an.\u201c<\/p>\n<p>Neben dem Austausch von Informationen geht es beim \u201eGlobal Security and Innovation Summit\u201c auch um Geld. Etliche Start-up-Unternehmen dr\u00e4ngen in den Markt f\u00fcr R\u00fcstungsg\u00fcter, oft mit exzellenten Ideen, aber ohne gen\u00fcgend Kapital. In Hamburg w\u00e4re k\u00fcnftig, wenn es mit der neuen Kongressmesse tats\u00e4chlich klappt, alles vorhanden \u2013 das Netzwerk, die Akteure und die Finanzen. \u201eViele europ\u00e4ische Start-up-Unternehmen aus der Verteidigungsbranche suchen genau so eine Plattform. Und viele Start-ups suchen vor allem noch das n\u00f6tige Eigenkapital\u201c, sagt Stutzinger. \u201eF\u00fcr solche Unternehmen veranstalten wir in Hamburg zusammen mit der Speer Group den GSIS Accelerator, bei dem junge Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen pr\u00e4sentieren und bei Kapitalgebern um finanzielle F\u00f6rderung werben k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p><b>Olaf Preu\u00df ist Wirtschaftsreporter von WELT und WELT AM SONNTAG f\u00fcr Hamburg und Norddeutschland. Er berichtet unter anderem auch \u00fcber die R\u00fcstungswirtschaft.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der neue Kongress \u201eGlobal Security and Innovation Summit\u201c stellt Hersteller, Innovationen und Netzwerke der R\u00fcstungstechnologien in den Mittelpunkt.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":438863,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1826],"tags":[113988,29,30,692,3800,32795,63401],"class_list":{"0":"post-438862","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hamburg","8":"tag-congress-centrum-hamburg","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-hamburg","12":"tag-messen","13":"tag-preuss-olaf","14":"tag-ruestungsindustrie-ks"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115240104544771536","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/438862","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=438862"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/438862\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/438863"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=438862"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=438862"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=438862"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}