{"id":439153,"date":"2025-09-21T06:06:25","date_gmt":"2025-09-21T06:06:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/439153\/"},"modified":"2025-09-21T06:06:25","modified_gmt":"2025-09-21T06:06:25","slug":"berlin-rauchende-popstars-wird-die-zigarette-gerade-wieder-cool-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/439153\/","title":{"rendered":"Berlin | Rauchende Popstars: Wird die Zigarette gerade wieder cool?"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (dpa) &#8211; Sabrina Carpenter lehnt mit einer Kippe in der Hand \u00fcber einem Waschbecken, dazu tr\u00e4gt sie eine Art Korsett aus Zigarettenschachteln. Das Foto aus einer Instagram-Bilderreihe f\u00fcr ein Magazin hat mehr als zwei Millionen Likes. In ihrem neuen Musikvideo zum Song \u00abManchild\u00bb zieht die Pops\u00e4ngerin zudem l\u00e4ssig an einer Zigarette, die zwischen einer Gabel klemmt.<\/p>\n<p>Das Spiel mit der Zigarette scheint aktuell wieder beliebt in der Popkultur zu sein. Auch die britische S\u00e4ngerin Charli XCX inszeniert sich gerne rauchend. 2024 rief sie mit ihrem Album \u00abBrat\u00bb den gleichnamigen \u00abBrat Summer\u00bb ins Leben. In einem BBC-Interview sagte sie dazu, man brauche eigentlich nur ein Top ohne BH, ein Feuerzeug und &#8211; nat\u00fcrlich &#8211; eine Packung Zigaretten, um \u00abBrat\u00bb zu sein.\u00a0<\/p>\n<p>Und S\u00e4ngerin Lorde bezeichnet eine Ex-Beziehung in ihrem Song \u00abWhat Was That\u00bb als die \u00abbeste Zigarette meines Lebens\u00bb. Wird Rauchen &#8211; trotz der bekannten Gesundheitsrisiken &#8211; gerade wieder cool?<\/p>\n<p>Experte: Zigarette taucht aktuell mehr bei weiblichen Popstars auf<\/p>\n<p>Dem Popmusikkultur- und Medienforscher an der Universit\u00e4t Paderborn, Christoph Jacke, f\u00e4llt eigenen Worten zufolge akut auf, dass die Kippe vor allem bei weiblichen Superstars der Popmusik zunehmend auftaucht. \u00abDas kann freilich auch damit zusammenh\u00e4ngen, dass es mehr von ihnen zu geben scheint.\u00bb Die Zigarette an sich ordnet er aber als eine \u00abkulturelle Konstante\u00bb in der Popmusik ein.<\/p>\n<p>Sie sei nie wirklich weg gewesen und daher aktuell auch nicht wieder massiv zur\u00fcckgekehrt, findet der stellvertretende gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Direktor des Forschungszentrums C:POP. Transdisciplinary Research Center for Popular Music Cultures and Creative Economies. \u00abVielmehr war sie in verschiedenen Trendwellen mal sichtbarer und mal unsichtbarer.\u00bb<\/p>\n<p>Rauchen als Teil der Selbstinszenierung von Stars<\/p>\n<p>Laut Jacke geh\u00f6ren das Rauchen an sich und die Zigarette bei vielen Figuren mit zum Star-Image. \u00abSie sind auch Teil der Lyrics von S\u00e4ngerinnen und S\u00e4ngern und bieten ikonische Bilder zur Lifestyle-Inszenierung auf oder neben der B\u00fchne.\u00bb<\/p>\n<p>Klar: Diese \u00f6ffentlichen Selbstinszenierungen bedeuten nicht automatisch, dass die Stars auch abseits des Rampenlichts tats\u00e4chlich rauchen. Auff\u00e4llig sind sie vor allem in den sozialen Medien. So bekam Charli XCX vergangenes Jahr einen Zigaretten-Blumenstrau\u00df zum Geburtstag geschenkt, den sie bei Instagram postete.\u00a0<\/p>\n<p>Der Instagram-Account Cigfluencers mit mehr als 81.000 Followern ver\u00f6ffentlicht regelm\u00e4\u00dfig Fotos von rauchenden Promis &#8211; etwa von Schauspielerin Natalie Portman am Filmset. Der Betreiber des Profils, Jared Oviatt, sagte der \u00abNew York Times\u00bb, er habe in der letzten Zeit bemerkt, dass es mehr Material zum Posten gebe.<\/p>\n<p>Zigarette als Verweis auf Selbsterm\u00e4chtigung<\/p>\n<p>Solche Inszenierungen reichen in der Popkulturgeschichte schon weiter zur\u00fcck, wie Experte Jacke sagt. Schon S\u00e4ngerinnen wie Patti Smith (78) und die verstorbene Sixties-Ikone Marianne Faithfull lie\u00dfen sich mit Zigaretten ablichten. \u00abWenn man sich zum Beispiel die alten Bilder von Patti Smith und Marianne Faithfull anschaut, dann sind das zwei starke weibliche Popmusikstars &#8211; damals vielleicht in sehr geringer weiblicher Gesellschaft\u00bb.<\/p>\n<p>Das habe sich jetzt sehr ge\u00e4ndert. \u00abIch glaube, dass die heutige Verwendung der Zigarette immer noch ein Verweis auf dieses Empowerment, eine Art Selbsterm\u00e4chtigung ist, so schr\u00e4g das klingt, \u201awir k\u00f6nnen das auch\u2018 und wissen, dass das nicht gesund ist.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Deutsche Krebshilfe: Selbstinszenierung mit Zigarette ist bedenklich<\/p>\n<p>Vor den gesundheitlichen Risiken des Zigarettenkonsums warnt auch die Deutsche Krebshilfe. Sie beobachte \u00abmit gro\u00dfer Sorge\u00bb, dass Popstars und Influencer in den sozialen Medien bewusst Tabakzigaretten zur Requisite Ihrer Selbstinszenierung machen, sagt Gerd Nettekoven aus dem Vorstand der Deutschen Krebshilfe.<\/p>\n<p>\u00abDeren Fans scheinen dies zu feiern, ebenso wie das neu angebotene weibliche Rollenbild, welches mit \u00fcblichen Konventionen bricht.\u00bb Jahrzehntelang h\u00e4tten Aufkl\u00e4rungskampagnen, Wissenschaft und Politik daran gearbeitet, Tabak in die Vergangenheit zu verbannen.<\/p>\n<p>Kein t\u00f6dliches Produkt verharmlosen<\/p>\n<p>Die Deutsche Krebshilfe appelliert deshalb an Promis, ihre Reichweite und Vorbildfunktion verantwortungsvoll zu nutzen. \u00abWer das Rauchen inszeniert, tr\u00e4gt dazu bei, dass ein t\u00f6dliches Produkt verharmlost wird.\u00bb<\/p>\n<p>Aus Zahlen der regelm\u00e4\u00dfig durchgef\u00fchrten Deutschen Befragung zum Rauchverhalten (Debra) geht hervor, dass die Zahlen beim Tabakkonsum seit 2022 wieder etwas zur\u00fcckgehen. 2024 rauchten demnach 6,2 Prozent der 14- bis 17-J\u00e4hrigen (zum Vergleich: 2022 waren es fast 16 Prozent).\u00a0<\/p>\n<p>Bei den 18- bis 24-J\u00e4hrigen griffen 25,7 Prozent zur Zigarette (2022: 40,8 Prozent). Und auch in der Altersgruppe zwischen 25 und 64 Jahren sank die Zahl der Raucher von knapp 42 Prozent auf 37 Prozent, wie die Daten der repr\u00e4sentativen Befragung zeigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa) &#8211; Sabrina Carpenter lehnt mit einer Kippe in der Hand \u00fcber einem Waschbecken, dazu tr\u00e4gt sie&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":439154,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[296,29,30,1724,141,198,810,3602],"class_list":{"0":"post-439153","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-berlin","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-gesellschaft","12":"tag-gesundheit","13":"tag-internet","14":"tag-musik","15":"tag-tabak"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115240788556104194","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/439153","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=439153"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/439153\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/439154"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=439153"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=439153"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=439153"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}